Sylvester IV.                                   Gegen-Papst (1105-1111)
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Sohn des N.N.

eigentlich Maginulf
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1908
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Silvester IV., Gegen-Papst 18. Nov.1105-12./13. April 1111
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     + Todesjahr unbekannt

eigentlich Maginulf

Nach dem Tod des Gegen-Papstes Clemens III. erhoben dessen römische Anhänger die Gegen-Päpste Theoderich (1100-1101) und Albert (1101), die durch Papst Paschalis II. bald ausgeschaltet werden konnten. Römische Adlige, vor allem Mitglieder der Baruncii, erhoben in S. Maria Rotonda (Pantheon) Maginulf, Erzpriester von S. Angelo, zum Papst, der bald von Markgraf Werner von Ancona unterstützt wurde. Werner kam mit Truppen nach Rom - Paschalis II. weilte damals in der Leostadt außerhalb Roms -, und am 18. November 1105 wurde Maginulf in der Lateranbasilika geweiht und als Silvester IV. inthronisiert. Nach der Rückkehr Paschalis' II. kam es zu heftigen Kämpfen. Die Partei Silvesters IV. behielt die Oberhand, doch ihr Anhang verminderte sich, als das Geld ausging. Silvester IV. mußte im November 1105 Rom verlassen und fand Zuflucht in Osimo. Im Frühjahr 1111 ließ ihn HEINRICH V. in sein Lager bei Rom bringen, um Druck auf Paschalis auszuüben. Als dieser Zweck erreicht war, ließ der Kaiser ihn fallen. Silvester IV. mußte am 12. oder 13. April 1111 förmlich Verzicht leisten und dem Papst Gehorsam leisten.

Quellen:
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LP II, 298, 345f. - Jaffe I, 773f. - MGH Const. I., 146, Nr. 98 - MGH SS XIX, 281f.

Literatur:
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C. Servatius, Paschalis II., 1979, 69-72, 339f. - G. Tellenbach, Die w. Kirche vom 10. bis zum frühen 12. Jh., 1988, 201-208.