Sigihart                                             Graf im Kraichgau 812-826
----------                                            776 urkundlich bezeugt
   

 

Sohn des Grafen Eberhard und der Adaltrut
 

Mitterauer Michael: Seite 214
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

812 wird in einer Kaiserurkunde ein Graf Sigihart genannt, der zeitlich recht gut mit dem Enkel Albrichs identisch sein kann. Er machte 826 ein Tauschgeschäft mit dem Kloster Prüm, dem er Besitz im Bitgau an der Mosel gegen Güter in Hermsheim, Dossenheim, Handschuhsheim, Rohrbach, Wieblingen, Mannheim und Weinheim im Lobdengau gab. Durch diesen Tausch wollte Sigihart offensichtlich älteren Besitz im Lobdengau ergänzen und arrondieren. Schon 812 begegnet nämlich in Handschuhsheim ein Sigihart, der hier für das Seelenheil eines Engilger eine Schenkung macht. Von den sonstigen Nennungen des Namens Sigihart ist am ehesten eine von 797 auf den Sohn Eberhards zu beziehen. Sie betrifft die Schenkung eines Sigihard für das Seelenheil Stahalhards im Gardachgau. In dieser Gegend ist nämlich 772 auch ein Eberhard anzutreffen. Bei anderen Nennungen von Sigharden in Lorscher Urkunden könnte es sich um Verwandte der besprochenen Familie handeln, sichere Zusammenhänge sind jedoch nicht nachzuweisen.
Über den Amtsbezirk Graf Sigiharts, des Enkels Albrichs, wissen wir nichts. Die von Trotter vermutete Personengleichheit mit dem Speyergau-Grafen Siggerus von 828 ist nicht ausgeschlossen, jedoch wegen der stark abweichenden Namensform eher unwahrscheinlich. Auf alle Fälle ist Sigiharts Grafschaft am Mittelrhein zu suchen, wo drei Jahrzehnte später ein jüngerer Sigihart als Graf genannt wird, in dem man mit Recht seinen Verwandten, wohl sogar seinen Sohn sehen darf.
 
 


Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 214 -