Alpais                                                       Äbtissin von San-Pierre-le-Bas in Reims (816-852)
-------                                                     Gräfin von Paris
794-23.7.852
 

Älteste Tochter des Kaisers LUDWIG I. DER FROMME aus seiner Verbindung mit einer Konkubine
 
 
Karl Ferdinand Werner: Seite 445
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

III. Generation 8.
Etwas irreführend sagt B. in Anmerkung III,13, Alpais sei "Nur ann. Laur. Min. 816, SS 1, 122" (lies: 222) als LUDWIGS-Tochter nachgewiesen bzw. erwähnt. Er selbst zitiert Flodoard, Hist. Remens. eccles. MG SS 13, 460, 595 (hier wäre auch Flodoards Quelle zu nennen, die V. Rigoberti c. 12, ed. W. Levison, MG SS rer. Mer. 7,68), der ja nicht nur, wie bei B., Beleg für die Stellung von Alpais als Äbtissin von S.-Pierre-le-Bas in Reims ist, sondern ebenfalls Alpais als Tochter LUDWIGS bezeugt. Endlich bieten die Ann. Hildesheim., ed. G. Waitz, MG SS rer. Germ. 1878, 16, zu 816, im Unterschied zu den Ann. Lauriss. den Namen der Alpais, in der Form Elpheid.
Die oft wiederholte Vermutung (Zuletzt R. Louis, Girart, comte de Vienne ...1, Auxerre 1946, 14-16), Alpais, die den Namen der Mutter Karls Martells trägt, sei eine Tochter KARLS DES GROSSEN und nicht LUDWIGS, kann definitiv aufgegeben werden. Sie stützt sich auf den Satz des erwähnten Ann. Lauriss: Picco, primus de amici regis, qui et filiam imperatorii duxerat uxorem, defunctus est, und möchte rex auf LUDWIG, imperator auf KARL beziehen.
Der Annalist gebraucht jedoch sowohl unmittelbar vor, als auch nach diesem Satz imperator mit Bezug auf LUDWIG, fügt zu 812, offenbar um Verwechslung zu vermeiden, da wo er von KARL spricht, sogar dessen Namen hinzu, imperotorii Caroli (obgleich LUDWIG 812 noch nicht Kaiser war). Seine Bemerkung zu 816 bezieht sich also eindeutig auf LUDWIG und ist als Steigerung gedacht: Picco (Graf Bego von Paris) war der erste von LUDWIGS Günstlingen, er hatte auch seine Tochter zur Frau. Vermeintliche chronologische Schwierigkeiten, die Louis sieht, beruhen auf einer irrigen Identifizierung des magister Iudaeorum evrardus mit einem der Söhne von Alpais. Zu deren Kindern (untern IV,2-4) und weiteren Nachkommen vgl. Exkurs 2.
Das von B offengelassene Todesdatum der Alpais läßt sich näher bestimmen. 852 V 29, bei der Translation der Reliquien des hl. Remigius durch Erzbischof Hinkmar von Reims, lebt Alpais noch in ihrer Abtei: Sie durfte für das Haupt des Remigius ein Kissen sticken, dessen Widmungsinschrift uns durch Mabillon erhalten ist, ed. L. Traube, MG Poet. lat. 3,414 (in Anm.). Traube bietet ein genaueres Datum als Louis 25f. (852 X 1). In dieser Inschrift, die, wie Traube zeigt, nicht, wie manche geglaubt haben, von Hincmar stammt, schreibt die LUDWIGS-Tochter sich Alphedis. Den Todestag fand ich in einem zwischen 1400 und 1414 auf Grund älterer Vorlagen geschriebenen Nekrolog der Reimser Kirche, Vat. Ottob. lat. 2960, fol. 88 verso, wo zu den 10. Kal. des August der Eintrag steht: ... Alpheidis deo sacrata. Sie ist also am 23. Juli, frühestens 852, gestorben.
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 806
  oo 2. Bego Graf von Paris
          755/60-28.10.816
 
 
 
 

Kinder:

  Leuthard Graf von Paris
         -   858/59
 
  Eberhard
         -   861/71
 

 
 

Literatur:
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Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10. und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969, Seite 166-168 -