Anna von Luxemburg                    Herzogin von Österreich
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27.3.1323-3.9.1338
Cham/Bayern  Neuburg/Steiermark

Begraben: Zisterzienserkloster Neuberg a. d. Mürz/Steiermark
 

Jüngste Tochter des Königs Johann von Luxemburg-Böhmen aus dem Hause LUXEMBURG aus seiner 1. Ehe mit der Elisabeth von Böhmen, Tochter von König Wenzel II.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 82
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

ANNA
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* 27.III. 1323, + 3. IX. 1338
Cham

Begraben: Kloster Neuberg

  oo Znauim II. 1335
       OTTO Herzog von Österreich
                + 16. (17.) II. 1339

Begraben: Kloster Neuberg/Steiermark



Thiele Andreas: Tafel 69
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ANNA
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* 1323, + 1338

 1335
  oo Otto von Habsburg, Herzog von Österreich
       1301, + 1339



Reifenscheid, Richard: Seite 32
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"Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I."

OTTO "DER FRÖHLICHE", Herzog von Österreich
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* 23.7.1301, + 17.2.1339
 Wien            BNeuberg

  2. oo 16.2.1335 in Prag
          ANNA, PRINZESSIN VON BÖHMEN
          * 27.3.1319, + 3.9.1338
           Prag             Neuberg

Grabstätte: Stiftergruft unter dem Kapitelsaal des Stiftes Neuberg an der Mürz

Eltern: Johann, König von Böhmen aus dem Hause LUXEMBURG, und Elisabeth, Prinzessin von Böhmen, Tochter Wenzels II., König von Böhmen



Veldtrup Dieter: Seite 200-207
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

Anna war am 27. März 1323 im bayerischen Cham geboren worden. Im August 1322 hatte in Landshut das symbolische Beilager ihrer älteren Schwester Margaretha und Herzog Heinrich II. von Nieder-Bayern stattgefunden. Die Mutter, die an den Feierlichkeiten teilgenommen hatte, kehrte wegen eines Zerwürfnisses mit ihrem Mann nicht wieder in die Heimat zurück, sondern blieb bis 1324 in Bayern; erst am 2. Januar 1325 traf sie mit ihrer kleinen Tochter wieder in Prag ein. Am 13. Februar 1327 wurde Anna erstmals in die hohe Politik einbezogen, als sie nämlich Ladislaus, dem ältesten Sohn des Ungarn-Königs, zur Frau versprochen wurde; doch bereits zwei Jahre später starb der kleine Prinz. Anna hat bis zum Tod ihrer Mutter, der am 28. September 1330 erfolgte, in Prag gelebt; sie war das einzige der sieben Kinder, das Elisabeth verblieben war. Nach Elisabeths Tod wurde Anna am 8. April 1331 nach Luxemburg gebracht, wo sie nach den Aussagen von Peter von Zittau in den nächsten vier Jahren überwiegend gelebt hat; für das Jahr 1333 ist ein Aufenthalt bei ihrer älteren SchwesterJuttaam französischen Königshof bezeugt. Am 2. Februar 1335 traf sie wieder in Prag ein; am achten Tag danach wurde sie nach Znaim geleitet, wo wiederum am achten Tag nach ihrem Einzug dort die Heirat stattfand. Am 23. Februar 1323 hatte KARLnoch eine Urkunde ausgestellt, die die Heimsteuer seiner Schwester betraf. Die junge Frau sollte als Mitgift den in Böhmen üblichen Satz von 10.000 Mark erhalten. Anstelle der Heimsteuer übergab er den HABSBURGERN, weil sie darauf bestanden, Burg und Stadt Znaim.
Im Rahmen dieser Überlegungen musste Otto sich dazu bequemen, seinem Schwiegervater nicht nur Znaim, das als Sicherstellung der Heimsteuer seiner Frau gedacht war, zu überlassen, sondern ihn darüber hinaus auch noch durch Zahlung einer bedeutenden Geldsumme zu versöhnen – angesichts der Abrundung ihres Territoriums durch Kärnten nur ein kleines Opfer. Dass Johann dieses Geld dann angelegt hätte, um seine Tochter für die Zukunft finanziell abzusichern, ist bei seiner ständigen Geldverlegenheit und der bedenkenlosen Art, mit der er ihr abzuhelfen suchte, so gut wie ausgeschlossen. Ob Anna für den Fall, dass sie Otto überlebt hätte (sie starb am 3. September 1338, knapp 6 Monate vor ihrem Mann), mittellos dagestanden hätte, mag man bezweifeln. Immerhin hätten ihr auch die Einkünfte aus den Städten und Festungen zugestanden, die Otto ihr als seine zentrale Mannesgabe angewiesen hatte: Klosterneuburg, Tulln, Mödling und Perchtoldsdorf.

