EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XVI Tafeln
110-112
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2062
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Lobdeburg
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Ein nach der Burg Lobdeburg bei Jena in Thüringen genanntes Geschlecht Freier Herren (nobiles). Von einem 1133 bezeugten Hartmann von Auhausen (bei Nördlingen, mit Hauskloster) geht die Familienbeziehung zu den 1166 in Camburg/Saale genannten, mehrfach im Gefolge der Bischöfe von Naumburg und Kaiser FRIEDRICH BARBAROSSAS auftretenden Brüdern Hartmann und Otto. Der sich schnell verzweigenden Familie entstammten mehrere Prälaten in Bamberg, Würzburg und Naumburg. Nach 1200 teilten sich 5 Linien ab: eine auf der Rodungsherrschaft Saalburg, eine 2. auf Berga an der Elster (oder Burgau bei Jena?), die 1358 das Unterschloß Lobdeburg an die WETTINER abtrat, mit dem Verlsut der Reichsunmittelbarkeit in die wettinische Landstandschaft absank, im Erzgebirge und in Böhmen Besitz erwarb und Mitte des 14. Jahrhunderts als letzte der Gesamtfamilie erlosch. Die Stammlinie Leuchtenburg gründete 1247 das Zisterzienserinnenkloster Roda. Auf ehemaligen Reichsland bildete sich im Orlagau die Linie Arnshaugk, deren letzte Sproß Elisabeth als Gemahlin des Markgrafen Friedrich des Freidigen von Meißen den Besitz als Erbe an die WETTINER brachte. Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts stand die Linie Elsterberg an der Spitze des Abwehrkampfes des osterländischen Adels gegen den Aufbau des wettinischen Territorialstaates, aber schon 1354 geriet sie unter wettinische Lehnshoheit. Das Geschlecht besaß im 13. Jahrhundert weite Teile des südlichen Saale-Elster-Gebietes, verlor diese aber stückweise an die Vögte, die SCHWARZBURGER und die WETTINER.
Literatur:
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H. Grokopf, Die Herren v. L. bei Jena ... 1929 - Patzke-Schlesinger
II, 1, 193-199 - H. Helbig, Der Wettin. Ständestaat (Mitteldt. Forsch.
4, 1980), 174-183.
Das edelfreie Geschlecht, das sich nach der oberhalb Lobeda (jetzt zu Jena) im Saaletal gelegenen Burg nannte, stammte von den Herren von Auhausen an der Wörnitz ab. Schon Hartmann von Auhausen, der 1133 in der Urkunde Bischof Udos von Naumburg über die Stiftung des Klosters Bürgel durch Markgraf Heinrich von der Lausitz als Zeuge erscheint, dürfte seinen Stammsitz auf der Lobdeburg errichtet haben. Mit ihm stehen die Brüder Hartmann und Otto von Lobdeburg zweifellos in genealogischer Verbindung, die 1166 bei Markgraf Otto von Meißen ebenfalls als Zeugen auftraten. Man kann vermuten, dass Angehörige dieses fränkischen Geschlechts wie die Mitglieder, insbesondere wohl jüngere Söhne, anderer Adelsgeschlechter und Bauern von der Hoffnung auf Herrschaftsbildung und Siedlung in diese damals erst locker erschlossenen Gebiete gelockt worden sind. Das bald erkennbare Wirken der LOBDEBURGER(nobiles) im Raum zwischen Saale und Weiße Elster, ja noch östlich dieses Flusses, bestätigt eine solche Vermutung. Schon am Beginn des 13. Jahrhunderts entfalteten sich die Herren von Lobdeburg in mehrere Linien, die ihre Burgen wieder zu Kernen kleiner Rodungsherrschaften machten.
Linie Leuchtenburg
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Die thüringische Stammlinie des Geschlechtes blieb
immer die bedeutendste. Das war wohl darauf zurückzuführen, dass
die Lobdeburg und die gegenüber Kahla das Saaletal auf mächtigem
Bergkegel überragende Leuchtenburg, nach der sich zuerst Hermann
IV. 1227 bezeichnete, an wichtigen Verkehrswegen lagen. Freilich drängten
an solche günstigen Punkte und Linien bald auch andere, mächtigere
Herren. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts boten sich aber an der mittleren
Saale noch Möglichkeiten der Entfaltung, und zwar nicht nur durch
Rodung in den Forsten unmittelbar östlich des Flusses.
