Judith von Bayern                           Herzogin von Kärnten
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um 950 991
 

Begraben: Wormser Dom
 

Einzige Tochter des Grafen Heinrich in Bayern aus dem Hause der LUITPOLDINGER; Enkelin von Herzog Arnulf von Bayern
Nach Gewin einzige Tochter des Herzogs Heinrich I. von Bayern und der Judith von Bayern, Tochter von Herzog Arnulf
 

Glocker Winfrid Glocker: Seite 293
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VI, 5. HERZOG OTTO VON WORMS
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* ca 945/50, 1004 XI 4

Graf im Nahe-, Worms- und Speyergau; 978 IV-983, 995/1002-1004 Herzog von Kärnten, "dux Wormatiae"

oo JUDITH

Die Abstanmmung Ottos, des späteren Herzogs von Kärnten und "dux Wormatiae", von Liutgard, der Tochter König OTTOS I., bezeugt und Thietmar V c. 25, S. 249; vgl. dazu Köpke-Dümmler S. 259, Anm. 5.
Das Geburtsjahr Ottos von Worms, wie der Kärntener Herzog von der Forschung meist genannt wird, kann nicht genauer als oben angegeben bestimmt werden, da wir als einzigen Terminus ante quem das Sterbedatum von Ottos Mutter Liutgard ( 953 XI 18) kennen; vgl. dazu Schreibmüller, Ahnen Seite 206.
Todestag und -jahr überliefert das Necrologium Fuldense; vgl.  FW Kommentar H 4.
Zur Stellung Ottos von Worms als Herzog von Kärnten vgl. BMi. 763c, BU. 963a und 1146c sowie Reindel, Bayern S. 300f., 304 und 319ff.
Von Ottos Gemahlin kennen wir den Namen aus ihrer Erwähnung in der Stiftungsurkunde des Herzogs von Worms für das Kloster St. Lambrecht (gedruckt bei Stauber, Lambrecht S. 207-210); Judith ist des weiteren bezeugt in der Grabinschrift ihres Sohnes Bruno (des Papstes Gregor V.) (gedruckt in: MGH Poet. lat. Bd. 5, Nr. 110, S. 337f.) und in D Ko II. 204.
Weitere Kenntnisse über Judith besitzen wir nicht, so auch nichts zu ihrer Herkunft.


Schwennicke Detlev: Tafel 12
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO "VON WORMS"
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    4. XI 1004

Begraben: Bruchsal

  oo JUDITH
              

Begraben: Worms Dom


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 76
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24. JUDITH
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Die väterliche Großmutter des Kaisers KONRAD II. (DD 4. 275 f. n 204), die Gattin seines früh verstorbenen Vaters Heinrich, ist hier anzusetzen. Zu erklären sind die Namen Judith und Heinrich, ferner die Erlangung des Herzogtums Kärnten durch die Wormser Grafen. Letztere setzt das Vorhandensein von Grundbesitz in Kärnten voraus. Die größten Grundbesitzer dort waren die LIUTPOLDINGER; auf diese verweisen auch die Namen Judith und Heinrich.
Herzog Heinrich von Kärnten (15) scheidet aus, weil er kinderlos war und keine Beziehungen zu der Gattin des Herzogs Arnulf (2) hatte.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER

Gewin Dr. J.P.J.: Seite 133
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III. 3. JUDITH
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Gemahlin des Grafen Otto von Worms, Herzog von Kärnten, 978-983, 995-1004 ().
978. Judith, bezeichnet als Gemahlin des Grafen Otto. Lambrechter Stiftungsurkunde.
Erwähnt in der Grabinschrift Papst Gregors V.  ()
1034. Januar 30. Kaiser KONRAD II. beschenkt die Wormser Domkirche zu seinem und seiner Großmutter Judith Seelenheil.


Judith liegt im Wormser Dom begraben. Sie lebte und starb also auf ihren rheinfränkischen Gütern.

Wolfram Herwig: Seite 36,39
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"Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche."

Über die Herkunft Judiths, der Großmutter KONRADS, weiß man nichts Sicheres [20 Bresslau, Jahrbücher 1, 2f. mit Anm. 4. Werle, Titelherzogtum 246; nach Dungern; Wie Baiern das Österreich verlor 69, war Judith die Tochter Herzog Bertholds, des Bruders Herzog Arnulfs. Thiele n. 14 sieht sie als Enkelin Herzog Arnulfs von Bayern.]; ungleich besser bekannt ist die Familie ihres Gemahls Otto.
Letzeres scheint die berühmte Seelgerätstiftung KONRADS vom 30. Januar 1034 zu bestätigen. Darin wurde der Wormser Domkirche die Sorge um die salische Memoria, das Gebetsgedenken für die hier bestatteten Angehörigen des Geschlechts, aufgetragen. Zur ewigen Erinnerung an sich selbst, seine Frau Gisela und seine Kinder HEINRICH und Beatrix erfolgte die Stiftung, aber auch zur Erlösung seiner Vorfahren väterlicherseits, beginnend mit Konrad dem Roten, dann für seine Großmutter Judith, seinen Vater Heinrich, für seinen Onkel Konrad und dessen Frau Mathilde, die Schwester Giselas, und schließlich für seine früh verstorbene Schwester Judith.

Wolf Armin: Seite 52
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"Zur Königswahl Heinrichs II. im Jahre 1002. Verwandtschaftliche Bedingungen des Königswahlrechts."

Wenn von den drei domnae zwei Herzoginnen von Schwaben waren, muß es die dritte aber nicht unbedingt gewesen sein. Es ist daher nicht auszuschließen, daß das Einsiedler Nekrolog außer zwei schwäbischen Herzoginnen auch Juditha, die Gemahlin des Herzogs Otto von Worms und Kärnten aufführte [232 MGH D K II Nr. 204, Seite 276.]. Die Herkunft dieser Juditha ist unbekannt, sie kann durchaus auch Beziehungen zu Einsiedeln gehabt haben. Das Argument, daß dann eine Herzogin von Schwaben im Nekrolog fehle, sticht nicht.
 
 
 
 

   oo Otto Herzog von Kärnten
       um 948 4.11.1004
 
 
 

Kinder:

  Heinrich
  um 970nach 28.9.989/ vor 1000

  Brun = Papst Gregor V. (996-999)
  um 97212.3.999

  Konrad I. Herzog von Kärnten
  um 97512./15.12.1011

  Wilhelm Bischof von Straßburg (1029-1047)
  um 9807.11.1047
 
 
 
 

Literatur:
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Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 20,31 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 3 Bände Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 - DIE SALIER UND DAS REICH. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 66,224,229,241/ Band II Seite 200 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 293 - Hlawitschka, Eduard: Wer waren Kuno und Richlind von Öhningen? Kritische Überlegungen zu einem neuen Identifizierungsvorschlag. In: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 128 1980 Seite 1-49 - Schwarzmaier Schwarzmaier: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 17,36,38,47 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 12 - Wolf Armin: Zur Königswahl Heinrichs II. im Jahre 1002. Verwandtschaftliche Bedingungen des Königswahlrechts. in: Genealogisches Jahrbuch Band 42 Verlag Degener & Co. Neustadt a.d.Aisch 2002, Seite 17,52 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 36,39 -