Hedwig von Schlesien-Glogau        Königin von Polen
-------------------------------------
vor 1350-27.3.1390

Begraben: Kollegiatskirche zu Liegnitz
 

Tochter des Herzog Heinrich V. von Schlesien-Glogau aus dem Hause der PIASTEN
und der Anna von Masowien-Plock, Tochter von Herzog Wenzel
 

Thiele, Andreas: Tafel 339
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

KASIMIR III. "DER GROSSE"
----------------------------------------
* 1310, +  1360

  1. oo ALDONA VON LITAUEN
                     + 1339

Tochter des Großfürsten Gedimin

  2. oo 1341-1357
           ADELHEID VON HESSEN
                     + 1371

Tochter des Landgrafen Heinrich II.

  3. oo 1365
         HEDWIG VON SCHLESIEN
                     + 1390

Tochter des Herzogs Heinrich V. von Glogau



Veldtrup, Dieter:
**************
"Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit."

KASIMIR III. DER GROSSE, König von Polen
---------------------------------------
* 30.4.1310, + 5.11.1370
Kowal/Kujawien Krakau

Begraben: Kathedrale Krakau

Sohn von König Wladislaw I. Lokietek und der Hedwig von Kalisch

1.) - ... um 1320

          ANNAVON HABSBURG
          * 1318/20, + 14./15.12.1343

Tochter von König FRIEDRICH (III.) DEM SCHÖNEN und der Elisabeth(Isabella) von Aragon

2.) - ... wohl 1320/22

          JUTTA VON LUXEMBURG
          * 20.5.1315, + 11.9.1349
          Prag

Tochter von König Johann von Böhmen und seiner 1. Frau Elisabeth von Böhmen

3.) 1. oo Krakau 16.10.1325

          ANNA (ALDONA) VON LITAUEN
          * 1309/10, + 26./29.5.1339
                      Krakau

Begraben: Kathedrale Krakau

Tochter von Großfürst Gedimin und der Olga aus dem Hause RURIK

4.) ~ Prag um 20.5.1341

          MARGARETHA VON LUXEMBURG
          * 8.7.1313, + 11.7.1341
          Prag         Prag

Begraben: Zisterzienserkloster Königsaal bei Prag

Tochter von König Johann von Böhmen und seiner 1. Frau Elisabeth von Böhmen

5.) 2. oo Posen 29.9.1341

          ADELHEID VON HESSEN
          * 1323/24, + nach 21.5.1371

Begraben: Ahnaberger Kloster zu Kassel

Tochter von Landgraf Heinrich II. und der Elisabeth von Meißen

6.) 3. oo (in kirchlich nicht anerkannter Ehe) Prag 5.1356

          Christina N, Witwe des Prager Bürgers Nikolaus Rokzaner
          * ... , + vor 8.5.1364

7.) 4. oo (in kirchlich nicht anerkannter Ehe) Krakau 25.2.1365

         HEDWIG VON SAGAN
          * vor 1350, + 27.3.1395

Begraben: Kollegiatskirche zu Liegnitz

Tochter von Herzog Heinrich V. und der Anna von Plock



Stoob Heinz: Seite 298
***********
"Kaiser Karl IV. und seine Zeit."

Kasimir war inzwischen fast 60-jährig und infolge seines ausschweifenden Lebens nicht mehr gesund. Er hatte keine legitimen Söhne, auch der Sohn seines Vetters, Ladislaus von Kujawien, war ohne Erben. Die piastische Krone von Krakau stand also auf den Augen der Nachkommenschaft von Kasimirs um zehn Jahre älterer Schwester Elisabeth von Polen, der Mutter König Ludwigs, oder denen dessen eigener Töchter. Aus erster Ehe mit Anna von Litauen hatte Kasimir zwei weibliche Erbinnen gehabt, die mit dem Pommern Bogislaw verheiratete Mutter der Kaiserin und kinderlos gebliebene Frau des brandenburgischen WITTELSBACHERS Ludwig VI.Beide Töchter waren lange tot; aus der Ehe mit Adelheid von Hessen hatte Kasimir keine Kinder gewonnen, wir erinnern uns daran, daß die Hessin, von ihm abstoßend hart behandelt, aus Krakau abgereits war, nachdem der König sich eine Prager Bürgerin mit heimgebracht hatte. Der 1265 geschlossenen dritten Ehe mit Hedwig von Sagan waren auch nur zwei Töchter entsprossen, beide als Kleinkinder für die Nachfolge ohne Belang.

