Irmgard von Rott                              Gräfin im Chiemgau
-----------------                                   Gräfin von Sulzbach
   
14.6.1101                                   Gräfin von Horburg
 

Einzige Tochter des Grafen Kuno I. von Rott aus dem Hause der PILGRIMIDEN und der Uta von Diessen, Tochter von Graf Friedrich II.
Nach Gewin Tochter des Grafen Kuno I. von Rott und der Uta von Andechs, Tochter von Graf Friedrich II.
 

Schwennicke, Detlef: Tafel 45 A
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

IRMGARD
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14.VI.1101

Mitstifterin von Berchtesgaden

  I. oo ENGELBERT V., Graf im Chiemgau, Domvogt von Salzburg (SIEGHARDINGER)
                
7.VIII.1078

  II. oo GEBHARD II., Graf von Sulzbach
                  
1085

  III. oo KUNO, Graf von Horburg (LECHSGEMÜND)
                   
1103


Schwennicke Detlev: Tafel 89
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

KUNO
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Graf von HORBURG 1083/1103

  oo IRMGARD VON ROTT, Stifterin von Berchtesgaden
             
14.VI.1101

Begraben: Kastl

Tochter von Kuno, 1059 Pfalzgraf von Bayern
Witwe
I. von Engelbert V., Graf im Chiemgau
II. von Gebhard II., Graf von Sulzbach

Thiele, Andreas: Tafel 113
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

HEINRICH
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1078 gefallen

Nur anläßlich seines Todes in der Schlacht bei Mellrichstädt auf kaiserlicher Seite erwähnt.
Graf von Lechsgemünd

  oo IRMGARD VON ROTT
             


Tochter und Erbin des Pfalzgrafen Kuno I. von Bayern und Gräfin Uta von Andechs-Dießen (vgl. Luitpoldinger Ic)
(Ihre 2. Ehe: Babenberg-Sulzbach II)


Thiele, Andreas: Tafel 23
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

GEBHARD II. VON SULZBACH
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um 1085

  oo IRMGARD VON ROTT
             
um 1101


Tochter und Erbin des Pfalzgrafen Kuno I. von Bayern, Witwe des Grafen Heinrich von Lechsgemünd


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 133
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20. Irmgard
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Erwähnt in der Gründungsurkunde für Rott (siehe 12 zu 1086?) und in dem Rotter Bericht aus dem 15. Jh. In ersterer wird gesagt, sie habe Kinder, denen das Vogteirecht nicht zustehe. Diese Kinder stammten schon damals aus zwei Ehen, nämlich mit dem 1078 7/8 gefallenen Heinrich von Lechsgemünd (siehe da) und dem c 1085 gestorbenen Grafen Gebhard II. von Sulzbach. Irmgard starb (1101) 14/6, siehe Sulzbach.


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 258
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2. HEINRICH I.
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Gemahlin:
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Irmgard, Tochter und Erbin des Pfalzgrafen Kuno I. von Rott
nach Heinrichs Tod c 1079 mit Gebhard II. von Sulzbach ( c 1085) wiedervermählt
14/6 (1101) vgl. Sulzbach n 5
sie war in ihrer 1. Ehe Mutter des Kuno von Harburg (12) und natürlich auch von dessen Geschwistern.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Gewin Dr. J.P.J. Gewin: Seite 68
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39. Tochter Chuonos C. 32.

Deren Name uns nicht überliefert ist, heiratete Heinrich von Lechsgemünd, der am 7. August 1078 bei Mellrichstadt gefallen ist. Dessen Deszendent Graf Heinrich von Lechsgemünd hatte dem Kloster Rott Güter entzogen. Laut einem Urteil Bischof Alberts von Trient um 1166 wurde entschieden, dass die entzogenen Güter dem Kloster Rott angehörten. (vgl. M. B. I. 358, 362f). Als Zeugen erscheinen an der Spitze unter anderem die Grafen von Flavon und Chunrad II. von Severs A. 125. Wie es scheint, behauptete Heinrich von Lechsgemünd, dass er die betreffenden Güter, als zum Erbteil des Klosterstifters gehörig, beanspruchen könnte. Die genannten Zeugen waren wohl als Nachkommen der Miterben des Stifters zur Bestätigung anwesend. Bei dem Stifter der Linie der Grafen von Flavon Aribo C. 51. kommen wir näher auf den Inhalt des obengenannten Urteils zurück.


Bühler, Heinz: Seite 736,742,821,1037
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"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze."

