Wilhelm VI. der Ältere                   Markgraf von Montferrat (1136-1191)
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um 1110-   1191
 

Einziger Sohn des Markgrafen Rainer I. von Montferrat und der Gisela von Burgund-Besancon, Tochter von Graf Wilhelm I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 790
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Mon(t)ferrat, Markgrafen von
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Ihr Sohn Wilhelm IV. oder V. der Ältere, mit Ludwig VI. von Frankreich verschwägert, wurde durch seine Heirat mit Judith, Tochter Leopolds III. von Österreich und der SALIERIN Agnes zum Onkel Kaiser FRIEDRICHS I. BARBAROSSA.
Dieser hochadligen Verwandtschaft verdankte Wilhelm zweifellos zum Großteil sein Ansehen unter den zeitgenössischen Fürsten Italiens und seine politischen Erfolge, so dass er zu den wenigen gehörte - wie Otto von Freising bemerkt -, die der Macht der städtischen Kommunen standhielten. Er trachtete die Vorrangstellung über die anderen Zweige der ALERAMIDEN zu gewinnen, spielte eine aktive Rolle in der Italienpolitik der Zeit BARBAROSSAS - immer kaisertreu - und erhielt 1164 von seinem kaiserlichen Neffen die Bestätigung seiner Besitzungen.
In den Jahren 1147-1149 nahm er im Gefolge Ludwigs VII. von Frankreich und KONRADS III. am 2. Kreuzzug teil; 1183-11186 zog er wieder nach Palästina, wo er wahrscheinlich den Tod fand



Brandenburg Erich: Tafel 19 Seite 38
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 143. WILHELM VI., Markgraf von Montferrat ca 1136
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* ca. 1110, + 1191 nach 3.III., vor 8.XII.

Gemahlin:
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vor 1133 28.III. (ca. 1130)
Judith, Tochter Leopolds III. Markgraf von Österreich (siehe XIII 122)
       + nach 1168 18.X.



Thiele, Andreas: Tafel 459
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

WILHELM VI. DER ÄLTERE
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* um 1110, + 1191

Sohn des Markgrafen Rainer I.

Wilhelm VI. der Ältere folgte 1136 als treuer STAUFER-Anhänger, machte 1147/49 den 2. Kreuzzug seines königlichen Schwagers KONRAD III. mit, später die Italienfeldzüge von Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA und half 1159 Mailand zu unterwerfen. Er war auf Grund seiner Lage ein erbitterter Gegner der lombardischen Städte, die ihm mehr und mehr Expansionsmöglichkeiten nahmen. Er unterlag 1172 in der Schlacht bei Montebello entscheidend gegen sie, unterwarf 1178 Alessandria kurzfristig, hielt im Schisma zeitweise den Erzbischof Christian I. von Mainz gefangen und machte 1176 die entscheidende Schlacht bei Legnano mit, die das Ende der kaiserlichen Vormacht bedeutete. Er half danach, zwischen Städten, Kaiser und Papst zu vermitteln und orientierte sich seitdem vorwiegend nach Palästina hin, hielt sich seit 1183 meistens dort auf, machte die Schlacht bei Hittin gegen Sultan Saladin mit und war vorübergehend dessen Gefangener. Er stand auch traditionell gegen Savoyen-Aosta.

 um 1133
  oo Judith von Österreich, Tochter des Markgrafen Leopold III. des Heiligen
             + nach 1168

Halbschwester König KONRADS III.



Cardini Franco: Seite 246
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"Friedrich I. Barbarossa"

Prinzessin Sibylle von Jerusalem, die Schwester des aussätzigen Königs Balduin IV., hatte im Jahr 1175 Wilhelm mit dem Beinamen "Langschwert", den ältesten Sohn des alten Markgrafen Wilhelm von Montferrat, geheiratet; das Klima dort dürfte ihrem Gemahl allerdings nicht sehr zuträglich gewesen sein, denn er starb schon zwei Jahre später. Ihrem Sohn würde der Onkel mütterlicherseits, der unglückliche Balduin, seine Herrschaft überlassen und 1185 war der alte Markgraf Wilhelm nach seiner Versöhnung mit dem Kaiser, von dem er sich, wie wir gesehen haben, nach dem Frieden von Venedig getrennt hatte, dem er aber im Innersten seines Herzens immer treu geblieben war, ins Heilige Land aufgebrochen, um die Interessen seines Enkels zu schützen. Wilhelm war Jahre zuvor durch Zufall die Schmach der Niederlage von Legnano erspart geblieben; aber jene von Hittin blieb ihm 1187 nicht erspart - er wurde gefangengenommen. Wenige Tage später, Mitte Juli 1187, traf im Hafen von Tyrus, der einzigen großen Küstenstadt des Königreiches, die noch in den Händen der Kreuzritter war, der zweitgeborene Sohn des alten Markgrafen ein: Konrad.