Hermann
IV.
gelangte durch Ehe mit einer QUERFURTERIN für kurze
Zeit in den Besitz von Gütern an der Unstrut, darunter Nebra. Wie
andere Mitglieder der Familie war auch er sowohl in der Nähe des Königs
als auch bei den Markgrafen zu finden.
Bestimmte Maßnahmen lassen erkennen, dass dieLOBDEBURGER
über die Grundherrschaft hinaus zur Landesherrschaft strebten. Im
Grundriß verraten das bei der Unterburg Lobdeburg gegründete
Lobeda, Jena (um 1230), Kahla, das die LOBDEBURGERseit
mindestens 1283 in Besitz hatten, und der Markt bei dem Nonnenkloster Roda
(vor 1247 gegründet), das ihnen als Familiengrablege diente, die Absicht,
ein kleines Territorium aufzubauen. Ein Anteil an der Vogtei über
Kloster Bürgel rührt vielleicht schon aus dem 12. Jahrhundert
her.
In der 3. Generation der Linie Leuchtenburg erwies
sich allerdings bereits, dass diese Herrschaftsbildung, die der Fundierung
in einem großen Reichslehen entbehrte, zu spät in Angriff genommen
worden war, wenn sie offenbar zunächst auch von WETTINERN, die im
nahen Eisenberg einen festen Stützpunkt besaßen, hingenommen
worden war. Die Landgrafen brauchten gegen die Linie Leuchtenburg
gar nicht zur Waffe zu greifen. Auch diese Dynasten verkümmerten an
der unzureichenden wirtschaftlichen Basis ihrer Herrschaft. Hermann
VII. (1282-1325) und Albrecht III. (1283-1325) setzte der rapide
Verfall ein. Nachdem die Leuchtenburg, Roda und Kahla um 1310 an die Grafen
von Schwarzburg verpfändet worden war, gingen diese Stücke 1333
endgültig aus den Händen Johanns I. (1327-1333) und Albrechts
IV. (1298-1346) von Lobdeburg-Leuchtenburg in den Besitz der Pfandinhaber
über, die damit freilich endgültig Friedrich den Ernsthaften
zum Grafenkrieg herausforderten. Seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts hatten
die WETTINER, wenn sie eben auch nicht zuschlugen, die Entwicklung bei
den LOBDEBURGERNaufmerksam verfolgt.
Den Anteil der Linie Lobdeburg-Leuchtenburg erwarben sie 1333. 1344
befanden sich die WETTINER im Besitz der oberen Lobdeburg.
Albrecht IV. von Lobdeburg-Leuchtenburg gelobte
schon 1329 Friedrich dem Ernsthaften in einem Lehensvertrag "dinerschaft".
Mit seiner letzten Nennung 1346 verschwindet die Linie Leuchtenburg
aus der Geschichte.
Linie Burgau
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Die schwierigste Frage der lobdeburgischen
Geschichte ist die Lokalisierung des Zweiges der Dynastenfamilie, der sich
nach "Burgow", "Bergaw", "Bergowe" nannte. Man schwankt, ob man
darunter Burgau gegenüber Lobeda oder Berga an der Elster
zu verstehen hat. Großkopf sprach sich mit guten Gründen für
Burgau
aus, während man in neuerer Zeit mit Bestimmtheit Berga
bei
Weida als Sitz dieses Zweiges annimmt. Für Burgau an der Saale
spricht, dass sich alle nachweisbaren Besitzungen dieses Zweiges in diesem
Raume befanden, bei Berga an der Elster aber keine.
