Ermesinde I.                                    Gräfin von Luxemburg (1136-1141)
----------------                                   Gräfin von Namur
1080-24.6.1143
 

Älteste Tochter und Erbin des Grafen Konrad I. von Luxemburg aus seiner 1. Ehe mit der Ermesinde von Aquitanien, Tochter von Herzog Wilhelm Peter
 

Brandenburg Erich: Tafel 12 Seite 24
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

X. 63. EREMESINDE
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* ca. 1080, + 1143 24. VI.

Gemahl:
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a) Adalbert Graf von Dagsburg
           + vor 1101 (1098?)

b) ca. 1101
Gottfried Graf von Namur (siehe XI 153)
       + 1139

Anmerkungen: Seite 142
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XII. 77 Hugo
Über die Nachkommenschaft der Ermesinde aus erster Ehe bestehen starke Meinungsverschiedenheiten. Siehe darüber besonders H. Witte im Jahrb. für lothringische Geschichte 7, 114f. Tihon, Les comtes de Moha (Instit. archeol. liegeois 23, 431 f.) und Vanderkindere 2, 151f., Möller, Stammtafeln 2, 143.
Ich kann die von Vanderkindere aufgestellte und von Möller angenommene Meinung, wonach Graf Hugo aus der ersten Ehe Alberts von Moha und Dagsburg angeblich mit einer Schwester des letzten Grafen Hugo VI. von Dagsburg aus dem Hause EGISHEIM stammte, nicht für richtig halten. Hugos VII. Sohn Hugo VIII. nennt in einer Urkunde (siehe Tihon 446) die Ermesinde seine Großmutter und Hugo VII. erhob Erbansprüche auf Luxemburg, die er nur als Sohn der Ermesinde haben konnte. Ich halte es daher für sicher, daß er Alberts Sohn aus dieser zweiten Ehe war. Daß er den Archidiakon Bruno von Toul, Hugos VI. Bruder, avunculus nennt, beweist nichts dagegen; avunculus bezeichnet sehr häufig auch den väterlichen Oheim, und ich halte aus Gründen, deren Erörterunge hier nicht notwendig ist, Albert mit Witte für einen Bruder Hugos VI. und Brunos, nicht für deren Schwager, Hugo VII. war 1137 tot, da damals seine Frau Gertrud als Witwe erscheint. Würdtwein, Nova subsidia 7, 96.



Thiele Andreas: Tafel 68
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ERMESINDE I. VON LUXEMBURG
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    + 1141

Tochter und Erbin des Grafen Konrad I.

Folgt 1136 dem Neffen als Gräfin von Luxemburg.

  1. oo Albrecht I. von Egisheim, Graf von Dagsburg und Metz und Moha
                  + 1098  Großneffe von Papst Leo IX.

  2. oo Gottfried, Graf von Namur
                  + 1139



Nach dem Tode ihres Neffen Konrad II. folgte Ermesinde 1136 als Gräfin von Luxemburg.

Renn, Heinz: Seite 148-149
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"Das erste Luxemburger Grafenhaus"

