Heinrich I.                                      Graf von Limburg (1082-1119)
-------------                                      Herzog von Nieder-Lothringen (1101-1106)
um 1062-   1119                             Pfalzgraf von Lothringen (1095-1099)
 

Sohn des Grafen Walram II. von Arlon-Limburg und der Jutta von Luxemburg, Tochter von Herzog Friedrich II. von Nieder-Lothringen
 

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 22
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 54 HEINRICH I., Graf von Limburg ca. 1070, Pfalzgraf von Lothringen 1095
--------------------------- Herzog von Nieder-Lothringen 1101, abgesetzt 1106 V.
* ca. 1060, + 1119

Gemahlin:
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Adelheid, Tochter des Grafen Botho von Bothenstein (ARIBONIN) (siehe XI 172)
       + nach 1106



Thiele, Andreas: Tafel 14
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HEINRICH I.
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    + 1119

Graf von Arlon-Limburg

Heinrich I. stand im Thronkrieg zu Kaiser HEINRICH IV., wurde 1095 als Verwandter des Pfalzgrafen Heinrich II. von Laach Pfalzgraf bei Rhein, scheiterte letztlich 1099 gegen Pfalzgraf Siegfried von Orlamünde und befehdete ihn ständig. Für seine Teilnahme am Kreuzzug 1096 wurde er Vogt von Malmedy und Stablo und 1101 durch Kaiser HEINRICH IV. als Ersatz Herzog von Nieder-Lothringen. Er unterstützte ihn weiter, verweigerte 1106 HEINRICH V. die Huldigung und wurde zugunsten des Hauses BRABANT als Herzog von Nieder-Lothringen abgesetzt, womit die Jahrhunderte langen Gegensätze beider Häuser begannen. Er konnte in Nieder-Lothringen nie eine wirkliche herzogliche Gewalt errichten, da er allen Großen Lothringens an Macht und Ansehen unterlegen war. Er unterstützte 1113 die sächsische Rebellion und machte 1115 die Schlacht am Welfesholz mit. Er setzte 1108-1111 Pfalzgraf Siegfried gefangen, war auch zeitweise inhaftiert und galt für manche nur als Schwiegersohn des Grafen Walram II. und als Sohn eines Grafen Udo von Limburg.

  oo ADELHEID VON POTTENSTEIN
                 + nach 1106

Tochter des Pfalzgrafen Botho von Bayern



Ekkehardi Chronica: Recensio III Seite 298
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"Die Chronik des Ekkehards von Aura"

Im Jahr des Herrn 1009. König HEINRICH feierte das Geburtsfest des Herrn in Mainz und kurz darauf hielt er in Frankfurt einen Hoftag mit den Großen ab und überantwortete Pfalzgraf Sigfrid der Haft beim Bischof von Würzburg, weil er den Plan ausgeheckt habe, den König zu töten und sich gegen sein Reich zu erheben, - dies hatte der frühere Herzog Heinrich von Lothringen verraten, der vom König wieder zu Gnaden aufgenommen war.

Kimpen Dr. Emil: Seite 25-26
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"Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft"

Da der in einer etwa 1095/96 ausgestellten Urkunde angeführte Pfalzgraf Heinrich noch Heinrich von Laach gewesen sein wird, so erblicken wir in Heinrich III. mit Sicherheit erst in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Egilbert vom 11. Juli 1097 als Zeugen. Von Heinrichs III. Tätigkeit berichtet im übrigen nur eine einzig, bereits in die Zeit seines Nachfolgers fallende Urkunde von 1103. In ihr erwähnt Kaiser HEINRICH IV. ein wegen der Übergriffe des Prümer Vogts, Berthold von Hamm, eingesetztes Gericht, bei dem sein Sohn, König HEINRICH, Bischof Konrad von Utrecht und Pfalzgraf Heinrich als Richter mitwirkten. Dies Gericht muss, da HEINRICHS Sohn frühestens seit dem Mainzer Reichstag vom Dezember 1097 König war, ja seine Krönung erst am 6. Januar 1099 erfolgte, und Bischof Konrad von Utrecht am 14. April 1099 ermordet wurde, zwischen 1097 und 1099 getagt haben.
In diesem Pfalzgrafen Heinrich hat man, weil kein anderer Graf Heinrich damals in Lothringen gelebt habe, bisher von Heinrich von Laach 1093 als seinem cognatus bezeichneten Heinrich von Limburg erblickt. Nun war Heinrich von Limburg allerdings der Gatte einer Adelheid, der Tochter Botos von Pottenstein und jener Judith von Schweinfurt, die in 1. Ehe mit dem ezzonischen Herzog Kuno von Bayern kinderlos vermählt war.