Wie der 1. sicher bezeichnende Angehörige dieser
Linie Hartmann V. (1221-1251) mit anderenLOBDEBURGERNzusammenhängt,
ist nicht zu klären. Schon die Tatsache, dass Hartmann V. sich
1235 "Herr des unteren Schlosses Lobdeburg" (in Lobeda) nannte, deutet
eher auf eine Lokalisierung ins unmittelbar benachbarte
Burgau als
ins ferne Berga an der Elster. Sowohl für als zugleich gegen
diese Lokalisierung spricht, dass 1305 3 Brüder von Lobdeburg-Burgau
"auf
des Markgrafen Hause zu Burgau" dem WETTINER versprachen, "ihre Stadt zu
Lobeda ohne seinen und ihres Vetters Hartmann
XI. Willen nicht fester machen zu wollen, als sie jetzt ist".
Wie zu gleicher Zeit von einem Hause des Markgrafen (von dem wir sonst
nichts wissen) und einer zu erschließenden lobdeburgischen Burg in
Burgau
die Rede sein kann, ist unerklärlich, doch spricht die Teilung der
unteren
Lobdeburg in Lobeda (mit genauer Beschreibung der Burg) zwischen den
drei Brüdern 1327 für deren Ansässigkeit in unmittelbarer
Nähe.1349 verkaufte Hartmann XII. von Lobdeburg-Burgau den
Grafen von Schwarzburg und von Honstein das Öffnungsrecht an der
unteren
Lobdeburg. 2 Brüder dieser Linie gingen 1358 einen Schritt weiter
und trugen ihren Anteil an der unteren Lobdeburg den WETTINERN zu
Lehen auf. Noch im selben Jahre konnte Friedrich der Strenge durch ein
Urteil seines Lehensgerichtes den SCHWARZBURGERN, bisher Inhaber des Öffnungsrechtes,
auch noch den anderen Teil der unteren Lobdeburg mit der Mannschaft, die
umme Lodeburg gelegin ist, di von aldir von der landgrafschaft zu Duringen
zu lehen gegangen ist, entwinden. Die untere Lobdeburg wurde auch weiter
von der Familie bewohnt. Mit Johannes IV. (1400-1448) verschwindet
auch dieser Ast der LOBDEBURGER aus
der Geschichte.
Ein Verzeichnis der "Rittergüter und Lehengüter"
der Erbarmannschaft des verstorbenen "von Bergaw" von 1381/1400 zeigt,
dass die Herrschaft nicht dem Charakter einer Grund-, sondern den einer
Landesherrschaft gehabt hat, und dass zweitens unter "Bergaw" nur Burgau
verstanden
werden kann, es sei denn man nimmt an, LOBDEBURGER
mit dem Sitz Berga an der Elster seien schon 1236 infolge einer uns verborgenen
Erbteilung wieder an die Saale zurückgekehrt und hätten sich,
wenige hundert Meter von Burgau entfernt, unter Beibehaltung ihres alten
Herkunftsnamens "Berga" in Lobdeburg niedergelassen. Die überraschend
zahlreiche Ritterschaft sitzt in Dörfern auf dem Kalkplateau beiderseits
des Rodatales, das bei Lobeda sich von Osten her in das Saaletal öffnet,
aber auch links des Flusses: Gleina, Ilmnitz, Bockedra, Ammerbach, Dennstadt,
Jägersdorf, Lippersdorf, Nerkewitz, Rothenkirchen, Schlöben.
Zu Lehen wurden Güter und Zinsen jeder Art gereicht. Albrecht Thun
besaß in Nerkwitz das Hochgericht und nicht weniger als 28 Höfe.
Auffallend sind die vielen Weinberge und Weingärten, die zu Lehen
ausgetan sind. Die Nennung der Lehen des Borgolt Puster deutet darauf,
dass das Verzeichnis zum Teil durch Selbstaufzeichnung der Lehenträger
zustande gekommen ist, wie man dies vom Lehensregister von 1349 weiß.
Es ist die Frage, ob dieses Lobdeburger Lehensregister nicht im Zusammenhang
mit dem Registrum von 1378 aufgenommen worden ist.
Linie Arnshaugk
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Ein Bruder Hermanns V. von Elsterberg, Otto
IV., nennt sich 1254 nach der Burg Arnshaugk bei Neustadt/Orla.
