Otakar IV. (Oci IV.)                                Graf in Kärntner Kroatengau
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    -4.4. vor 1028
 

Sohn des Grafen Otakar III. im Chiemgau
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Dr. Wilhelm Wegener: Seite 84
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5. Otakar IV. (Ocie)

F. Der zwischen 972/94 beglaubigte Graf Otakar könnte, streng genommen, noch mit Otakar III. identisch sein; aber er erscheint als Hauptzeuge einer Mondseer Tradition, also in einer von der Chiemgau-Grafschaft ziemlich weit entfernten Gegend. Die darin genannte Ortschaft Irrsdorf gehört zum Mattigau, für die damals wohl schon der Graf Gebhard (DD 3, 188 n 158 zu 1007) zuständig war. Riwtun kann ich nicht deuten. Aber es wäre denkbar, dass Otakar damals Graf im Attergau war, zu dem Mondsee gehörte, oder aber, dass er Vogt von Mondsee war. Auf alle Fälle scheint die Tradition darauf hinzudeuten, dass dieser Otakar zunächst wenigstens ein anderes Betätigungsfeld hatte als Arnulf, dass er also dessen jüngerer Bruder war. Einmaliges Vorkommen
c 980 (972/94) Vertrag zwischen Bischof Wolfgang von Regensburg (972-994) und dem Edlen Einhart; dieser gibt sein Eigen zu Ritwun und empfängt den Zehnt zu Irrsdorf (am Oberlauf der Mattig), Spitzenzeuge Otachar comes OÖ UB 1, 87 n 149
 + (c 1000?) 5/3 Traunkirchen; Otakerus comes pater Ate prime abbatisse Necr. 4, 429
                          Salzburg Dom: Ozie comes Necr. 2, 112.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Prof. Dr. Otto Dungern: Seite 62
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7. Otger = Oci IV.

Filiation nicht beweisbar.
Otger 993 Graf im Kärntner Kroatengau (MG. Dipl. O. III. n. 133),
994 Oci qui et Walpot, comes et missus des Königs in Friaul (Kärntner UB. III. n. 186).
Die Gleichstellung Otakar = Oci von Strnadt scharf abgelehnt (Arch. ö. G. 94, S. 517 ff.; 546; 99, S. 542 A), von Uhlirz verfochten (Göttinger Gelehrte Anzeigen 1909, S. 721 ff.).
Gründer des Stifts Ossiach in Kärnten (Kärntner UB. 243a und 238);
sein oder seines Sohnes Todestag im Ossiacher Necrolog. 23.IV.
Über seine Gattin Glismod von Utrecht vgl. Breslau, Jahrb. d. Dt. Reiches, unter Konrad II., I, S. 485, und die Stammtafel bei Jaksch, Kärntner UB. IV., Tafel II. Die Mutter der Glismod hieß Agathe (ihre 2. Tochter: Azela). Vgl. Nr. 8 und 12.
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Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 1555
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OTAKARE
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Ende des 10. Jh. erscheint Graf Otakar (Oci) als Gewaltbote in Kärnten und in der Mark Verona; um 1024 gründete er Kloster Ossiach. Sein Sohn Ozinus schuf im friulanischen Naun den Sitz der Herren von Cordenons.
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Andreas Thiele:
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"Erzählende Stammtafeln"

Otakar (Otger) war 993 als Graf im Kärntner Kroatengau und 994 in Walpot und als Gewaltbote Missus des Königs in Friaul bezeugt. Er gründete 1024 Ossiach.
 
Werner Trillmich: Seite 104
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Die wertvollsten Allodien der Familie des Grafen Otgar, der als "Waltpot" in Friaul amtete und mit der IMMEDINGERIN Glismod vermählt war, lagen in Kärnten am Ossiacher See, bei Villach und Treffen. Um 1028 stiftete er Kloster Ossiach. Von seinen Söhnen besaß Graf Ozi, Herr von Cordenons, in Friaul und Istrien politischen Einfluss, während Poppo, der Patriarch von Aquileia (1019-1042) als Kolonisator, Bauherr und Förderer von Handel, Wirtschaft und Kultur sich zu einem recht gewalttätigen, eigenmächtigen Vorkämpfer deutscher Interessen in Italien aufwarf. ARIBONEN und IMMEDINGER gewährten ihm Rückhalt bei Hofe.
 
 
 
 

  oo Glismod von Utrecht, Tochter des Grafen Immed
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Kinder:

  Ozinus Graf im Zeidelgau
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  Poppo Patriarch von Aquileija (1019-1042)
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