Veldtrup, Dieter: Seite 111,130,393
**************
"Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit."

Aufgrund dieser Fakten kann man davon ausgehen, daß Elisabeth von Öttingen eine Tochter des Grafen Albert und seiner Frau Adelheid von Ortenburg war [586 Supplik und Dispens für ihre Ehe: Acta PatAustr I, Nr. 221f. Seite 494ff. zu 1346 Oktober 8 (Avignon). Adelheid heiratete in zweiter Ehe 1360/61 Ulrich I. Graf von Cilli; ihr Sohn Wilhelm aus dieser Verbindung vermählte sich 1380 mit Anna, der Tochter Kasimirs III. von Polen aus seiner dritten Ehe mit Hedwig von Sagan (Isenburg N.F. III/1, Tafel 45; siehe unten Anm. 2513), die 1369 mit einem von KARLS Söhnen verbunden werden sollte (vgl. unten Seite 394).].
Eine derartige Heiratsgenehmigung stellte Urban V. aus, als es galt, eine Familienverbindung zwischen KARL und Kasimir von Polen zu stiften: WENZEL und SIGMUND sollten mit den beiden Töchtern Kasimirs aus dessen kirchenrechtlich umstrittener dritter Ehe mit Hedwig von Sagan verbunden werden; Urban legitimierte die beiden Mädchen und erteilte die erforderlichen Dispense.
Nachdem nämlich die Bemühungen des polnischen Königs, sich von Adelheid von Hessen, die ihm keine Kinder geboren hatte, zu trennen, am Widerstand der Kurie gescheitert waren, war er 1365 [2427 Wahrscheinlich Februar 25 (vgl. K. Jasinski III, 1975, Seite 123).], ohne dass seine zweite Ehe aufgelöst worden wäre, zu einer dritten Ehe mit Hedwig von Sagan [2428 Tochter von Herzog Heinrich V. und der Anna von Plock; zu ihr O. Balzer 1895, Seite 390ff.; K. Jasinski II, 1975, Seite 123f. In den Schreiben der Kurie wird sie erstaunlicherweise meist Anna genannt, so zum Beispiel in VetMonPol I, Nr. 876 Seite 649 zu 1368 Mai 26 (apud Montemflasconem).] geschritten, aus der er inzwischen drei Töchter hatte [2429 Anna (geb. 1366), Kunigunde (geb. 1367) und Hedwig (geb. 1368); zu ihnen vgl. O. Balzer 1895, Seite 411-417.]. Nach kirchlichem Recht galten sie als illegitim [2430 Wenn Kasimir von der Kurie vorgeworfen wird, er sei zudem mit Hedwig verwandt (nach P. W. Knoll 1964, Seite 445, im vierten Grade), so geht dieser Vorwurf ins Leere; zwar stammten beide im dritten berührend den fünften Grad von Wladislaw Odonicz von Großpolen ab, jedoch zählte nach den Regeln des kanonischen Rechts nur der entferntere Grad (siehe oben Seite 99), so daß die beiden einer Dispens wegen Verwandtschaft nicht bedurft hätten; vgl. die beiden von 1365 September 29 (Avignon) datierenden Schreiben von Urban an Kasimir und an Ludwig von Ungarn; ebenfalls auf die angeblich verbotene Verwandtschaft wird angespielt in VetMonHung II, Nr. 147 Seite 79 zu 1366 Juli 11 (Avignon). Es bestand allerdings Schwägerschaft im ersten berührend den dritten (nach kanonischem Recht also im dritten) Grade, da Hedwigs Großmutter mütterlicherseits Elisabeth von Litauen (verheiratet mit Wenzel von Plock) eine Schwester von Kasimirs erster Frau Anna-Aldona war.], konnten also deshalb den Thron auf keinen Fall erben. KARL scheint Kasimir nun vorgeschlagen zu haben, er wolle sich da eine Annullierung seiner Ehe mit Adelheid nicht zu erreichen sei, beim Papst wenigstens für die Legitimierung seiner Töchter von Hedwig einsetzen; sobald sie erfolgt sei, solle dann die Ehe zwischen ihnen und KARLS Söhnen verabredet werden. Seine Überlegung war einfach: Da seine vierte Frau eine Enkelin des Polen-Königs war, war ihr und KARLS erster Sohn SIGMUND Kasimirs Urenkel; durch eine Ehe mit der Tochter des Königs würde er seine Thronfolgeansprüche verdoppeln. Zusätzlich sollte aber auch WENZEL, der Urgroßneffe Kasimirs, eine andere von dessen Töchtern heiraten. Nicht des Kaisers Erstgeborener stand hier im Vordergrund der Überlegungen, sondern SIGMUND aufgrund der direkten Abstammung von Kasimir.

