Sieghard I.                                        Graf von Ebersberg
--------------                                      Graf in Bayern an der Sempt
876/80
10.10.906
               oder 14.7.907 gefallen
 

Sohn des Grafen Sigihart im Kraichgau aus fränkischem Geschlecht
Nach Gewin Sohn des Grafen Ratold und der Ellanswind, Tochter von Graf Liutprand

Schwennicke, Detlef: Tafel 28
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

SIEGHARD I.
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10.X.906

Graf in BAYERN 876/80-906

  oo KOTONI
              
20.XII.906

Tochter von (Rabold an der Amper)


Thiele, Andreas: Tafel 500
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

SIEGHARD I. VON EBERSBERG
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906

Sohn des Grafen Sieghard im Kraichgau

Graf in Bayern an der Sempt, wurde von König Karlmann und Kaiser ARNULF sehr gefördert und reich beschenkt. Er gründete Ebersberg.

  oo GOTINI
             


Tochter des Grafen Rabold an der Amper

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 64
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1. Sieghard I.
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Aus fränkischem Geschlecht, vgl. Trotter 6 f., eV.
876/80 Graf in Bayern zur Zeit König Karlmanns, Inhaber des fiscale Sempt, Gründer der Burg Ebersbergense minus (11. Jh.) künftig = Minus SS 20, 10
888 1/1 König ARNULF schenkt dem Grafen Sigihart Besitz zu ONd Kaging G Mittbach AG Haag und Wörth AG Erding DD Karol. 3, 219 f n 144, erwähnt in Minus 10, wo Sigihard consanguineus des Schenkers genannt wird
IV.906 8/5 Böhmer-Mühlbacher 2031
906 10/10 Jahr: Minus 10; Tag: Notae necrologicae Eberspergenses 11. Jh. Sigihardus comes pater Ratoldi Necr. 3, 78; dazu Chronicon Ebersbergense maius (13. Jh.), künftig = Maius cap 8 mit Zusatz et Frisingis sepelitur SS 25, 867 ff.
 
Gemahlin:
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Gotini, vermutlich Tochter des Grafen Ratold an der Amper 837-855, nach dem ihr Sohn Ratold offenbar genannt ist,
906 20/12 Tag: Notae necr. 3, 78, Jahr und Begräbnis zu Freising Maius cap. 8.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 40
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IV. 8. Sigihard II.
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Graf 849-906 (?)
849. Freising. Der Edle Hroudperht III. A. 4. übergibt seinen und seiner Gattin Liutuusind Besitz zu Rupertsdorf und erhält Lehen zu Hörlkofen. In der Reihe von 25 Zeugen kommen als junge Zeugen nebeneinander vor: Sigihart B. 8., Adalbert B. 9.: F. nr. 706.
888 Januar 1. König ARNOLF schenkt dem Grafen Sigihard "quidam dilctus fidelisque comes noster nomine Sigihart" eine bisher von ihm zu Lehen besessene Kapelle in Ebersberg zu freiem Eigen: P. Kehr. Die Urkunden der Deutschen Karolinger, Berlin 1940, Band 3 nr. 5. Kehr annonierte dazu, dass Sigihard unter ARNOLF eine große Rolle gespielt hat. (siehe ebenda zitierte Literatur).
896. Juli 8. Regensburg. Kaiser ARNOLF schenkt Graf Sigihard seinem Verwandten "cuidam dilecto et propinquo nostro nomine Sigihardo" je 3 Hufen in Kaging (bei Mittbach nordöstlich Ebersberg) oder Haging (südöstlich Ebersberg) und in Wörth zu freiem Eigen.: a.a.O. nr. 144.
897. Juli 14. Trebur (Hessen). Vermittler Kaiser ARNOLF bei einer Schenkung.: a.a.O. nr. 156.
898. Mai 15. Regensburg. Kaiser ARNOLF schenkt dem Grafen Sigihard, seinem Verwandten, "cuidam dilecto comiti et fideli propinquo nostro cui nomen Sigihart" zwei Mansen zu Rott im Durigau (Thurgau in der nordöstlichen Schweiz), die Graf Adalgoz bisher zu Lehen hatte, zu freiem Eigen.: a.a.O. nr. 159.
906 (
) "Sigihardus comes, miles invictus moritur."