Boshof Egon: Seite 265,267,285
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"Die Salier"

Schließlich gelang HEINRICH IV. die Flucht aus Ingelheim. Bei Bischof Otbert von Lüttich und Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen fand er Aufnahme und tatkräftige Unterstützung gegen den Sohn, der am 5. Janaur 1106 in Mainz aus der Hand des Erzbischofs Ruthard die Reichsinsignien empfing.
Lediglich in Nieder-Lothringen gab es zunächst Schwierigkeiten. Die Herzogswürde war nach dem Aufbruch Gottfrieds von Bouillon zum Kreuzzug eine längere Zeit vakant geblieben, bis HEINRICH IV. das Herzogtum im Jahre 1101 dem Grafen Heinrich von Limburg verlieh. Der neue Herzog war über seine Mutter ein Enkel des 1065 gestorbenen Herzogs Friedrich von Nieder-Lothringen. Er lohnte dem Kaiser seine Rangerhöhung mit treuer Gefolgschaft bis zum bitteren Ende, büßte aber dafür, daß er auf die falsche Karte gesetzt hatte. Von HEINRICH V. als Hochverräter abgesetzt, verlor er die herzogliche Würde bereits im Mai 1106 an seinen Rivalen, den Grafen Gottfried von Löwen. Gottfrieds faktische Macht reichte über seinen eigenen Herrschaftsbereich, der mit Allodialbesitz und Komitaten den Kern des späteren Landes Brabant bildete, nicht weit hinaus, zumal der LIMBURGER sich nicht beugte, sondern seinen Herzogstitel weiterführte und seinen Herrschafstbereich im Raume zwischen Aachen und Lüttich behauptete. Die durch den Antagonismus der Häuser LIMBURG und LÖWEN-BRABANT beeinträchtigte Stabilität der politischen Lage im Nordwesten des Reiches rief den Grafen Robert von Flandern auf den Plan.
Der Erzbischof Friedrich von Köln lehnte sich im Sommer 1114 gegen den Kaiser auf, und die Bürgerschaft seiner mächtig gewordenen Stadt, die HEINRICH V. seit den militärischen Auseinandersetzungen des Jahres 1106 ohnehin nicht wohlgesinnt war, schloß sich ihm an. Da der größte Teil des Hochadels, darunter die beiden Rivalen um das niederlothringische Herzogtum, Gottfried von Löwen und Heinrich von Limburg, ferner auch Heinrich von Zutüphen, in das Lager der Rebellen überging und ein erster Angriff des Kaisers auf Köln fehlschlug, war der niederrheinische Raum dem SALIER weitgehend verloren.

Partenheimer Lutz: Seite 27,215
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Doch HEINRICH V., der Siegfried erst 1111 nach der Rückkehr von der Kaiserkrönung auf Verwendung fürstlicher Standesgenossen die Freiheit geschenkt [145 Zur Jahreswende 1108/09 war der Pfalzgraf von Heinrich von Limburg (Herzog von Nieder-Lothringen 1101-1106) vor dem König des Hochverrats bezichtigt worden, der ihn darauf vom Bischof von Würzburg inhaftieren ließ.], ging jetzt daran, die Allodien Ulrichs II. einzuziehen.

