Ratold I.                                           Graf von Ebersberg
-----------                                          Markgraf der Kärntener Mark
   
20.1.919

 
Begraben: Salzburg

Sohn des Grafen Sieghard I. von Ebersberg aus dem Hause der SIEGHARDINGER und der Gottina, Tochter von Graf Ratold an der Amper
 

Schwennicke, Detlef: Tafel 28
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

RABOLD I.
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20.I. 919

MARKGRAF in der KÄRTNER MARK

  oo ENGELMUNT
             


Thiele, Andreas: Tafel 500
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

RATOLD
--------------
   
919

Graf von Ebersberg
Treue Stütze der KAROLINGER, wurde Markgraf in Kärnten, kämpfte gegen die Ungarn mit und ging mit den Bayern zusammen.

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 64
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2. Ratold I. Markgraf in Kärnten seit c 890

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F. Minus 10:
906 Sigihardus obiensa Eberspergense locum filio Ratoldo dedit; eV.
c 890 Besitztausch in der Gegend von Ampermoching (Ampergrafschaft), Zeugen: (die Grafen) Wetti, Cotascalh, Ratolt nQ 4, 758 f. n 1004
Markgraf in der Kärntner Mark Minus 10
919 20/1 Jahr:
Maius cap. 10
Tag: Notae necr. Ebersb. Ratolt comes Necr. 3, 77
begraben zu Salzburg in der Kirche des heiligen Amandus Minus 10

Gemahlin:
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Engelmut
Mutter zweier Söhne Maius cap. 9 (anscheinend weniger zuverlässig). Über die Nachkommen Minus 10: (Sigihardus) gignit Eberhardum, Adelperonen, Willibirgam.
 
  oo Engelmut
          


Kinder:

  Ratold II.
      
29.3. c 960
 
  Willibirg
     
16.2.980/85
 
  oo Eticho II. (WELFE)
          
 

  Adalbero I.
       
10.9.(969)
 
  Eberhard I.
       
16.2.959


Ratolt III.                                         Graf c. 889-c. 929
------------                                         Grenzgraf in Kärnten
   
c. 929                                        Vogt von Freising
 

Sohn des Grafen Sigihard II.
 

HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J.: Seite 41
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V. 10. Ratolt III.
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C. 889-c. 929. Graf, Grenzgraf in Kärnten, Vogt von Freising.
895/99. Überträgt Ackerland und Wiesen und erhält Liegenschaften zu Rimbach (B. A. Mühldorf) und Pellhausen (B. A. Freising).: F. nr. 1028.
896/99. Ratold von Ebersberg wird Grenzgraf in Kärnten: Chronicon Ebersbergense S. 10. Reindel Seite 8.
um 900. Ratold ließ seine väterliche Burg Ebersberg erweitern und befestigen: M. B. XXXXI. a. 178., Chron. Ebersberg Mon. Germ. Script. XX 10.
908. Tauschvertrag zwischen der Kirche von Freising und der Abtei Moosburg. Unter den Zeugen Ratolt.: F. nr. 1045.
925. Juni 16. Chiemsee. Der Edle Jacop und seine Gemahlin Engilrat vertauschen Güter, zweiter Zeuge, gleich nach Reginker comes: Ratolt.: S. U. I. 80, 25.
926/37. (c. 926-c. 929) Vogt von Freising.: F. nr. 1049,1051,1052,1053,1055,1056,1057,1058,1060,1062.

Literatur:
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Reindel Seite 8, 36, 51, 65, 68, 105.

Note:
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Die in der 2. Hälfte des 11. Jh. geschriebene Chronik von Ebersberg erzählt uns, wie Ratolt in Besitz der Burg Ebersberg getreten ist. Danach soll sein Vater Sigihard ihm die Burg gegeben haben, wie es heißt "Ratoldus igitur, Sigihardi filius, de patris sui voluntate, dum adhuc viveret, Ebersbergensis castri locum possedit". Die Einsetzung als Grenzgraf in Kärnten bringt die Chronik zum Ausdruck in den Worten: "Cesar Arnolfus Karentinos et terminos ab hostium insultu defensandos recommisit." In welchem Teil Karantaniens Ratolds Grafschaft gelegen war, darüber sind die Meinungen verschieden. Sichere Anhaltspunkte liegen nicht vor.
Es ist anzunehmen, dass Ratolt in vorgerücktem Alter sich wieder im Freisingischen niedergelassen hat, da er c. 926-c. 929 als Vogt der Kirche von Freising erwähnt ist.
 

Kinder:

  Adalpero
       
c. 970

  Willipurg
      
980/85
 
  Eberhard I.
       