Note:
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Aus der obenerwähnten, von Hroudperht III. gemachten Übertragung des Besitzes zu Rupertsdorf geht hervor, dass auch Hruotperhts Gemahlin Liutswind ebenda begütert war. Seine Gattin war damals schon gestorben, wie sich aus den folgenden Urkunden zeigt. Am 19. Mai 827 übergaben die Schwestern Liutswind und Ellanswind den Besitz ihres verstorbenen Bruders Otlant zu Bergham (B. A. Erding) der Freisinger Kirche zu einem Seelenheil vorbehaltlich lebenslänglichen Nutzbrauches. (F. ne. 542.) Etwa 20 Jahre nach diesem Akt, am 31. Juli 846, erneuerten Ellanswind und ihr Gemahl Ratolf B. 5. die Übergabe des genannten Gutes, wobei sie als überlebende der beiden Schwestern bezeichnet ist.
In diesem Zusammenhang ist bezeichnend, dass bei obiger Übergabe des den beiden Eheleuten Hroudperht und Liutswind zugehörenden Besitzes zu Rupertsdorf Sigihart und Adalbert B. 8, 9. als junge Zeugen fungierten. Das erweckt den Eindruck, dass ihre Anwesenheit wegen Liutswinds Teil im Besitz zu Rupertsdorf zur Bekräftigung der Transaktion erwünscht war.
Sigihard, der in der Urkunde dem Adalbert vorangestellt ist, war wohl der ältere der beiden Brüder. Das zeigt sich aber noch deutlicher aus der Tatsache, dass ihm das Grafenamt verliehen und dass er von Kaiser ARNOLF reichlich mit Schenkungen bedacht wurden.


Sieghard I. erschien schon früher im Raum zwischen Iller und Lech, als er von Kaiser ARNULF Besitz im Durigau erhielt. Gemeinsam mit dem Grafen Irinc trat er wiederholt als Zeuge bei Schenkungen auf.
Er wurde von König Karlmann und Kaiser ARNULF sehr gefördert und reich beschenkt. Er erhielt von Karlmann und ARNULF Fiskalgut im Erdinger Raum und wurde zum Stammvater der EBERSBERGER und SIGHARDINGER. Er gründete Ebersberg und gehörte mit dem Grafen Irinc und mindestens zeitweise auch Markgraf Aribo zum einflussreichen Kreis um Kaiser ARNULF.

Störmer Wilhelm: Seite 167-170
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"Adelsgruppen im Früh- und hochmittelalterlichen Bayern."

