Liutpald I.                                        Graf um Freising 806-842
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nach 842
 

Sohn des N.N.
 

Mitterauer Michael: Seite 227,230,235
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Karolingische Markgrafen im Südosten."

Einen schwachen Hinweis auf die Ahnen Markgraf Liutpolds erhalten wir aus einer Freisinger Traditionsnotiz. Zwischen 19. Juli und 6. November 827 werden verschiedene Besitzanteile in Allershausen, einem Ort am Zusammenfluss von Amper und Glon, an das Hochstift Freising übergeben. Als Schenker treten auf: der Edle Piligrim und sein Sohn Reginperht, Piligrims Schwester Erchanfrit, weiters ein Hartnid, ein Liutpald und schließlich die beiden Edlen Poapo und Heriolt. Wiederholt wird betont, dass die genannten Personen miteinander verwandt waren. Der Besitz geht also auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Das Zusammentreffen der Namen Liutpald und Heriolt - beide kehren in einer späteren Generation des Geschlechts wieder - legt die Vermutung nahe, dass es sich hier um die Ahnen des bayerischen Herzogshauses handelt. Die Erwähnung der verschiedenen Teilerben ermöglicht es nun, den Verwandtenkreis dieser frühen LIUTPOLDINGER zu erschließen.
Die Freisinger Urkunden aus der Zeit der großen Schenkung von Allershausen nennen drei verschiedene Liutpalde. 807 tritt erstmalig ein Graf Liutpald auf. Sein Verwaltungsbezirk war die Grafschaft an der unteren Amper. 842 erscheint er zum letzten Mal. Schon 806/08 wird mit ihm zusammen ein zweiter Liutpald genannt. 817 steht jeweils einer an fünfter und sechster Stelle einer Zeugenreihe. Da wohl keiner von den beiden mit dem Grafen identisch ist, haben wir es hier mit einem dritten Adeligen dieses Namens aus dem Freisinger Gebiet zu tun. Die zwei letzteren erscheinen auch 818 gemeinsam in Allershausen. Am gleichen Ort treten 822 alle 3 zusammen auf.
Der dritte Liutpald ist sehr schwer zu fassen. Bloß zwischen 817 und 822 ist er sicher nachzuweisen. Dass alle drei Träger des Namens derselben Familie angehörten, geht daraus hervor, dass sie wiederholt nebeneinander oder nur durch wenige Personen voneinander getrennt in den Zeugenreihen auftreten. Liutpald II. und III. waren beide offensichtlich bedeutend jünger als der Graf. Sie sind eine Generation später als er anzusetzen. Da dieser ebenso wie der Gatte der Ilisana Beziehungen zu den Leuten von Allerhausen hat, dürfte man in ihm wohl dessen Vater sehen. Liutpald III. dürfte ein Seitenverwandter gewesen sein. Ob Liutpald II. seinem Vater in der Verwaltung der Grafschaft an der unteren Amper nachfolgte, wissen wir nicht. Möglicherweise ist aber mit den späteren Nennungen des Liutpald comes der Sohn gemeint.
Dass alle Miterben von Allershausen dem Mannesstamm Reginos von Hohenkammer angehörten, ist kaum anzunehmen. Gerade bei den zwei erwähnten LIUTPOLDINGERN - wir dürfen wohl auch Heriolt als solchen bezeichnen - ist dies höchst unwahrscheinlich, da ihre Familie keine Leitnamen mit der Sippe Reginos gemeinsam hat und auch ihr geringfügiger Besitz in der Freisinger Diözese sich auf die offensichtlich erheirateten Besitzanteile in Allershausen beschränkt. Mit Piligrim müssen sie sehr nahe verwandt gewesen sein. Liutpald ist 843 Pilgrims Spitzenzeuge in Oberkienberg. Die Schenkung Heriolts in Winiharessteti wird wiederum an erster Stelle von Piligrim bezeugt. Ebenso spricht das Zeugenpaar Liutpald Oadalker von 827 für eine enge Versippung. Graf Liutpald, der mutmaßliche Vater Liutpalds II., war vielleicht mit einer Tochter Reginos von Hohenkammer, einer Schwester von Piligrims Vater Cotaperht, verheiratet. Zu seinen Söhnen dürfte auch Heriolt, der zweite liutpoldingische Miterbe in Allershausen, gehören. Er tritt ungefähr zur gleichen Zeit wie Liutpald II. auf, kann also ohne weiteres sein Bruder gewesen sein.
Die Bedeutung der Freisinger Nachrichten über die frühen LIUTPOLDINGER liegt vor allem darin, dass aus ihnen die Herkunft einer Stammutter des Geschlechts aus den bedeutendsten Hochadelsfamilien Alt-Bayerns hervorgeht. Ob Graf Liutpald selbst einem solchen Geschlecht entstammte, lässt sich nicht sagen. Es ist anzunehmen, dass er die Grafschaft an der unteren Amper erst auf Grund seiner Heirat mit einer Angehörigen einer hier mächtigen Sippe erhielt. Aus den Freisinger Urkunden erfahren wir nichts über Güter Liutpalds in dieser Gegend. Vielleicht stammte er selbst gar nicht von hier. Über seine eigentliche Heimat wissen wir nichts. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts verschwindet die Familie aus den Urkunden. Erst 50 Jahre später tritt sie mit Markgraf Liutpold neuerlich hervor. 