Einige Tatsachen aus dem Leben ihrer Kinder führen zu demselben Schluß. Mathilde heiratet um 1097, Ermesinde schenkt ihrem zweitem Gemahl noch nach 1111 fünf Kinder und stirbt 1141 [39 F. Rousseau, Henri d'Aveugle, Seite 14 und 20.].
Von den beiden Töchtern heiratet Ermesinde Albert von Dagsburg-Moha, das in Brabant im Bistum Lüttich liegt und bringt ihrem Gemahl die Grafschaft Longich als Mitgift. Dieser schenkt nämlich am 10. Mai 1096 dem Kloster St. Vanne aus dem Erbbesitz seiner Gattin zwei Kirchen zu Mont St. Martin und Villiers bei Longich. Bald darauf ist Albert gestorben, ohne aus dieser seiner zweiten Ehe männliche Nachkommen zu haben. Somit fällt Longich an Ermesinde zurück, die diese Grafschaft dann ihrem zweiten Gemahl, Godfrid von Namen, mit in die Ehe bringt. In einer Bestätigungsurkunde obiger Schenkung Alberts an St. Vanne nennt Ermesinde ihren Gemahl selbst Godfrid. Dieser Ehe entstammen fünf Kinder, von denen ein Sohn, Albert, jung gestorben ist. Der einzige überlebende männliche Sproß, Heinrich der Blinde, führt nach dem Erlöschen der männlichen Linie auf der Luxemburg von 1136-1196 ein tatkräftiges Regiment. Außerdem ist er Herr von Namen, Laroche und Durbuy. Seine drei Schwestern Klementia, Adelheid und Beatrix versippen sich mit bedeutenden Adelsgeschlechtern. Klementia heiratet Herzog Konrad von Zähringen (+ 1152) und wird so die Stammesmutter der weiteren Herzöge von Zähringen. Ihre gleichnamige Tochter wird die erste Gemahlin Heinrichs des Löwen: Adelheid wird von Balduin IV. von Hennegau heimgeführt und hinterläßt ebenfalls eine zahlreiche Nachkommenschaft. Beatrix schenkt ihrem Gemahl, dem Grafen Günther von Rethel acht Kinder, von denen eine Tochter gleichen Namens Roger II. von Sizilien ehelicht. Aus dieser Verbindung geht Konstanze, die Gemahlin Kaiser HEINRICHS VI., hervor. Heinrich der Blinde von Luxemburg und seine Tochter Ermesinde sind also mit den letzten STAUFERN ziemlich nahe verwandt.

Schwinekörper Berent: Band III Seite 378
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"Das hochmittelalterliche Städtewesen Westeuropas" in: Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen

Schließlich ist zu erwähnen, daß Graf Albert von Dadsburg-Moha in erster Ehe mit Gräfin Ermesindis von Luxemburg verheiratet war, die bald nach dessen 1098 erfolgten Tode Graf Gottfried von Namur in zweiter Ehe ehelichte und dadurch Mutter der Clementia, Gemahlin Herzog Konrads von Zähringen, des vermutlichen Gründers von Freiburg, wurde.

Hoensch, Jörg K.: Seite 16
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Der Tod Konrads II. löste einen Erbstreit zwischen seiner Schwester Liutgrad und deren Gemahl Heinrich II., Graf von Grandpre in der Champagne, einerseits und der Familie ihrer Tante Ermesinde, einer Tochter Konrads I. und Schwester der Grafen Heinrich III. und Wilhelm andererseits aus, die seit etwa 1111 in zweiter Ehe mit dem Grafen Gottfried von Namur verheiratet war und mit ihm fünf Kinder hatte. Nachdem der neu gewählte König KONRAD III. VON STAUFEN (1138-1152) in dem bemühen, sich die Unterstützung dieser bedeutenden Territorialherren zu sichern, 1136 Heinrich IV. mit der Grafschaft Luxemburg belehnt hatte, wurde der Allodialbesitz des verstorbenen Grafen zwischen den beiden Familienzweigen aufgeteilt.

Heinemann Hartmut: Seite 219
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"Das Erbe der Zähringer"

Ein erstes Mal bezeichnet nämlich König FRIEDRICH II. im März dieses Jahes 1214 Bertold von Urach, Abt des Zisterzienserklosters Tennebach, als seinen consanguineus, das heißt also als seinen Blutsverwandten. Diese Blutsverwandtschaft des STAUFERS mit der Familie der Herzöge von Zähringen war weit hergeholt. Sie lief, wie der Chronist Reiner von Lüttich zum Jahr 1218 auch ausdrücklich bescheinigt, über Clementia von Namur-Luxemburg, die Gemahlin Herzog Konrads von Zähringen und Großmutter des letzten Herzogs Berthold V. und dessen beiden Erbschwestern Agnes und Anna. Die staufische Verwandtschaft knüpfte an Beatrix von Namur, eine Schwester der genannten Clementia, und ihre gemeinsamen Eltern, Gottfried von Namur und Ermesinde von Luxemburg an [28 Hansmartin Schwarzmaier, Königtum, Adel und Klöster im Gebiet zwischen oberer Ill und Lech (Studien zur Geschichte des bayerischen Schwabens 7), Augsburg 1961, Seite 117 Anm. 96; Armin Wolf, Hatte Heinrich der Löwe eine Schwester? Der Markgraf von Ronsberg und die deutsche Königswahl, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 40 (1980), Seite 239f. Anm. 49.].

