Salome von Berg                            Herzogin von Polen
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vor 1101-27.7.1144
 

Tochter des Grafen Heinrich I. von Berg und der Adelheid von Mochental, Tochter von Markgraf Diepold II. von Giengen-Vohburg
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 284
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Wladyslaw II. Wygnaniec (der Vertriebene), Fürst von Polen 1138-1159
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Gemäß der Nachfolgeordnung des Vaters wurde Wladyslaw II. als ältester Sohn 1138 Großfürst von Polen (Senior); er erhielt Schlesien und das Senioratsgebiet mit Krakau und Gnesen sowie die Oberaufsicht über die Mark Danzig (Pommerellen), während die jüngeren Halbbrüder Mieszko III. Stary mit dem westlichen Großpolen und Boleslaw IV. Kedzierzawy mit Masowien ausgestattet wurden; das Land Leczyca war das Wittum der Salome von Berg ( 1144), der zweiten Gemahlin Boleslaws III. Wladyslaw II. strebte aber nach der Alleinherrschaft über Polen, und 1142-43 und erneut 1145 (nach dem Tod der Stiefmutter Salome) kam es zum Bürgerkrieg.



Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 74
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XII. 293 BOLISLAV III., Herzog von Polen 1102, König
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* 1086, + 1138 28.X.

Gemahlinnen:
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a) 1103
SBISLAVA, Tochter des Großfürsten Svatopolk II. von Kiew
       + nach 1109, vor 1112

b) 1113
SALOME, Tochter des Grafen Heinrich von Berg-Schelklingen
         + 1144



Thiele, Andreas: Tafel 334
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

BOLESLAW III. "SCHIEFMUND"
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* um 1086, +  1138
 

  1. oo 1130
          SBISLAWA VON KIEW
                  + um 1112

Tochter des Großfürsten Jaropolk II.

  2. oo 1115
           SALOME VON BERG
                    + 1144

Tochter des Grafen Heinrich I. von Berg-Schelklingen

(Insgesamt 16 Kinder)



Eberl Immo: Seite 36,80
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"Die Grafen von Berg"
in: Ulm und Oberschwaben, Zeitschrift für Geschichte und Kunst

Salome von Berg wurde um 1113 mit Herzog Boleslaw III. von Polen vermählt. Auch sie blieb nach ihrer Eheschließung in enger Verbindung zu dem von ihrer Familie besonders geförderten Kloster Zwiefalten. Sie starb am 27. Juli 1144.
Die 1113 mit Herzog Boleslaw III. von Polen vermählte Tochter Graf Heinrichs I., Salome, bezeichnete später den Zwiefalter Mönch Otto von Steußlingen als ihren Lehrer. Sie dürfte also vor 1113 zum Zwiefalter Konvent durch ihren Vater Verbindung bekommen haben, der sich später in den 20-er Jahren unmittelbar vor seinem vor 1116 erfolgten Tod sogar zum Mönch in Zwiefalten scheren ließ.

Rhode Gotthold: Seite 29,41,104
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"Kleine Geschichte Polens."

Das seit 80 Jahren bestehende Übergewicht des bömischen Rivalen war damit beseitigt, das neue friedliche Verhältnis durch Boleslaws zweite Ehe mit der Deutschen Salomea von Berg, der Schwägerin Vladislavs I. (1113) [10 Vladislav hatte 1112 Rixa von Berg, sein Vetter Otto von Mähren eine dritte Schwester Sophia von Berg geheiratet.)], befestigt.
Das Senioratsprinzip versagte in Polen sofort, denn gleich nach Boleslaws Tode begann die Auseinandersetzung zwischen dem aus Boleslaws erster Ehe stammenden Senior Wladyslawund den vier zum Teil noch im Kindesalter stehenden Junioren, den Söhnen der ehrgeizigen Salomea von Berg.
Die ersten Zisterzienserklöster entstanden - wohl infolge der besonderen Beziehungen der zweiten Gattin Boleslaws III. Salomea von Berg zur Erzdiözese Köln und zum Niederrhein - in Großpolen: 1142 Lekno (später Wongrowitz), 1144 Lad an der Warthe, beide Tochterklöster von Altenburg.

Bühler, Heinz: Seite 32,47
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"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze."

