Otto I.                                           Herzog von Schwaben (973-982)
--------                                           Herzog von Bayern (976-982)
954-31.10.982
       Lucca

Begraben: Aschaffenburg
 

Einziger Sohn des Herzogs Liudolf von Schwaben und der Ida von Schwaben, Tochter von Herzog Hermann I.
 

Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 567
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OTTO VON SCHWABEN, Herzog von Bayern
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* 954, + 31.10./1.11.982
           Lucca

Begraben: Aschaffenburg

Vater:
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Herzog Liudolf (+ 957)

Mutter:
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Ida von Schwaben

973 setzte Kaiser OTTO II. seinen Neffen zum Herzog von Schwaben ein, 976 Herzog von Bayern, nachdem Herzog Heinrich II. der Zänker abgesetzt worden war.
980 mit dem Kaiser in Italien, wo er starb.

Literatur:
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ADB 24, Riezler; R. Holtzmann, Gesch. d. sächs. Kaiserzeit, 1941.


Althoff Gerd: Seite 384
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                     H 36

Me:     1.11.    Otto dux Suevorum    +  992 Herzog von Schwaben und Bayern

(Es.) Otto, der Sohn Liudolfs von Schwaben (H 32), ist auf Grund seiner verwandtschaftlichen Zugehörigkeit zur ottonischen Familie ins Merseburger Necrolog eingetragen worden.
Allg. vgl. FW H 3; Maurer, Der Herzog von Schwaben, passim (Register, S. 356); Zotz, Der Breisgau und das alemannische Herzogtum, passim (Register, S. 254). Zum Todesdatum: Uhlirz, Jbb. Ottos II. und Ottos III. 1, S. 182 mit Anm. 15.


Glocker Winfrid: Seite 293
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"Die Verwandtschaft der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

VI, 4 OTTO I.
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* 954, + 982 X 31

973 Herzog von Schwaben, 976 auch von Bayern

Otto ist uns als Sohn Liudolfs von Schwaben bezeugt durch den Continuator Reginonis a. 954, S. 168, der zugleich auch sein Geburtsjahr nachweist, sowie durch Thietmar III c. 9, S. 108, und ebd. III c. 20, S. 122.
Die Belege zum Tod Ottos sind bei BMi 884a zusammengestellt.
Zur Erhebung Ottos als Herzog von Schwaben vgl. BMi. 634a, zu seiner Erhebung im bayerischen Herzogtum vgl. Reindel, Bayern S. 299 und BMi. 717b.



Schwennicke Detlev: Tafel 10
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO
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    + Lucca 31. X 982

Begraben: Aschaffenburg St. Peter und Alexander

973/82 HERZOG VON SCHWABEN
976/82 HERZOG VON BAYERN



Entgegen dem bayrische Bestreben wurde Otto von seinem Freund, Kaiser OTTO II., nach dem Tode Burchards III (+ 11. 11.973) mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Er übernahm die Feindschaft des Vaters gegen die bayrische Linie. Für seine treuen Dienste übertrug ihm Kaiser OTTO II., nachdem er Heinrich II. den Zänker von Bayern abgesetzt hatte, auf dem Reichstag zu Regensburg das um Kärnten, die Nordmark und die bayrische Ostmark verkleinerte Herzogtum Bayern. Damit erreichte Otto eine Steigerung seiner Gewalt und erhielt dadurch eine ganz außergewöhnliche Stellung im Reich. Im Jahre 979 überließ ihm OTTO II. das in Liebrighausen gelegene Lehensgut seines Vaters zu Eigen unter der Bedingung jedoch, dass die in Liebrighausen bereits vorhandenen Rechte des Stiftes Aschaffenburg dadurch nicht geschmälert würden. 980 zog er mit Kaiser OTTO II. nach Italien und sah sein Vaterland nicht wieder. Auf dem Rückweg nach Deutschland starb Otto, der der Schlacht von Cotrone entkommen war, in Lucca an den in der Schlacht empfangenen Wunden.

Stälin Paul Friedrich: Seite 189
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"Geschichte Württembergs"

Zum Nachfolger in der Regierung Schwabens hatte Kaiser OTTO II. in der traditionellen Absicht, das Herzogtum immer nahen Verwandten zuzuwenden, alsbald  nach Burchards II. Tode seinen 19-jährigen Neffen Otto I. (973-982) ernannt den Sohn von Burchards Vorgänger Liudolf. Dem Kaiser, mit dem ihn gleiches Alter, vielleicht wenigstens auch Jugendfreundschaft, verband, blieb Ottostets ergeben, genoß aber auch bedeutendes Ansehen bei ihm. Ja als im Jahr 976 Herzog Heinrich II. von Bayern, Hadwigs Bruder, wegen Empörung seines Herzogtums entsetzt wurde, erhielt Herzog Otto auch dieses Herzogtum, freilich nicht mit der alten Ausdehnung und Bedeutung, als der erste Fürst, der seit Gründung des deutschen Reiches zwei Herzogtümer in einer Hand vereinigte. Zwar erlitt er im folgenden Jahre, als der Kaiser den Böhmenherzog Boleslaw und den geflüchteten Herzog Heinrich in Böhmen bekriegte, mit seinem bayerischen Heere bei Pilsen eine schmerzliche Niederlage, allein in Verbindung mit dem Kaiser zwang er Passau, wohin sich Heinrich mit anderen Genossen geworfen hatte, im Herbst des Jahres zur Übergabe und konnte nunmehr beide Länder ungestört vereinigt behalten. Mit einem starken Zuzug von Schwaben und Bayern begleitete er den Kaiser seit 980 in Italien, wo es bald der Bekämpfung der Griechen und Araber galt, fand jedoch ein paar Monate nach der verhängnisvollen Schlacht in Calabrien vom 13. Juli 982 wie sein Vater ein frühes Ende jenseits der Alpen, zu Lucca am 31. Oktober oder 1. November 982. Beerdigt wurde der kinderlose, vielleicht unvermählt gebliebene Herzog im Kollegialstift zum heiligen Peter und Alexander in Aschaffenburg, welches ihm vielfache Wohltaten zu verdanken hatte.
 
 
 
 

Literatur:
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Adalbert: Fortsetzung des Regino a. 954 - Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 95, 157,246,384 H 36 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 - Althoff Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt 1997 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 114,121 - Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 567 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 226,258 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 18,46,62,70,73,78,81,116,184 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 65,67,70,102,105,158 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 - Kaiserin Theophanu. Begegnung des Ostens und Westens um die Wende des ersten Jahrtausends. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 1000. Todesjahr der Kaiserin. Herausgegeben von Anton von Euw und Peter Schreiner Band I und II Köln 1991 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 35,46,315 A 12 - Maurer, Helmut: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1978 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 287-289,291-294 - Schneidmüller Bernd/ Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 - Schulze: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 249,253,258 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 110,115 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 10 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 11 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 92,94,108 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 20 -