Bona (Jutta) von Luxemburg         Kronprinzessin von Frankreich
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20.5.1315-11.9.1349
                 Maubuisson

Begraben: Maubuisson
 

2. Tochter des Königs Johann von Luxemburg-Böhmen aus dem Hause LUXEMBURG aus seiner 1. Ehe mit der Elisabeth von Böhmen, Tochter von König Wenzel II.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 82
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

JUTTA (BONNE)
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* 20.V.1315, + 11.IX.1349
                       Maubuisson

Begraben: Maubuisson

  oo V. 1332
       JOHANN II. DER GUTE (JEAN LE BON), 1350 König von Frankreich (VALOIS)
                + 8.IV.1364 London

Beraben: Saint-Denis



Thiele Andreas: Tafel 69
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

JUTTA
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* 1315, + 1349

 1323
  oo Johann II. der Gute von Valois, König von Frankreich
               +1364



Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Seite 267-283
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"Die französischen Könige des Mittelalters"

Durch das Bündnis KARLS IV. mit den Engländern war den Ehen zwischen VALOIS und LUXEMBURG damit die politische Basis entzogen, kurz bevor sie durch den Tod geschieden wurden: KARLS Gemahlin Blanchestarb am 1. August 1348, seine Schwester Bonne am 11. September 1349. Bonne ist vermutlich wie wenig später auch ihre Schwiegermutter der Pest zum Opfer gefallen, indes gab es Gerüchte, sie sei auf andere Weise ums Leben gekommen.
Über das todbringende Delikt des Konnetabel Raoul de Brienne haben auch die Zeitgenossen gerätselt. Wenn es politischer oder militärischer Verrat gewesen wäre, hätten der König und seine Mitwisser darüber kaum so striktes Stillschweigen bewahrt. Daher liegt es nahe, den Vermutungen Glauben zu schenken, die der Lütticher Jean Le Bel damals notierte, dass nämlich Raoul vor seiner Gefangennahme eine Affäre mit König Johanns Gemahlin Bonne gehabt haben soll. In die Gerüchte wurde auch deren plötzlicher Tod einbezogen: Der englische Chronist Galfrid le Baker behauptete ohne Umschweife, Johann habe seine Frau zu Tode gefoltert. Als seriöser einzuschätzen ist eine der zahllosen im Jahre 1358 vom Dauphin gegen den Bischof von Laon, Robert Le Coq, erhobenen Anklagen, wonach dieser mehrfach erklärt haben soll, König Johann sei des Lebens unwürdig, weil er seine Frau habe ermorden lassen. Eindeutige Klarheit über den Hintergrund des Dramas konnte indes bislang nicht erzielt werden.

Martin Jean-Joseph: Seite 65
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"Die Valois."

Johann wurde sehr jung mit der deutschen Prinzessin Bonne von Luxemburg verheiratet. Vier Söhne und vier Töchter entstammten dieser Ehe. Bonne kam aus einer berühmten Familie, die mehrmals den Kaiserthron bestiegen hatte. Sie starb früh, ungefähr 1343.

Stoob Heinz: Seite 33,64
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"Kaiser Karl IV. und seine Zeit."

In Frankfurt beriet sich Johann mit Ludwig und Baldewin, der das italienische Abenteuer des Neffen mißbilligte, und ging dann an den Pariser Hof. Dort heiratete seine Tochter Jutta den französischen Thronerben Johann, und der Böhme gab Philipp VI. ein Hilfsversprechen, das gegen England gerichtet war.
Zugleich mit seiner Tochter Margarethe verlor KARL 1349 auch die Schwester, Königin Jutta von Frankreich, und hier wissen wir zuverlässig, daß sie der Seuche zum Opfer gefallen ist.

Seibt Ferdinand: Seite 106,203
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"Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378."

Gegen die Schachzüge LUDWIGS schloß sich Johann um so fester an die französische Politik. Zur Ehe zwischen seinem Sohn KARL und der Schwester des regierenden französischen Königs Philipp VI. aus dem Jahr 1323 trat jetzt, 1332, eine Ehe zwischen dem französischen Thronfolger Johann mit Guta von Luxemburg, seiner Tochter. "Bonne", deren Qualität der Hofkomponist Guillaume de Machaut im Superlativ rühmt, wurde ins sechzehnjähriger Ehe zur Ahnfrau des Hauses VALOIS, das gerade mit Philipp VI., ihrem Schwiegervater, auf den Thron von Frankreich gekommen war.
Um diese Zeit war KARLS Schwester Guta, die Herzogin der Normandie, der Pest erlegen; sie starb wenige Monate, bevor ihr Gemahl König von Frankreich wurde.