Adelheid müßte einem Geschlecht entstammen, das in Ostschwaben begütert war, und zwar sowohl im Burgauischen als auch im Raum Wittislingen. Einen Hinweis, welcher Abstammung sie war, könnnen zunächst nur die Taufnamen ihrer Kinder geben. Diese heißen Heinrich, Diepold, Rapoto, Salome, Richinza und Sophia [32 Vgl. Stälin, Wirtt. Geschichte II, Seite 353. Ein jung verstorbener Diepold ist weggelassen, da sich sein Name ja wiederholt.]. Nehmen wir an, daß die sechs Namen je zur Hälfte von Vater- wie von Mutterseite stammen, dann erweisen sich als Namen von Vaterseite Heinrich (nach dem Vater) unnd Sophie (nach der Großmutter väterlicherseits), sehr wahrscheinlich aber auch Salome (nach dem vermutlichen Urgroßvater Salomon, König von Ungarn, dem Gemahl von Kaiser HEINRICHS III. Tochter Judith-Sophia bzw. nach der vermutlichen Schwester des Vaters, Salome von Emerkingen [33 Vgl. Anm. 27. - Daß Salome von Emerkingen eine Schwester Heinrichs von Berg sein dürfte, ergibt sich einmal aus dem überaus seltenen Namen, der auf den Ungarn-König Salomon weist, zum anderen aus der Verzahnung des Besitzes der Grafen von Berg mit dem derer von Emerkingen. Salome von Emerkingen und die Grafen von Berg haben je eine der 7 Marchtaler Pfründen inne (Unterwachingen bzw. Kirchbierlingen; Hist. monast. Marchtelanensis c. 4 und c. 29 = Württ. Gesch. Quellen IV, 1891, Seite 6f. und Seite 11); sie sind also beide am Marchtaler Erbe beteiligt und zwar gemeinsam mit rund einem Drittel. Marchtal war um 1000 in Händen Herzog Hermanns II. (+  1003) und der Gerberga. Deren Tochter Gisela war die Mutter Kaiser HEINRICHS III. Unter HEINRICHS III. drei Kinder ging das Marchtaler Erbe in drei Teile. Eine der Erben HEINRICHS III. war seine Tochter Judith-Sophia, die Gemahlin des Ungarn-Königs Salomon. Es ist folgerichtig, wenn bei ihren Nachfahren sich ein Drittel des Marchtaler Erbes wiederfindet. Vgl. H. M. Schwarzmaier, Emerkingen (Zeitschrift für Württemberhgische Landesgeschichte XXV, 1966, Seite 182 ff., insbesondere Seite 198).].

                     Heinrich III.

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  Mathilde Judith-Sophie      Heinrich IV.
                       + 1093/95

               oo Salomon
                   König von Ungarn

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                    Sophia  oo Poppo
                                     Graf v. Remstal

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        Heinrich von Berg                      Salome von Emerkingen

    oo Adelheid von Mochental


Weller Tobias: Seite 86,366,650,707,736
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

