Ermesinde II.                                 Gräfin von Luxemburg (1196-1246)
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 7.1186-9.5.1246
             Februar 1247 Hoensch)
                Zisterzienserinnenabtei Clairefontaine

Begraben: Zisterzienserinnenabtei Clairefontaine
 

Einzige Tochter und Erbin des Grafen Heinrich IV. der Blinde von Luxemburg-Namur aus seiner 3. Ehe mit der Agnes von Geldern, Tochter von Graf Heinrich II.
Über Ermesindes Cousine Beatrix von Rethel, Mutter der Kaiserin Konstanze von Sizilien, lief die Verwandtschaft zu den STAUFERN
 

Brandenburg Erich: Tafel 28 Seite 57
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 459 b. ERMESINDE
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* 1186 VII., + 1253

Gemahl:
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a) 1196
Theobald I. Graf von Bar (siehe XIV 95)
        + 1214 11. II.

b) 1214
Walram IV. Herzog von Limburg
       + 1226

Anmerkungen: Seite 149
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XIII. 459. Ermesinde. Schrötter und Witte a.a.O.



Thiele Andreas: Tafel 68
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ERMESINDE II.
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* 1186, + 1246

Ermesinde II. gewann nach dem Tod Kaiser HEINRICHS VI. Luxemburg, das dieser als erledigtes Reichslehen eingezogen hatte, 1197 zurück, musste aber Namur an den Neffen in Hennegau abtreten, womit sie die letzte Stellung an der Maas verlor. Sie setzte nach vielem Streit mit dem Landadel das Prinzip selbstherrlicher Fürstengewalt nach französischem Vorbild durch. Sie machte Französisch zur Landessprache, führte die typischen Hofämter und einen Grafenhof ein, verfügte erste Freiheitsbriefe für die Städte wie Echternach, Diedenhofen und 1244 für Luxemburg. Sie hielt sich weitgehend aus der großen Politik heraus, war weitgehend staufisch gesonnen, versuchte oft zu vermitteln und wurde, da sie hohes Ansehen genoss, häufig für Vermittlungen herangezogen. Sie machte Salm, Simmern und Veldenz lehnspflichtig. Im Süden und Westen erwarb Ermesinde einigen Besitz, denn Theobald von Bar brachte ihr Marville und Arrancy mit in die Ehe und durch ihre zweite Heirat kam die Grafschaft Arlon zu Luxemburg.

  1197
  oo Theobald I. Graf von Bar und Luxemburg
               + 1214

Sichert seiner Frau als Mitregent das Erbe.

 1214
  oo Walram IV. Herzog von Limburg-Arlon
              + 1226

1214 Graf-Mitregent von Luxemburg, Herr zu Monschau



Engels, Odilo: Seite 194,196,197 A, 199 A
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"Der Niederrhein und das Reich im 12. Jahrhundert" in: Stauferstudien

Schon zweifelte Heinrich von Namur an der nunmehrigen Erbfähigkeit seines Schwagers Balduin V. von Hennegau und nahm seine 1172 verstoßene dritte Ehefrau wieder zu sich.
Und im selben Monat wurde der wiederhergestellten Ehe Heinrichs von Namur das erste Kind, die Tochter Ermesinde, geschenkt.
Nicht ohne Absicht wurde in diesem Moment bekannt, daß Heinrich von Namur seine Tochter bereits Heinrich II. von Champagne verlobt und in Obhut gegeben hatte; dieser war offenkundig als der künftige Erbe von Namur und Luxemburg vorgesehen [89 Gislebert von Mons (wie Anmerkung 56) c. 129; Seite 195f., und c. 132, Seite 197-199; Sigiberti continuatio Aquicinctina, MGH SS VI Seite 425. Die Vermittlung war durch Graf Manasse III. von Rethel, einem Vasall der Champagne und Schwester-Sohn Heinrichs von Namur zustandegekommen, paßte zugleich aber auch hervorragend in die Zielsetzung des Kölner Erzbischofs. Die Antwort des Kaisers an die Gesandtschaft des HENNEGAUERS, quod dum ipse viveret, comes Campanensis vel aliquis potens Francorum princeps comiti Namurcensi in tantis bonis nequaquam succederet, bezieht Cartellier (wie Anmerkung 64) Seite 500 nur auf die Allode Heinrichs von Namur. Kupfer (wie Anmerkung 52) Seite 120 denkt an Absichten der STAUFER, einer Verdrängung des Deutschen zu wehren. Dabei dürfte der Satz nur andeuten, daß er, der Kaiser, kein Adelshaus als Erben zulassen werde, das sich seiner Verfügungsgewalt leicht entziehen könne, weil es seinen Schwerpunkt in einem anderen Königreich habe.]. Nicht nur der Termin, sondern auch der Bräutigam waren geschickt gewählt, denn Philipp August erwartete den Beistand des Kaisers für seine kriegerische Begegnung mit Heinrich II. von England.
Philipp von Heinsberg unterwarf sich zu Lichtmeß 1188 in Nürnberg dem Kaiser. Der Graf von der Champagne gab seine Hoffnungen auf das Erbe auf und ging ins Heilige Land [95 Vgl. Kupfer (wie Anmerkung 52) Seite 124. Graf Theobald von Bar bezeichnet 1189 Ermesinde, die Tochter Heinrichs von Namur, obwohl erst drei Jahre alt, als seine Frau, Wampach (wie Anmerkung 52) nr. 536; vgl. F. Rousseau, le mariage d'Ermesinde de Namur et de Thibaut de Bar, 1189 ou 1196-1197?, in: Etudes ... dedies a. F. Courtoy, I (Namur 1952) Seite 372.].
Kaiser HEINRICH VI. resignierte; er überwies die Grafschaft Luxemburg 1196 nach dem Tode Heinrichs von Namur seinem Bruder, dem Pfalzgrafen Otto von Burgund [103 Alberich von Troisfontaines, Chronica, ed. P. Scheffer-Boichorst (MGH SS XXIII Seite 870). Otto von Burgund scheint Luxemburg zusammen mit Durbuy und Laroche schon 1197 an Theobald von Bar, den Gatten der Ermesinde von Namur, weitergegeben zun haben, vgl. Kupfer (wie Anmerkung 52) Seite 185 und 187.].

