Heilika von Lengenfeld                     Pfalzgräfin von Bayern
-----------------------
um 1103
14.9.1170

Begraben: Ensdorf
                  

Ältere Tochter und Erbin des Herrn Friedrich III. von Hopfenohe-Pettendorf-Lengenfeld und der Heilika von Staufen, Tochter von Herzog Friedrich I. von Schwaben; Ur-Enkelin des Kaisers HEINRICH IV.
 

Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 328
***********************
Helika von Kastl (Lengenfeld)
-------------------------------
    
1170
 

Vater: Friedrich von Lengenfeld-Hopfenhohe-Pettendorf ( 1119)

  oo Pfalzgraf Otto I. von Wittelsbach ( 1155)

Nach dem Tod des Vaters erbten die WITTELSBACHER die Besitztümer der LENGENFELDER auf dem Nordgau, die 1121 das Kloster Ensdorf/Oberpfalz gründeten. Mutter Herzog Ottos I. von Bayern ( 1183).

Literatur:
----------
K. Bosl, Das Nordgaukloster Kastl; in VHO 89,1939.


Heilika von Lengenfeld heiratete ihren Cousin Otto von Wittelsbach.
 

Schwennicke, Detlef: Tafel 95 A
******************
"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

HEILIKA
--------------
   
13.IX.1170

Begraben: Ensdorf


  oo OTTO II, Pfalzgraf von Wittelsbach
             4.VIII.1156

Begraben: Ensdorf

Stiftet 1121 neu Kloster Ensdorf

Schwennicke Detlev: Tafel 90
******************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO II.
-------------
   
4.VIII.1156

Begraben: Ensdorf

1124 Pfalzgraf von WITTELSBACH
Domvogt von Freising
Vogt von Ensdorf/Ober-Pfalz
um 1130 Vogt von Geisenfeld
Stiftet 1121 Abtei Ensdorf und 1124 Kloster Indersdorf

  oo HEILIKA VON LENGENFELD-HOPFENOHE-PETTENDORF
            
13.IX.1170

Begraben: Ensdorf

Tochter von Graf Friedrich und Hadewig von Staufen


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 244
******************
9. Otto IV.
--------------

1156 4/8

Gemahlin
-------------
Heilika, Tochter Friedrichs von Pettendorf siehe oben 1121 23/5
1170 13/9 und zu Ensdorf im Grabe des Gatten beigesetzt Ensdorf 229 f n 117
zum 14/9 Nonnberg: Heilika palatina Necr. 2, 72
Admont: Heilyka palatina mater domini Chunradi Mogunt archiep. Necr. 3, 303
Indersdorf, Schäftlarn Necr. 3, 191, 133.

Weller Tobias: Seite 763-764,776,806
************
"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

