Beringer                                        Graf von Sangershausen
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1056/57- vor 25.7.1110

Begraben: Sangerhausen
 

Jüngerer Sohn des Grafen Ludwig I. der Bärtige in Thüringen aus dem Hause der LUDOWINGER und der Cäcilie von Sangerghausen, Tochter von Graf Berthold
 

Schwennicke Detlev: Tafel 145
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

BERINGER
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    + 1110

Begraben:  Sangerhausen

1100 Graf von SCHAUENBURG

  oo BERTRADA VON WETTIN
                + 1145

Tochter von Graf Konrad und Othildis von Katlenburg



Thiele, Andreas: Tafel 178
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

BERINGER
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    +

Graf von Sangerhausen, Stolberg und Honstein

  oo BERTRADA VON WETTIN
               +

Tochter des Grafen Konrad



Fenske Lutz: Seite 81,243-247
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Als die sozial hochgestellten Vertreter der sächsischen Opposition 1075 den Weg in die Verbannung antraten, hat Lampert die Namen der führenden Königsgegner erneut festgehalten. Schließlich nennt die gleiche Quelle noch die Grafen Berengar und Bern, bei denen es sich vermutlich ebenfalls um Angehörige des thüringischen Adels handelt. Von ihnen wird Graf Berengar im allgemeinen als Berengar von Sangerhausen und Bruder Ludwigs des Springers identifiziert, wobei natürlich offen bleiben muß, ob ein Bruder des 1123 gestorbenen Grafen Ludwig schon im Jahre 1075 zu den herausragenden Repräsentanten des thüringisch-sächsischen Adels rechnen konnte, vor allem, wenn  man berücksichtigt, dass der Aufstieg der LUDOWINGER zu reichsfürstlichem Ansehen erst im Laufe der nächsten Jahrzehnte und unter der Regierung HEINRICHS V. vollzog.
Während Ludwig der Springer anscheinend den thüringischen Besitz des Vaters erhielt, erbte seine Bruder Berengardie ostsächsischen Güter um Sangerhausen.
Berengar hatte mit Bertradaeine WETTINERIN zur Frau, eine Tochter des Grafen Konrad, eines jüngeren Bruders Markgraf Dedis, aus dessen Ehe mit Othilde, der Tochter Graf Dietrichs I. von Katlenburg. Der Ehe Berengars mit Bertrada entstammte ein Sohn Konrad, der also den gleichen Namen wie sein Großvater mütterlicherseits trug. In der Cronica Reinhardsbrunnensis wird er als Graf von Honstein bezeichnet, und zugleich scheint diese Quelle die späteren Grafen von Honstein auf ihn zurückführen zu wollen.
In einer Urkunde von 1110, durch die Graf Ludwig der Springer die Kirche in Sangerhausen dem Kloster Reinhardsbrunn übertrug, findet sich die engere Familie vereint aufgeführt, da bei dieser Handlung außer ihm selbst seine Gattin Adelheid, seine Söhne Hermann, Ludwig, Heinrichund Konrad sowie Bertrada, die Gattin seines Bruders Berengar, mit ihrem Sohn Konrad, dem Neffen Ludwigs, anwesend waren. Da Berengar in der Urkunde nicht genannt wird, wohl aber seine Gattin mit ihrem Sohn, dürfte er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gelebt haben.
Mag zwar ein Unsicherheitsfaktor bezüglich der Bewertung der angeführten Quellen und ihrer hinsichtlich des Sohnes des Grafen Berengar gemachten Aussagen bleiben, so sind jedenfalls für die Existenz seines Vaters Berengar auch unabhängig von der Reinhardsbrunner Überlieferung urkundliche Quellenzeugnisse vorhanden. Es ist schon darauf hingewiesen worden, dass er gemeinsam mit seinem Bruder Ludwig und seinem Neffen Hermann zwischen 1099 und 1101 am Fürstentreffen von Lippoldsberg teilnahm. Auch bei einer anderen, ungefähr gleichzeitigen Gelegenheit sind die Brüder Ludwig und Berengar gemeinsam aufgetreten: Im Jahre 1100 erwarb das Erzstift Magdeburg von dem homo liber et ingenuus O. umfangreichen Besitz. Initiatorin und eigentlich handelnde Person bei dem damals getätigten Rechtsgeschäft war die Markgräfin Beatrix, die Witwe des Markgrafen vom bayerischen Nordgau Heinrich von Hildrizhausen. Dabei werden unter den fränkischen Zeugen an erster Stelle Beriger et Luodewic de Scowenburch, fratres atque comites aufgeführt.