[413 Fragwürdig ist indes, ob es sich bei diesem Konflikt um eine divergierende Parteinahme hinsichtlich der polnischen Thronstreitigkeiten gehandelt hat, wie Niederkorn, Übergang 620ff, glauben machen will. Demnach soll sich Diepold III. für die PIASTEN-Fürsten Boleslaw IV. (+  1173), Mieszko III. (+  1202) und Heinrich (+ 1166) engagiert haben, die ihren älteren Halbbruder, den Senior-Fürsten Wladislaw II. (+ 1159), 1146 aus dem Land vertrieben hatten. Derselbe wiederum suchte und fand Unterstützung bei KONRAD III. Letzteres ist in den Quellen belegt (vgl. Rahewin, Gesta Friderici, lib. III, c. 2, MGH SSrG [46], 168). Für eine Parteinahme Diepolds III. zugunsten Boleslaws, Mieszkos und Heinrichs findet sich hingegen kein Quellenbeleg. Dieselben stammten aus der zweiten Ehe Boleslaws III. (+  1138) mit der schwäbischen Grafen-Tochter Salomea von Berg. Daß Salomeas Mutter eine Schwester Diepolds III. gewesen sei (so Niederkorn, Übergang 620), ist reine Spekulation.]
Offenbar dehnte er diese Senioratshoheit weiter aus, als es seine Halbbrüder, die sämtlich aus Boleslaws III. zweiter Ehe mit der Grafen-Tochter Salome von Berg stammten [241 Vgl. Eberl, Berg 36f.], zu akzeptieren bereit waren.
Allerdings lassen die Quellen keine genauere zeitliche Einordnung der Heirat zu [137 Vgl. Bernhardi, Konrad III. 2, 713; Hoppe, Markgraf Konrad 179. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß Dobronega aus der zweiten Ehe Boleslaws III. mit Salomea von Berg stammte; sie selbst war somit eine Halbschwester Wladyslaws II., jedoch eine Vollschwester der jüngeren PIASTEN-Brüder. Hoensch, Geschichte Polens 63, Anm. 6, datiert die Vermählung auf 1142; konkrete Quellenhinweise für diesen Zeitansatz gibt es nicht.].
Durch die Eheverbindungen von Diepolds Schwestern verfügte das Berger Grafengeschlecht über bemerkenswerte Familienbeziehungen in das slavische Mitteleuropa: Salome von Berg (+ 1144) war mit dem PIASTEN-Fürsten Boleslaw IIII. 'Schiefmund' von Polen (+  1138) verheiratet, Richenza mit Herzog Vladislav I. von Böhmen (+  1125), während sich Sophia mit Fürst Otto von Mähren (+ 1126), einem Vetter Vladislavs, vermählt hatte [42 Vgl. Stälin, Württ. Geschichte 2, 356f.; Eberl, Berg 36f.].
Grundsätzlich waren Eheverbindungen von Mitgliedern des PIASTEN-Hauses mit Angehörigen deutscher Adelsfamilien keine Seltenheit [165 So war Wladyslaw Hermann (+ 1102) mit der SALIERIN Judith, einer Schwester Kaiser HEINRICHS IV., verheiratet, sein Sohn Boleslaw (+ 1138) mit der schwäbischen Grafen-Tochter Salomea von Berg, dessen Sohn Wladyslaw II. (+ 1159) wiederum mit der BABENBERGERIN Agnes. Boleslaw IV. (+ 1173) hatte 1147/48 seine Schwester Judith dem ASKANIER Otto (+ 1184), dem ältesten Sohn Albrechts des Bären, in die Ehe gegeben. Sein Bruder Mieszko (+ 1202) verheiratete seine Töchter Judith und Ludmilla mit Ottos Bruder Bernhard von Anhalt (+ 1212), der seit 1180 die sächsische Herzogswürde innehatte, bzw. mit dem oberlothringischen Herzogs-Sohn Friedrich von Bitsch (+ 1207). Vgl. auch Europ. Stammtafeln NF 2 (1984), Tafel 120 und 121; Gottschalk, St. Hedwig 94ff.; Schütz, Hedwig 145.].
 
 
 
 

 1113
  oo 2. Boleslaw III. Herzog von Polen
          1085-28.10.1138
 
 
 
 

Kinder:

  Adelheid
  1114- vor 1132

 1128/29
  oo Adalbert II. Markgraf von Österreich
       um 1107-9.11.1137

  Dobronega
          - nach 1181

  oo Dietrich II. Markgraf der Lausitz
       27.2.1142-9.2.1185

  Richza
  12.4.1116- nach 1155

   1129/30
  1. oo Magnus König von Dänemark
                   -   1134

  2. oo Wladimir III. Fürst von Nowgorod
                  -

  3. oo Swerker I. König von Schweden
                  -   1156

  Pribislawa
         - nach 1156

  oo Ratibor I. Herzog von Pommern
             -7.5.1156

  Sofie
  um 1120-10.10.1136

  Judith
  um 1132- um 1174

 1147
  oo Otto I. Markgraf von Brandenburg
              -7.3.1184

  Kasimir
  1122-19.10.1131

  Agnes
  1137- nach 1181

  oo Mstislaw II. Fürst von Kiew
              -13.8.1172

  Gertrud Nonne in Zwiefalten
  1123-7.5.1160

  Boleslaw Kraushaar Herzog von Masowien-Kujawien
  um 1125-3.11.1173

  Mieszko III. der Alte Herzog von Großpolen
  1126/27-13.3.1202

  Heinrich Herzog von Sendomir und Teilen von Kleinpolen
  um 1132-18.10.1166

  1145/46 auch verjagt, im Krieg gegen Preußen gefallen

  Kasimir II. der Gerechte Herzog von Kleinpolen
  1138-5.5.1194
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 37 Seite 74 - Bühler, Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze. Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 32,47 - Eberl, Immo: Die Grafen von Berg, ihr Herrschaftsbereich und dessen adelige Familie, in: Ulm und Oberschwaben 44 1982 Seite 36,80 -
Rhode Gotthold: Kleine Geschichte Polens. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965 Seite 29,41,104 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 334 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 86,366,650,707, 736 -