Amadeus IV.                                   Graf von Savoyen (1233-1253)
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1197-13.7.1253
 

Ältester Sohn des Grafen Thomas I. von Savoyen und der Beatrix von Genf, Tochter von Graf Wilhelm I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 499
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Amadeus IV., Graf von Savoyen 1233-1253
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* 1197, + 1253

Als Oberhaupt des Geschlechts verschaffte er seinen unruhigen jüngeren Brüdern jeweils ein Betätigungsfeld: Thomas (Piemont), Pierre (Fuacigny, Pays de Gex, Pays de Vaud, Chablais), Boniface (Bugey), Philippe (Viennois, später Bresse). Zum Teil finanzierte das Haus PLANTAGENET die savoyischen Eroberungen. Heinrich III. von England, dessen Schwiegermutter aus Savoyen stammte, rief zur militärischen Unterstützung Savoyens auf. Amadeus IV. führte in vielen Bereichen die Politik seines Vaters, des Grafen Thomas, fort: Begrenzung der Machtbefugnisse der Vicomtes, Erweiterung der Aufgabenbereiche der Burgvögte als Inhaber von bezahlten und widerruflichen Ämtern, Einsetzung von Richtern mit angegrenzten territorialen Bezirken und gräflichen Beamten, Sorge für Sicherheit auf den Straßen, Gewährung von Stadtprivilegien (Montmelian). Ghibelline wie sein Vater, unterstützte er Kaiser FRIEDRICH II. in Italien, ließ jedoch Papst Innocenz IV. durch Savoyen ziehen, so dass dieser zum Konzil nach Lyon gelangen und dort den Kaiser für abgesetzt erklären konnte. Nach 1250 führte das relative politische Gleichgewicht zwischen Papst- und Kaisertum zu einem territorialen Aufschwung entlang der großen Straße zwischen Italien und der Champagne.



Thiele, Andreas: Tafel 399a
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

AMADEUS IV.
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* 1197, + 1253

Amadeus IV. wurde Vikar seines Vaters an der Rivera, stritt dort mit Genua und wurde 1227 von diesem verjagt. Er folgte 1233 mit den Brüdern und wurde als Senior Graf von Savoyen, Chablais, Maurienne, Aosta und Pfalzgraf von Turin. Er zwang seine weltlichen Brüder unter seine Lehenshoheit und wollte damit die Unteilbarkeit des Erbes erhalten. Er hatte deshalb Streit mit ihnen, schwankte mehrmals zwischen Papst und Kaiser hin und her und ging letztlich ganz auf die kaiserliche Seite über, womit er gegen seine geistlichen Brüder geriet. Er unterwarf  Turin, das sich unter Thomas I. gelöst hatte, kraftvoll der Herrschaft seiner Familie, empfing dort 1238 glanzvoll Kaiser FRIEDRICH II. und wurde von ihm zum Herzog von Chamblois erhoben, auch zum Reichsvikar der Lombardei und Herrn von Rivoli ernannt, was einen bedeutsamen Prestigegewinn darstellte. Er stritt traditionell viel mit Mailand, den Markgrafen von Montferrat und denen von Saluzzo und konnte nur kurzfristige Versöhnungen erreichen. Er stützte sich auf einen ihm treu ergebenen Klerus, zumal er die Vorrechte von Kirche und Klöstern vergrößerte, löste unter anderem die Abtei Rivalta von jeder weltlichen Gerichtsbarkeit und allen Abgaben. Er eroberte Sitten und unterwarf das Wallis für Savoyen, pendelte in den 40-er Jahren auf die päpstliche Seite über, begleitete Innocenz IV. zum Konzil nach Lyon und wurde 1246 für Teilgebiete englischer Vasall (unter anderem für Susa, Bard, St-Maurice), wurde später wieder staufisch und wurde daher 1251 vom Papst gebannt. Er war eine kraftvolle, markante Persönlichkeit, war politisch verschlagen und genoß großes Ansehen in Europa.

  1. oo 1222
           Anna von Burgund-Capet-Frankreich
           * um 1192, + 1243

Tochter des Herzogs Hugo III. zu Dijon und der Beatrix d'Albon-Vienne

  2. oo 1244
           Cäcilie de Baux
                 + 1275

Tochter des Seneschalls von Venaissain Vicomte Barral de Marseille und der Sibylle d'Anduze
genannt "Passe-Rose" wegen ihrer vielbesungenenn Schönheit

Insgesamt 6 Kinder



    1222
  1. oo Anna von Burgund, Tochter des Herzogs Hugo III. und der Beatrix d'Albon-Vienne
           um 1192-   1243
 

    1244
  2. oo Cäcilie de Baux, Tochter des Vicomte Barral de Marseille und der Sibylle d'Anduze
                  -21.5.1275
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Beatrix
  1223-10.5.1257/58

    1233
  1. oo Manfred III. Markgraf von Saluzzo
                   -29.10.1244

    1247
  2. oo Manfred König von Sizilien
          1231-26.2.1266

  Margarete
          -   1254

 1235
  oo Bonifatius II. Markgraf von Montferrat
       um 1202-   1255

2. Ehe

  Bonifaz
  1.12.1244- wohl 7.6.1263

  Beatrix
        -23.2.1292

    1258
  1. oo Peter von Ivrea zu Chatelbelin
                 -   1272/74

    1274
  2. oo Johann Emanuel von Kastilien Graf von Pennafiel
                  - 11.1283

  Eleonore
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 1269
  oo Guichard d'Albon-Forez Seigneur von Beaujeu
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Literatur:
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Hellmann, S.: Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende der staufischen Epoche, Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung Innsbruck 1900 Seite 125 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 399a -