Friedrich I.                                     Herzog von Ober-Lothringen (1205-1206)
-------------                                     Herr zu Bitsch, Gerbevilliers und Ormes
vor 1152-7.4.1207
 

2. Sohn des Herzogs Matthäus I. von Ober-Lothringen und der Bertha von Schwaben, Tochter von Herzog Friedrich II.; Neffe Kaiser FRIEDRICHS I. BARBAROSSA
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 952
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Friedrich, Herzog von Bitsch
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     + 7. April 1207

(Ferri; irrigerweise zumeist als Ferri I., Herzog von Ober-Lothringen gezählt)

Jüngerer Sohn von Herzog Matthäus I. (1139-1176) und Bertha von Schwaben (STAUFER), damit Neffe Kaiser FRIEDRICHS I. BARBAROSSA

Mit Hilfe seiner Mutter gelang es Friedrich, seinem älteren Bruder, Herzog Simon II. (1176-1206), einen Teil des Herzogtums Ober-Lothringen zu entwinden (Mai 1179, Vertrag von Ribemont); Friedrich erhielt den deutschsprachigen Teil des Herzogtums zu Lehen, außerdem - im französischsprachigen Teil - die Herrschaften Ormes und Gerbeviller (südöstlich von Nancy). Er stand in engen Verbindungen mit seinen Vettern 2. Grades, HEINRICH VI. und PHILIPP VON SCHWABEN, die ihm die Führung des Herzogtitels gestatteten; seinerseits zählte Friedrich während des deutschen Thronstreites zu den Unterzeichnern an Innozenz III. zugunsten PHILIPPS VON SCHWABEN (1198). Da sein Bruder Simon II. kinderlos blieb, ging das Herzogtum Lothringen an Friedrichs Sohn, Friedrich III., über, während Friedrich selber als Herzog von Lothringen nicht zum Zuge kam. Bereits jung (1164) mit Ludmila, Tochter Mieszkos, Königs von Polen, vermählt, gingen 13 Kinder ais dieser Ehe hervor, darunter:
Herzog Friedrich III.
Matthäus, Bischof von Toul (1197-1208)
zwei Töchter, die Äbtissinnen von Remiremont wurden.



Brandenburg Erich: Tafel 23 Seite 47
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 365. FRIEDRICH I., Graf von Bitsch, Herzog von Lothringen 1205, resigniert 1206
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* ca. 1151, + 1207

Gemahlin:
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vor 1167 Ludmilla, Tochter des Herzogs Miescos III. von Polen (siehe XIII 506)
                         + 1223

Anmerkungen: Seite 148
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XIII. 363-369.

Duvernois, Matthieu I.; v. Behr, Tf. 109.
Die angeblich zweite Gemahlin des Mattheus (368), Beatrix von Dampierre, finde ich nirgends beglaubigt. Zwei manchmal angeführte Töchter: Bertha, oo vor 1134 (!) mit Hermann III. Markgrafen von Baden (vgl. Fester, Bad. Regesten) und Sophia, oo mit Heinrich III. Herzog von Limburg, beruhen ebenfalls nur auf sehr wenig beweiskräftigen Vermutungen.

365. Bemerkung (Br):

Friedrich (I. zu streichen) war nach Duvernois Cat. 143 nie Herzog; sein gleichnamiger Sohn folgt dem Oheim unmittelbar; die Urkunde, in der er 1206 als Herzog erscheint, ist gefälscht. Über Mattheus I. Kinder überhaupt Duvernoy, Matth. 13 f., der alle Geburtszeiten früher ansetzt.

Berichtigung (Rösch): Ludmilla von Polen, siehe XIII 505



Thiele, Andreas: Tafel 55/56
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

FRIEDRICH I. (IV.)
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    + um 1205

Sohn des Herzogs Matthäus I.

Friedrich folgte zu Bitsch, Gerbevillers und Ormes und stritt ständig mit seinem Bruder Simon II., war 1198 im deutschen Thronkrieg STAUFER-Stütze und zeitweise Gegen-Herzog von Lothringen.

  oo um 1160
       LUDMILLA VON POLEN

Tochter des Herzogs Mieszko III. von Großpolen-Gnesen



Nach Walter Mohr ist es mehr als zweifelhaft, ob Friedrich I. überhaupt als Herzog regiert hat. Er geht davon aus, dass auf Friedrichs I. Bruder, Herzog Simon II., direkt dessen Neffe Friedrich II., der Sohn Friedrichs I., folgte.

Hlawitschka, Eduard: Seite 102,116
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"Studien zur Äbtissinnenreihe von Remiremont (7.-13. Jh.)"

Zumal man den Herzog Matthäus von Lothringen, der 1176 verstarb, noch zum 12. Mai von der Anlegerhand eingeschrieben findet, einen Fridericus dux Lotarringiae jedoch - in dem man nur Friedrich I. von Bitsch, gestorben 1207, der wiederholt seinem Bruder, Herzog Simon II., die Herrschaft über Lothringen zu entreißen versuchte, aber scheiterte, oder dessen Sohn, Friedrich II., der tatsächlich Herzog von Lothringen geworden und 1213 gestorben ist, erkennen kann.
Agatha, Tochter Friedrichs von Bitsch, ist andererseits noch bis in den Oktober 1236 als Äbtissin von Remiremont bezeugt.
 
 
 
 

 um 1160
  oo Ludmilla von Großpolen-Gnesen, Tochter König Mieszkos III.
               -   1223
 
 
 
 

13 Kinder:

  Dietrich der Teufel Seigneur d'Autigny
  1175- nach 25.12.1225

  Judith
        - vor 1224

um 1189
  oo Heinrich II. Graf von Ober-Salm
              - wohl 1224

  Matthäus Bischof von Toul (1198-1207)
  1170-17.5.1218

  Friedrich II.
  um 1162-10.10.1213

  Hedwig
         - nach 1228

  oo Heinrich I. Graf von Saarbrücken-Zweibrücken
             -   1228

  Agathe Äbtissin von Remiremont
         -12.7.1242

  Philipp Herr zu Gerbevilliers
        - nach 1236

  Heinrich der Lombarde Herr zu Bayon
         -23.1. um 1258/60
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 23 Seite 47,148 - Hlawitschka, Eduard: Studien zur Äbtissinnenreihe von Remiremont (7.-13. Jh.), Saarbrücken 1963, Seite 102,106,116,119,123 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Teil III Seite 32-34,36-43 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 55/56 - Toeche Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965 Seite 504 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Band I Seite 240,361,419 -