Es besteht kein Zweifel daran, dass es sich hier um Graf Ludwig und seinen Bruder Berengar handelt, die in dieser Urkunde ihren herkunftsangebenden Namen nach dem ältesten ludowingischen Stützpunkt in Thüringen, der Schauenburg bei Friedrichsroda, führen. Dass diese beiden thüringischen Grafen hier als Handlungszeugen fränkischen Rechts erscheinen, findet in der ursprünglich ostfränkischen Herkunft dieses Geschlechts seine Erklärung. Auch nach ihrem Ausgriff nach Thüringen und dem Aufstieg, der ihnen dort gelang, sind die LUDOWINGER noch besitzmäßig in Mainfranken präsent gewesen. Dass gerade die Brüder Ludwig und Berengardie Güterübertragung der SCHWEINFURTERIN Beatrix und ihres Sohnes Otto bezeugten, dürfte in einer älteren Besitznachbarschaft zwischen SCHWEINFURTERN und LUDOWINGERN im Gebiet von fränkischer Saale und Streu begründet liegen.
1139 stellte Bischof Embricho von Würzburg für das Kloster Schönrain am Main eine Schutzurkunde aus, in welcher folgender, mit der Gründung des Klosters in Verbindung stehender Vorgang festgehalten wird: Zur Zeit HEINRICHS IV. und Bischof Adalberos von Würzburg hätten Graf Ludwig und sein Bruder Berengar den Ort Schönrain mit zwei Mühlen und anderen Pertinentien und das praedium, das sie in Wiesenfeld besaßen, dem Abt Wilhelm von Hirsau übertragen unter der Bedingung, dort eine monastische Institution zu begründen. Wilhelm habe dieses Vorhaben darauf in Angriff genommen, und durch seine Nachfolger sei es vollendet worden.
Soweit eine zeitliche Einordnung der Übertragung und des Gründungsbeginns möglich sind, scheinen für die Einrichtung des Klosters am ehesten die frühen 80-er Jahre zu sprechen. Es wurde also hier auf der Grundlage von Besitzungen der LUDOWINGER im mainfränkischen Raum, die, wie Cramer gezeigt hat, Reste eines älteren Besitzkomplexes der Vorfahren Ludwigs und Berengars darstellen, das Kloster Schönrain als Priorat Hirsaus gegründet, dessen Funktion besonders einer Verbindung der süddeutschen mit den norddeutschen Gregorianern gedient haben mag.
Die Voraussetzungen, die zur Stiftung von Kloster Schönrain führten, machen es möglich, in den gräflichen Brüdern Ludwig und Berengardie ersten Vertreter des ostsächsisch-thüringischen Adels zu erkennen, deren Verbindung zu Wilhelm von Hirsau durch Quellenaussagen erschließbar wird. Die Beziehungen waren so gut, dass die beiden Grafen den Hirsauer Abt mit der Einrichtung eines mit ihren mainfränkischen Besitz fundierten Klosters zum Seelenheil ihrer Vorfahren betrauten.
 
 
 
 

  oo Bertrada von Wettin-Camberg, Tochter des Grafen Konrad
       um 1080-   1145
 
 
 
 

Kinder:

  Konrad Graf von Honstein
         -   1145

  Kunigunde
         -

  oo Kuno von Wippra
              -
 
 
 
 

Literatur:
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Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 81,144,150,242-247,254,332 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 103,113, 281 - Schwarz, Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 Seite 88 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 145 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 178 -