Bruno von Saarbrücken                   Bischof von Speyer (1107-1123)
------------------------------                 Abt des Klosters Limburg
um 1070/75
1123
 

Sohn des Grafen Sigebert I. von Saarbrücken; Bruder des Erzbischofs Adalbert I. von Mainz


Th
iele, Andreas: Tafel 80
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BRUNO
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1123

Abt von Lorsch
1107 durch Einfluß seines Bruders Adalbert Bischof von Speyer, 1110 päpstlich anerkannt; 1110/11 mit in Italien; gibt Speyer ähnliche Privilegien wie Adalbert für Mainz; steht auf kaiserlicher Seite und wird vom Bruder gebannt und bekriegt; geht zu ihm über und wird seitdem von den STAUFERN bekriegt; ist in Worms mit dabei und besiegelt mit das Konkordat.


Engels, Odilo: Seite 140
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"Stauferstudien"

Knüpfen wir als erstes an die Verwandtschaft Adalberts I. von Mainz an. Wiederholt ist zu hören, erst das Amt des Reichskanzlers habe Adalbert erlaubt, seinen Bruder Bruno den Speyrer Bischofsstuhl zu verschaffen und seiner Familie den Weg nach Mainz zu öffnen, kurz: er habe das Vertrauen Kaiser HEINRICHS V. mißbraucht, bis der letzte SALIER in bösem Erwachen mit ihm gebrochen habe, so wie es im kaiserlichen Rundschreiben von 1112 geschildert ist. Denn schon zwei Pontifikate früher gehörte der Erzbischof Siegfried I. aus dem Grafen-Haus der Königssunderngaues der Verwandtschaft Adalberts an. Aus dem Hause der Königssunderngaugrafen stammte auch Bischof Adalbert von Worms; er war ein Schwager des Grafen Sigebert vom unteren Saargau und somit ein Onkel unseres Adalbert von Mainz, den er noch vor der Kanzlerschaft zum Propst des Cyriacusstiftes in Neuhausen bei Worms eingesetzt haben muß. Der kaiserliche Gegenbischof dieses Adalbert von Worms war seit 1085 ein Winither aus dem SAARBRÜCKER Grafen-Hause; als Abt des Klosters Lorsch gab er seinem Bruder Siegebert Klosterbesitz beiderseits des Rheins zu Lehen. Und es ist gewiß kein Zufall, daß die SAARBRÜCKER die Vogtei über Hornbach erlangten, wo Winither vermutlich ebenfalls die Abtswürde schon 1072 innehatte; und auf seine Veranlassung hin dürfte sein Neffe Bruno zuerst Mönch in Lorsch und dann Abt des Klosters Limburg geworden sein, wo die SARBRÜCKER ebenfalls als Vögte auftauchen; Brunos späterer Pontifikat in Speyer war daadurch schon vorherbestimmt.



Literatur:
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Engels, Odilo: Stauferstudien, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 Seite 140 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 80 -Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 27,396 -