Richinza von Berg                            Herzogin von Böhmen
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um 1095
27.9.1125


Begraben: Kloster Reichenbach

 

Tochter des Grafen Heinrich I. von Berg und der Adelheid von Mochental, Tochter von Markgraf Diepold II. von Giengen-Vohburg
Cousine der Adela von Vohburg, Gemahlin von FRIEDRICH BARBAROSSA

 

Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 74
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XI. 194 c. WLADYSLAW I.
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* ca. 1070,
1125 12. IV.

Herzog von Böhmen 1109

Gemahlin:
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RICHZA, Tochter des Grafen Heinrich von Berg-Schelklingen
      †

Schwennicke, Detlef: Tafel 62
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben"

RICHINZA
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27. IX. 1125

  oo um 1110
       WLADISLAW I. Herzog von Böhmen
              
12. IV. 1125    


Eberl Immo: Seite 36
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"Die Grafen von Berg"

Richinza von Berg vermählte sich 1110 mit Herzog Wladislaw I. von Böhmen. Sie blieb als Herzogin von Böhmen in Verbindung mit ihrer Heimat, wie die Stiftungen an Kloster Zwiefalten beweisen. Sie wurde zur Stamm-Mutter aller späteren Könige von Böhmen und starb am 27. September 1125.
 
Weller Tobias: Seite 707
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

Durch die Eheverbindungen von Diepolds Schwestern verfügte das BERGER Grafen-Geschlecht über bemerkenswerte Familienbeziehungen in das slavische Mittel-Europa: Salome von Berg ( 1144) war mit dem PIASTEN-Fürsten Boleslaw III. 'Schiefmund' von Polen ( 1138) verheiratet, Richenza mit Herzog Vladislav I. von Böhmen ( 1125), während sich Sophia mit Fürst Otto II. von Mähren ( 1126) einem Vetter Vladislavs, vermählt hatte [42 Vgl. STÄLIN, Württembergische Geschichte 2, 356; EBERL, Berg 36f.].

Bühler, Heinz: Seite 32,45,194
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"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze."

