Adele                                                Pfalzgräfin von Bayern
--------                                               Gräfin im Chiemgau
um 960
7.9. nach 1020
 

Tochter des Pfalzgrafen Hartwig I. von Bayern
Nach Gewin Tochter des Grafen Hartwig im Isengau
Nach W. Wegener Tochter des Pfalzgrafen Aribo I. von Bayern und der Adele
Detlef Schwennicke, Europäische Stammtafeln, Neue Folge Band III Tafel 28 sieht in Adele die Gattin des Pfalzgrafen Aribo, die nach dessen Tode sich mit dem SIEGHARDINGER Engelbert III. (um 965-1020) vermählte.

Schwennicke, Detlef: Tafel 28
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

ENGELBERT III.
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1020

Graf im CHIEMGAU

  oo ADELA
              
7.IX.nach 1020

Witwe von Aribo I. Pfalzgraf von Bayern
Tochter von Hartwig I. Pfalzgraf von Bayern

Althoff, Gerd: Seite 412
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung."

                                                          G 113
 
Me:    7.9.  Adala com  bayerische Pfalzgräfin

Adala war die Gemahlin des bayerischen Pfalzgrafen Aribo und Mutter Erzbischofs Aribos von Mainz, wie ihr Eintrag zum gleichen Tag in das Necrolog von Seeon: Adela cometissa uxor Aribonis deutlich macht; vgl. auch Hirsch, Jbb. Heinrichs II. 3, Seite 340 ff. Sie war auch die Cousine HEINRICHS II.; vgl. Störmer, Früher Adel 1, Seite 249; 2, Seite 422 mit Hinweis auf Dopsch, Die Aribonen, vgl. ferner Tyroller, Genealogie des altbayerischen Adels, Seite 57, Nr. 12. Im Merseburger Necrolog begegnen ferner die dort (Seite 58, Nr. 19) erwähnte Tochter der Adela: (5.12.) Vuichburg ob(iit); wahrscheinlich auch ihr Sohn Hartwich (zum 25.12.: Hartwich laicus), der nach dem Necrolog von Seeon am 24. Dezember verstarb (vgl. ebd. S. 58, Nr. 17; die dort angeführten Urkunden-Belege müssen sich wohl auf eine andere Person beziehen, da sie nach der Einschreibung der Ergänzungsschicht ins Merseburger Necrolog liegen). Der beträchtliche Anteil bayerischer Personen in der Ergänzungsschicht des Merseburger Necrologs ist wohl darauf zurückzuführen, dass von HEINRICH II. neben der Quedlinburger Tradition auch die der bayerischen Linie der OTTONEN nach Merseburg transferiert wurde, siehe dazu oben Seite 198 ff.

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 59
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23. ADALA
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Durch sie als Gemahlin des sieghardingischen Grafen Engelbert IV. im Chiemgau (c 987- c 1010) kam Besitz zu Pietenberg bei Kraiburg, also auf aribonischem Boden (s 8) in das sieghardingische Haus (Salzb. UB 1, 274 n 43), ferner der Name Hartwig (ihres Sohnes, des Bischofs von Brixen 1023-1039).
Adala war also ARIBONIN. Sie zur Tochter Hartwigs II. zu machen, geht nicht gut an, da dann Aribos IV. Schwester und Gattin denselben Namen getragen haben würden. Der Name Hartwig kann auch auf den gleichnamigen Salzburger Erzbischof zurückgehen. Wenn man aber die beiden Adala zu Mutter und Tochter macht, hat man anzunehmen, dass die Tochter den Grafen Engelbert IV. als älteren Mann geheiratet hat.