959


Mitterauer Michael: Seite 223
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Ratold I. wurde der eigentliche Nachfolger des Vaters. Er erbte Ebersberg mit den umliegenden Besitzungen und wohl auch den größten Teil der Güter in Karantanien. Auf Grund seiner Stellung im Markengebiet wurde ihm hier eine Grafschaft übertragen. Das Chronicon Eberspergense berichtet, dass ihm Kaiser ARNULF den Schutz der Grenze anvertraute. Sein Amtsbezirk ist wohl an der oberen Save zu suchen. In Krain besaßen seine Nachkommen noch lange eine starke Stellung. Ratold dürfte die Nachfolge Graf Guntrams angetreten haben, dem er, wie noch zu zeigen sein wird, vielleicht auch verwandtschaftlich verbunden war.
Ratold I. erbte von seinem Vater den locus Eberspergense. Hier bildete sich spätestens seit der Mitte des 9. Jahrhunderts um eine bzw. dann zwei schutzgebietende Herrenburgen (Eggelsburg und Ebersberg) am Rande eines großen Königsforstes eine der mächtigsten Adelsherrschaften Bayerns vor 1050 aus. Die Eggelsburg selbst scheint einer Seitenlinie der EBERSBERGER verblieben zu sein. Er wurde treue Stütze der KAROLINGER, wurde zwischen 896 und 899  von Kaiser ARNULF zum Markgrafen in der Kärntener Mark bestellt und war als solcher dem Markgrafen Luitpold unterstellt. Er ging mit den Bayern zusammen und kämpfte mit ihnen gegen die Ungarn. Am 11. April des Jahres 901 schlug Ratold die in Kärnten eingefallenen Ungarn, die offenbar bei ihrem Rückzug viel Beute mitführten, an der Fischa im Raume der Pfalz Baden. Er scheint nach dem Tode seines Vaters nach Ebersberg zurückgekommen sein.

Störmer Wilhelm: Seite 170
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"Adelsgruppen im Früh- und hochmittelalterlichen Bayern."

Bedenkt man, dass Graf Sighard enger Verwandter des deutschen Königs ARNULF war, so ist leicht verständlich, dass Ratold I., Sighards Sohn, Grenzgraf in Karantanien wurde, also in ARNULFS ursprünglichem Herrschaftsraum. Seine Grafschaft lag in der heutigen Untersteiermark und an der Save.
 
Spindler Max: Seite 205,295
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"Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band. Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts."

Kaiser ARNULF scheint die von hier drohende Gefahr wohl gesehen zu haben; er richtete Grenzgrafschaften ein, in denen er die dort angesiedelten Ministerialen beim Bau von Zufluchtsstätten und Grenzbefestigtnigen Hilfe leisten mußten; in diesem Zusammenhang dürfte die Einsetzung des Grafen Ratold von Ebersberg in der Grafschaft an der Save, dem später Krain genannten Gebiet, [2 Chron. Eberspergense zu 906, hg. v. Wilh. Arndt (MGH SS 20) 1868, I0, zum Datum  Aug. v. Jaksch (Monumenta historica ducatus  der Carinthiae 3) 1896, 67, zum Territorium Pirchegger, Karantanien und Unterpannonien (s. o. 186) 306; Ders., Erläuterungen I 4, 53 und 342, zur Abkunft Gewin, Bayer.-österr. Geschlechter, Mitterauer 222 ff.] des Markgrafen Luitpold in Karantanien und Ober-Pannonien und des Slawen-Herzogs Brazlawo in Slawonien (seit 892) und Unter-Pannonien gehören.
Das bisherige Nebeneinander verschiedener Amts- und Herrschaftsträger, das zugleich ein Nebeneinander konkurrierender Adelssippen (ARIBONEN, WILHELMINER etc.) war, ging jetzt in eine deutliche Unterordnung zugunsten Luitpolds über, dem bald nach 895 Ratold von Ebersberg in einer karantanischen Grenzgrafschaft und der slawische Herzog Prazlavo in Unter-Pannonien untergeordnete Gewalten zugeteilt wurden.
Karantanien selbst blieb mit Ober-Pannonien unter Luitpolds unmittelbarer Leitung.






  oo Engelmut, Tochter des
             

     Sie war eine nahe Verwandte der Herzogin Reginlind.
 
 
 
 

Kinder:

  Ratold II. Vogt von Freising
       
29.3.980

  Die Linie erlosch mit seinem Enkel Werner ( 1010).

  Eberhard I.
       
16.11.959
 
  Adalbero I.
       
10.9.969
 
  Willibirg
      
16.11.980/85
 
  1. oo Poppo von Kühbach (Babenberger)
                

 
  2. oo N.N.
              

 
  3. oo Eticho II. Welf von Altdorf
                
982
 
  Sighard Graf in Karantanien 928
       


Literatur:
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Flohrschütz Günther: Der Adel des ebersbergischen Raumes im Hochmittelalter. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhhandlung München 1989 - Gewin, Dr. J.P.J.: Herkunft und Geschichte führender bayerisch-österreichischer Geschlechter im Hochmittelalter, s-Gravenhage Druckerei H.L. Smits N.V. 1957 Seite 41 - Klaar, Karl-Engelhard: Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten, Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten Klagenfurt 1966 Seite 74 - Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 223 - Mitterauer Michael: Slawischer und bayrischer Adel am Ausgang der Karolingerzeit. - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 557 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 28 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band. Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 205,296 - Störmer Wilhelm: Adelsgruppen im Früh- und hochmittelalterlichen Bayern. Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte Band IV. Kommission für bayerische Landesgeschichte München 1972 Seite 170 - Störmer Wilhelm: Früher Adel. Studien zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich vom 8. bis 11. Jahrhundert. Teil I und II. Anton Hiersemann Stuttgart 1973 Seite 184,235,245 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 500 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 64 -