Von allen Enkeln Ottos I. - die vier Söhne Arnolds von Dachau eingeschlossen - ist Otto III. auch der einzige, über dessen Eheverbindung verläßliche Quelleninformationen vorliegen. Nach Angabe der Scheyerner Chronik heiratete er Heilica von Lengenfeld (Burglengenfeld an der Naab, n. Regensburg) und hatte mit ihr vier Söhne [80
Konrad von Scheyern, Chron., c.19, MGH SS 17, 621: Hic Otto cuisdam nobilissimi de Lenginvelt filiam, Heilicam nomine, uxorem duxit, per quam quatuor filios maximae liberalitatis et virtutis, ut adhuc multis patet, habuit. Siehe auch Urkunden 40; Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 268ff.]. Die Eheschließung muß noch vor Juli 1116 stattgefunden haben, als Heilica anläßlich einer Zensualenübertragung an die Kirche von Bamberg an der Seite Ottos genannt wird [81 Vgl. Hundt, Urkunden, No.47 a, 87: [...] quod comes Otto de Witelinesbahc consientiente uxore eius Heilica et sorore uxoris eius Heilwiga [...]. Ebenso ebd., No. 47 b, 87. Siehe auch Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 268.]. Gleichzeitig ist dies der erste Beleg für seine Benennung nach Wittelsbach (nö. Aichach/Paar) [82 Siehe auch Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 232.]; offenbar hatte er oder sein Vater hier einen neuen Familienstammsitz erbaut und es somit ermöglicht, daß der Eisenhofener Konvent auf die Burg Scheyern verlegt werden konnte. Wahrscheinlich war schon zum Zeitpunkt der Hochzeit abzusehen, daß Heilica eine der Erb-Töchter [83 Außer Heilica hatte Friedrich noch eine Tochter namens Heilwig, die die Gemahlin Gebhards von Leuchtenberg wurde; vgl. Fund. Ensdorf, c.96, MGH SS 15/2, 1082. Siehe auch Schlütter-Schindler, Frauen 15.] des
LENGENFELDER Geschlechts
war, denn als ihr Vater Friedrich III. 1119 starb, ging der Großteil seines Besitzes, zu dem auch Güter in Hopfenohe (ö. Auerbach/Opf.) und Pettendorf (nw. Regensburg) gehörten, an seinen WITTELSBACHER Schwiegersohn über [84
Nach Angaben der Ann. Pegav., MGH SS 16, 235, war Friedrich III. ein Enkel Friedrichs I. und Sigenas, der Witwe Wiprechts I. von Groitzsch; ebd. wird auch die Heirat Heilicas mit Otto III. erwähnt:  Is [sc. Friedrich III.] quoque uxore suspecta filiam genuit, quae Ottoni palatino de Witilinsbach nupsuit duosque filios edidit, scilicet Ottonem palatinum patre defuncto et Fridercum comitem. Zum Lengenfelder Besitz siehe auch Zitzelsberger, Friedrich III. von Burglengenfeld 145. Nach Schlütter-Schindler, Frauen 14, soll Friedrich bereits vor dem 1. November 1115 gestorben sein. - Den Besitz und die Einkünfte der WITTELSBACHER in dem ampt ze Pettendorf verzeichnet das 1231 verfaßte älteste Bayerische Herzogsurbar 254-271; der Herzog besaß in Lengenfeld selbst zwei Mühlen und einen Schwaighof und bezog von dort diverse Geldabgaben (ebd. 257,262,266). Zur Datierung des Urbars vgl. ebd. 96*-129*.]. Die von Friedrich initiierte Stiftung des Klosters Ensdorf (sö. Amberg) wurde bald nach seinem Tod von Otto III. vollendet, der auch die Vogtei der Neugründung übernahm [85 Vgl. Fund. Ensdorf., c.2, MGH SS 15/2,1080: [:..] Fridericus, vir nobilis, pater scilicet palatine que Heylica nomen habuit, in proprio domate fundari cupiens, [...]. Otto autem palatinus de Witilinsbac, gener illius ex prelibata filia, in hereditam succedens, spiritu Dei conceptum affectum perduxit ad effectum. Siehe auch Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 268ff.; Patze, Adel 1, 34; Störmer, Hausklöster 142f.; Rall/Rall, Wttelsbacher 18; Schlütter-Schindler, Frauen 15ff.]. Hier in Ensdorf wurden er und seine Gemahlin Heilica ( 1170) auch beigesetzt [86 Vg1. Fund. Ensdorf., c.96 und 117, MGH SS 15/2, 1082; ebd. (c.117) auch die Nachricht vom Tod Heilicas zu 1170.].
Die Verbindung Pfalzgraf Ottos III. mit Heilica von Lengenfeld bestätigt dann wieder die Vermutung, daß das Heiratsniveau zunächst eher bescheiden gewesen ist. Heilicas Vater gehörte nicht einmal dem Grafenstand an, sondern war lediglich ein - wenn auch vermögender - vir nobilis [163
So der Ensdorfer Gründungsbericht (Fund. Ensdorf., c.2, MGH SS 15/2, 1080), dem in dieser Hinsicht ein höherer Quellenwert zukommt als den Pegauer Annalen (Ann. Pegav., MGH SS 16, 235), die Friedrich III. von Lengenfeld als comes bezeichnen. Auch die urkundlichen Zeugnisse legen Friedrich nie den Grafentitel bei. Trotzdem spricht ihm Zitzelsberger, Friedrich III. von Burglengenfeld 148, den Grafenrang zu. Nach Wilhelm Störmer: Lengenfeld, Herren von, in: DNB 14 (1985) 205f., und Karl-Otto Ambronn: Lengenfeld-Pettendorf, Herren von, in: LMA 5 (1991) 1872, handelt es sich bei den LENGENFELDERN um ein edelfreies Dynasten-Geschlecht.]. Das ausschlaggebende Motiv für diese Eheschließung war in erster Linie die Anwartschaft auf einen Großteil des LENGENFELDER Erbes.
Ähnlich verfuhr der WITTELSBACHER Pfalzgraf Otto III.: Auch seine Gemahlin Heilica besaß keinen Bruder, der in der Herrschaft ihres Vaters Friedrich III. von Lengenfeld hätte eintreten können; in um so höherem Maße partizipierte sie selbst an der LENGENFELDR Hinterlassenschaft.

