Margarete Maultasch                     Gräfin von Tirol (1335-1363)
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1318-3.9.1369
Schloss Maultasch Wien

Begraben: Minoritenkloster, Wien
 

Einzige Tochter des Herzogs Heinrich VI. von Kärnten-Tirol, König von Böhmen aus dem Hause der MEINHARDINER aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von Braunschweig-Grubenhagen, Tochter von Herzog Heinrich I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 241
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Margarete Maultasch, Gräfin von Tirol
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* 1318, + 1369

Die Erbin Heinrichs VI., Herzogs von Kärnten und Grafen von Tirol, als Kind mit Johann Heinrich von Luxemburg vermählt, vermochte nach dem Tode des Vaters 1335 Tirol, unterstützt von ihrem Schwager, dem späteren Kaiser KARL IV., zu behaupten. Da sich Margarete in der Folge aus der Regierung verdrängt fühlte, schloss sie sich dem mit den Böhmen unzufriedenen Tiroler Adel an, der mit den WITTELSBACHERN konspirierte. Margarete Maultasch verstieß Johann Heinrich und ehelichte 1342 den Markgrafen Ludwig von Brandenburg, den Sohn LUDWIGS DES BAYERN, nachdem dieser die Ungültigkeit der ersten Ehe hatte feststellen lassen. Der 'Eheskandal' erregte auch durch prokaiserliche Stellungsnahmen von Marsilius von Padua und Wilhelm von Ockham größtes Aufsehen. Benedikt XII. verhängte den Bann über das Fürstenpaar. Nach dem Tode Ludwigs 1361 und des Sohnes Meinhard III. 1363 übertrug Margarete am 26. Januar 1363 ihre Herrschaftsrechte den nächsten Verwandten, den HABSBURGERN Rudolf IV., Albrecht III. und Leopold III. Damit begründete Margarete Maultasch die Vereinigung Tirols mit Österreich. - Die bis heute lebendige Bekanntheit Margaretes hängt gewiss mit dem seit etwa 1400 bezeugten Beinamen 'Maultasch' zusammen, der wohl auf die böhmische und päpstliche Propaganda gegen Margarete zurückgeht und nicht auf einer Verunstaltung der Mundpartie Margaretes beruht. Diese Interpretation wird ebenso wie die Verbindung mit der Burg Maultasch (bei Terlan) erst spät greifbar.

Literatur:
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NDB XVI, 163f - J. Riedmann, MA (J. Fontana u. a., Gesch. des Landes Tirol, I, 442-458. - W. Baum, Margarete Maultasch, 1994


Boslís Bayerische Biographie: Seite 506
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Margarethe Maultasch, bayer. Herzogin
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* 1318, + 3.10.1369
Schloß Maultasch Wien

Vater: Herzog Heinrich von Kärnten (+ 1335)

    1330
  1. oo Markgraf Johann Heinrich von Mähren (1322-1375)
   -1342

  2. oo 1342 Herzog Ludwig V. der Ältere (1315-1361)

Seit 1335 Erbin der Grafschaft Tirol.
Ließ sich 1342 von ihrem Ehemann scheiden.
Die Gutachten lieferten Marsilius von Padua und Wilhelm Occam.
Trotz angedrohten Kirchenbannes heiratete sie auf Drängen des Tiroler Adels in zweiter Ehe den Sohn Kaiser LUDWIGS DES BAYERN. KARL IV. belagerte vergeblich Schloß Tirol.
Die Herzogin resignierte 1363 und trat in das Wiener Minoritenkloster ein, wo sie starb und begraben wurde.

Literatur:
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ADB 20; BWB 2, O. Mayr: D. Stammburg Schloß Tyrol, o. J.



Rall, Hans und Marga: Seite 65
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."