Veldtrup, Dieter: Seite 147,172
**************
"Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich."

Im Jahre 1369 waren die Beziehungen zwischen den beiden Herrschern auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Ende 1369 hatte KARL nämlich versucht, den Papst dazu zu veranlassen, die Töchter Kasimirs von Polen aus seiner nach kanonischem Recht ungültigen Ehe [1 Seine 1341 geschlossene kinderlose Ehe mit Adelheid von Hessen, der Tochter des Landgrafen Heinrich II., war von der Kurie nicht annulliert worden; zu Adelheid vgl. O. Balzer 1895, Seite 386f., A. Semkowicz 1898, C. Knetsch [1918], Seite 50f., Z. Gorallski 1976/77, J. Zdrenka 1989 (mit ausführlichen Literaturangaben) und E. Rudzki I, 1990, Seite 30-37.] mit Hedwig von Glogau-Sagan nicht nur zu legitimieren, sondern sie auch für thronfolgefähig zu erklären; als Gegenleistung hatte er dem Polen-König seine Einwilligung zu einer ehelichen Beziehung zwischen einer seiner Töchter und KARLS Sohn SIGISMUND abgerungen.
Wenn nun gerade zu dieser Zeit eine Familienverbindung zwischen Ladislaus und dem Herzog von Glogau-Sagan geschlossen wurde, war das mit Sicherheit kein Zufall: Heinrich VIII. war der jüngere Bruder der letzten Frau König Kasimirs, Hedwig von Glogau-Sagan, die inzwischen mit Herzog Ruprecht von Liegnitz verheiratet war.
 
 
 
 

   1365
  1. oo 4. Kasimir III. der Große König von Polen
               30.4.1309-5.11.1370

          1372
 2. oo Ruprecht I. Herzog von Schlesien-Liegnitz
          1340/47- 1409 vor 12.1.
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Anna
  1366-   1425

    1380
  1. oo Wilhelm Graf von Cilly
           1361/62-19.9.1392

    1394
  2. oo Ulrich Graf von Zähringen-Teck
                 -7.8.1432

  Kunigunde
  1367-

  Hedwig
  1368-

2. Ehe

  Barbara Eventualerbin von Liegnitz
  1372/84-9.5.1436

6.3.1396
  oo Rudolf III. Kurfürst von Sachsen-Wittenberg
      um 1370-9.6.1419

  Agnes Nonne von St. Klara zu Breslau
  vor 1385- nach 7.6.1411
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 298 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 339 - Veldtrup, Dieter: Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag 1999 Seite 147,172 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/ Rieger Warendorf 1988 Seite 111,130,393 -