Adelheid müßte einem Geschlecht entstammen, das in Ost-Schwaben begütert war, und sowohl im Burgauischen als auch im Raum Wittislingen. Einen Hinweis, welcher Abstammunmg sie war, können zunächst nur die Taufnamen ihrer Kinder geben. Diese heißen Heinrich, Diepold, Rapoto, Salome, Richinza und Sophia [32 Vgl. STÄLIN, Wirt. Geschichte II Seite 353. Ein jung verstorbener Diepold ist wegzulassen, sa sich sein Name wiederholt.]. Nehmen wir an, daß die sechs Namen je zur Hälfte von Vater- wie von Mutterseite stammen, dann erweisen sich als Namen von Vaterseite Heinrich (nach dem Vater) und Sophia (nach der Großmutter väterlicherseits), sehr wahrscheinlich aber auch Salome (nach dem vermutlichen Ur-Großvater Salomon, König von Ungarn, dem Gemahl von Kaiser HEINRICHS III. Tochter Judith-Sophia bzw. nach der vermutlichen Schwester des Vaters, Salome von Emerkingen. Es bleiben dann Diepold, Rapoto und Richinza als Namen, die wahrscheinlich von Mutterseite vermittelt sind.
Wenn dann unter seinen Geschwistern ein Rapoto und eine Richinza begegnen, Träger typischer DIEPOLDINGER-Namen, dann ist das eine zusätzlicher Verwandtschaftsbeweis und zugleich eine Hilfe, die genealogische Brücke von den DIEPOLDINGERN zum Hause BERG zu schlagen. Die erwähnten Namen sind von Mutterseite in das Haus BERG gekommen, von Adelheid "von Mochental". Sie ist eine DIEPOLDINGERIN. Richinza aber heißt nach der Ur-Großmutter von Mutterseite, Richwara-Reitz, der Gemahlin Bertholds I. von Zähringen. Da gerade der Name Richinza nur durch die ZÄHRINGERIN Liutgard vermittelt sein kann, ist die Einreihung der Adelheid "von Mochental" [81 Ihre Tochter Richinza heiratete offenbar sehr jung im Jahre 1109; ihr eigene Heirat dürfte wegen des Alters ihres Gemahls um 1095 liegen; sie selbst wird um 1075 geboren sein.], die den Namen weitergibt, unter die Kinder aus der Ehe Liutgards mit Diepold von Giengen einwandfrei. Die quellenmäßige Bestätigung ist aus der Überlieferung des Klosters Reichenbach (Ober-Pfalz) unschwer zu gewinnen [82 Adelheids Tochter, Richinza von Berg, hat sich 1109 mit Herzog Wladislaw I. von Böhmen vermählt. Sie hat 1115 das Kloster Kladrau gegründet und mit Mönchen aus Zwiefalten besiedelt. Sie starb 1125 September 27. auf der Flucht im Kloster Reichenbach. Durch ihre Mutter war sie - nach unserer Darlegung - eine Nichte Diepolds von Vohburg, des Gründers von Kloster Reichenbach. Diepold war verählt mit Adelheid, Tochter des Herzogs Wladislaw Hermann von Polen (Genealogisches Handbuch, hrsg. von O. DUNGERN, Seite 56 Nr. 10). Richinza hatte somit nicht nur eine Mutter namens Adleheid, sondern auch eine gleichnamige Tante. Der anonyme Verfasser des "Chronikon Reichenbacense" (1. Hälfte 15. Jh.) berichtet zum Jahr 1127: "Anno Domini MCXXVII. VII. kal. Aprilis, obiit Alhaidis Marchionissa uxor Diepoldi (fundatoris). Domina Reuza (= Richinza) duxtrix Bohemiae filia Marchionis, quae construxit Monesterium Chladrima (Kladrau) transitum faciens in Reuchenbach, periclitabatur in puerperio. Et vocatis ad se Erchengario abbate ... testabatur monasterio Aspach superius et inferius, ... et obiit et sepulta est in capitulo cum parvulo, quem genuerat, apud parentes suos, qui ibidem cum aliis suis liberis sunt sepulti" (OEFELE, Rerum Boicarum Scriptores I [1763], Seite 402 b; vgl. I. B. MENCKEN, Scriptores Rer. Germanicarum III, Leipzig 1730, Seite 127ff. = Anm. zum "Chronicon Pegaviense"). Der "Anonymus" kannte aus dem Traditionskodex seines Klosters die Schenkung, mit der Richinza kurz vor ihrem Tod (1125. September 27.) in Reichenbach in Gegenwart des Markgrafen Diepold dem Kloster das Gut Ober- und Unter-Asbach übertrug (MB XXVII, Seite 8, Nr. 6). Er wußte ferner um die nahe Verwandtschaft der Richinza zu Diepold von Vohburg. Er verwechselte aber Richinzas Mutter Adeleid, die Schwester des Markgrafen Diepold mit dessen Gemahlin Adelheid, und so wurde der Richinza die Ehre zuteil, als "Tochter" des Markgrafen Diepold in die Überlieferung des Klosters einzugehen und die Forschung zu narren, vgl. K. BOSL, Das Nordgaukloster Kastl (wie Anm. 38), Seite 48f. Lioba THRONER, Die Diepoldinger ... (Diss. München 1944), Seite 101f. glaubt, daß Reitza (= Richinza) eine Tochter Diepolds (von Vohburg) ist". TYROLLER, Genealogie des altbayerischen Adels, Tafel 13 nach Seite 181 und Seite 185, Nr. 9, macht wegen des unverkennbaren Zusammenhangs zwischen DIEPOLDINGERN und Grafen von Berg, den Grafen Heinrich von Berg, Gemahl der Adelheid "von Mochental" und Vater der Richinza, zu einem Bruder Diepolds von Giengen (
1078) und Rapotos von Cham ( 1080). Dies wäre schon rein aus zeitlichen Gründen völlig unmöglich. Haben wir den Irrtum des "Anonymus" erkannt, so bleibt an der Überlieferung des Klosters Reichenbach immerhin für uns wertvoll, daß Richinza in die Generation nach Diepold von Voburg, somit unter die Enkel Diepolds von Giengen und der Liutgard von Zähringen, einzureihen ist. Damit wird unsere, auf genealogisch-besitzgeschichtlichem Wege ermittelte Einordnung der Richinza bzw. ihrer Mutter Adelheid "von Mochental" indirekt bestätigt.].

