Erich VII.                                                  2. König der Kalmarer Union (1412-1439)
-----------                          als Erich XIII. Herzog von Pommern-Stolp (1395-1459)
um 1382-3.5.1459
              Rügenwalde

Sohn des Herzogs Wartislaw VII. von Pommern-Stolp und der Marie von Mecklenburg-Schwerin, Tochter von Herzog Heinrich I. und der Ingeborg von Dänemark, Tochter Waldemars IV. Atterdag; Großneffe von Königin Margarete I. von Dänemark
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 2141
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Erich VII. (Erich von Pommern), König von Dänemark, Norwegen und Schweden 1397-1439
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* um 1382, + 1459

Begraben: Rügenwalde

Sohn Herzog Wartislaws VII. von Pommern (GREIFEN) und der Maria von Mecklenburg (Schwestertochter der Unions-Königin Margarete)

  oo 26. Oktober 1406 Philipps von England (1394-1430)

Erichs VII. rechtmäßiger Anspruch auf den norwegischen Thron wurde 1387 nach dem Tod König Olufs anerkannt. 1396 folgten die Huldigungen in Dänemark und Schweden. Im Juli 1397 wurde Erich VII. in Kalmar zum skandinavischen Unionskönig gekrönt, blieb aber weiterhin unter der Vormundschaftsregierung Margaretes. Nach der Norwegenreise von 1405 wurden die Heiratsverhandlungen mit England abgeschlossen, wobei die Pläne über eine Vermählung zwischen dem englischen Thronfolger und Erichs Schwester Katharina allerdings aufgegeben wurden (später verheiratet mit Pfalzgraf Johann von Neumarkt). Die Jahre bis zu Margaretes Tod 1412 waren im wesentlichen von dem Bemühen bestimmt, die Burgen des Herzogtums S-Jütland von den holsteinischen Pfandherren zurückzugewinnen.  Die letzte Versammlung des Danehof 1413 betrachtete S-Jütland als ein an die Krone heimgefallenes, verwirktes Lehen, ein Urteil, das durch den Spruch Kaiser SIEGMUNDS (1424), daß S-Jütland kein erbliches Lehen sei, zusätzlich Gewicht bekam. Dennoch kam es zu einer Koalition zwischen den Holsten und den Hansestädten. In der Zwischenzeit (1410) hatte Erich einen Freundschafstvertrag mit Polen abgeschlossen. Während Erichs großer Auslandsreise (sie führte ihn über Venedig ins Heilige Land) verfolgten Königin Philippa und der Reichsrat mit Geschick eine hinhaltende Politik gegenüber der Hanse. Ende der 1420-er Jahre war Erich von Pommern stark genug, den Odersundzoll durchzusetzen, der bei der neuerrichteten Festung und Stadt Helsingör erhoben wurde und die sinkenden Zolleinnahmen aus den Schonischen Messen ablöste. Erich zeigte allgemeines Interesse für Handel und Städte, seine besondere Aufmerksamkeit galt aber der Öresundregion, wo er auf der schonischen Seite Landskrona gründete. Das gespannte Verhältnis zur Hanse war indirekt Anlaß für den schwedischen Aufstand von 1434, weil die schwedischen Bergwerke von den Eisenerzexporten ins Baltikum und in die preußischen Städte abhängig waren. Eine Erneuerung und Straffung der Unionsvereinbarungen von Kalmar (1436) war für Erich unannehmbar, und er zog sich nach Gotland zurück. Erichs Bestrebungen, seinen Vetter Bogislaw aals Thronfolger anerkennen zu lassen, führten zum Abdankungsbrief des Adels von 1439 und zur Berufung von Herzog Christoph von Bayern als Erichs Nachfolger. Nach dessen Tod 1448 hielt Erich von Pommern Visby gegen schwedische Angriffe und übergab Gotland an Dänemark, um danach die letzten Lebensjahre in seinen pommerschen Erblanden zu verbringen.
Obwohl von deutscher Abkunft, betrieb Erich in größerem Ausmaß als seine Vorgänger eine nationaldänische Politik. In seiner Korrespondenz mit deutschen Empfängern bediente er sich der deutschen Sprache, während er in Briefen an dänische Adressaten Dänisch und Latein in gleichem Maße verwendete. Er baute die Kanzlei durch geordnete Archivierung und Registrierung von Dokumenten über Rechtstitel der Krone aus. Seine lange Regierungszeit, in der er mit der Hanse konkurriende Holländer und Engländer durch Handelsprivilegien begünstigte und die ansässige Stadtbevölkerung förderte, bedeutete eine entscheidende Schwächung der Machtposition der deutschen Kaufleute in den nordischen Reichen. Die neuere Forschung hat jedoch gezeigt, daß seine Stadtpolitik nicht so innovatorisch waer wie bislang angenommen. Auf kirchlichem Sektor unterstützte Erich von Pommern die konzilare Bewegung und den Brigittenorden. Zusammen mit Philippa gründete er das Kloster Maribo und war an den Anfängen des Klosters Mariager beteiligt.
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Erich VII. wurde am 17.6.1397 zum Mitkönig gekrönt und folgte 1412 seiner Großtante Margarete I. in allen 3 Reichen unangefochten. Er war zwar recht tatkräftig und energisch, besaß aber bei weitem nicht das diplomatische Geschick von Margarete. Er erwarb Kopenhagen vom Bischof von Roskilde und begann es als Residenz auszubauen, setzte verbissen und ungeschickt den Krieg um Schleswig fort, wo er zeitweise Mitregent war, erhielt juristischen Beistand von der Kurie und seinem kaiserlichen Cousin SIGISMUND, scheiterte letztlich völlig, entfremdete sich mit diesen verheerenden Kriegen Schweden und Norwegen total, da sie sich nicht zu Nebenländern degradieren lassen wollten und nicht für einen Krieg zahlen wollten, der nur dänischen Machtinteressen diente. Außerdem bevorzugte er nur dänische Günstlinge und Landsleute aus Pommern, die in allen 3 Reichen führende Positionen bekamen. Er behandelte die 3 Reiche nach der Devise Margaretes: "Schweden soll Euch nähren, Norwegen soll Euch kleiden, Dänemark soll Euch währen". Der Krieg, verknüpft mit heftigen Fehden gegen die Hanse, die er zurückzudrängen versuchte, indem er verstärkt Holländer im Ostseehandel begünstigte, endete 1435 im Frieden von Vordingborg: Schleswig kam an Schauenburg-Holstein ohne Anerkennung des Besitzrechtes und Bestätigung aller Hanseprivilegien. Seit 1434 kam es in Schweden zum Aufstand unter Engelbrecht Engelbrechtsson, der sich besonders auf Dalekarlien stützte. Erich einigte sich 1435 kurz mit ihm, brach alle Vereinbarungen und wurde 1436 aus Schweden verjagt, wo Karl Bonde Regent wurde. Er wurde 1439 auch in Dänemark abgesetzt und 1442 in Norwegen. Er setzte sich auf Gotland fest, von wo aus er noch jahrelang mit übler Piraterie die Ostsee unsicher machte. Er kehrte 1449 nach Pommern zurück und spielte Gotland seinem Vasallen Thott zu. König Erich erließ ein Hofrecht und bedeutsame Verordnungen für Handwerk und Kaufleute.
 
 
 
 

26.10.1406
    oo Philippa von England, Tochter des Königs Heinrich IV.
         1394-5./6.1.1430

     Sie war klug und energisch und lebte sehr unglücklich mit Erich.