Veldtrup, Dieter: Seite 15,25-28
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"Frauen um Herzog Ladislaus (+ 1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen Ungarn, Polen und dem Reich."

Ihre Tochter, die ungarische Königin Elisabeth machte dem Kloster bedeutende Schenkungen, und ihre verwitwete Enkelin zog sich wahrscheinlich gleichzeitig mit Hedwig, sicherlich aber auf ihre Veranlassung ebenfalls nach Alt-Sandez zurück: Herzogin Constantia von Schweidnitz [40 H. Kalucka 1968, Seite 18, vermutet hier den Einfluß ihrer Mutter, die zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits tot war: Margaretha-Kunigunde muß nach dem am 5. Juni 1326 erfolgten Tod ihres ersten Mannes Bernhard von Schweidnitz (Nachweise bei K. Jasinski, 1975, Seite 21 Anm. 14) und einem im Jahre 1330 mißglückten Eheprojekt mit Herzog Otto von Habsburg (Johann von Victring II, Rez. B. D. A 2, Buch 5, Kapitel 8, Seite 136 Zeile 35f.; vgl. H. Kalucka 1968, Seite 10; D. Veldtrup 1988, Seite 190) im Jahre 1331 (H. Kalucka 1968, Seite 11) - und zwar nach dem 3. Juli, an dem sie noch als Herzogin von Schlesien urkundet (SR VI, Nr. 5028 Seite 123f.) - Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg (der allerdings bereits am 3. Mai 1329 in Breslau den Verkauf von Görlitz durch Kunigundes Schwager Heinrich von Fürstenberg-Jauer an Johann von Böhmen bezeugt [SR VI, Nr. 4837 Seite 63f.]), geheiratet haben; sie ist deshalb wohl nicht, wie O. Balzer 1895, Seite 376, und ihm folgend K. Wutke 1910/11, Tafel IV unnd Seite 13, meinen, bereits am 9. April 1331, sondern wohl erst am 9. April 1333 gestorben (so auch H. Kalucka 1968 Seite 11; vgl. auch K. Jasinski II, 1975, Seite 20), und zwar vermutlich bei der Geburt des jüngsten ihrer beiden aus dieser Ehe bezeugten Kinder, Mesko und Beatrix. Da sich Königin Hedwig erst nach dem nur vier Wochen später erfolgten Tod ihrer Tochter) nach Alt-Sandez zurückzog, liegt hier die Vermutung näher, daß sie es war, die Constantias Entschluß beeinfluß hat.], die Tochter von Hedwigs Tochter Margaretha-Kunigunde, war seit Anfang 1331 Witwe Herzog Primkos von Glogau.
Die Anlage war erst gut zwei Jahrzehnte zuvor gegründet worden, und zwar von der Frau Karl Roberts von Ungarn, der Königin Elisabeth. Sie war eine Tochter der polnischen Königin Hedwig, die sich 1333 nach dem Tod ihres Mannes in das Klarissenkloster zu Alt-Sandez zurückgezogen hatte. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses muß in der ungarisachen Königin der Entschluß gereift sein, in Alt-Buda ein Frauenkloster zu gründen. Zwar gab es bereits 1291 in Budapest ein Klarissenkloster, doch hatte Alt-Buda, das nach dem Tod des Königs im Jahre 1342 zum offiziellen Witwensitz Elisabeths werden sollte, als ehemalige Residenz der ARPADEN bereits zu Lebzeiten ihres Mannes für sie einen besonderen Rang eingenommen, der es erklärt, daß sie hier ein eigenes Kloster errichten wollte. Am 15. Juli 1334 erteilte Papst Johannes XXII. seine Erlaubnis zu dessen Bau. In den folgenden zwölf Jahren muß die Königin eine rege Bautätigkeit zugunsten ihrer Gründung entfaltet haben, die sich allerdings insgesamt noch über ein Jahrzzehnt hinziehen sollte. Denn als der Generalminister des Franziskanerodens am 23. Juni 1346 der Bitte Elisabeths - die bei dieser Gelegenheit übrigens als mater nostri ordinis et beati patris nostri Francisci filia singularis bezeichnete - entsprach, gewährte er ihr nicht nur das Recht, eine Äbtissin einzusetzen, sondern er gestattet ihr auch, aus anderen Klöstern geeignete Schwestern zur Erziehung der Novizinnen aufzunehmen. Eine der aus fürstlicher Familie stammenden Nonnen war Kinga von Oppeln.
Den ersten Beweis dieses königlichen Wohlwollens erhielt sie am 4. Juli 1355. An diesem Tag machte nämlich Elisabeth der Kenegunde, der Tochter domini Bulkonis ducis Opuliensis sororis nostre karissime, eine bedeutende Schenkung. Da Herzog Bolko II. von Oppeln erst ein knappes Jahr später, am 12. Juni 1356 starb, ist Kunigunde-Kinga eindeutig als seine Tochter zu identifizieren. Die Verwandtschaft, auf die die Königin in allerdings sehr allgemein gehaltener Form anspielt, wird durch Kingas Mutter begründet: Bolkos II. Frau, Herzogin Elisabeth von Schweidnitz, war nämlich eine Tochter des älteren Schwester Margaretha-Kunigunde der ungarischen Königin, so daß Kinga deren Großnichte war.