Burchard                                          Markgraf der bayrischen Ostmark (955-976)
------------                                         Graf von Geisenhausen
   
um 982                                             Burggraf von Regensburg (955-976)
 

Sohn des Grafen Udalrich im Zürichgau; Enkel des Herzogs Burchard I. von Schwaben
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Seite 940
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Burchard, Markgraf in der Ostmark und Burggraf von Regensburg
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Entstammte einem niederen Adelsgeschlecht, wurde aber durch seine Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Schwester der bayerischen Herzogin Judith mit den LUITPOLDINGERN und LIUDOLFINGERN verwandt. Ihrer Fürsprache verdankte er wohl die Einsetzung in seine beiden Ämter durch König OTTO I. Die Burggrafschaft Regensburg wurde Burchard im Anschluß an den Liudolfingischen Aufstand 953/54 deswegen anvertraut, weil er als aus niederem Adel aufgestiegener Verwandter Königstreue erwarten ließ. Der Burggraf, der in keiner anderen deutschen Stadt in diese Zeit zurückverfolgt werden kann, hatte die königlichen Interessen in Regensburg dem Vorort Bayerns, zu vertreten. Ihm oblag als dem Nachfolger des karolingischen "vicarius regis" die Verwaltung der Pfalz und ihres Zubehörs. Durch die Einsetzung als Markgraf in der Ostmark nach der Lechfeldschlacht 955 wurde Burchard maßgeblich an der Rückeroberung und Rekolonisierung des Grenzgebietes entlang der Donau zwischen Erla und Kleiner Tulln beteiligt. In dunklem Zusammenspiel mit Herzog Burchard II. von Schwaben hat er seinen Sohn Heinrich 973 als Nachfolger von Udalrich auf den Bischofsstuhl zu Augsburg gebracht. Nach seiner Beteiligung am Aufstand Herzog Heinrichs II. von Bayern (des Zänkers) gegen König OTTO II. 974 wurden Burchard auf der Regensburger Reichsversammlung 976 Markgrafschaft und Burggrafschaft aberkannt.

Literatur:
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M. Mayer, Gesch. der Burggrafen von Regensburg [Diss. München 1883], 8f. - M. Vancsa, Geschichte Nieder- und Oberösterreichs I, 1905,192-197 - K. Lechner, Die territoriale Entwicklung von Mark und Htm. Österreich, Unsere Heimat 24,1953, 33-35 - P. Schmid, Regensburg, Stadt der Kg.e und Hzg.e im MA, 1977.


Schwennicke Detlev: Tafel 83
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

TOCHTER
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  oo 947-955
       BURKHARD Graf
              


Thiele, Andreas: Tafel 109
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

N. (TOCHTER)
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  oo BURKHARD, Graf von Geisenhausen
             
um 982

955 Markgraf der bayerischen Ostmark, Burggraf von Regensburg; rebellierte 973 mit und wurde abgesetzt.

Trillmich Werner:
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Dem Burggrafen Burkhard von Regensburg, einem Verwandten des Herzogshauses, gelang es, die Grenze von Pöchlarn aus an die Traisen vorzuverlegen.

Reindel Kurt:
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"Die bayerischen Luitpoldinger 893-989"  1953

947-955
Eine Tochter Herzog Arnulfs heiratet den Grafen Burkhard
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Die Heirat dieser mit Namen nicht bekannten Tochter Herzog Arnulfs mit einem Grafen Burkhard läßt sich zeitlich nur insofern, als sie während der Regierungszeit Herzog Heinrichs I. geschehen sein muß, denn er wird ausdrücklich als Stifter dieser Ehe genannt. Dass dieser Burkhard, der bei Widukind noch als miles mediocris substantiae erschien, später, wahrscheinlich bei der Umgestaltung der Verhältnisse in Bayern im Jahre 955 Markgraf der wiedererstandenen Ostmark und Burggraf von Regensburg wurde, wird heute wohl allgemein angenommen. Riezler vermutete, dass er diese Erhebung seiner Schwägerin Judith verdankt habe. Der Sohn dieses Burkhard war Heinrich, der später durch dunkle Machenschaften Bischof von Augsburg wurde (973-982). An diesem unrechtmäßigen Vorgehen bei der Bischofswahl war auch Herzog Burkhard von Schwaben beteiligt, der durch seine Heirat mit Hedwig, der Tochter Judiths von Bayern mit den LUITPOLDINGERN verbunden war.


Burchard wurde von Herzog Heinrich I. mit einer Tochter des Herzogs Arnulf vermählt. Er war nach der Umgestaltung der Verhältnisse in Bayern im Jahre 955 durch den Einfluß seiner Schwägerin Judith Markgraf der wiedererstandenen Ostmark und Burggraf von Regensburg geworden. Er wurde in den 70-er Jahren des 10. Jahrhunderts erstmals als Markgraf bezeugt, wobei seine Herkunft unbekannt blieb. Die Wachau und St. Pölten gehörten zu seinem Amtsbereich, der sich vermutlich nach Osten bis an die Traisen erstreckte, aber offenbar nur ein schmaler Streifen zu beiden Seiten der Donau war. Er rebellierte 973 mit und wurde abgesetzt.
 
Spindler Max: Seite 222,301,346
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"Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts."

In Bayern herrschte Herzog Heinrich II., der Sohn der LUITPOLDINGERIN Judith. In Schwaben war Judiths Tochter Hedwig Gemahlin Herzog Burchards III. (954-973), und eine Schwester Judiths war mit Burchard, dem Markgrafen der Ostmark und Burggrafen von Regensburg, verheiratet [6 Reindel nr. 103, Seite 203f.; Gewin, Blüte und Niedergang 66 nr. 166 nennt die Tochter Arnulfs ohne Beleg Adelheid; zu Burchard: Karl Lechner, Beiträge zur Genealogie der älteren österreichischen Markgrafen (MIÖG 71) 1963, 246-280, besonders 246ff.]. Im Jahre 973 gelang es, Heinrich, einen Sohn aus dieser Ehe, durch ein Ränkespiel zwischen dem schwäbischen und bayerischen Herzogshof, das auf Kosten des deutschen Herrschers ging, zum Bischof von Augsburg zu machen [7 Dazu Riezler I 1, 556f.].
Die Burggrafschaft von Regensburg und die Markgrafschaft im Osten besaß Burchard, der Schwager Judiths.
Nach der Lechfeld-Schlacht von 955 hatte der Burggraf Burkhard von Regensburg das Markengebiet wieder bis zur Traisengrenze gesichert, aber schon 976 finden wir als Inhaber der Ostmark und Grafen im Donaugau Luitpold I., den ersten BABENBERGER.





 

  oo N.N. von Bayern, Tochter des Herzogs Arnulf
            

 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich Bischof von Augsburg (973-982)
        
13.7.982 gefallen
          bei Cotrone

  Willibirg
       

  oo Adalbero Graf von Viebach (Kärnten)
             

 
 
 

Literatur:
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Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 168,171,175 - Lechner, Karl: Beiträge zur Genealogie der älteren österreichischen Markgrafen, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 71, 1963, Seite 246-280 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 34-40, 43,265,311 A 13;312 A 17 - Mayr, Manfred: Geschichte der Burggrafen von Regensburg, Dissertation München 1883 - Reindel, Kurt: Die bayerischen Luitpoldinger von 893-989, 1953 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan: Otto III. Heinrich II. Eine Wende? Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997 Seite 287 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 298 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 83 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 222, 301,346 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 109 -