Schwineköper, Berent: Seite 377,378
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"Das hochmittelalterliche Städtewesen Westeuropas und die Städtegründungen der Herzöge von Zähringen im deutschen Südwesten" in: Die Zähringer

Zu nennen wäre ferner Floreffe, wo Ermesindis von Namur, die Mutter der Clementia, der späteren Ehefrau Konrads von Zähringen, das nach Premountre erste Kloster dieses werdenden Ordens gegründet hatte. Dem Ort wurde 1151 das vermutlich bei der Klostergründung von Graf Godfried, dem Vater Clementias, bereits verliehene Recht von Namur bestätigt.
Sie treten bald in enge verwandtschaftliche Bindungen mit den ZÄHRINGERN. Auf diesem Wege wurde Bertold I. Schwager des Grafen Hugo VIII. von Dagsburg/Dabo aus einem an der Grenze zwischen dem Elsaß und Lothringen sitzenden Zweig der ETICHONEN/EGISHEIMER, aus deren Familie Papst Leo IX. stammt. Die DAGSBURGER hatten offenbar wiederum enge Beziehungen zum gesamten lothringischen Raum bis in dessen niederländischen Teil hinein. Richwardis von Dagsburg hatte Graf Balduin VI. von Flandern geheiratet, den Gründer von Gerardsbergen. Hugo VII. von Dagsburg war Ehemann der Mathilde von Eename bei Audenaarde. Heinrich, der Bruder Hugos VIII., des Schwagers Herzog Bertolds I. von Zähringen, erheiratete die Grafschaft Moha, von der an sich nicht viel bekannt ist. Schließlich ist zu erwähnen, daß Graf Albert von Dagsburg-Moha in erster Ehe mit Gräfin Ermesindis von Luxemburg verheiratet war, die bald nach dessen 1098 erfolgten Tod Graf Gotfried von Namur in zweiter Ehe ehelichte und dadurch Mutter der Clementia, Gemahlin Herzog Konrads von Zähringen, des vermutlichen Gründers von Freiburg, wurde.
 
 
 
 

  1. oo Albrecht I. von Egisheim Graf von Dagsburg
                   -   1098                 Großneffe von Papst Leo IX.

       1111
  2. oo 2. Gottfried Graf von Namur
                      -   1139
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Hugo IX. Graf von Egisheim
  um 1097- um 1137

  Mechthild von Egisheim
         - nach 1135

  oo Folmar III. im Bliesgau
               -   1142

2. Ehe

  Adelheid
          - 7.1168

um 1130
  oo Balduin IV. Graf von Hennegau
       um 1110-2.11.1171

  Heinrich IV. der Blinde
  1120/25-   1196

  Beatrix
        -   1160

  oo Gonthier Graf von Rethel
       um 1100-   1158

  Clementia
          -28.12.1158

um 1130
  oo Konrad Herzog von Zähringen
       um 1090-8.1.1152
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 12 Seite 24,142 - Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 219,377,378 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 16 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 513 - Renn, Heinz: Das erste Luxemburger Grafenhaus, Bonn 1941 Seite 148-149 - Schwineköper, Berent: Das hochmittelalterliche Städtewesen Westeuropas und die Städtegründungen der Herzöge von Zähringen im deutschen Südwesten, in Die Zähringer Schweizer Vorträge und neue Forschungen von Karl Schmid (Hg), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990 Band III Seite 378 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 68 -