BRIEG
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 683
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Brieg (poln. Brzeg, altpoln. Wysoki Brzeg [1234], lat. Alta Ripa [1250], Brega)
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Stadt am linken Oderufer, Niederschlesien (heut. Woidwodschaft Wroclaw).
Seit dem Anfang des 13. Jh. sind ein Herzogshof mit einem claviger (herzoglichen Meier) und ein Marktflecken mit einer Kirche bezeugt, bald nach 1214 wurde ein Spital errichtet. Diese Siedlung hatte dörflichen Charakter (Dorf Alt Brieg, Antiqua Brega, villa Bregensis, Brygisches dorf) und wurde von Fischern und Ackerbauern bewohnt. Im Zuge der Ostsiedlung wurde die erste Lokation um 1247 von Herzog Boleslaus II. von Nieder-Schlesien nach dem Neumarkter Recht durchgeführt. 1250 wurde die Lokation von Herzog Heinrich III. bestätigt. Der Rat der neuen Stadt erhielt von Herzog Heinrich IV. die Rechte des Breslauer Rates (1280-89). Die Stadt- und Ratsprivilegien wurden von Herzog Heinrich V. 1292 ergänzt. Um 1292 wurde die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus gegründet.
1311 ist Bolko I. von Schweidnitz als Stadtherr von Brieg belegt, seit 1342 hatten die Herzöge ihre Residenz in Brieg. 1327 erhielt die Stadt Breslauer Recht und wurde mit neuen Privilegien ausgestattet. Herzog Ludwig I. erbaute vor 1379 das herzogliche Schloß mit der Schloßkapelle (1360) und das St. Hedwig-Stift (1368). An seinem Hof entstand das Chronicon principum Polonorum (1384-85 von Peter von Byczyna). Während der Hussitenkriege (1428-32) verwüstet, wurde die Stadt nach dem Wiederaufbau im SpätMA ein wichtiges Handels- und Gewerbezentrum. - Im 14. Jh. hatte Brieg ca. 3.000 Einw. Um 1520 war das Stadtareal groß, aber schwach besiedelt. Schlesien.

A. Gieysztor