Adala
1/1 Salzburg Dom Necr. 2, 91
sie fehlt im Seeoner Nekrolog, doch das dürfte kaum gegen die obige Annahme sprechen, weil das Nekrolog in späterer Überarbeitung vorliegt und auch das ursprüngliche Fehlen nicht unmöglich ist, da bei ihrem Tode eine Spende an das Kloster ausgeblieben sein kann. Die obige Kombination erklärt, warum c 1050 die Enkel der Adala nach dem Tode Kadalhohs V. (n 27) die Grafschaft im Isengau erhalten konnten.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 87
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22. Adala
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Gemahlin des Grafen Aribo C. 7. (siehe Kapitel C.)
1020. Mai 1. Fulda. Erwähnt, dass die Nonnenklöster Göß (bei Leoben, früher Kärnten, jetzt Steiermark) von Adala begonnen und von ihrem Sohn Aribo C. 15. (Kaplan König HEINRICHS II., Diaconus der Salzburger Kirche, nachher Erzbischof von Mainz) dem Kaiser HEINRICH II. tradiert war: S. U. II. Seite 155, nr. 91 (Anmerkung)


Weinfurter Stefan: Seite 118
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"Heinrich II.
(1002-1024) Herrscher am Ende der Zeite"

Mit den ARIBONEN engstens verwandt waren die SIGHARDINGER, die Grafen im Chiemgau. Die Verbindung lief über Adela, die Schwester Erzbischof Hartwigs von Salzburg und Mutter Erzbischof Aribos von Mainz, die in 2. Ehe den Chiemgau-Grafen Engelbert (ca. 965-1020) geheiratet hatte. Einer ihrer Söhne, Sighard (VII.)(ca. 1010-1044), war mit Judith aus dem mächtigen Geschlecht der EBERSBERGER verheiratet.

Althoff, Gerd: Seite 197,200
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung."

Die Erklärung reicht jedoch wohl deshalb nicht aus, weil zusätzlich eine ganze Reihe von Personen aus dem bayerischen Adel in der Ergänzungsschicht begegnen, die in der Regierungszeit HEINRICHS II. verstarben: Zu nennen ist die Gräfin Adala (G 113), die Gemahlin des Pfalzgrafen Aribo, der mit HEINRICH II. verwandt war; zu nennen sind ihre Kinder Wigburg und Hartwich, die auch im Necrolog des Hausklosters der ARIBONEN, Seeon, begegnen [237
Vgl. zum 5. Dezember im Merseburger Necrolog: Uuichburg und zum gleichen Tag im Necrolog von Seeon: Uvichpurg filia Aribonis; zum 25. Dezember in Merseburg: Hartuuich laicus und zum 24. Dezember in Seeon: Hartuuicus filius Aribonis hic iacet. Zur Familie der ARIBONEN siehe Wegener-Tyroller, Stammtafeln, Seite 53ff.; die dort Seite 58 Nr. 17 für Hartwich angeführten urkundlichen Belege aus der Zeit nach 1017 beziehen sich wohl auf eine andere Person; zu Wichburg siehe ebd. Seite 58 Nr. 19.]. Zu diesen bayerischen Adeligen gehört ebenfalls der Graf Norbert (G 62) aus der Sippe der SIEGHARDINER und der Diakon Piligrimus, der in der Ergänzungsschicht des Merseburger Necrologs zum 19. April und zum gleichen Tag auch im Necrolog von Niedermünster in Regensburg als archidiaconus begegnet. 
Diese Problematik ist bei der Auswertung der Necrologeinträge im Auge zu behalten. Sie stellt jedoch deshalb wohl keine größere Beeinträchtigung dar, weil die Traditionen aus den Familien HEINRICHS und Kunigundes einmal zahlenmäßig nicht sehr umfangreich gewesen sein können, und weil sie ferner - von einigen Ausnahmen vielleicht abgesehen - zeitlich nicht sehr weit ins 10. Jahrhundert zurückreichten [248
Es bleibt festzuhalten, daß sich Personen, die sicher der bayerischen Tradition zuzuordnen sind, nur aus dem endenden 10. und dem beginnenden 11. Jahrhundert nachweisen lassen. Das Zentrum des Gedenkens der bayerischen Linie der OTTONEN dürfte wohl das Kloster Niedermünster in Regensburg gewesen sein, wo Herzog Heinrich I. 955 beigesetzt wurde (vgl. Reindel, Die bayerischen Liutpoldinger, Seite 220f.) und in das sich seine Gemahlin Judith nach 974 zurückzog. Da sie das Kloster bis zu ihrem Tode (nach 985) in allen Bereichen förderte (vgl. ebd. Seite 233ff.), wird sie dort auch für ein angemessenes Totengedenken Sorge getragen haben; vgl. auch Hirsch, Jbb. Heinrichs II. 1, Seite 121ff. Zeugnis davon, daß das Totengedenken in Niedermünster in der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts intensiv gepflegt wurde, geben noch die Notae necrologiae des Klosters (MGH Necrologia 3, Seite 289-292), die zahlreiche Große aus dieser Zeit aufführen. Die Überschneidungen mit Einträgen in die Ergänzungsschicht des Merseburger Necrologs sind signifikant. In beiden Necrologien finden sich: Abt Adalbert von Seeon ( 17.3.1001, A 15); Bischof Reginold von Eichstätt ( 4.4.991, B 21); der Diakon bzw. archidiaconus Pilgrim (19.4.); Bischof Gotschalk von Freising ( 6.5.1005, B 41); Herzog Ernst von Schwaben ( 31.5.1015; H 15); der Sieghardiner Graf Nordbert ( 4. 6. um 1010; G 62); der Merseburger Eintrag Ordinatio secundi Heinrici regis zum 7. 6. scheint in Niedermünster verderbt, denn dort begegnet Ordinatio Rihhildae abb.; gleiche Personen betreffen weiter die Einträge des Abtes Ramwold von St. Emmeram ( 17.6.1001; A 38); der Herzogin Judith ( 29. 6. nach 985; H 21); Heinrichs des Zänkers ( 28.8.995; H 31); der Gräfin Adela ( 7.9.; G 113); des Bischofs Christian von Passau ( 20.9.1013; B 128); des Bischofs Wolfgang von Regensburg ( 31.10.994; B 153) und der Kaiserin Adelheid ( 17.12.999; K 49).].