Wies, Ernst W.: Seite 69,164,181,241,243,251
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"Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit."

Der mächtige Markgraf Wilhelm von Montferrat und der Bischof von Asti erhoben Klage gegen die Bürger von Asti und die Einwohner von Chieri. Es muß sich wohl um die Verletzung von Vasallenpflichten gehandelt haben, denn FRIEDRICH gab der Klage des Bischofs und des Markgrafen statt.
FRIEDRICH BARBAROSSA eilte im Juli 1160 mit einem Aufgebot aus Pavia, Novara, Vercelli, Como, Seproia und der Martesanna der Feste Carcano zu Hilfe. Er wurde unterstützt von dem Markgrafen von Montferrat, dem Grafen von Biandrate und wenigen seiner Deutschen.
In Burgund erschienen waren neben 11 Erzbischöfen und 40 Bischöfen die Herzöge Heinrich der Löwe, Friedrich von Schwaben und Hermann von Kärnten, der Landgraf Ludwig von Thüringen, die Markgrafen Otto von Meissen, Albrecht der Bär von Brandenburg, Wilhelm von Montferrat und Obizo Malaspina.
Den Schrecken von Susa noch vor Augen ergab sich die Stadt Asti. Nach dem Sieg über Asti kehrten auch die alten Freunde von Kaiser und Reich zurück in die Treue. Der in den Lombardenbund hineingepreßte Markgraf Wilhelm von Montferrat, der Graf von Biandrate und andere italienische Adlige verstärkten das Heer des Kaisers.
Am 16. April 1175 trafen sich die Delegationen der Städte und des Kaisers auf einem Platz vor der Burg Montebello, der dem Markgrafen von Montferrat gehörte. Überraschenderweise wurde man sich schnell einig.
FRIEDRICH stand nun vor der strategischen Aufgabe, das neue Aufgebot (1.000 Ritter und 1.000 Fußsoldaten von neun Kirchenfürsten und sieben weltlichen Fürsten) mit seinen Kräften in Pavia und der ihm treu gebliebenen Städte sowie dem Markgrafen von Montferrat zu vereinen. Trotz seiner zahlenmäßigen Unterlegenheit griff FRIEDRICH das Heer des Lombardenbundes an und erlitt bei Legnano eine vernichtende Niederlage.

Vacha Brigitte/Pohl Walter: Seite 198
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"Die Welt der Babenberger"

Mit den MONTFERRATS waren auch die BABENBERGER verschwägert - Konrads Vater Wilhelm von Montferrat war mit Judith, einer Tochter Leopolds III., verheiratet.
 
 
 
 

 um 1133
  oo Judith von Österreich, Tochter des Markgrafen Leopold III.
       um 1115- nach 18.10.1168
 
 
 
 

Kinder:

  Adelheid
         - um 1233

 1202
  oo Manfred II. Markgraf von Saluzzo
               -   1215

  Beatrix
        -

  oo Guido V. d'Albon-Grenoble
             -   1162

  Tochter
         - nach 22.7.1202

  oo Albert Markgraf von Malaspina
             - nach 1210

  Agnes Nonne
         - nach 22.7.1202

  Friedrich Geistlicher
       -

  Rainer II. Titular-König von Thessalonich
  1162-   1182 ermordet

  Wilhelm VI. Langschwert Graf von Askalon und Jaffa
  1133-   1177 nach 6.

  Bonifatius I.
  um 1150- 9.1207 gefallen

  Konrad König von Jerusalem
  um 1146-28.4.1192
 
 
 
 

Literatur:
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Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 144, 174,200,204,209,223,226,246 - Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag Darmstadt 1998, Seite 332 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 139 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 49,54 A., 63,88,100,113,115,122,189,242,243,257 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 459 - Vacha Brigitte/Pohl Walter: Die Welt der Babenberger, Verlag Styria Seite 132,198 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 69,72,164,181,241,243,251 -