Simon I.                                            Graf von Saarbrücken (1135-1180)
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um 1100
1180                                      Stiftsvogt und Burggraf von Worms
 

Ältester Sohn des Grafen Friedrich I. von Saarbrücken und der Gisela von Langenselbold-Gelnhausen, Tochter von
Neffe des Erzbischofs Adalbert I. von Mainz


Thiele, Andreas: Tafel 80
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

SIMON I.
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um 1183

Folgt zu Saarbrücken, im Bliesgau und zu Zweibrücken, 1115 Geisel beim Kaiser; stiftete in Waldgassen, das er dem Erzbischof von Trier schenkt, ein Kloster und ist dessen Vogt; Vogt auch von Hornbach, St. Victor, St. Peter und St. Alban in Mainz; wird auch Stiftvogt und Burggraf von Worms (!), Vogt von St. Lambrecht, Disibodenberg; gehört bis zuletzt zu den wesentlichen STAUFER-Stützen, auch wenn er zeitweise von Kaiser BARBAROSSA bekriegt wird (1168 wird Saarbrücken zerstört), da er dessen kirchenfreundliche Politik mißbilligt; ist mehrmals mit in Italien, verliert die Schutzvogtei für das Bistum Worms; streitet viel mit den Grafen von Blieskastel und von Saarwerden und anderen Dynasten wegen verschachtelter Rechts- und Besitzverhältnisse; beschwört 1179 mit ihnen einen großen Landfrieden, der nichts bewirkt; ist 1180 auf dem Reichstag zu Gelnhausen noch dabei.

  oo MECHTHILD (? VON SPONHEIM)
            

wohl eine Tochter des Grafen Meginhard


Wies Ernst W.: Seite 251,274
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"Kaiser Friedrich Barbarossa.
Mythos und Wirklichkeit."

Im Mai 1176 erfuhr der Kaiser, daß seine deutschen Aufgebote die Alpen über den Lukmanierpaß überschritten hatten. Der Kaiser eilte ihnen bis nach Como entgegen. Dort begrüßte er die Erzbischöfe von Köln und Magdeburg, die Bischöfe von Brandenburg, Hildesheim, Osnabrück; Münster und Verden, die erwählten Bischöfe von Worms und Würzburg sowie einige Äbte. Von den weltliche Herren waren zur Stelle: Herzog Berthold IV. von Zähringen, Markgraf Dietrich von der Lausitz, Landgraf Ludwig III. von Thüringen, Graf Florentius von Holland und sein Bruder Otto und Graf Simon der Jüngere von Saarbrücken. Bedenkt man, daß diese 9 Kirchenfürsten und 7 weltlichen Herren nur ein Aufgebot von 1.000 Rittern und 1.000 Fußsoldaten über die Alpen führten, so darf man sagen, daß der Kaiser in Deutschland nicht die Unterstützung für seine Italienpolitik fand.
Ende Juli 1179 hatten welfische Truppen unter der Führung des Grafen Gunzelin von Schwerin und des Grafen Adolf III. von Holstein ein antiwelfisches Aufgebot besiegt. Graf Simon, ein Mann der kölnischen Partei, kam in die Gefangenschaft des Grafen Adolf von Holstein.

Engels Odilo: Seite 143
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"Stauferstudien
. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert"

Nimmt man noch hinzu, daß Graf Simon I. von Saarbrücken zur Absicherung der Vogtei seines im Trierer Bistum gelegenen Hausklosters Wadgassen nach der Jahrhundertmitte seinen Sohn Albert zum Propst des Trierer Paulinusstiftes bestellte, dannn dürfte der Trierer Raum im ganzen um ein bis zwei Jahrzehnte später der Kölner Wende gefolgt sein.

