Adelheid                                       Äbtissin von Quedlinburg (999-1043)
------------                                      Äbtissin von Gernrode (1014-1043)
ca. Mai 977-14.1.1043                  Äbtissin von Frohse (1014-1043)
                                                      Äbtissin von Vreden (1014-1043)
                                                      Äbtissin von Gandersheim (1039-1043)
 

2. Tochter des Kaisers OTTO II. DER ROTE und der Theophanu von Byzanz, Tochter von Konstantin Kleros
 

Thiele, Andreas: Tafel 12
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

ADELHEID
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    + 1045

999 Äbtissin von Quedlinburg, 1039 zu Gandersheim



Glocker Winfrid: Seite 295
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

V. 7) ADELHEID
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* 977 c V.+ 1043 I 14

999 Äbtissin von Stift Quedlinburg
1014 auch Äbtissin von Gernrode, Frohse und Verden
1039 auch Äbtissin von Gandersheim

Adelheid ist als Tochter Kaiser OTTOS II. bezeugt in den Annales Magdeburgenses a. 977, SS XVI 154, die zugleich auch ihr Geburtsjahr belegen. Der Monat, in dem Adelheid geboren wurde, ist von Uhlirz, Studien III S. 130 (aufbauend auf BMi. 749 a), genauer bestimmt worden.
Adelheids Sterbetag ist in ihrer Sarkophaginschrift (gedruckt bei Giesau, Grabungen Seite 110 mit Abb.) genannt.
Allgemein zur Person Adelheids: Althoff, Adelsfamilien Kommentar A 6.


Althoff Gerd: Seite 342
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                 A 6

Lü: 14.1. Ethelheih abb + ? 1045 Quedlinburg

Adelheid, die Tochter OTTOS II., war von 999-1045 Äbtissin von Quedlinburg und hatte das gleiche Amt auch in Gernrode und Frohse (seit 1014), Vreden (seit 1014) und Gandersheim (seit 1039) inne; vgl. Weiland, Chronologie der ältesten Äbtissinnen von Quedlinburg und Gandersheim, S. 476; Schulze, Gernrode, S. 7f und 44.
Zu den Beziehungen der BILLUNGER zu Gernrode und Vreden, vgl. die Kommentare A 42 und G 136.
Das Todesjahr Adelheids ist strittig, da zu ihrem Epitaph das Jahr 1043 genannt wird; vgl. Hofmeister, Studien zu Theophanu, S. 225 mit Anm. 3; allg. vgl. NDB I, S 59.



Hlawitschka; Eduard: Seite 154
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"Kaiser Otto II." in: Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern.

DIE NACHKOMMEN KAISER OTTOS II.

2. ADELHEID
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* Mai 977
+ 14.1.1043

Grabstätte: Domkirche auf dem Schloßberg in Quedlinburg

Seit 999 Äbtissin des Stifts Quedlinburg
ab 1014 auch Äbtissin von Gernrode, Frose und Vreden
ab 1039 auch Äbtissin von Gandersheim



Durch den 984 erfolgten Anschluß des Erzbischofs Gisilher von Magdeburg an den nach der Krone strebenden Heinrich den Zänker wurden auch die Klöster des Landes bewogen, ihre Tore zu öffnen. Dadurch fiel Adelheid, die von ihren Eltern frühzeitig dem Nonnenkloster Quedlinburg zur Erziehung anvertraut wurde, in die Gewalt des Bayern-Herzogs. Die 7-jährige Prinzessin wäre als Erstgeborene des Kaiserpaares bei einem vorzeitigen Tode ihres Bruders für die Nachfolge in Betracht gekommen und ihre Persönlichkeit besaß daher für Heinrich eine besondere Bedeutung. Adelheid wurde von Heinrich auf die Burg Ala gebracht und mit den erbeuteten Schätzen den Mannschaften des Grafen Ekbert zur Bewachung übergeben. Als bedeutende Streitkräfte der sächsischen Fürsten die Burg Ekberts des Einäugigen, Ala, erstürmten und die Mauern brachen, erlangte Adelheid ihre Freiheit wieder. Auf Wunsch ihrer Tante Mathilde wurde sie nach deren Tode Äbtissin von Quedlinburg und wurde am 28.9.999 durch den Bischof Arnulf von Halberstadt geweiht.
Als Todesjahr wird auch 1045 genannt.

Eickhoff Ekkehard: Seite 52,106,108,221,250,484
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"Theophanu und der König"

Im Sommer 977 kam eine zweite Tochter zur Welt, die man nach ihrer kaiserlichen Großmutter auf den Namen Adelheid taufte. Sie wurde noch als Kleinkind in die Obhut des Klosters Gandersheim zu ihrer liudolfingischen Tante, der Äbtissin Gerberga, gegeben.
Auch OTTOS 6-jährige Schwester Adelheid, die dem Quedlinburger Nonnenstift anvertraut war, wurde durch Heinrichs Dramaturgie von der Versammlung ferngehalten. Ihre Hüterin, Äbtissin Mathilde, war ja bei den Kaiserinnen in Pavia, und Heinrichkonnte das Kind aus Quedlinburg wegführen lassen und in das Gewahrsam Ekberts des Einäugigen auf dessen Burg Ala geben.
Während sich Heinrich der Zänker nach Bayern zurückzog, marschierte das königstreue Aufgebot der sächsischen Fürsten gegen die Burg Ala, nahm sie im Sturm, befreite die kleine Prinzessin Adelheid aus dem Gewahrsam und erbeutete Heinrichs Kriegsschatz. Die Feste wurde zerstört.
Auch auf dem Hoftag in Quedlinburg im Oktober 995, nach OTTOS Feldzug im Norden und dem Verlust von Brandenburg, war Sophia zugegen. Hier kamen die LIUDOLFINGER mit den sächsischen Bischöfen und vielen Fürsten zu einer Familienfeier zusammen: OTTOS Schwester Adelheid sollte zur Kanonissin geweiht und in Mathildes Obhut gegeben werden. So waren alle Damen der königlichen Familie, auch die Kaiserin Adelheid, wieder einmal vereint. Die junge Adelheid hatte - wohl nicht ohne Zutun der Familie - hochrangige Bewerber ausgeschlagen und sich für ein Leben im Kloster entschieden. Ihr Bruder bedachte aus diesem Anlaß das Stift in Quedlinburg mit den erwarteten Schenkungen. Ende Oktober reiste der König mit beiden Schwestern über Schöning nach Mainz, wo auch seine Großmutter wieder erschien. Hier wurden die notwendigen militärischen und diplomatischen Vorbereitungen für die Romfahrt begonnen.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 188,210,342 A 6 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 183 - Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 34,46,75,104,132, 137 - Annalen von Magdeburg a 977 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 149,158 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 152,155,158,223 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 44,46 - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 104/II Seite 472,482 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 80,81,257 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 283 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 52,54,56,61,169 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 24,37,72,79 - Kaiserin Theophanu. Begegnung des Ostens und Westens um die Wende des ersten Jahrtausends. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 1000. Todesjahr der Kaiserin. Herausgegeben von Anton von Euw und Peter Schreiner Band I und II Köln 1991 - Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002 Seite 42,47 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Otto III. – Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 44, 367,376,381 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 10,138,299,358 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 12 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 118,126,158,196,200, 412,428 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 51,263 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 76,113,159,203,359 -