Sohn des
N.N.
Mitterauer Michael: Seite
227,230,235
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"Karolingische Markgrafen
im
Südosten."
Einen schwachen Hinweis auf die Ahnen Markgraf
Liutpolds erhalten wir aus einer Freisinger Traditionsnotiz.
Zwischen
19. Juli und 6. November 827 werden verschiedene Besitzanteile in
Allershausen,
einem Ort am Zusammenfluss von Amper und Glon, an das Hochstift
Freising
übergeben. Als Schenker treten auf: der Edle Piligrim und sein
Sohn
Reginperht, Piligrims
Schwester Erchanfrit, weiters ein Hartnid, ein
Liutpald und
schließlich die beiden Edlen
Poapo und
Heriolt.
Wiederholt wird betont, dass die genannten Personen miteinander
verwandt
waren. Der Besitz geht also auf einen gemeinsamen Vorfahren
zurück.
Das Zusammentreffen der Namen Liutpald
und Heriolt - beide kehren in
einer späteren Generation des
Geschlechts
wieder - legt die Vermutung nahe, dass es sich hier um die Ahnen des
bayerischen
Herzogshauses handelt. Die Erwähnung der verschiedenen
Teilerben
ermöglicht
es nun, den Verwandtenkreis dieser frühen LIUTPOLDINGER
zu erschließen.
Die Freisinger Urkunden aus der Zeit
der großen Schenkung von
Allershausen nennen drei verschiedene
Liutpalde. 807 tritt erstmalig ein Graf
Liutpald auf. Sein
Verwaltungsbezirk war die Grafschaft
an
der
unteren Amper. 842 erscheint er zum letzten Mal. Schon 806/08
wird mit
ihm zusammen ein zweiter Liutpald
genannt.
817 steht jeweils einer an fünfter und sechster Stelle einer
Zeugenreihe. Da wohl
keiner von den beiden mit dem Grafen identisch ist, haben wir es hier
mit
einem dritten Adeligen dieses Namens aus dem Freisinger Gebiet zu tun.
Die zwei
letzteren erscheinen auch 818 gemeinsam in Allershausen. Am gleichen
Ort
treten 822 alle 3 zusammen auf.
Der dritte Liutpald ist sehr schwer
zu fassen. Bloß zwischen 817 und 822 ist er sicher nachzuweisen.
Dass alle drei Träger des Namens derselben Familie
angehörten,
geht
daraus hervor, dass sie wiederholt nebeneinander oder nur durch wenige
Personen voneinander getrennt in den Zeugenreihen auftreten. Liutpald
II. und III. waren beide offensichtlich
bedeutend
jünger
als der Graf. Sie sind eine Generation später als er anzusetzen.
Da
dieser ebenso wie der Gatte der
Ilisana Beziehungen zu den Leuten von
Allerhausen
hat, dürfte man in ihm wohl dessen Vater sehen. Liutpald
III. dürfte ein
Seitenverwandter gewesen sein. Ob Liutpald
II. seinem Vater in der
Verwaltung der Grafschaft an der
unteren
Amper nachfolgte, wissen wir nicht. Möglicherweise ist aber mit
den
späteren Nennungen des Liutpald comes der
Sohn gemeint.
Dass alle Miterben von Allershausen
dem Mannesstamm Reginos von
Hohenkammer
angehörten, ist kaum anzunehmen. Gerade bei den zwei
erwähnten LIUTPOLDINGERN
- wir dürfen wohl auch Heriolt
als solchen bezeichnen - ist dies
höchst
unwahrscheinlich, da ihre Familie keine Leitnamen mit der Sippe Reginos
gemeinsam hat und auch ihr geringfügiger Besitz in der Freisinger
Diözese sich auf die offensichtlich erheirateten Besitzanteile in
Allershausen beschränkt. Mit Piligrim
müssen sie sehr nahe
verwandt
gewesen sein. Liutpald ist 843
Pilgrims Spitzenzeuge in
Oberkienberg.
Die
Schenkung Heriolts in
Winiharessteti wird wiederum an erster Stelle von
Piligrim
bezeugt. Ebenso spricht das Zeugenpaar
Liutpald Oadalker von 827
für
eine enge Versippung. Graf
Liutpald,
der mutmaßliche Vater Liutpalds II.,
war vielleicht mit einer Tochter
Reginos von Hohenkammer, einer
Schwester
von Piligrims Vater Cotaperht, verheiratet. Zu seinen
Söhnen
dürfte
auch Heriolt, der zweite liutpoldingische
Miterbe in Allershausen, gehören. Er tritt ungefähr zur
gleichen
Zeit wie Liutpald II. auf, kann
also
ohne weiteres sein Bruder gewesen sein.
Die Bedeutung der Freisinger
Nachrichten über die frühen
LIUTPOLDINGER liegt vor allem
darin,
dass aus ihnen die Herkunft einer Stammutter des Geschlechts aus den
bedeutendsten
Hochadelsfamilien Alt-Bayerns hervorgeht. Ob Graf
Liutpald selbst einem solchen
Geschlecht entstammte,
lässt
sich nicht sagen. Es ist anzunehmen, dass er die Grafschaft an der
unteren
Amper erst auf Grund seiner Heirat mit einer Angehörigen einer
hier
mächtigen Sippe erhielt. Aus den Freisinger Urkunden erfahren wir
nichts über Güter Liutpalds
in dieser Gegend. Vielleicht
stammte
er selbst gar nicht von hier. Über seine eigentliche Heimat wissen
wir nichts. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts verschwindet die Familie
aus
den Urkunden. Erst 50 Jahre später tritt sie mit Markgraf
Liutpold neuerlich hervor.
Lechner, Karl: Seite 40
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"Die Babenberger Markgrafen und
Herzoge
von Österreich 976-1246"
Der bedeutendste Träger dieses Namens war
zweifellos eben dieser Markgraf
Liutpold, der in der Schlacht gegen die Ungarn sein Leben
verlor. Wahrscheinlich läßt sich sein väterliches
Geschlecht auf einen Grafen Liutpald
zurückführen, der von 806-842 eine Grafschaft um Freising
verwaltete. Der Name Liutpold findet
sich auch in den nächstfolgenden Gliedern dieses Geschlechtes.
Sicher bestehen in weiblicher Linie verwandtschaftliche Beziehungen zu
den KAROLINGERN
und WELFEN
[8 Mitterauer, Karolingische
Markgrafen 227ff. und Ahnentafel 245; Reindel, Luitpoldinger 1 ff.;
Tyroller, Genealogie, Tafel 3, 77f.].
oo NN von Hohenkammer, Tochter des Grafen
Regino
(HUOSI)
†
Kinder:
Herigolt 816-830
†
Liutpald II. Graf 814-846
†
oo Ilsana
†
Literatur:
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Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und
Herzoge
von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite
40 - Mitterauer Michael:
Karolingische Markgrafen
im
Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band
123.
Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite
227,230,235
- Störmer Wilhelm: Früher
Adel.
Studien
zur politischen Führungsschicht im fränkisch-deutschen Reich
vom 8. bis 11. Jahrhundert. Teil I und II. Anton Hiersemann Stuttgart
1973
Seite 267,398,400,403 -