Man kann nicht sagen, wie dieser LOBDEBURGER
in den Besitz dieses um den Vorort (1120 nova villa, 1291 civitas dicta
Nuenstad) sich erstreckenden, schwer abgrenzenden Herrschaftsbereiches
gekommen ist; er scheint Triptis, Auma und Oppurg umfaßt zu haben.
Dem Inhaber der Herrschaft scheint ein gewisses Pendeln zwischen den östlichen
Besitzungen der WETTINER und der Landgrafschaft möglich gewesen sein.
Das zeigen auf der einen Seite auffallend häufige Zeugendienste für
Dietrich von Landsberg, andererseits die Zugehörigkeit Ottos IV.
zum Kreis der Exekutoren des Landfriedens in Thüringen (1288). Nach
dem Tode von Ottos
Vetter Hartmann IV. von Saalburg (1240/50)
fielen auf dem Erbwege Teile von dessen Herrschaft, vor allem Schleiz,
an Arnshaugk. Otto IV. heiratete Elisabeth von Orlamünde
(um 1270-nach 24.3.1333), Tochter Hermanns III., die in 2. Ehe 1290
Landgraf Albrecht (1240-13.11.1314, dessen 3. Ehe) ehelichte. Die Tochter
Ottos
IV. und der Elisabeth von Orlamünde, ebenfalls
Elisabeth
II. (1286-22.8.1359 Gotha) geheißen, wurde am 24.8.1300 die Gemahlin
Friedrichs des Freidigen (1257-16.11.1323). Als mit seiner Gemahlin die
Linie Arnshaugk der LOBDEBURGER
ausstarb, fiel auch Arnshaugk ohne Anstrengung an die WETTINER.
Linie Saalberg
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Vor 1216 scheint Hartmann IV. von Lobdeburg zur
Kontrolle des Saaleüberganges an der Straße Nürnberg-Leipzig
am Kulmberg die Saalburg erbaut zu haben, nach der für eine
Generation eine Linie der Herren von Lobdeburg nannte. Die Gründungsurkunde
der Kirche in Schleiz von 1232 hat Hartmann von Saalburg mit besiegelt.
Der Herrschaftsbereich Hartmanns IV. dürfte das Gebiet zwischen
Saalburg und Schleiz umfaßt haben. Ob er wesentlich zur Rodung und
Erschließung des oberen Saalegebietes hat beigetragen können,
läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Als die Linie schon mit
ihm ausstarb, fiel das Gebiet um Schleiz an Lobdeburg-Arnshaugk,
während die südlichen Teile an den Vogt Heinrich I. von Gera
gelangten, der mit einer Leukardis verheiratet war. Man vermutet - Zeugnisse
dafür gibt es nicht -, sie sei eine Tochter Hermanns IV. (+ 1247)
gewesen.
Linie Elsterberg
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Die LOBDEBURGER sind
wahrscheinlich schon am Ende des 12. Jahrhunderts auch an die obere Elster
vorgestoßen. Nach Elsterberg bezeichnet sich schon Hermann
V. (1235/36-1273), Sohn Hartmanns VI. von Lobdeburg und jüngerer
Bruder des Gründers der
Linie Arnshaugk. Die Nachrichten über
Hermann
V. und seine Herrschaft sind spärlich. Zu erwähnen ist die
letzte Spur von ihm, ein Brief an den Abt von Auhausen von 1273, der neben
anderen Zeugnissen der LOBDEBURGER
die fortdauernden Beziehungen und bewußtseinsmäßigen Bindungen
des Geschlechtes an ihr Hauskloster und ihre fränkischen Stammlande
erweist. Unter den Nachfolgern Hermanns hat dessen Enkel Burckhardt
III. sich offenbar gleich den Vögten gegen Friedrich den Freidigen
gestellt und Anlehnung an König Johann von Böhmen gesucht. Auf
kriegerische Auseinandersetzung und schließliche Unterlegenheit Burckhardts
läßt
der Vertrag von Zwätzen 1315 schließen, durch den er sein Viertel
an Jena an den Landgrafen abtreten mußte. Spannungen mit den WETTINERN,
wenn auch mit der üblichen Vorbehaltsformel bestritten, werden in
dem 1327 zu Ronneburg zwischen Burckhardt III. und Hermann X.
