Humbert II. der Dicke                    Graf von Savoyen (1080-1103)
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um 1070-19.11.1103
 

Einziger Sohn des Grafen Amadeus II. von Savoyen und der Johanna von Genf, Tochter von Graf Gerold I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 1415
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Savoyen (frz. Savoi, it. Savoia)
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Die Wandlungen in den Grundlinien der kaiserlichen Politik, die Auswirkungen der Gregorianischen Reform und des Investiturstreites sowie die rasche Ausbildung des Feudalwesens nötigten die Grafen, ihre politische Orientierung im 12. Jh. zu ändern. Humbert II. (1080-1103) trieb den Aufbau einer Art von "feudaler Monarchie" voran, gestützt auf die Vasallität der in allen größeren Talschaften eingesetzten Vicecomites und auf die großen Adligen, die in den einzelnen 'terrae' des Fürstentums die Herrschaft über Land und Leute ausübten. Auch schloß Humbert Bündnisse mit den großen geistlichen Grundherren, insbesondere der Abtei S. Michele della Chiusa.



Brandenburg Erich: Tafel 18 Seite 36,138
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XI. 98. GISELA
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* ca. 1070, + ...

Gemahl:
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a) ca. 1100
Humbert II. Graf von Savoyen
         + 1103 18. IX.

b) ca. 1105
Rainer, Markgraf von Montferrat
       + nach 1135, vor 1137

Anmerkungen:
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XI. 98 Gisela
Sie war 1104 21. X. noch nicht wiedervermählt, siehe Carrutti n. 245.



Thiele, Andreas: Tafel 397
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

HUMBERT II. "DER VERMEHRER"
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* um 1070, + 1103

Humbert II. folgte unter der Regentschaft seiner Großmutter Adelheid von Turin, mit deren Tod vorerst die große Machtstellung zusammenbrach und Susa-Turin verloren ging. Er geriet besonders gegen Montferrat und Saluzzo, Feindschaften, die Jahrhunderte Savoyens Geschichte mitbestimmten und ebenso die zu Dauphine unter anderem wegen Pinerolo. Er unterwarf sich 1097 endgültig das Bistum Tarentaise, orientierte sich wieder mehr nach Burgund-Arelat, festigte die Macht in den alten Hausgrafschaften, führte viele typische Feudalfehden, stand weitgehend zu Kaiser HEINRICH IV. und jonglierte geschickt zwischen den Fronten.

  oo um 1090
       Gisela d'Ivrea von Burgund
              + nach 1133

Tochter des Grafen Wilhelm I., Schwester des späteren Papstes Calixt II.
(2. Ehe: oo Markgraf Rainer I. + um 1136, siehe Montferrat)



Hellmann, S.: Seite 28-35
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"Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende der staufischen Epoche"

Nach dem Tode der Adelheid von Turin (+ 19.12.1091) versuchte HEINRICH IV. die Mark Turin als erledigtes Reichslehen einzuziehen, obgleich man Peter, den ältesten Sohn Friedrichs von Mömpelgard, als Erben ansah, seinen Sohn KONRAD gab, dem er 1093 selbst nachfolgte. Indessen gelang es dem Kaiser keineswegs, sich das gesamte Gebiet seiner Schwiegermutter auf die Dauer zu sichern; vielmehr ging in den nun folgenden Kämpfen auch das Reichsgut so gut wie ganz verloren. Amadeus' II. Sohn Humbert, der sich in den burgundischen Besitzungen seines Vaters aufgehalten zu haben scheint, ist vielleicht schon 1094, sicher aber 1097 oder 1098 nach Italien gekommen. Er suchte die junge Kommune Asti durch Abtretungen gegen den aledramidischen Markgrafen Bonifaz von Vasto, der die südlichen Teile des savoyischen Gebietes einzunehmen trachtete, in Waffen zu bringen. Nach Beendigung der Wirren war die savoyische Stellung am italienischen Abhang der Alpen vollständig zertrümmert.
Unsere Kenntnis von Amadeus' Sohn, Humbert II., beschränkt sich auf die Tatsache, dass er sich am 1. Kreuzzug beteiligen wollte, diese Absicht aber nicht ausgeführt zu haben scheint, da er 1098 und 1100 in der Heimat nachweisbar ist, am 18. September 1103 ereilte ihn der Tod. Aus seiner Ehe mit Gisela von Burgund, der Tochter des Grafen Wilhelm, eines Vetters der verstorbenen Kaiserin Agnes, hinterließ er seinem Sohn, Amadeus III., der anfangs unter der Vormundschaft des Grafen Aimo von Genf stand.
 
 
 
 

um 1090
  oo 1. Gisela von Burgund, Tochter des Grafen Wilhelm I.
           um 1070- um 1133   Schwester von Papst Calixt II.
 
 
 
 

Kinder:

  Amadeus III.
  1094-30.3.1148

  Wilhelm
         - nach 1.3.1114

  Humbert
         - nach 1.3.1114

  Rainald Abt von St Maurice in Aosta
        - nach 1150

  Adelheid
  um 1100-18.11.1154

    1115
  1. oo Ludwig VI. von Frankreich
          1081-1.8.1137

    1141
  2. oo Matthäus I. de Montmorency
                  -28.10. um 1160

  Wilhelm Gegenbischof von Lüttich (1128)
         -   1130/31

  Guido Abt von Namur
      -

  Agnes
  um 1100- nach 1140

 um 1136
  oo Archimbald VI. Sire de Bourbon
             - um 1171
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 18 Seite 36,138 - Hellmann, S.: Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende der staufischen Epoche, Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung Innsbruck 1900 Seite 28-35 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 397 -