Wladyslaw II. der Vertriebene        Senior von Polen (1138-1146)
-------------------------------------
1105-30.5.1159

Begraben: Pegau
 

Einziger Sohn des Herzogs Boleslaw III. Schiefmund von Polen aus dem Hause der PIASTEN aus seiner 1. Ehe mit der Sbislawa von Kiew, Tochter von Großfürst Swjatopolk II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 284
********************
Wladyslaw II. Wygnaniec (der Vertriebene), Fürst von Polen 1138-1159
------------------------------------------------------
* 1105, + 30. Mai 1159

Eltern:
--------
Boleslaw III. Krzywousty, Fürst von Polen, und Zbyslava, Tochter des Großfürsten Svjatopolk II. von Kiev

oo 1123/24
    Agnes (+ 24./25. Januar 1160/63), Tochter Leopolds III. von Österreich, Halbschwester KONRADS III.

Gemäß der Nachfolgeordnung des Vaters wurde Wladyslaw II. als ältester Sohn 1138 Großfürst von Polen (Senior); er erhielt Schlesien und das Senioratsgebiet mit Krakau und Gnesen sowie die Oberaufsicht über die Mark Danzig (Pommerellen), während die jüngeren Halbbrüder Mieszko III. Stary mit dem westlichen Großpolen und Boleslaw IV. Kedzierzawy mit Masowien ausgestattet wurden; das Land Leczyca war das Wittum der Salome von Berg ( 1144), der zweiten Gemahlin Boleslaws III. Wladyslaw II. strebte aber nach der Alleinherrschaft über Polen, und 1142-43 und erneut 1145 (nach dem Tod der Stiefmutter Salome) kam es zum Bürgerkrieg. Wladyslaw verfügte dabei über Hilfstruppen des Großfürsten Vsevolod von Kiev. Ende 1145 ließ Wladyslaw Peter Wlast, Palatin von Polen, blenden. 1146 belagerte er seine Halbbrüder in Posen, wurde aber von Eerbischof Jakub von Gnesen exkommuniziert, von den Halbbrüdern besiegt und aus Polen vertrieben. Wladyslaw bat König Konrad III., zu dem er schon vor 1138 ein Lehnsverhältnis eingegangen war, um Hilfe, doch blieb der von ihm unternommene Feldzug ohne Erfolg. Wladyslaw, der 1147-49 am 2. Kreuzzug teilnahm, bekam als Ausstattung die Pfalz Altenburg. 1157 intervenierte Kaiser Friedrich Barbarossa zugunsten Wladyslaws in Polen und besiegte Großfürst Boleslaw IV., der die Oberhoheit des Kaisers anerkannte, ihm im Feldlager von Krzyszków bei Posen Treue (aber keinen Lehnseid) schwor und sich zur Zahlung eines hohen Tributes verpflichtete. Erst nach dem Tod Wladyslaws übergab Boleslaw 1163 auf Druck des Kaisers den drei Söhnen Wladyslaws Schlesien.

S. Gawlas



Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 75
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 534 a. WLADISLAW II., aus Polen vertrieben, Herzog von Schlesien 1139
---------------------------------------
*  1105, + 1159 30.V.

Gemahlin:
------------
1125/27
AGNES, Tochter des Markgrafen Leopold III. von Österreich  (siehe XIII. 119.)
          + 1157 25.I.



Thiele, Andreas: Tafel 334
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

WLADISLAW II. "DER VERTRIEBENE"
------------------------------------------------------
* 1105, + 1159

Wladyslaw II. der Vertriebene erhielt 1138 bei der Teilung des polnischen Reiches Schlesien und Krakau-Kleinpolen und die Hoheit über seine vier Halbbrüder (Senior). Das Seniorat in Polen blieb stets an den Besitz von Krakau-Kleinpolen geknüpft. Er verjagte 1145-1146 die Brüder und wurde 1146 selbst von dem einflußreichen Magnaten Peter Wlast, vermählt mit der Prinzessin Maria von Kiew, den Wladyslaw bestraft hatte, und den Brüdern in Posen überwunden und nach Deutschland verjagt. Er erwies sich als herrschsüchtig, unbedacht und hitzköpfig, verprellte Adel und Kirche und wurde 1146 vom Erzbischof von Gnesen gebannt. Er beteiligte sich 1147-1149 am 2. Kreuzzug, gewann Schlesien und das Seniorat nicht zurück und starb im Exil.

  oo 1125
       AGNES VON ÖSTERREICH
                  + 1157

Tochter des Herzogs Leopold III., Halbschwester von KONRRAD III. VON STAUFEN



 1125
  oo Agnes von Österreich, Tochter des Markgrafen Leopold III.
      1108/13-24./25.1.1160/63
 
 
 
 

Kinder:

  Boleslaw I. Herzog von Nieder-Schlesien
  1127-8.12.1201

  Konrad Herzog von Schlesien-Glogau
  1146/57-17.1.1180/90  Bischof von Bamberg

  Mieszko I. Herzog von Ober-Schlesien
  1132/46-16.5.1211

  Richza
  1130/40-16.6.1185

    1152
  1. oo Alfons VII. König von Kastilien-Leon
                 -21.8.1157

    1161
  2. oo Raimund Berengar III. Graf von Provence
                   -   1166

    1167
  3. oo  Albrecht II. Graf von Everstein
                   -   1197
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 37 Seite 75 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 38,69 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 130,139,148 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 57,281,294 A - Rhode Gotthold: Kleine Geschichte Polens. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965 Seite 32,41-43 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 334 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 86,363,365-368,392,559,650-651, 735,736,829 -