Als eigentlicher "Spitzenahn" der SIGHARDINGER und der EBERSBERGER gilt Graf Sighard des ausgehenden 9. Jahrhunderts. Ob der erwähnte Graf Ratolt agnatisch oder kognatisch zu seinen Ahnherrn gehört, ist nicht sicher. Tyroller vermutet, dass jener Ratolt der Schwiegervater Sighards gewesen sei. Bedacht muss jedenfalls werden, dass die Gruppe um Ratolt schon im Lobdengau Besitznachbar eines Eberhard und eines Sigihart ist. Entscheidend ist, dass die Besitztradition offenbar von jenem früheren comes Ratolt übernommen wurde, dass an die Besitzschwerpunkte, aber auch in der Namensgebung an ihn angeknüpft wird, denn Sighards Sohn hieß wiederum Ratolt.
Graf Sighard scheint aber auch Favorit Kaiser ARNULFS gewesen zu sein, denn er wurde von ihm reich mit Gütern bedacht. Eine der Ursachen dieses Sachverhalts liegt in der Tatsache begründet, dass Sighard nach Ausweis des Ebersberger Chronicons consanguineus Kaiser ARNULFS, nach Ausweis zweier Diplomata propinquus ARNULFS war. 888 schenkte ARNULF diesem Grafen eine bisher von ihm als beneficium besessene capella ad Pergon im Comitat Orendils zu freien Eigen; 896 schenkte derselbe Kaiser seinem dilectus comes et propinquus Sighard Besitz in der Grafschaft Reginars, nämlich in Wörth, einst beneficium des Grafen Gotescalch, und in Kaging. Außerdem schenkt er ihm 898 zwei Mansen zu Rott an der Schutter im Duriagau, also in Bayerisch-Schwaben, die bisher der praefectus Adalgoz als benefecium innehatte. Wir erinnern uns, dass 839 der nobilis Ratolt von Daglfing bereits einen Bruder Adalgoz hatte. Sicherlich ist der praefectus Adalgoz von 898 ein enger Verwandter, vielleicht ein Bruder des Grafen Sighard. Auffällig ist das schwäbische Interessengebiet des Grafen. Die beiden geschenkten Mansen waren ganz sicher nicht der einzige Besitz Sighards in diesem Raume. Bezeichnend ist auch der Intervenient dieser Schenkung. Der illuster comes noster (das heißt ARNULF) Adalhardus ist niemand anderes als jener BABENBERGER, der bei Bamberg hingerichtet wurde. War Graf Sighard mit ihm verwandt?
Die wohl wichtigste Schenkung ARNULFS an Sighard war das fiscale forum Sempt. Das fiscale forum Sempt lag unweit der Quelle des gleichnamigen Flüsschens am Nordrande des Ebersbergers Reichsforstes. In Sempt war offensichtlich ein Königshof mit Marktfunktion. Er muss also eine Straßenstation gewesen sein. Hier kreuzten sich zwei bedeutende Altstraßen, die ehemalige Römerstraßen von Regensburg nach Helfendorf und die Salzstraße von Reichenhall über Wasserburg nach Freising, die um 1050 als "halwec" bezeugt ist. Die wichtige Salzstraße wurde später so verlegt, dass sie über Ebersberg lief, während die Wege über Sempt verödeten und der alte Königshof seine Bedeutung und seine Rechte verlor. Die Schenkungen ARNULFS an Sighard gruppieren sich weitgehend um dieses fiscale forum Sempt, so der Besitz in Kaging, östlich von Sempt, Wörth nördlich des Königshofes. Hier liegt auch Kirchötting, in dem derselbe König laut Chronicon Eberspergense drei Mansen an Graf Sighard schenkte. Unmittelbar bei Wörth und Kirchenötting liegt aber auch ein Ort Berg, der die königliche capella geborgen haben könnte, die Sighard 888 geschenkt wurde.
In der unmittelbaren Umgebung von Lorenzberg begegnete uns schon im 8. Jahrhundert die Familie Starcholfs "von Aßling" mit ausgedehntem Besitz, in der der Ratolt vorkommt, den ich freilich nicht, wie Mitterauer es tut, mit dem nobilis Ratolt von Daglfing zu identifizieren wage. Offenbar gehört diese Familie Starcholfs mit seinen Söhnen Rimideo, Hiltolf, Ratolt und seiner Tochter Adalfrit, die mit Graf Cunthart vermählt ist, in die Verwandtschaft der RATOLT-CHUNIHOH-Familie. Die Capella ad Pergon ist jedenfalls keine beliebige kleine Kirche, sondern eine Fiskalkirche, die offensichtlich eine wichtige Reichsfunktion hatte und wohl mit großem Besitz ausgestattet war. Im 8./9. Jahrhundert war capella die Bezeichnung für königliche Pfalzkirchen. Als solche wird noch im 10. Jahrhundert die capella in Aibling (ca. 15 km südlich von Lorenzberg) genannt.
Wenn wir hinzunehmen, dass Graf Sighard von Ratolt von Daglfing größeren Besitz südlich und westlich des Ebersberger Forstes geerbt haben muss, wird ersichtlich, wie dieser Forst um 900 von den "EBERSBERGERN" bereits umklammert war, wird aber auch besonders sichtbar, welch wichtige Herrschaftspositionen Sigihard hier innehatte, und zwar in einem Gebiet, in dem er offenbar wenigstens zunächst keine Grafschaftsrechte ausübte. Die Krönung der herrschaftlichen Konzentrationsbestrebungen des Grafen Sighard scheint - mindestens vom Blickwinkel der Nachwelt her - die Errichtung der Burg Ebersberg gewesen zu sein, die sein Enkel Eberhard 933 verstärken ließ, um im folgenden Jahre 934 zusammen mit seinem Bruder Adalbero hier Kirche und Kanonikerstift zu Ehren der Heiligen Maria, Sebastian, Cyriacus, Vitus und Martin zu gründen. Damit war erstmals ein Zentrum der Familie gegeben. Sighard und seine Gemahlin Gotini waren 906 noch in Freising begraben worden, sein Sohn Ratolt in Salzburg in der Kirche zu Ehren des heiligen Amandus, aber auch Eberhard I. selbst fand in Freising seine Ruhestätte. 

