Ludwig II. der Eiserne                   Landgraf von Thüringen (1140-1172)
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1128-14.10.1172
         Burg Neuenburg bei Freyburg

Begraben: Kloster Reinhardsbrunn
 

Ältester Sohn des Landgrafen Ludwig I. von Thüringen aus dem Hause der LUDOWINGER und der Hedwig von Gudensberg, Tochter von Graf Giso IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2199
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Ludwig II. der Eiserne, Landgraf von Thüringen
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* um 1128, + 14. Oktober 1172
                    Neuenburg bei Freyburg/Unstrut

Begraben: Kloster Reinhardsbrunn

Der Sohn des ersten ludowingischen Landgrafen trat durch seine Ehe mit Jutta (Halbschwester FRIEDRICH BARBAROSSAS) in den Kreis der staufischen Politik; mit seinem kaiserlichen Schwager stand er stets in engem Vertrauen. Er nahm an Feldzügen nach Polen und Italien teil und trat neben dem STAUFER auf Hoftagen auf. Gegenüber den Erzbischöfen von Mainz war er um den Ausbau seiner Landesherrschaft bemüht, wobei er die ludowingische Machtstellung in Thüringen festigen konnte, 1166-1168 kämpfte er mit seinen Bundesgenossen gegen Heinrich den Löwen, dessen sächsische Besitzungen bis nach Thüringen reichten. Seinen Beinamen erhielt er als Beschützer der Armen und Schwachen gegen den Adel, dessen Rache fürchtend er stets im Harnisch gewesen sein soll, wie es die spätmittelalterliche Volkssage berichtet.

Literatur:
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Patze-Schlesinger, II, 1 20ff.



Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 27
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 181. LUDWIG II., Landgraf von Thüringen 1140
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* 1128 (?), +  1172 14.X.

Gemahlin:
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1150
JUTTA, Tochter Herzog Friedrichs II. von Schwaben (siehe XIV. 166.)
      + 1191 7.VI.



Schwennicke Detlev: Tafel 145
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

LUDWIG II. DER EISERNE
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    + Neuenburg/Unstrut 14.X.1140

Begraben: Reinhardsbrunn

LANDGRAF von THÜRINGEN
Vogt von HERSFELD

  oo JUTTA VON SCHWABEN (STAUFER)
              + 7.VIII.1191

Begraben: Reinhardsbrunn

Tochter von Herzog Friedrich II.



Thiele, Andreas: Tafel 178
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

LUDWIG II. "DER EISERNE"
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* 1128, + 1172

Ludwig II. der Eiserne folgte 1172 seinem Vater, war Lehnsherr im Westerwald und in der Herborner Mark (kam an Nassau) und eine treue STAUFER-Stütze: half gegen Polen, war mit in Italien und unterwarf mit harter Hand (Beiname) den Landesadel (Sage vom Schmied). Hauptgegner seiner Herrschaft waren Schwarzburg, Orlamünde-Weimar, Honstein und Gleichen; er ließ unter anderem 1170 Graf Ernst II. von Gleichen hinrichten. Ludwig II. stand auch schroff gegen die Erzbischöfe von Mainz und Heinrich den Löwen und gewann unter anderem Amöneburg.

  oo 1150
       JUTTA VON HOHENSTAUFEN
               + 1191

Tochter des Herzogs Friedrich II. von Schwaben, Schwester Kaiser BARBAROSSAS



Durch seine Ehe mit Judith, der Stiefschwester Kaiser FRIEDRICHS I., war Ludwig II. der Eiserne zum Anschluß an die staufische Partei gezwungen und er blieb ein treuer Anhänger FRIEDRICHS I. Er nahm an dessen Feldzug gegen Polen teil, war mit ihm in Italien und war Lehnsherr im Westerwald und der Herbonner Mark. Der Sage nach soll er auf die Mahnung des Schmiedes von Ruhla "Landgraf, werde hart!" gegen den gewalttätigen Adel eingeschritten sein. Hauptgegner waren Schwarzburg, Orlamünde-Weimar, Honstein und Gleichen. Er stand schroff gegen die Erzbischöfe von Mainz und gegen Heinrich den Löwen, gewann unter anderem Amöneburg und ließ 1170 den Grafen Ernst II. von Gleichen hinrichten.

Jordan Karl: Seite 108,114-118
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"Heinrich der Löwe"

Das Verhältnis zwischen dem Herzog und Landgraf Ludwig II., der im Jahre 1140 seinem Vater Ludwig I. folgte, scheint wegen des gemeinsamen Gegensatzes zu Albrecht dem Bären zunächst ungetrübt gewesen zu sein. Später schloß sich der Landgraf den Gegnern des Löwen an, da er sich durch dessen Ausgreifen im Gebiet südlich des Harzes bedroht sah.
Im Frühjahr 1163 planten Albrecht der Bär, Pfalzgraf Adalbert von Sommerschenburg, Bischof Udo von Naumburg und Landgraf Ludwig von Thüringen ein gemeinsames kriegerisches Vorgehen gegen Heinrich den Löwen. Dem Kaiser gelang es, einige Fürsten von der Teilnahme an diesem Bündnis abzubringen und damit die große Fürstenkoalition gegen den WELFEN zu sprengen.
Im Spätsommer 1166 beteiligte sichLudwig II. erneut an einer Koalition fast aller sächsischer Großer gegen Heinrich den Löwen. Wenige Wochen nach dem Abzug des Kaisers nach Italien brachen gegen Ende des Jahres 1166 die Kämpfe in Sachsen mit aller Schärfe aus. Wichmann von Magdeburg, Albrecht der Bär und Landgraf Ludwig wandten sich gegen die herzogliche Burg Althaldensleben und begannen am 20. Dezember mit ihrer Belagerung. Obwohl sie Belagerungsmaschinen herbeischafften, konnten sie aber die stark befestigte Burg nicht einnehmen. Heinrich der Löwe eilte jetzt mit einem Ersatzheer herbei und verwüstete das Gebiet seiner Gegner bis vor die Tore Magdeburgs. Durch die Vermittlung einiger Bischöfe und Äbte wurde eine offene Feldschlacht vermieden. Man schloß einen Waffenstillstand, in dem sich der Herzog verpflichtete, bei dem nächsten Gerichtstag, der bald nach Ostern (6. April 1167) abgehalten werden sollte, die Burg Haldensleben dem Magdeburger Erzbischof zu übergeben.
 
 
 
 

  1147
  oo Judith von Schwaben, Tochter des Herzogs Friedrich II.
       um 1133/34-7.7.1191
 
 
 
 

Kinder:

  Ludwig III. der Milde
  um 1151/52-16.10.1190

  Heinrich Raspe III. Graf zu Gudensberg
        -18.7.1180

  Friedrich Graf von Ziegenhain
         -   1229

  Hermann I.
  um 1155-25.4.1217

  Jutta
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  oo Hermann III. Graf von Ravensberg
               -   1221
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 27 - Chronik von St. Peter zu Erfurt - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 277 - Hiller, Helmut: Friedrich Barbarossa und seine Zeit. Eine Chronik. Paul List Verlag KG München 1977 Seite 144,159, 168,182,184,199,230,261,272 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 108,114-118,138 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 30 A. 74,74,99,103,110,238 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 211-220 - Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 20-24 - Schwarz, Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 Seite 27-35 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 145 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 178 -