Heinrich I. der Bärtige                    Herzog von Schlesien, Krakau und Groß-Polen (1201-1238)
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1165/70-19.3.1238
 

4. Sohn des Herzogs Boleslaw I. der Lange von Schlesien aus seiner 2. Ehe mit der Christina
 

Thiele, Andreas: Tafel 82
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

HEINRICH I. "DER BÄRTIGE"
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        + 1238

Heinrich I. der Bärtige folgte 1201 seinem Vater in Nieder-Schlesien, mußte in Oppeln auf jedes Erbrecht an den Onkel verzichten, was die endgültige Trennung Schlesiens und eine verschiedene politische Entwicklung beider Teile bedeutete. Es folgten jahrhundertelange Auseinandersetzungen beider Linien, zumal sich die Besitzverhältnisse von Generation zu Generation mehr und mehr vermischten. Immer wieder griff er in die polnischen Thronwirren ein, unternahm 1222/23 einen Kreuzzug nach Preußen, wurde eine wichtige Stütze des sich bildenden Ordensstaates Preußen und half ihm, das Kulmer Land zu sichern. Heinrich I. gewann nach und nach Großpolen-Kalisch und Posen, Kleinpolen-Krakau/Sendomir und wurde damit Seniorchef aller PIASTEN. Hauptgegner war Herzog Konrad I. von Masowien, in dessen Gefangenschaft sich Heinrich zeitweise befand. Ab 1230 war er auch Regent in Ober-Schlesien, von dem er Kreuzburg und Pitschen zurückgewann, beherrschte so etwa 3/4 des alten polnischen Großreiches und gewann im Westen Teile von Barnim/Teltow und Lebus, was die Gegnerschaft zu Brandenburg und den Erzbischöfen von Magdeburg begründete. Er förderte entscheidend die Ausbreitung des Deutschtums und des Städtewesens: unter anderem Löwenberg, Goldberg, Neumarkt, Haynau und Liegnitz wurden Städte. Heinrich I. unterstützte auch die Kirche und das Klosterwesen. Schlesien begann sich politisch-kulturell und auch wirtschaftlich mehr und mehr vom polnischen Reich abzusondern und Heinrich stritt mit den Bischof von Breslau und den Erzbischöfen von Gnesen im sogenannten "Zehntstreit"

  oo um 1188
       HEDWIG "DIE HEILIGE" VON ANDECHS
                  + 1243

Tochter des Herzogs Berchtold VI. von Meranien
Stifterin von Kloster Trebnitz
(7 Kinder)



1188/92
  oo Hedwig von Andechs-Meran, Tochter des Herzogs Berthold VI.
       1174-14.10.1243
 
 
 
 

Kinder:

  Boleslaw
  1190/94-10./11.9.1206/08

  Agnes
  1190/1200-11.5. vor 1214

  Sophia
  1190/1200-22./23.3. vor 1214

  Konrad
  1191/98-4./5.9.1213

  Heinrich II.
  1196/1204-9.4.1241

  Gertrud 1. Äbtissin von Trebnitz
  1200-30.12.1268

  Sohn
   11./12.1208-   1214/17
 
 
 
 

Literatur:
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Kuthan, Jiri: Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen. Höfische Kunst im 13. Jahrhundert, Böhlau Verlag Weimar 1996 Seite 372,379 - Rhode Gotthold: Kleine Geschichte Polens. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965 Seite 12,45,50,54 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 255,257-262,267 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 82 - Veldtrup, Dieter: Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag 1999 Seite 198,199 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 691-692,734-738,747-749,826,836 - Westmitteleuropa - Ostmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand Seibt zum 65. Geburtstag, hg. von Winfried Eberhard, Hans Lemberg, Heinz-Dieter Heimann und Robert Luft, R. Oldenbourg Verlag München 1992 Seite 91,301,304 -