  13.2.1327
  1. oo Ladislaus Prinz von Ungarn
           1.10.1324- vor 8.3.1329

   9.5.1330
  2. oo Otto Herzog von Österreich
           23.7.1301-16./17.2.1339

  23.8.1332
  3. oo Ludwig V. der Brandenburger Herzog von Bayern
          1315-   1361

  19.2.1335
  4. oo Otto Herzog von Österreich
          23.7.1301-16./17.2.1339



Hoensch, Jörg K.: Seite 73,77,80,83
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Ein weit gediehenes dynastisches Projekt mit Ungarn nahm seine Aufmerksamkeit in Anspruch, denn am 13. Februar 1327 konnte er im slowakischen Tyrnau mit Karl II. Robert das Verlöbnis seiner jüngsten Tochter Anna mit dessen ältestem Sohn Ladislaus (Laszlo) aushandeln. Es hatte allerdings  nur zwei Jahre Bestand, weil Ladislaus, noch keine fünf Jahre alt, im Frühjahr 1329 starb.
Am 13. Januar 1330 war der Mitregent FRIEDRICH DER SCHÖNE VON ÖSTERREICH gestorben; mit seinem Brüdern Albrecht II. und Otto vereinbarte Johann am 9. Mai in Landau ein Friedens- und Freundschaftsbündnis, das - abgesichert durch eine Eheversprechen der sieben Jahre alten Tochter Anna mit dem gerade verwitweten Herzog Otto - einmal die Position seines Schwiegersohns Heinrich XIV. in Nieder-Bayern und damit die Landbrücke nach Italien absichern und ihm im Falle einer Reichsvakanz die Unterstützung der HABSBURGER eintragen sollte.
Kaiser und König vereinbarten einen Beistandspakt, der durch ein von LUDWIG gewünschtes Eheversprechen, möglicherweise zwischen Guta oder der jüngeren Anna und dem älteren Kaiser-Sohn Ludwig dem Brandenburger, Bestand erhalten sollte.
Erzbischof Balduin befürwortete auch eine Aktualisierung des Heiratsprojektes: Für die jetzt eher als Geisel denn als Ehekandidatin an die Stelle ihrer Schwester Guta gerückten Anna, die im Oktober in Frankfurt der kaiserlichen Obhut zu übergeben war, hatte Johann die päpstliche Dispens zur Heirat mit Ludwig dem Brandenburger einzuholen, die aber, wie bei einem exkommunizierten späteren Schwiegervater von vornherein zu erwarten war, von der Kurie verweigert wurde. Johann verstand es danach allerdings, für seine Tochter das erstmals 1330 in Aussicht genommene Eheprojekt mit HerzogOtto von Habsburg zu reaktivieren, gegen das der neue Papst Benedikt XII. keine Einwände erhob. Doch nur dreieinhalb Jahre nach der im Februar 1335 gefeierten Hochzeit verstarb Anna, so daß vorerst keine familiären Beziehungen zwischen den Häusern LUXEMBURG und HABSBURG der Neutralisierung ihrer politischen Rivalitäten dienen konnten.
 
 
 
 

16.2.1335
  oo 2. Otto der Fröhliche Herzog von Österreich
  x       23.7.1301-17.2.1339
 
 
 
 

Literatur:
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Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 73,77,80,83 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1982 Seite 32 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 82 - Sütterlin, Klaus: König Johann. Ritter auf dem Schauplatz Europa. Verlag Markus Knecht 2003 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 69 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 200-207 -