Weller Tobias: Seite 521,571
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

Heinrich III. von Limburg (
1221), der älteste Sohn und Erbfolger Heinrichs II., heiratete eine gewisse Sophia ( nach 1215) [44 Ihr Name geht hervor aus einer 1178 ausgefertigten Kölner Erzbischofsurkunde für Klosterrath (CDL, No.67, 156f. = REK 2, No.1099) ebenso wie aus einer undatierten Seelgerätstiftung der Sophia ducissa de Lenburcb für ihren verstorbenen Sohn Simon ( 1185) zugunsten der Lütticher Domkirche (CDL, No.77, 165). Nach ERNST, Limbourg 3, 358, ist Sophias Siegel noch 1215 an die Urkunde ihres Gemahls für das
St. Johannes-Hospital in Jerusalem (CDL, No.100, 185f.) angehängt worden; damals muß also noch gelebt haben.
]. Über ihre Herkunft lassen sich keine völlig sicheren Angaben machen. Der Mutmaßung ERNSTS folgend, wird sie meist für eine Tochter Graf Simons I. von Saarbrücken ( um 1182) gehalten, wofür es in der Tat einige Indizien gibt [45 Vgl. ERNST, Limbourg 3, 360-363; danach Alphonse WAUTERS: Henri III, duc de Limbourg, in: BNBelg 9 (1986/87) 152ff.; RUPPERSBERG, Saarbrücken 1, 102; SCHOPPMANN, Formation 100f.; Heinrich NEU: Heinrich III., Hzg. v. Limburg, in: NDB 8 (1969) 367 (mit Vorbehalt); Europ. Stammtafeln NF 1/2 (1999), Tafel 229. - In zwei Urkunden von 1223 nennen sowohl Simon III. von Saarbrücken ( 1234/35) als auch sein Bruder Friedrich II. von Leiningen ( 1237) - beides Enkel Graf Simons I. - den LIMBURGER Herzog Walram II. ( 1226), Sohn und Nachfolger Heinrichs III. ( 1221), ihren cognatus. Damals schenkten der SAARBRÜCKER und der LEININGER dem Kloster Wadgassen ihren am Patronat der Kirche von Blittersdorf, und zwar erfolgte diese Schenkung rogatu et consilio nobilis ducis cognati mei Walerami et filiorum suorum Henrici et Walerami et Henrici comitis Gemini pontis patrui mei (so die Urkunde Simons III.: MUB 3, No.200, 169) bzw. rogatu et consilio nobilis cognati mei domini Walrammi ducis de Limburch et dilecti fratris mei Symonis comitis de Sarbruken (so die Urkunde Friedrichs II.: MUB 3, No.201, 169f.). Gleichzeitig bezeugen beide Urkunden, daß auch Herzog Walram einen Anteil am Patronat der Blittersdorfer Kirche geerbt und ihn nunmehr dem Kloster Wadgassen vermacht habe; vgl. MUB 3, No.200, 169: Nobilis etiam iam dictus cognatus meus dux de Limburc et filii sui alteram mediam partem patronatus iam dicte ecclesie, que eis hereditario iure successerat, etiam libere ecclesie Wadegocensi contulerunt, [...] Ebd., No.201, 170: Nobilis etiam iam dictus Walrammus de Limburc et filii sui dimidiam partem patronatus supradicte ecclesie in Blitertorf, que eis hereditario iure successerat et dilectus frater meus comes de Sarbruccen et dilecta mater mea Lucardis, alias partes patronatus supradictarum ecclesiarum, que eis successerant, simili modo pro remedio animarum suarum libera donatione contradiderunt. Siehe auch die von Walram II. selbst ausgestellte Urkunde vom 2. Februar 1223 (ebd., No195, 165). Weiterhin kann für die Herkunft Sophias aus dem SAARBRÜCKER Grafen-Haus geltend gemacht werden, daß zwei ihrer Söhne Namen Simon und Friedrich trugen, welche zuvor bei den SAARBRÜCKERN vorkommen.].



  oo Mechthild (? von Sponheim), Tochter des Grafen Meginhard
             

 
 

       
Kinder:

  Simon II. Graf von Saarbrücken
       
1211

  Heinrich I. Graf von Zweibrücken
       
1225

  Jutta 
      

  oo Folmar II. Graf von Blieskastel
           
um 1222

  Gottfried Kanoniker zu Mainz
       

  Adalbert Probst zu St. Paulin/Trier
       
vor 1212

  Sophie
      
nach 1214

  oo Heinrich III. Herzog von Limburg
       um 1145
vor 28.6.1221

  
 
 
 
 

Literatur:
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Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 141 A,143, 180 A -
Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 80 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 251,274 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 521,571 -