Palacky Franz: Band I Seite 376,378,385,387,400
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"Geschichte von Böhmen"

Herzog Wladislaw hatte Richsa, die Tochter des Grafen Heinrich von Berg aus dem Stamme der Markgrafen von Burgau zur Gemahlin [168 Da Wladislaw seine erstgeborene Tochter Swatawa schon im Juli 1124 mit dem Grafen Friedrich von Bogen vermählte, so kann er selbst nicht erst 1111, wie Dobner (Annal. VI 108) will, sondern er muß schon vor 1110 geheiratet haben. Daß Salome im Jahre 1110 Boleslaws Gemahlin wurde, bezeugt Sulger in den Annalen des Klosters Zwiefalten (in Württemberg) pag. 49 nach gleichzeitigen Berichten.]; Boleslaw Schiefmund schloß jetzt mit deren Schwester Salome seine zweite Ehe; beide Schwestern stimmten fortan ihre Gemahle zu Eintracht und Frieden. Auch die alte Königin Swatawa, Wladislaws Mutter und Boleslaws Tante, kam aus Mähren herbei, um eine Aussöhnung unter ihren Söhnen herbeizuführen.
Dieser Otto II., den man auch zum Unterschied von seinem Vater, den Schwarzen zu nennen pflegt, vermählte sich im folgenden Jahre (1114) mit der jüngsten Schwester der Großherzogin, Sophie Gräfin von Berg, und lebte fortan in Frieden mit Wladislaw.
Auch war dem Olmützer Herzog gewiß 1124 die unmittelbare Nachfolge in Böhmen nach Wladislaws Tod öffentlich zugesichert worden. Die Gemahlinnen Wladislaws und Ottos unterstützten einander schwesterlich mit Rat und Fürsprache; Otto selbst wich als treuer Freund nicht von Bett des Kranken.
Wladislaw I. ist der Ahnherr des ganzen späteren Königsstammes der PREMYSLIDEN durch seinen ältesten Sohn. Seine von der schwäbischen Gräfin Richsa von Berg erzeugten Kinder waren:
   Swatawa, bei den Deutschen Luitgarde genannt, die er 1124 mit dem Grafen Friedrich II. von Bogen vermählte;
   Wladislaw II., der nachmalige König;
   Diepold, Ahnherr des Stammes der DEPOLTICE; und 
   Heinrich, dessen Sohn nachmals zur Regierung gelangte.
Die Witwe Ottos, die Herzogin Sophie, zog in ihre Heimat und nahm den Schleier, vermutlich im Kloster zu Zwiefalten; dahin hatte früher schon auch ihre Schwester, die verwitwete Herzogin Richsa sich begeben, war aber unterwegs im Kloster zu Reichenbach gestorben.

 

 

um 1110
  oo Vladislav I. Herzog von Böhmen
       um 1065
12.4.1125
 
 
 
 

Kinder:

  Diepold I. Herzog von Mähren-Jamnitz
       
14./15.8.1167

  Vladislav II.
       
18.1.1175

  Swatawa
      
um 1146

  1124
   oo Friedrich von Bogen Burggraf von Regensburg
           
1148

  Heinrich
      
nach 1169




Literatur:
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Böhmenchronik des Cosmas von Prag mit zwei Fortsetzungen - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 37 Seite 74 - Bühler, Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze. Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 32,45,47,48,53,66,69,194 - Eberl, Immo: Die Grafen von Berg, ihr Herrschaftsbereich und dessen adelige Familie, in: Ulm und Oberschwaben 44 1982 Seite 29-171 - Palacky Franz: Geschichte von Böhmen 1842 Band I Seite 376,378,385,387, 400 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 62 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 707 -