Fenske Lutz: Seite 242,244 A. 121
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Durch Ludwig den Bärtigen, einen Edelfreien geringeren Ranges, der, wie es scheint, in Lehnsbeziehungen zum Erzstift Mainz und zur Reichsabtei Fulda stand, gelangten die LUDOWINGER nach Thüringen. Neben der Tüchtigkeit Ludwigs verdankten seine Nachkommen ihren Aufstieg wohl auch seiner Heirat mit der reichen Erbtochter Cäcilie, einer Frau, die aller Wahrscheinlichkeit nach einem ostsächsischen Adelsgeschlecht entstammte und im westlichen Hassegau umfangreichen Besitz gehabt haben muß. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter die beiden Söhne Ludwig und Berengar. Ihr Vater Ludwig der Bärtige hatte als ersten herrschaftlichen Mittelpunkt des Geschlechts die Schauenburg am Nordhang des Thüringer Waldes erbaut.
Jedoch wird diese Annahme Maschers nachträglich durch die Untersuchung Heinemeyers zu den Reinhardsbrunner Urkundenfälschungen entkräftet, der die hier verdächtigte Urkunde nicht beanstandet hat. Mascher weist außerdem auch auf die seiner Meinung nach widersprüchliche Aussage dieser Urkunde hin, wonach die parentes Graf Ludwigs des Springers in Sangerhausen bestattet sein sollen, dagegen aber in der Historia brevis S. 820 das Mainzer Kloster St. Alban als Begräbnisstätte seines Vaters, Ludwigs des Bärtigen, angegeben wird. Diese angebliche Widersprüchlichkeit dürfte aber dadurch aufgehoben werden, wie bereits Patze, Landesherrschaft Thüringen S. 175 Anm. 158, S. 192 Anm. 1, S. 435f. betont hat, dass parentes hier nicht im engen Wortsinn aufzufassen ist, sondern sich sehr viel weiter gefaßt auf die Vorfahren seiner Mutter Cäcilie beziehen wird. Alles in allem überzeugen Maschers Argumente gegen die genannte Urkunde nicht.