Ludwig I. der Bärtige                      Graf in Thüringen
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       - Okt.1056 oder 1080 (13.6.1080 Schwennicke)
        Mainz

Begraben: St. Albans Mainz
 

Sohn des Grafen N.N.
Nach H. Patze entstammte Ludwig der Bärtige einer Seitenlinie der Grafen von Rieneck
 

Schwennicke Detlev: Tafel 145
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

LUDWIG DER BÄRTIGE (1034 nach der Chronik von Reinhardsbrunn)
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    + 13.VI. 1080

Begraben: St. Albans vor Mainz

  oo CÄCILIE VON SANGERHAUSEN
                +



Thiele, Andreas: Tafel 178
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

LUDWIG I. "MIT DEM BARTE"
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    + 1080

Namen und Traditionen deuten auf Abstammung von den KAROLINGERN hin, eventuell über die welfischen Könige von Burgund (?). Er wird als Verwandter der SALIER bezeichnet, erbaute die Schauenburg bei Gotha (Residenz) und war Graf in Thüringen.

  oo CÄCILIE, Gräfin und Erbin von Sangerhausen
                +



Nach Meinung der neuen Forschung hatte Ludwig der Bärtige, der um 1040 in Thüringen auftauchte, seine Heimat im Mainbogen zwischen Lohra und Aschaffenburg. Er entstammte einer Nebenlinie der Grafen von Rieneck, der Burggrafen von Mainz. Ludwig stand möglicherweise selbst im Dienste des Mainzer Erzbischofs. Festen Fuß faßte Ludwig der Bärtige zuerst im Gebiet um Friedrichroda. Hier ließ er die Schauenburg errichten, die zur thüringischen Stammburg der Familie wurde. Durch den Burgenbau beherrschte er die Straße von Gotha nach Schmalkalden. Vermutlich rodeten Bauern unter seiner Herrschaft dort den Wald und legten neue Dörfer an. Ludwig heiratete Cäcilie von Sangerhausen, die Enkelin der Kaiserin Gisela, die ihm Sangerhausen und einige umliegende Besitzungen in die Ehe brachte. Durch die Vermählung der drei Töchter mit thüringischen Adligen konnte die Verankerung in der Region gefestigt werden. Ludwig starb 1056 in Mainz, wo er auch begraben wurde; zumindest steht es so in der Chronik von Reinhardsbrunn. Es wird vermutet, dass er an der Totenfeier für Kaiser HEINRICH III. teilgenommen hatte und nach Thüringen zurückkehren wollte.

Patze Hans/Schlesinger Walter: Seite 10-11
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"Geschichte Thüringens"

Schon Eike von Repgow wußte: die lantgraven von Duringen sint Franken. Die Familie der Landgrafen von Thüringen, die wir nach ihrem Leitnamen Ludwig als LUDOWINGER bezeichnen, stehen in unzweifelhaften, wenn auch nicht bis auf die einzelne Person zu fixierendem Zusammenhang mit den Grafen von Rieneck (nördlich Lohr am Main). Diese Familie war derjenige Zweig der Burggrafen von Mainz, der sich am Ostrand des Spessart festgesetzt hatte und von hier aus während des 13. Jahrhunderts dieses Waldgebiet wieder nach Westen, auf den erzbischöflichen Vorort Aschaffenburg hin erschloß und dabei seinen früheren Herrn in schwere Kämpfe verwickelte.
Die Grafen von Rieneck, die mit Gerhard I. (1071-1108) in männlicher Linie ausstarben, hatten die Hirsauer Propstei Schönrain am Main begründet, genauer: die Gründer von Schönrain waren die Grafen Ludwig und Beringer von Thüringen, die zwischen 1069 und 1084 dem Kloster Hirsau den Ort Schönrain zum Seelenheil ihrer Vorfahren verliehen, damit dort ein Priorat errichtet werden sollte. Die Grafen sind unzweifelhaft identisch mit den in einer Urkunde Ottos von Schweinfurt vorkommenden Gebrüdern Graf Beriger und Graf Ludwig von Schauenburg: die Burg, nach der sich die Brüder jetzt benannten, ist die Stammburg der Landgrafen oberhalb Friedrichsroda (südlich Gotha). Ältestes Ausstattungsgut des landgräflichen Hausklosters Reinhardsbrunn lag bei Aschfeld in Franken. Auch dies ist ein Hinweis auf die Herkunft der Familie aus dem mittleren Mainland. Vielleicht darf die Tatsache, dass der erste LUDOWINGER, Graf Ludwig der Bärtige, in St. Albans in Mainz bestattet wurde - Reinhardsbrunn war noch nicht gegründet, Schönrain vielleicht noch nicht fertiggestellt - aus den alten Beziehungen der Familie zu den Erzbischöfen erklärt werden. Außerdem spielt die Reinhardsbrunner Chronik in ihren ältesten Teilen auf frühe Beziehungen Ludwigs des Bärtigen zu Mainz an; in diesen verschwommenen, hier nicht zu erörternden Nachrichten mögen echte Kerne enthalten sein. Was man von der Mitteilung der Chronik und der damit im Zusammenhang stehenden gefälschten Urkunde halten soll, Kaiser KONRAD II. habe den Freien (ingenuus) Ludwig dem Erzbischof von Mainz empfohlen und dieser habe ihm eine Grafschaft und viele andere Lehen in Thüringen gegeben, weiß man nicht recht. In der Belehnung Ludwigs mit dem Barte kann ein echter Sachverhalt stecken, die Nachricht kann aber auch durch die im 13. Jahrhundert vorgenommenen Belehnungen der Landgrafen durch die Erzbischöfe in die Chronik hineingetragen worden sein.
Die Angaben der Reinhardsbrunner Chronik und der gefälschten Urkunden, Ludwig der Bärtige habe bei Friedrichsroda Neubruchhufen und die Dörfer Friedrichroda und Reinhardsbrunn (villulkae silvaticae) angelegt, sind glaubwürdig. Es entstand eine kleine Rodungsherrschaft, die wahrscheinlich, die wahrscheinlich nur wenig später um die Dörfer Drusenrot, Erembrechdesrot, Bussenrod, Ernstroda, Leina, Buhilisrot und Curinbach erweitert worden ist. Dies ist alles, was wir über die Herrschaftsbildung unter Ludwig dem Bärtigen sagen können.
 
 
 
 

  oo Cäcilie von Sangershausen, Tochter des Grafen Berthold
             -

     Erbin von Sangerhausen
 
 
 
 

Kinder:
3T, 2S

  Ludwig II. der Springer
  1042-   1123

  Beringer Graf von Sangershausen
  1056/57- vor 25.7.1110

  Hildegard
        -

  1. oo Poppo I. Graf von Henneberg
                   -7.8.1078 gefallen

  2. oo Thiemo Graf von Nordeck
                 -

  Uta
        -

  oo Dietrich Graf von Linderbach
             -

  Adelheid
         -

  oo Ludwig I. Graf von Wippra
               -
 
 
 
 

Literatur:
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Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 242,244 A. 121 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 147-170 - Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 10-11 - Schwarz, Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 Seite 12-13,88 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 145 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 178 -