 
 

  1. oo Aribo I. (IV.) Pfalzgraf von Bayern
                
um 1020 ( 1001 Stefan Weinfurter "Heinrich II.")

  2. oo Engelbert Graf im Chiemgau (SIEGHARDINGER)
          um 945
1020
 




  
Kinder:

  Aribo Erzbischof von Mainz (1021-1031)
        
6.4.1031
 
  Wigburg Äbtissin
       
5.12.
 
  Hartwig II. Pfalzgraf
       
24.12.1027
 
  Wigburg
        
12.8. klein
 
  Chadalhoch Graf im Isengau
        
11.9.1030
 
  Hildburg
      
15.8.
 
  oo Arnold II. Graf von Wels und Lambach
           
nach 1020

  Kunigunde Äbtissin von Göß (1020- )
      
28.9.
 
  Eberhard Graf im Isengau 995
       

 
 
 
 
 
Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 197,200,412 G 113 - Diepolder Gertrud: Die Herkunft der Aribonen, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 27, 1964 Seite 74-119 - Dopsch, Heinz: Der bayerische Adel und die Besetzung des Erzbistums Salzburg im 10. und 11. Jahrhundert, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 110/111 1970/71 Seite 125-151 - Dopsch Heinz: Die Aribonen - Stifter des Klosters Seeon. in: Kloster Seeon, Beiträge zu Geschichte, Kunst und Kultur der ehemaligen Benediktinerabtei. Anton H. Konrad Verlag Weißenhorn 1993 Seite 55-92 - Gewin, Dr. J.P.J.: Herkunft und Geschichte führender bayerisch-österreichischer Geschlechter im Hochmittelalter, s-Gravenhage Druckerei H.L. Smits N.V. 1957 Seite 87 - Heinzelmann, Josef: Genealogische Randnotizen zu Erzbischof Aribo von Mainz und den Aribonen, in: Archiv für Familiengeschichtsforschung 6 (2002), S. 24­46 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II., Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 Band III  Seite 340 ff. - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 28 - Störmer Wilhelm: Früher Adel. Studien zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich vom 8. bis 11. Jahrhundert. Anton Hiersemann Stuttgart 1973 Band I Seite 249/ Band II Seite 422 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 40 -