Peper Hans Dr.: Seite 5,10,11,16,18,19
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"Graf Siegfried von Ballenstedt, Pfalzgraf bei Rhein, ein treuer Vasall Kaiser Heinrichs IV." in: Anhaltinische Geschichtsblätter 10/11

Dann ist sicher, daß er nicht gleich die rheinische Pfalzgrafschaft erhielt; denn zwischen 1095 und 1099 ist Graf Heinrich von Limburg Pfalzgraf von Lothringen. Man hat wohl angenommen, Heinrich sei nur sozusagen der Stellvertreter und Vormund für den damals noch unmündigen Siegfried gewesen. Das scheint nicht der Fall zu sein; Heinrich von Limburg war wirklich Pfalzgraf.
Und so kann man wohl zu dem Schluß gelangen, daß der Kaiser Siegfried zum Pfalzgrafen erhob, um diesen mächtigen Fürsten, den Stiefsohn eines seiner hervorragendsten Anhänger, für sich zu gewinnen, unter Hintansetzung des bisherigen Inhabers dieses Amtes, Heinrich von Limburg der sich ja dann sehr bald als Gegner sowohl des Kaisers als auch Siegfrieds erwiers [6 Otto von Heinemann, Albrecht der Bär. Darmstadt 1864, Seite 22.].
So war natürgemäß der abgesetzte Pfalzgraf Heinrich von Limburg sein abgesagter Feind. Dieser ließ sich Gewalttätigkeiten gegen die Abtei Prüm zuschulden kommen. Der Kaiser erschien 1101 in Lüttich, wo sein Sohn HEINRICH mit dem Schwerte umgürtet wurde. An dieser glänzenden Fürstenversammlung nahm auch Graf Siegfried teil, und hier wurde der Kriegszug gegen Heinrich von Limburg beschlossen. Dieser hatte sich zusammen mit dem Grafen Dietrich von Ahr offen gegen den Kaiser empört. Auch Dietrich fühlte sich wohl durch das Eindringen Siegfrieds in das Gebiet um den Laacher See verletzt. Der Kaiser zog gegen diese beiden Fürsten und belagerte mit vielen Fürsten die östlich von Lüttich gelegene Burg Limburg. Die Belagerung fand im Mai statt. Die Burg wurde erobert und zerstört; andere feste Plätze erlitten dasselbe Scicksal, und Graf Heinrich mußte sich dem Kaiser unterwerfen.
Ob sich aber Siegfried so ganz mit dem König versöhnt hatte? Immerhin berührt es merkwürdig, daß er mit zwei anderen Anhängern HEINRICHS IV., dem Grafen Heinrich von Limburg und dem Grafen Wilhelm von Luxemburg, in demselben Jahre in Trier weilt, vielleicht im April. Siegfried hatte allerdings 1101 mit gegen Heinrich von Limburg gekämpft, der vor ihm Pfalzgraf gewesen war. Aber dann wurde Heinrich ein Anhänger des Kaisers und war von diesem mit dem Herzogtum Nieder-Lothringen belehnt worden. HEINRICH V. dagegen lag in heftiger Fehde mit dem Grafen von Limburg, der ihm Aachen entrissen hatte. Der König hatte ihn gefangen gesetzt, Heinrich von Limburg war entflohen und dann erst nach schweren Kämpfen bezwungen worden. Nieder-Lothringen war anderweit verliehen worden.
Anfang 1109 berief HEINRICH V. eine Fürstenversammlung nach Frankfurt am Main. Hier saß er über den Pfalzgrafen Siegfried zu Gericht. Dann scheint sich der oben erwähnte Graf Heinrich von Limburg, noch vor kurzem ein erbitterter Feind des jungen Königs, diesem genähert zu haben und war in Ganden angenommen worden. Er entsann sich seiner alten Gegnerschaft gegen den Mann, der ihn einst aus der Pfalzgrafschaft verdrängt hatte und teilte dem Könige mit, Graf Siegfried trachte ihm, dem Könige, nach dem Leben und habe die Absicht, sich gegen ihn zu empören.

Fenske, Lutz: Seite 342,346,350
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen."