Rall, Hans und Marga: Seite 18
*******************
"
Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."

Der spätere erste WITTELSBACHER Bayern-Herzog bekam mit dem Pfalzgrafenamt des Vaters eine vererbbare Aufgabe fast noch in die Wiege gelegt. Das Zusammenwirken mit der Reichsgewalt zog damals und später auch Folgen nach sich, damals, als Papst Kalixt II. am 25. Juni 1120 Otto befahl, als Sühne für seine Mitwirkung an der Gefangennahme des Papstes Paschalis II. ein Augustinerkloster zu stiften. Er rief dieses wohl 1124 in Indersdorf ins Leben. Friedrich, sein zweiter Sohn, trat als Witwer in seinen späteren Lebensjahren in dieses Kloster als Laienmönch ein und machte dort sein Testament. Es ist bis heute erhalten. Am 3. April 1119 starb Ottos Großvater mütterlicherseits, Graf Friedrich von Burg-Lengenfeld-Hopfenohe-Pettendorf. Dadurch wurde Ottos Vater als dessen Schwiegersohn auch der Erbe seiner Rechte und Pflichten. Zu diesen gehörte nicht nur die Ausübung der Grafenbefugnisse, sondern auch die von Friedrich für sein Seelenheil und das Andenken seiner Familie geplante Klostergründung. Dieser Verpflichtung verdankt das Kloster Ensdorf seine Entstehung im Jahr 1121. Sie hing mit Friedrichs enger Beziehung zu Bischof Otto dem Heiligen von Bamberg (1103-1139) zusammen, der im Geiste der Hirsauer Reform auch auf das Leben in den Klöstern in Bayern einwirkte und weltliche und kirchliche Rechte auf dem Nordgau des Herzogtums besaß. Der Bamberger Bischof Otto holte aus Sankt Blasien im Schwarzwald Abt und Mönche für Ensdorf. Wenn auch der Bischof dort das Recht der libertas Bambergensis einführte, gelang es dem Pfalzgrafen Otto, durch Vereinbarung mit dem Bischof Vogt des Klosters zu werden und diese Rechte der Familie zu vererben. Im Kapitelsaal des Klosters wurden Ottos Schwiegereltern, seine Schwägerin Heilwig und deren Gatte und Söhne, in der Kirche neben dem Hochaltar später Pfalzgraf Otto selbst und seine Frau Heilika beigesetzt.






vor 1116
  oo Otto II. Pfalzgraf von Wittelsbach
       10904.8.1156

 
 
 
 
 
Kinder:

  Otto I. Herzog von Bayern seit 16.9.1180
  1117
11.7.1183

  Konrad Erzbischof von Mainz (20.6.1161-1200)
        
25.10.1200
 
  Friedrich II. Pfalzgraf von Wörth und Lengenfeld
        
15.9.1198
 
  Otto III. Pfalzgraf von Bayern
        
18.8.1189
 
  Hermann
        

 
  Justizia
      

 
  oo Otto Graf von Wolfratshausen
            
10.11.1136
 
  Udalrich II. Propst von Innichen
        
29.5.
 
  Hedwig
        
16.7.1174
 
  oo Berthold V. Markgraf von Istrien
            
14.12.1188




Literatur:
------------
Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 328 -
Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 18 -  Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 90 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 95A - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 119 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 244 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 763-764,776,806 -