Konrad I.                                        Herzog von Kärnten (1004-1011)
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um 975-12.12.1011

Begraben: Worms Dom
 

3. Sohn des Herzogs Ottos von Kärnten und der Judith (von Bayern, Tochter von Graf Heinrich?); Urenkel des Kaisers OTTO I.
 

Althoff Gerd: Seite 386
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen."

                                                H 45

Me:  15.12. Cono dux   + 1011 Herzog von Kärnten

Konrad gehört zu den Verwandten der ottonischen Familie. Er war ein Enkel Liudolfs von Schwaben (H 32) und Sohn Ottos von Schwaben (H 36). Seine Gemahlin Mathilde, eine Tochter Hermanns II. von Schwaben (vgl. Stammtafeln 1,4), verstarb am 29.7.1033; vgl. Keller, Kloster Einsiedeln, Seite 161. Zu diesem Tag findet sich auch im Merseburger Necrolog der Eintrag: ob(iit) Mahtilt ohne sonstige Bezeichnung. Er gehört  nicht der Ergänzungsschicht an und könnte die Herzogin meinen. Auf Grund des häufigen Namens ist eine Zuordnung jedoch nicht zweifelsfrei möglich. Zu Mathilde vgl. zuletzt Zotz, Der Breisgau und das alemannische Herzogtum, Seite 227 mit Anm. 44.



Glocker Winfrid: Seite 316
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik."

VII, 7 KONRAD I.
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* c 970/75, + 1011 XII 15

1004 Herzog von Kärnten
 

c 1002
oo Mathilde, Tochter Herzog Hermanns II. von Schwaben
     c 988, + 1031/32 VII
 

Sohn des Herzogs Otto von Worms und der Judith; Urenkel von Kaiser OTTO I.

Herzog Konrad von Kärnten ist als Sohn Ottos von Worms bei Wipo in den Gesta Chuonradi c. 2, S.15, in der Vita Burchardi episcopi Wormatiensis c. 7, SS IV 835, und durch D Ko. II. 204 vom 1034 I 30 bezeugt. Die weiteren Belege, insbesondere zu seiner von König HEINRICH II. auf der Synode von Diedenhofen wegen Verwandtschaft angegriffenen Ehe, sind von Hirsch Bd. 1, S. 246 f., und bei Bresslau, Jbb. Konrad II. Bd. 1, S. 4 f., zusammengestellt.
Zu Todestag und -jahr vergleiche Hirsch Band 2 S. 311 mit Anm. 2.
Allgemein informiert FW Kommentar H 20.



Schwennicke Detlev: Tafel 12
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

KONRAD "VON KÄRNTEN"
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    + 12. (15.) XII 1011

Begraben: Worms Dom

1004/11 Herzog von KÄRNTEN
1002 Thronkandidat

  oo um 1002
       MATHILDE VON SCHWABEN
       * (988), + 29. VII 1031/32

Begraben: Worms Dom

Tochter von Herzog Hermann II. von Schwaben

  II oo Friedrich II., 1019 Herzog von Ober-Lothringen (WIGERICHE)
                 + 1026

  III oo Esiko Graf von Ballenstedt (ASKANIER)
                  + (1059/60)



Konrad I. ergriff im Gegensatz zu seinem Vater 1002 für seinen Schwiegervater Hermann II. von Schwaben Partei und unterstützte ihn auch militärisch. Nach dem Tode seines Vaters erhielt er den gesamten Hausbesitz, da sein unmündiger Neffe KONRAD übergangen wurde. Obwohl Konradseinem Vater im Herzogtum folgte, blieb sein Verhältnis zum König gespannt. Bereits 1003 war es auf einer mit einem Hoftag verbundenen Synode in Diedenhofen zu einem Aufsehen erregendem Zusammenstoß gekommen, als HEINRICH II.Konrads Ehe mit Mathilde von Schwaben als unkanonisch brandmarkte. Nach Konrads Tode, der wie sein Vater mangels Eigenbesitz nur über eine schwache Position in Kärnten verfügte, erhielt Adalbero von Eppenstein das Herzogtum Kärnten.