Eine Anklage Graf Heinrichs von Limburg führte 1109 zur Verurteilung Siegfrieds durch eine Fürstenversammlung in Frankfurt [12 Ekkehardi Chron. Rec. III Seite 298; Meyer von Knonau 6 Seite 92; Peper a.a.O. Seite 19.].
So sah sich HEINRICH V. im Sommer 1114 einer Erhebung gegenüber, die ihren Ausgangspunkt in Köln gehabt zu haben scheint und sich rasch nach Nieder-Lothringen und Westfalen ausbreitete. Außer Erzbischof Friedrich von Köln waren Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen, Graf Heinrich von Limburg, dem der Kaiser das zuvor innegehabte Herzogtum Nieder-Lothringen entzogen hatte, und die Grafen Dietrich von Ahr, Heinrich von Zütphen, Friedrich von Arnsberg und sein Bruder Heinrich, sowie Hermann von Kalvelage an dem Aufstand beteiligt [42 Zu den Teilnehmern vgl. Ann. Patherbr. ad 1114 Seite 127, ad 1115 Seite 129.].
Teilnehmer an der Schlacht am Welfesholz war ferner Graf Heinrich von Limburg. HEINRICH V. hatte ihn 1106 als Herzog von Nieder-Lothringen abgesetzt, weil er der führende Vertreter derjenigen Kräfte gewesen war, die HEINRICH IV. in der Schlußphase der Auseinandersetzung mit seinem Sohn unterstützt hatten. In das hier beschriebene Verwandtschaftssystem war Heinrich von Limburg durch die Ehe seiner Tochter mit Friedrich von Arnsberg einbezogen [66 Vgl. Lange a.a.O. Seite 148. Aus dieser Ehe stammten zwei Töchter, Jutta und Ida, von denen Jutta mit Graf Gottfried II. von Kappenberg verheiratet war. Die Grafen von Werl-Arnsberg starben also mit dem Tod Friedrichs 1124 in männlicher Linie aus. Graf Gottfried II. wandelte unter schärfster Mißbilligung seines Schwiegervaters gemeinsam mit seinem Bruder Otto, beeinflußt durch Norbert von Xanten, die Burg Kappenberg 1122 in ein Prämonstratenserkloster um und trat selber in den geistlichen Stand ein.].
 
 
 
 

  oo Adelheid von Pottenstein, Tochter des Pfalzgrafen Botho von Bayern
              - nach 13.8.1106
 
 
 
 

Kinder:

  Agnes
          - nach 13.6.1129

um 1110
  oo Friedrich IV. Pfalzgraf von Sachsen
      1085-   1125

  Adelheid
         -6.2. vor 1146

  1. oo Friedrich Graf von Werl
                 -   1124

  2. oo Kuno II. Graf von Harburg-Lechsgemünd
                  -30.7.1139

  3. oo Konrad II. Graf von Dachau
                  -18.11.1159

  Walram III. der Heide
  um 1085-16.7.1139

  Matilde
        -

  oo Heinrich I. Graf von la Roche
              -5.6. vor 1138
 
 
 
 
 

Literatur:
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Boshof Egon: Die Salier. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1987 Seite 265,267,285 -
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 22 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 267,367,379,384,392,424,431,441,445,454/Band II Seite 23,25/Band III Seite 121,124, 322 - Ekkehardi Chronica: Die Chronik des Ekkehards von Aura Recensio III Seite 298 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 342,346,350 - Giesebrecht Wilhlm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Mundus Verlag 2000 Band 3 Seite 656 - Kimpen, Emil: Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, XII. Ergänzungsband, Innsbruck 1933 Seite 25-26 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 554 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band III Seite 469 n. 45/Band IV Seite 286/Band V Seite 58 n.3,60,115,118,120,131,132-133,179,180, 181 n.17,183 n.20,246, 290,294 n.26,296,297,298,300-301,302,303,310,331,360,361/Band VI Seite 5, 7 n.2,12-13,41 n.16, 47,72 n.58,92,118,298-299,305,306,323/Band VII Seite 141 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Geschichte des Herzogtums Groß-Lothringen (900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 74-79 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 215 - Peper Hans Dr.: Graf Siegfried von Ballenstedt, Pfalzgraf bei Rhein, ein treuer Vasall Kaiser Heinrichs IV. in: Anhaltinische Geschichtsblätter 10/11 1934/35 Seite 1-37 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 14 - Werner, Matthias: Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit, in Die Salier und das Reich Band 1 Seite 367-475, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 - Wies Ernst W. Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft. Bechtle Verlag Esslingen 1996 Seite 236 -