Offergeld Thilo: Seite 557,610
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"Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter."

                                          Andere bayerische Große

Es war nicht Luitpold allein, der das politische Gewicht Bayerns im Reich vertrat; neben und mit ihm ist eine ganze Reihe anderer bayerischer Großer zu erkennen, die durch ihre Präsenz am Königshof die Tradition des ostfränkischen KAROLINGER-Kernlandes und seiner Führungsrolle im Reich fortsetzten. Ausgehend vom Urkundenmaterial sind hier namhaft zu machen Graf Gumpold, der nicht weniger als siebenmal in Ludwigs Diplomen intervenierte, die Grafen Iring (sechs Interventionen), Pabo (fünf), Sigihard (vier), Isangrim und Meginward (je drei), wobei Sigihard und Isangrim in D 27 sogar als ministeriales nostri bezeichnet werden. Bei all diesen Personen, über die sonst nicht viel bekannt ist, dürfte es sich um die bedeutenderen Gefolgsleute ARNOLFS aus dem bayerischen Hochadel handeln. Bis auf Pabo begegnen nämlich
alle bereits als Intervenienten oder Empfänger in ARNOLFS Urkunden, Isangrim gilt in D Arn 164 gar als dapifer noster. Sigihard ist überdies als Verwandter ARNOLFS belegt; er firmiert in dessen Urkunden als propinquus noster und könnte ein Neffe von ARNOLFS Mutter Luitswinde gewesen sein [848
Vgl. DD Arn 144, 159. Wie ARNOLF hatte auch Sigihard einen Sohn namens Ratold; vgl. zu der Verwandtschaft Mitterauer, Markgrafen Seite 212-227; Uffelmann, Regnum Baiern Seite 57 f.; Bowlus, Franks Seite 310-313.].
Am 4. Juli 907 wurde Luitpolds Heer in der Nähe von Preßburg vernichtend geschlagen, neben ihm fielen in der Schlacht auch Erzbischof Theotmer, die Bischöfe Udo von Freising und Zacharias von Säben sowie zahlreiche Grafen [1037 Alle Quellen bei Reindel, Luitpoldinger Nr. 45; als etwa zeitgleiches Zeugnis gelten vor allem die Annales Iuvavenses maximi Seite 742 zu 907: Bellum pessimum fuit ad
Brezalauspurc IIII nonas Iulii. Nicht weniger als 19 gefallene Grafen werden aufgezählt in den Annalen Aventins (Johannes Turmair's genannt Aventinus Armales Ducum Boiariae IV.21, ed. Sigmund Riezler [Johannes Turmairs genannt Aventinus Sämmtliche Werke 2], München 1882, Band 1, Seite 659), darunter auch sämtliche oben erwähnten Vertrauensleute Luitpolds (Gumpold, Sigihard, Iring, Isangrim, Pabo und Meginward). jedoch ist seine Liste wohl nicht gänzlich zuverlässig; vgl. Reindel, Luitpoldinger S68; Hiestand, Preßburg Seite 6 f.]

Fuchs Franz/Schmid Peter: Seite 202,368
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"Kaiser Arnolf. Das ostfränkische Reich am Ende des 9. Jahrhunderts."