von Elsterberg einerseits und den Vögten aller drei Linien andererseits
geschlossenen Bündnis deutlich, in dem die Bündner den Landgrafen
ihren Herrn nennen. Sieben Jahre später, 1334, gehörten sie dem
großen Vertrag der Stadt Mühlhausen und zahlreicher thüringischer
Grafen, Herren und anderer Bündner an, der sich gegen Friedrich den
Ernsthaften richtete, den dieser aber schon im folgenden Jahre in Eisenach
durch ein Schiedsgericht entschärfen konnte. Damit war offensichtlich
auch für diese Linie der Höhepunkt überschritten. Eine um
1340 vorgenommene Teilung schwächte sie; Hermann X. erhielt
die Besitzungen um Elsterberg und im Vogtland,
Burkhardt
gelangte
in den Besitz der Güter um Schwarzenberg. In den Grafenkriegen ließ
sich Hermann X. nicht hineinziehen, doch entsprang seine und seines
Sohnes Hermann XII. 1351 zu Kulmbach mit dem Burggrafen von Nürnberg
geschlossenes Bündnis offensichtlich der Sorge, eines Tages auch noch
der Kassation der kleineren Gewalten zum Opfer zu fallen, die der WETTINER
rücksichtslos betrieb. Der Elsterberger geriet am Beginn des
Vogtländischen Krieges zwischen den Landgrafen und den mit diesem
gemeinsam operierenden König. Der Krieg wurde damit eröffnet,
dass das Heer der drei großen thüringischen Städte unter
Heinrich von Honstein als königlichem Vogt vor Elsterberg rückte,
die Burg zerstörte und 12 Landfriedensbrecher hinrichtete. Hermann
X. und sein Sohn mußten den Landgrafen das Öffnungsrecht
an Elsterberg einräumen. Beide gelobten 5 Jahre später (1359),
den Landgrafen mit Elsterberg zu dienen. Ob man sagen kann, die Elsterberger
hätten damit die Reichsunmittelbarkeit - von der kein Zeugnis existiert
- verloren und seien unter die wettinische Landeshoheit gekommen (Großkopf),
ist die Frage: Solche Dienstverträge sind in diesem Jahrhundert viele
geschlossen, aber auch wieder gelöst worden. Dass der lobdeburgisch-elsterbergische
Pfleger den WETTINERN einen Treueid leistete, brauchte noch nicht allzuviel
zu besagen. Hermann XII. hat der 1354 zuerst als Stadt bezeichneten,
vermutlich von seinem Vater planmäßig angelegten Siedlung Elsterberg
1368 eine Urkunde über Erb- und Güterrecht (Zwickauer Recht)
gewährt. In einer Beschwerde der Landgrafen gegen KARL
IV. über Übergriffe des Kaisers werden die Elsterberger
als
Vasallen der WETTINER bezeichnet. In der Chemnitzer Teilung von 1382 wurde
Elsterberg an Wilhelm von Meißen gewiesen, allerdings war dies nicht
definitiv. Hermann XII. erscheint 1394 als Rat Landgraf Balthasars.
Beim Tode Hermanns, der 1394 zuletzt erwähnt wird, fiel die Herrschaft
Elsterberg, da männliche Erben nicht vorhanden waren, als erledigtes
Lehen an die WETTINER. - Die Geschicke er Linie Schwarzenberg, die
sich bis 1426/27 hielt, sind nicht zu verfolgen. Mitglieder dieser Linie
sind in den 70-er Jahren des 14. Jahrhunderts nach Böhmen gegangen
und haben ca. 1409 die Herrschaft Plan (südsüdöstlich Marienbad)
erworben.
Heinrich von Elsterberg Herr zu Plan gehörte unter
König WENZEL zu der Böhmischen Landtafel.