HERZOG LUDWIG V. DER BRANDENBURGER
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* Mitte Mai 1315, + 18.9.1361
                              Zorneding

Grabstätte: Dom in München

  2. oo 10.2.1342 auf Schloß Tirol
         MARGARETE, genannt Maultasch
          * 1318, + 3.10.1369
        Schloß Mauktasch in Tirol Wien

Grabstätte: Minoritenkirche zum Heiligen Kreuz in Wien

Eltern: Heinrich, Herzog von Kärnten, und Gräfin Beatrix, Tochter des Grafen Amadeus V. von Savoyen



Thiele, Andreas: Tafel 498
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

MARGARETE "MAULTASCH"
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* 1318, + 1369

Margarete Maultasch folgte 1335 ihrem Vater in Tirol, das sie mit Hilfe der Tiroler Stände gegen die WITTELSBACHER behauptete, während Kaiser LUDWIG IV. Kärnten ihrem habsburgischen Cousin Albrecht II. übertrug. Sie wurde eine schroffe Gegnerin ihres ersten Mannes und dessen Familie, verjagte ihn und wurde enge Anhängerin der WITTELSBACHER. Sie stritt mit dem Landadel, bevorzugte landfremde Berater und war eine berühmte, eigensinnige und kunstsinnige Regentin. Sie wurde gebannt, da ihre erste Ehe noch nicht geschieden war und sie sich in zweiter Ehe mit Ludwig von Bayern vermählte, wozu sie den päpstlichen Dispens nicht einholten. Der frühe Tod ihres einzigen Sohnes ließ sie 1363 resignieren und Tirol fiel an HABSBURG.

  1. oo 1329-1341
           JOHANN VON LUXEMBURG, Markgraf von Mähren
                    + 1375

  2. oo LUDWIG V. Herzog von Bayern-Tirol-Brandenburg
                   + 1361



Baum Wilhelm: Seite 300
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"Margarete Maultasch" in: Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern.

MARGARETE MAULTASCH
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* 1318, + 13.10.1369
               Wien

Grabstätte: Minoritenkloster Wien

Eltern: Herzog Heinrich VI. von Kärnten-Tirol, * ca. 1265, 1295-1335 Regent von Kärnten-Tirol, König von Böhmen (1307-1310) und Adelheid von Braunschweig-Grubenhagen (+ 18.8.1320)

Geschweister: Adelheid von Tirol (* 1317, + 25.5.1375); (Halbbruder) Leopold (* 15.5.1307-?); (unehelicher Bruder) Albert

  1. oo 16.9.1330 in Innsbruck
           JOHANN HEINRICH VON LUXEMBURG, Markgraf von Mähren
           * Februar 1322, + 12.11.1375

Eltern: König Johann von Luxemburg, König von Böhmen (1310-1346) und Elisabeth von Böhmen (+ 1330)

1341 aus Tirol vertrieben, oIo 21.7.1349 in Stams (Johann Heinrichs 2. oo April/Mai 1350 mit Margarete von Troppau, * ca. 1333, + 1363)

  2. oo 10.2.1342 in Meran, kirchliche Legitimierung 2.9.1359 in München
           LUDWIG V. DER BRANDENBURGER, Herzog von Ober-Bayern
           * Mai 1315, + 18.9.1361
                                 Zorneding/München

Grabstätte: Frauenkirche München

In 1. oo mit Margarete von Dänemark (* 1315/16, + 1340), Tochter König Christophs II.

Regentin in Tirol 1341/42 und 1363

DIE NACHKOMMEN MARGARETE MAULTASCHS

Mindestens vier Kinder (zwei Mädchen und zwei Jungen, deren Lebensdaten unbekannt sind und die vor 1363 verstorben sein müssen), darunter

MEINHARD III.
* 1344, + 13.1.1363
               Schloß Tirol



  17.9.1329-1341
  1. oo Johann Markgraf von Mähren
          12.2.1322-12.11.1375

  10.2.1342
  2. oo Ludwig V. Herzog von Bayern
          1315-18.9.1361
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Meinhard II.
  9.2.1344-13.1.1363
 
 
 
 

Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 175,237,252 - Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 506 - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 321 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite 211,219,252,302, 305 - Rall, Hans: Urkundenwesen, Kanzlei und Rat der Wittelsbacher Pfalzgrafen bei Rhein und Herzoge von Bayern (1180/1214-1436/1438)  Seite 65 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 299-330 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH&Co. KG München 1994 Seite 108,136,200,266 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 33,40-44,52,54,57,64,67,110,128,165,194,196, 215 - Sütterlin, Klaus: König Johann. Ritter auf dem Schauplatz Europa. Verlag Markus Knecht 2003 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 498 -