Haimon I.                                        Graf von Romont, Moudon, Chillon und Chablais
-------------                                      Vogt von Lausanne und Sitten
um 1200-   1238 (an Lepra)
 

3. Sohn des Grafen Thomas I. von Savoyen und der Beatrix von Genf, Tochter von Graf Wilhelm I.
 

Thiele, Andreas: Tafel 399
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

AIMON I.
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    + 1238 (an Lepra)

Graf von Romont, zu Moudon, Chillon, Chablais, Vogt von Lausanne und Sitten

Haimon I. war formal Vasall seines älteren Bruders Amadeus IV., woraus Zwiste entstanden. Er hatte auch Streit mit den Bischöfen von Lausanne und Sitten und blieb weitgehend kaiserlich gesonnen.



Hellmann, S.: Seite 125
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"Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende der staufischen Epoche."

Die Nachfolge seines älteren Bruders Amadeus' IV. stieß bei einigen seiner Brüder auf Widerstand, vor allem bei Aimo. Dieser war schon von seinem Vater mit einem Gebiet am Genfer See, zu dem auch Chillon und Moudon gehörten, bedacht worden, oder hatte dasselbe sofort bei Thomas' I. Ableben in Besitz genommen. Er führte von hier aus mit Landerich von Sitten Krieg; eine Bestimmung des am 18. Mai 1233 abgeschlossenen Friedens zeigt, dass Aimo von Anfang an daran dachte, sich eine Sonderstellung zu wahren und die Möglichkeit eines Konfliktes mit seinem ältesten Bruder dabei fest ins Auge faßte: der Bischof mußte sich verpflichten, die Regalien von Aimo in Empfang zu nehmen, wogegen ihm dieser seinen Besitzstand verhieß, falls Amadeus oder ein anderer der Brüder an dieser Bestimmung Anstoß nehmen sollte. In den nun folgenden Zusammenstoß sind von den Brüdern noch Peter und Wilhelm auf Aimos Seite getreten.
Es scheint nun, dass Peter in Aosta, wo er als Propst Einfluß besessen haben muß, Unruhen hervorrief, die Amadeus schnell unterdrückte; ebenso muß es diesem gelungen sein, Aimos bewaffneten Widerstand niederzuwerfen, da es in des letzteren Gebiet, in Chillon war, wo, nach vorherigen Unterhandlungen in Gex, am 23. Juli 1234 durch die Entscheidung von Wilhelm und Thomas, denen noch zwei Schiedsrichter beigesellt waren, in Anwesenheit aller Brüder eine Einigung erzielt wurde. Danach verzichtete Peter auf Aosta, erhielt aber von Amadeus Verzeihung für seine dortigen Anhänger zugesichert. Aimo blieb im Besitz des gesamten Gebietes am Nordabhang der Alpen vom St. Bernhard bis zur Arve; doch um den Grundsatz der Unteilbarkeit des Gebietes nicht zu umgehen, mußte er es, mit Ausnahme der Kirchenlehen, die wohl meist vom Bistum Sitten und der Abtei St. Maurienne stammten, von Amadeus zu Lehen nehmen. Peter wurde mit zwei Schlössern in Bugey, Lompnieu und St. Rambert abgefunden, die er aber gleichfalls als Lehen, nicht als Erbportion erhielt. Somit war die Einheit der savoyischen Besitzungen gewahrt und blieb es auch, als nach Aimos frühen Tod ein Teil seiner Besitzungen an Peter übertragen wurde, da in seinem Hause, auch wenn dessen Angehörige in feindlichen Lagern sich gegenüberstanden, das Gefühl der Familienzusammengehörigkeit jedes andere überwog.
 
 
 
 

Literatur:
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Hellmann, S.: Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende der staufischen Epoche, Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung Innsbruck 1900 Seite 125 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 399 -