OHRDRUF
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spakte 1375
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Ohrdruf,

Stadt in Thüringen.
An einer Straße aus dem altthüringischen Raum über den Thüringer Wald nach Franken gründete Bonifatius 725 eine Zelle St. Michael, an deren Ausstattung offenbar Angehörige der späteren Grafen von Käfernburg-Schwarzburg beteiligt waren. Erzbischof Lul von Mainz (754-786) übereignete dem Kloster Hersfeld die cellula mit acht Hufen, auch weihte er hier 777 eine Peterskirche. Bei ihrer Wiederherstellung 980 wurde möglicherweise das Chorherrenstift errichtet, das später die Augustinerregel annahm (1344 jedoch nach Gotha verlegt). König Otto I. hielt sich auf dem Wege zur Kaiserkrönung 961 in Ohrdruf auf. 1342 fiel der Ort an die Grafen von Gleichen; 1348 ist die Stadt Ohrdruf erwähnt, 1463 wurde ein Karmeliterkloster errichtet.

K. Blaschke