Störmer Wilhelm: Seite 398,400,403
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"Früher Adel. Studien zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich vom 8. bis 11. Jahrhundert."

Bei Rechtstreitigkeiten, die zwischen kirchlichen Institutionen ausgetragen werden, haben wir meist ein missatisches Gericht vor uns: Beim Streit zwischen dem Bischof von Freising und dem Bischof von Augsburg [36 Trad. Freis. nr. 475.], der 822 auf dem placitum in Allershausen geschlichtet wird, werden eingangs außer den drei Bischöfen ein missus dominicus und ein publicus iudex ausdrücklich und namentlich erwähnt. Nach dem Urteilsspruch schwört zuerst Graf Liutpald, dann eine Reihe von Laien ohne Titel.
Eine Gruppe von Adligen (nobiles viri, die später auch populi genannt werden), allen voran Bischof Hitto, ebenso auch Graf Liutpald, kamen  im Jahre 818 an einem nicht genauer beschriebenen Gerichtsort am Flüßchen Pfettrach (dem heutigen Mauerner Bach) zusammen, um Streitigkeiten fredlich beizulegen; dies geschah aber nach strengen Rechtsformen.
In Fällen nämlich, in denen ein Rechtsgeschäft auf einem placitum, zum Beispiel coram Kisalharto comite et Liutpaldo comite [59 Trad. Freis. nr. 402.], also vor mehreren Grafen abgeschlossen wird, stehen wir wieder vor der bereits erwähnten Kalamität.

Lechner, Karl: Seite 40
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"Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Der bedeutendste Träger dieses Namens war zweifellos eben dieser Markgraf Liutpold, der in der Schlacht gegen die Ungarn sein Leben verlor. Wahrscheinlich läßt sich sein väterliches Geschlecht auf einen Grafen Liutpald zurückführen, der von 806-842 eine Grafschaft um Freising verwaltete. Der Name Liutpold findet sich auch in den nächstfolgenden Gliedern dieses Geschlechtes. Sicher bestehen in weiblicher Linie verwandtschaftliche Beziehungen zu den KAROLINGERN und WELFEN [8 Mitterauer, Karolingische Markgrafen 227ff. und Ahnentafel 245; Reindel, Luitpoldinger 1 ff.; Tyroller, Genealogie, Tafel 3, 77f.].



 
 

  oo  NN von Hohenkammer, Tochter des Grafen Regino (HUOSI)
             

 
 
 
 

Kinder:

  Herigolt 816-830
      

 
  Liutpald II. Graf 814-846
      

  oo Ilsana
          

 
 
 

Literatur:
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Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 40 - Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 227,230,235 - Störmer Wilhelm: Früher Adel. Studien zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich vom 8. bis 11. Jahrhundert. Teil I und II. Anton Hiersemann Stuttgart 1973 Seite 267,398,400,403 -