Trillmich Werner: Seite 129
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit."

Nach Heinrichs Ende ließ Herzog Otto von Kärnten statt des unmündigen Enkels seinen jüngeren Sohn Konrad an der Verwaltung der Familiengüter teilnehmen. Der junge Mann vermählte sich mit Mathilde, einer Tochter Herzog Hermanns von Schwaben und Nichte Rudolfs von Burgund. Er ergriff 1002 beim Thronwechsel, anders als der Vater, Partei für die Kandidatur seines konradinischen Schwiegervaters, zog mit diesem gemeinsam gegen den Bischof von Straßburg und brannte dessen Residenz samt der Domkirche nieder. Diese unerfreuliche Fehde endete mit der Niederlage, die den SALIER seine Burg in Worms kostete. Zu Bruchsal nahm HEINRICH II. am 1.10.1002 die Unterwerfung des Schwaben und wohl auch Konrads entgegen. Beide wurden zwar begnadigt, doch versuchte der neue König im Januar 1003 trotzdem vor der Synode zu Diedenhofen die mißliebige Ehe des jungen Grafen als kanonisch unerlaubt anzufechten. Erfolg hatte er damit nicht. Beim Tode Herzog Ottos Ende 1004 verfügteKonradüber den größten Teil aller Familiengüter, und der LIUDOLFINGER wagte nicht, ihm die Belehnung mit Kärnten zu verweigern. Des Königs Mißtrauen konnte der neue Herzog jedoch nicht überwinden. Politisch tat er sich bis zu seinem Tode im Jahre 1011 nicht mehr hervor. Da er nur unmündige Söhne hinterließ, übertrug der Herrscher Kärnten nun dem Schwager des Verstorbenen, Adalbero von Eppenstein, dem Markgrafen der Kärntner Mark, der mit Beatrix, einer Schwester der verwitweten Herzogin vermählt war. Das haben die übergangenen SALIER dem bevorzugten Verwandten niemals verziehen. Mathilde vermählte sich zum zweitenmale mit Herzog Friedrich von Ober-Lothringen aus dem Hause BAR. Am Hofe des neuen Schwiegervaters Dietrich wuchs vermutlich Konrad, ihr um 1004 geborener Sohn erster Ehe, auf. Sein Bruder Bruno wurde für die geistliche Laufbahn bestimmt. Er trat in das heimische Wormser Domkapitel und später in die königliche Kapelle ein.
 
 
 
 

um 1002
  oo 1. Mathilde von Schwaben, Tochter des Herzogs Hermanns II.
           ca 988-29.7.1031/32
 
 
 
 

Kinder:

  Konrad II. der Jüngere Herzog von Kärnten
  um 1003-20.7.1039

  Bruno Bischof von Würzburg (1034-1045)
  um 1004-27.5.1045

  Tochter
         -

  oo Hezelin Graf im Bonngau (Bruder Ezzos)
              -   1033
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 157,246,386 H 45 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 7,20,24-28,31, 64,67 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 3 Bände Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 63,227,229,232,241,244,248/Band II Seite 200 - Erkens Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1998 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 316 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 11,195 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 45,51,68,81,137,58,169 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II. 1. bis 3. Band, Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 -Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 66,321 A 35 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 91,96,101,105 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 175 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 17, 32,34,45,47,51,121 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998  Tafel 12 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 129 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 62,76,165,202 - Weinfurter Stefan: Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 - Wipos Leben Konrads II. - Wolf Armin: Zur Königswahl Heinrichs II. im Jahre 1002. Verwandtschaftliche Bedingungen des Königswahlrechts. in: Genealogisches Jahrbuch Band 42 Verlag Degener & Co. Neustadt a.d.Aisch 2002, Seite 5-88 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 36-38,41-43,46,50,54,57,94,338 -