Hoensch, Jörg K.: Seite 63,66,80,129,151
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Mit König LUDWIG IV. wurden von Johann 1321/22 Gespräche über eine Eheverbindung seiner ältesten Tochter Margarethe mit dessen Mündel, dem Herzog Heinrich XIV. von Nieder-Bayern, angebahnt und eine Heirat der zweitgeborenen Tochter Guta mit dem Markgrafen Friedrich von Meißen verabredet.
Diese Heiraten verstärkten die stabilen politischen Bindungen der LUXEMBURGER an die Häuser CAPET und VALOIS zu einer Zeit, als die bislang guten Kontakte zu König LUDWIG IV. einer Belastungsprobe unterworfen wurden, weil der WITTELSBACHER im Frühjahr 1323 die Vermählung seiner Tochter Mechthild mit dem Markgrafen Friedrich von Meißen durchsetzte, worauf die seit mehreren Monaten zur Erziehung auf der Wartburg lebende Prinzessin Guta kurzerhand nach Prag zurückgeschickt wurde.
Die 1322 eskalierenden Auseinandersetzungen mit dem Grafen Eduard von Bar um die Schlösser Mirvaux und Mancy im heutigen Department Somme suchte Johann in bewährter Manier durch eine im Mai 1323 getroffene Eheabsprache zwischen dem Grafen-Sohn Heinrich und seiner jetzt wieder verfügbarren Tochter Guta beizulegen. Die spätestens auf den 24. Juni 1329 terminierte Hochzeit kam allerdings nicht zustande, weil inzwischen die Kämpfe wiederum aufgeflammt waren und bei Florenville zu einer blutigen Schlacht geführt hatten. Alle Bemühungen, das Heiratsobjekt erneut aufleben zu lassen, scheiterten endgültig 1331, nachdem ein Schiedspruch von beiden Seiten zurückgewiesen worden war.
Kaiser und König vereinbarten einen Beistandspakt, der durch ein von LUDWIG gewünschtes Eheversprechen, möglicherweise zwischen Guta oder der jüngeren Anna und dem älteren Kaiser-Sohn Ludwig dem Brandenburger, Bestand erhalten sollte.
Die physische Belastbarkeit Johanns zeigte sich eindrucksvoll in den Folgewochen, als er am 13. Dezember noch in Prag die Huldigung des Herzogs von Liegnitz empfing, am 19. mit dem Kaiser und seinem Onkel Balduin in Frankfurt eine Präzisierung der Regensburger Vereinbarungen vornahm und nach einem Kurzaufenthalt in Luxemburg bereits am 2. Januar 1332 in Begleitung seiner Tochter Guta in Paris eintraf. Die nach wenigen Verhandlungstagen in Fontainebleau geschlossenen Vereinbarungen legten nicht nur die dann wohl eher im März als im August 1332 erfolgte Vermählung der schon fünfmal zuvor verlobten Tochter Guta/Bonne mit dem Thronfolger Johann fest, die damit zur Stammutter des Hauses VALOIS und der Herzöge von Burgund und Anjou werden sollte, sondern verpflichteten den König von Böhmen und seinen Sohn KARL auch, den Besitzstand Philipps VI. und seiner Erben mit bis zu 400 Gepanzerten zu wahren.
Persönlich hatte KARL in dieser Zeit einige Schicksalsschläge zu verkraften. 1349 starb seine erst kurz zuvor mit Ludwig I. von Ungarn verheirateten älteste Tochter Margarete - wohl ebenso als Opfer der Pest wie seine Schwester Guta/Bonne, obgleich sich hartnäckig das Gerücht hielt, daß ihr Gemahl Johann II., der im folgenden Jahr den französischen Thron besteigen sollte, sie wegen ehelicher Untrreue habe ermorden lassen.
KARLS Verhältnis zu seinem am 22. August 1350 auf den französischen Thron gelangten ehemaligen Schwager, dem hartnäckige Gerüchte die Verantwortung für den Tod seiner ersten Gemahlin Guta/Bonne unterstellten, war in letzter Zeit starken Spannungen ausgesetzt.

Katalog zur Ausstellung 15. Juni-15. Oktober 1978: Seite 41
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"Kaiser Karl IV."

28 Heiratsvertrag der Gutta von Luxemburg und des Herzogs der Normandie

Fontainebleau, Januar 1332
Pergament. Braunes Wachssiegel des Johann von Luxemburg an rotbrauner Seidenschnur

König Johann von Böhmen unterhielt enge freundschaftliche Beziehungen zum französischen Königshof, an dem er seinen Sohn und Nachfolger KARL erziehen ließ. Er vermittelte auch dessen eheliche Verbindung mit Margaretha (genannt Blanka), der Schwester König Philipps VI. von Valois(reg. 1328-1350)sowie die Heirat seiner Tochter Bonne (Guta) mit dessem ältesten Sohn, der von 1350 bis 1364 als König Johann II., der Gute, Frankreich regierte.
 
 
 
 

16.8.1332
  oo 1. Johann II. der Gute König von Frankreich
          26.4.1319-8.4.1364
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Blanka
          - jung

  Katharina
         - jung

  Karl V. der Weise
  21.1.1337-16.9.1380

  Ludwig I. Herzog von Anjou
  23.7.1339-21.9.1384

  Johann Herzog von Berry
  30.11.1340-15.6.1416

  Philipp der Kühne Herzog von Burgund
  15.1.1342-27.4.1404

  Marie
  18.9.1344- 10.1404

 5.10.1364
    oo Robert I. Graf von Bar
         um 1340-   1411

  Johanna
  24.6.1343-3.11.1373

    1347
  1. oo Heinrich Herzog von Limburg (Haus Brabant)
                 -29.11.1349

    1351
  2. oo Karl II. der Böse König von Navarra
          10.1332-1.1.1387

  Agnes
  9.12.1345- 6.1349

  Margarete
  20.9.1347-25.4.1352

  Isabella
  1.10.1348-11.9.1372

 1360
  oo Gian Galeazzo Herzog von Mailand
       11.1351-3.9.1402
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 223 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 257,267-270,285,301 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 63,66,80,83,129,151 - Martin Jean-Joseph: Die Valois. Edition Rencontre Lausanne 1969 Seite 65 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 82 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 33,64,67 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH&Co. KG München 1994 Seite 106,203 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine Zeit. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 33,64,67 - Sütterlin, Klaus: König Johann. Ritter auf dem Schauplatz Europa. Verlag Markus Knecht 2003 -