Winkelmann Eduard: Band II Seite 370
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"Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"

Der zu Anfang des Jahres 1214 erfolgte Tod des Grafen Theobald von Bar-Le-Duc war auch ganz danach angetan, unter den Verbündeten Zwietracht zu erregen, da seine Witwe Erminsind nun wieder die freie Verfügung über ihr väterliches Erbe, die große Grafschaft Luxemburg, zurückerhielt und mit ihrer Hand dieselbe im Mai 1214 auf  Walram von Arlon, den Sohn des Herzogs Heinrich von Limburg, übertrug. Das muss Weiterungen veranlasst haben, besonders da Walram im Namen seiner Gemahlin jetzt auch auf Namur Ansprüche geltend machte. Wenigsten ließ er sich und ebenso Graf Ludwig von Looz, der ein Vetter der Erminsind war, von dem Bischof von Lüttich durch kleinere Abtretungen leicht dahin bestimmen, dass sie an dem großen Heereszuge gegen Frankreich nicht teilnahmen, sondern zum Schutze des Bistums gegen die im Rate des Kaisers mächtigen Widersacher desselben daheim blieben.

Thorau, Peter: Seite 136
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"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I"

Einer der für Köln gefährlichsten Gegner wurde zu Beginn des 13. Jaahrhunderts Herzog Walram III. von Limburg. Aus Furcht, vons einen mächtigen Nachbarn Köln und Brabant gleichsam zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben zu werden, versuchte er - wie schon sein Vater Heinrich III. - durch eine kluge Bündnis- und Arrondierungspolitik das Titular-Herzogtum Limburg zu stärken und zu einem Gegengewicht aufzubauen. Unterstützt wurde er dabei von dem Lütticher Bischof Hugo von Pierrepont, der seinerseits zu den Gegnern Kölns und Brabants zählte. Das labile mächtepolitische Gleichgewicht drohte indes zugunsten des LIMBURGERS ins Wanken zu geraten, als Walram III. nach dem Tode seiner ersten Frau im Mai 1214 Ermesinde heiratete, die Erbtochter des Grafen Heinrich von Namur-Luxemburg und Witwe des Grafen Thiebald von Bar. Damit vereinigte Walram III. die Regierung der beiden Territorien in seiner Hand.
Während die limburgischen Gebiete mit Ausnahme der Markgrafschaft Arlon, die als Heiratsgabe an Ermesinde vergeben wurde und zu Luxemburg kam, an die Kinder ihres Gatten aus erster Ehe fallen sollten, wurde Ermesindes und Walrams III. Sohn Heinrich zum Erben der Grafschaft Luxemburg bestimmt.
 

, Duncker & Humblot Berlin 1998 -
 
 
 
 

    1197
  1. oo Theobald I. Graf von Bar
           1158/60-12.2.1214

    1214
  2. oo Walram IV. Graf von Limburg-Arlon
                 -   1226
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Rainald Herr zu Brie, Arrancy und Marville
        - vor 1214

  Elisabeth Erbin von Polivache
       -   1262

  oo Walram I. Graf von Limburg
              -   1244

  Margarete
         -

  oo Hugo III. Graf von Vaudemont
              -   1243/44

2. Ehe

  Heinrich V. der Blonde
  um 1215-24.12.1281

  Katharina
        -   1255

 1225
  oo Matthäus II. Herzog von Lothringen
      um 1193-24.6.1251

  Gerhard III. Herr zu Durbuy
        -   1303
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Spielregeln der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Frieden und Fehde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1997 Seite 81 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 28 Seite 57,149 - Engels, Odilo: Stauferstudien, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 Seite 194,197,199 - Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1993 Seite 46 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 19-22 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 514-518,521 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 68 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998 Seite 136 -
Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 369,370,382 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 402 -