Den bayerischen Adel verpflichtete sich ARNOLF bereits im Dezember 887 offiziell und förderte in den nächsten Jahren in erkennbarer Weise seine Parteigänger für ihre bisher geleisteten treuen Dienste. In einer Schenkung an einen gewissen Engilger heißt es ausdrücklich recordantes crebri srervicii nobis per illum facti, priusquam regium nomen acciperemus [75 D Arn. 17. Vgl. auch ebd. 32, 42.]. Besonderes Vertrauen setzte ARNOLF dabei in die WILHELMINER, seine erprobten Parteigänger im Bereich der östlichen Marken. Ruodpert bestellte er vermutlich während seines Aufenthalts im Frühjahr 888 zu seinem Nachfolger in Kärnten [76 Vgl. D Arn. 63 Frankfurt 15. Oktober 889: Ruodpertur dilectur terminalis comes, ebd. 109 wohl 892/893: in comitatu Ruodperti in regno Ca(rantano). Vgl. auch Mitterauer, Markgrafen (wie Anm. 5) 166.] und Unter-Pannonien, und Engelschalk II., zwischenzeitlich sein Schwiegersohn [77 Vgl. Annalen Fuldenses (wie Anm. 1) 122.], erhielt 892 die Grafschaft in Ober-Pannonien [78 Vgl. Annalen Fuldenses (wie Anm. 1) 122. Vgl. auch Krah, Absetzungsverfahren (wie Anm. 10) 215.]. Beide waren dadurch mit Schlüsselpositionen im Osten betraut und stellten ein Gegengewicht zu Aribo dar [79 Vgl. Wolfram, Grenzen und Räume (wie Anm. 7) 269 f. ]. Beide zeigten sich im Gegenzug auch ARNOLF in besonderer Weise verbunden, begleiteten ihn 889 bei seinem Zug an den Rhein und traten als Intervenienten in Frankfurt auf [80 Vgl. DD Arn. 63, 64.]. Gunsterweise erhielt unter anderem auch Graf Sigihard, Verwandter ARNOLFS und Ahnherr der EBERSBERGER [81 Vgl. DD Arn. 5, 144,159. Vgl. auch Krah, Bayern (wie Anm. 11) 28.]. Diese Beispiele ließen sich noch weiter fortsetzen [82 Vgl. Reindel, Arnulf (wie Anm. 8) 205. ]. Bemerkenswert dabei ist, daß ARNOLF in auffallender Weise Vasallen von Grafen bedachte, also gewissermaßen das zweite Glied des Adels begünstigte.
Ob sich die Kaiserkrönung auch unmittelbar auf das Wachssiegel auswirkte, ist leider nicht auszumachen. Für sämtliche Stücke von der
Kaiserkrönung 896 bis in den August, die Urkunde von Montamiata vom 27. Februar 896 und das in Regensburg ausgestellte Original
Nr. 144 für Graf Sigihard vom 8. Juli 896, sind die Siegel verloren, für das verunechtete Diplom, einst im Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen, vom 27. April 896 sind nur Reste des Siegels erhalten.


  

  oo Gottina, Tochter des Grafen Ratold an der Amper
            
20.12.906
 
 
 
 
 
Kinder:

  Sieghard II. Graf im oberen Salzburggau
       
916/23
 
  Ratold I. Graf von Eberstein
      
20.1.919
 
 
 
 

Literatur:
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DIE SALIER UND DAS REICH. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 551 - Flohrschütz Günther: Der Adel des ebersbergischen Raumes im Hochmittelalter. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhhandlung München 1989 - Fuchs Franz/Schmid Peter: Kaiser Arnolf. Das ostfränkische Reich am Ende des 9. Jahrhunderts. Verlag C.H.Beck München 2002 Seite 202,368 - Hartmann, Wilfried: Ludwig der Deutsche. Primus Verlag 2002 Seite 82,87,142,165 - Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 557,610 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 28 - Störmer Wilhelm: Adelsgruppen im Früh- und hochmittelalterlichen Bayern. Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte Band IV. Kommission für bayerische Landesgeschichte München 1972 Seite 167-170 - Störmer Wilhelm: Früher Adel. Studien zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich vom 8. bis 11. Jahrhundert. Teil I und II. Anton Hiersemann Stuttgart 1973 Seite 95,184,245,414 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 500 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 64 -