Gunther                                          Abt des Klosters Hersfeld (959-962)
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    -   962
 

Sohn des N.N.
 

Adalberts Fortsetzung des Regino: Seite 214
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Die Jahre 958-960.

 
Im J. d. g. M. 958 feierte der König das Osterfest in Inglenheim, von wo  er zu Schiffe nach Köln ging, um dort einen Hoftag zu halten. In demselben Jahre wird auf Betrieb des Erzbischofs Brun Graf Reginher verhaftet und zu den Slaven in die Verbannung geschickt. Frideric wird mit Herolds Zustimmung in Inglenheim in Gegenwart des Königs in der Osterwoche auf einer Synode von 16 Bischöfen, die dort gehalten wurde, als Erzbischof von Salzburg ordinirt. Alewic der Abt des Klosters Reichenau verschied. Ekkehard folgte auf ihn. Gralo, der Abt des Klosters  St. Gallen, verschied. Burchard folgte auf ihn. Im J. d. g. M.
 
959 griff der König wieder die Slaven an, wobei Thietmar getödtet wird. Gesandte von Helena der Königin der Ruger, die unter Romanus, dem konstantinopolitanischen Kaiser getauft worden ist, kommen zum Könige (fälschlich wie man nachher erkannte) um zu bitten, daß ein Bischof und Priester für dasselbe Volk ernannt werden möchten. In demselben Jahre wird Hagano der Abt von Heresfeld vom Schlage getroffen. Im J. d. g. M.
 
960 feierte der König Weihnachten in Franconofurt, wo Libutius aus den Klosterbrüdern von St. Alban von dem ehrwürdigen Bischof Adaldag für das Volk der Ruger als Bischof ordinirt wird. Günther wird auf das Verlangen Haganos als Abt einsetzt. In demselben Jahre zieht der König wiederum gegen die  Slaven. Es kommen auch der Diakon Johann und der Geheimschreiber Azo als Gesandte vom apostolischen Stuhl, um den König zur Vertheidigung Italiens und der römischen Republik gegen die  Tyrannei Berengars aufzurufen. Auch Walbert der Erzbischof von Mailand und Waldo der Bischof von Como und der Markgraf Opert kamen, flüchtig vor Berengar, zu dem Könige nach Sachsen; aber auch beinahe alle übrigen Grafen und Bischöfe von Italien fordern ihn durch Briefe oder Gesandte auf, zu ihrer Befreiung zu kommen. Geilo, der Abt von Wizenburg, starb und Gerric folgte ihm.

Rupp Gabriele: Seite 208
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"Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten"

Interessant ist, dass sich unter den Stiftern des Naumburger Doms ein Graf Sizzo von Käfernburg befindet. Vater dieses Sizzo war ein Bruder Gunthers des Eremiten.
Die Verbindung der KÄFERNBURGER zu Naumburg, wie die Gunthers zu Hersfeld und Niederaltaich, rücken sie in die Nähe der EKKEHARDINER. Diese Beziehungen würden eine Erklärung dafür geben, dass die EKKEHARDINER häufig bei Lambert von Hersfeld Erwähnung finden und dass die Todesjahre Hermanns und Ekkehards II. in den Annalen des weit entlegenen Klosters Niederaltaich verzeichnet wurden. Diesen Familienzweig jedoch sicher in die ekkehardinische Familie einzuordnen, ist aus Quellenmangel nicht möglich.
Die Verbindung zu Hersfeld könnte natürlich auch über den Abt Gunther zustande gekommen sein, der 959 bis 962 dem Kloster Hersfeld als Abt vorstand und 962 zusammen mit dem Markgrafen Gunther den Vertrag OTTOS DES GROSSEN mit der römischen Kurie unterzeichnete. Doch auch bei ihm läßt sich ein verwandtschaftliches Verhältnis zu den EKKEHARDINERN nicht sicher nachweisen.
 
 
 
 

Literatur:
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Adalberts Fortsetzung des Regino. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 214 - Rupp, Gabriele: Die Ekkehardiner, Markgrafen von Meißen, und ihre Beziehungen zum Reich und zu den Piasten, Peter Lang GmbH Frankfurt am Main 1996 Seite 208 -