Das Diplom HEINRICHS IV. für Rott ist, wie erwähnt, gefälscht. Es diente jedoch dem Zweck, den rechtmäßig erworbenen Besitz des Klosters gegen etwaige Ansprüche von anderer Seite abzusichern. Die Abtei Rott muß also in Essingen tatsächlich begütert gewesen sein. Es fragt sich nur, wie sie zu diesem Besitz gekommen ist. Kloster Rott ist nicht 1073, wie das Diplom HEINRICHS IV. glaubhaft machen möchte, sondern erst um 1084 von dem bayerischen Pfalzgrafen Kuno dem Älteren von Rott, gestiftet und ausgestattet worden, nachdem sein gleichnamiger Sohn in der Schlacht bei Höchstädt 1081 gefallen war. Der Klosterbesitz in Essingen findet sich nicht in der Güterliste einer Urkunde Papst Eugens III. von 1151, dem ältesten echtes Privileg, das den Klosterbesitz nennt. Er kann also zu dieser Zeit noch nicht in der Hand des Klosters gewesen sein. Dagegen ist er 1179 erwähnt in einer Urkunde Papst Alexanders III. [4 Monumenta Boica I. 1763. Seite 359ff. Nr. 7.- Goldinger (wie Anm. 3) Seite 117.]. Somit müßte er zwischen 1151 und 1179 an das Kloster gelangt sein. Der Abt von Rott lag um jene Zeit im Streit mit seinem Vogt, dem Grafen Heinrich III. von Lechsgemünd-Frontenhausen (ca. 1135-1207). Graf Heinrich war der Ur-Enkel des Klosterstifters Kuno des Älteren von Rott ( 1086) und zugleich der Ur-Enkel der Mathilde von Achalm, die sich mit Kuno von Lechsgemünd (1091) verheiratet hatte. Ein Sohn der Mathilde, Heinrich I. von Lechsgemünd, gefallen als Parteigänger HEINRICHS IV. bei Mellrichstadt 1078, war mit der einzigen Tochter des Klosterstifters Kuno des Älteren von Rott, Irmgard, vermählt und hatte so die Vogtei des Klosters an das Haus LECHSGEMÜND gebracht, das auch über das Erbe der Mathilde von Achalm verfügte [5 Franz Tyroller: Die Grafen von Lechsgemünd und ihre Verwandten. In: Neuburger Kellektaneen-Blatt 107 (1953) Seite 9ff. mit Beilage 1.]. Der Abt von Rott klagte gegen den Grafen Heinrich III. wegen Entzugs von Klostergütern und erwirkte 1166 einen Urteilsspruch des Bischofs Albert von Trient gegen den Grafen [6 Monumenta Boica 1. 1763. Seite 362f. Nr. 9.]. Auf Grund dieses Urteils von 1166 dürfte Graf Heinrich dem Kloster das aus dem Erbe seiner Ur-Großmutter Mathilde stammende Gut in Essingen als Sühne übereignet haben.
Mathilde war die Gemahlin Kunos von Lechsgemünd (1091) und hatte aus dieser Ehe sechs Kinder, von denen der wohl älteste Sohn Heinrich im besten Mannesalter 1078 bei Mellrichstadt fiel [33 Tyroller (wie Anm. 5) Beilage 1.].
Von den Söhnen Mathildes zog einer, der den Namen des Vaters, Kuno, trug, auf das Stammgut der Mutter, Horburg bei Kolmar, zurück und begründete dort einen Seitenzweig des Hauses LECHSGEMÜND [384 Erich von Guttenberg: Gau Sualafeld und Grafschaft Graisbach. In: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung 8-9 (1943) Seite 185ff.]. Ein anderer Sohn namens Otto, der ein Grafenamt an der unteren Naab bekleidete, nannte sich 1115 "von Horburg", womit wahrscheinlich Harburg im Ries gemeint ist. Sicher ist dies bei Mathildes Enkel Kuno von Horburg (ca. 1096-1138), Sohn des bei Mellrichstadt 1078 gefallenen Heinrich I. von Lechsgermünd [385 Tyroller (Wie Anm. 5) Beilage 1. - Wie Anm. 382.].
Stifter Berchtesgadens sind Irmgard von Rott und ihre Söhne Berengar von Sulzbach (
1125) und Kuno von Horburg (= Harburg, ca. 1096-1138). Die Söhne stammen aus verschiedenen Ehen Irmgards. Kuno von Horburg entsproß ihrer ersten Ehe mit Heinrich von Lechsgemünd ( 1078), Berengar von Sulzbach ihrer zweiten Ehe mit Gebhard von Sulzbach ( ca. 1085) [5 Franz Tyroller, Die Grafen von Lechsgemünd. In: Neuburger Kollektaneen-Blatt 107 (1953) Seite 21 und Tafel 1.] .




  1. oo Heinrich Graf von Lechsgemünd
                
1078

1079
  2. oo Gebhard II. Graf von Sulzbach
                
um 1085


               



Kinder:
1. Ehe

  Kuno II. der Jüngere Graf von Harburg
         30.6.1138/39

  Otto II. Titular-Graf zu Möhren
       2.1. vor 1144

  Heinrich I.
        11.3.1142

  Richilde
       um 1135

  oo Kuno II. von Mödling Vogt von Au und Gars
              um 1130

2. Ehe
 

  Adelheid
  um 1080/85
vor 1133
 
  oo Sigiboto II. Graf von Weyarn
           
1136
 
  Berengar II. Graf von Sulzbach
  um 1080
3.12.1125




Literatur:
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Bühler, Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben. Gesammelte Aufsätze. Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 67,69, 736,822,922,1037,1056 - Gewin, Dr. J.P.J.: Herkunft und Geschichte führender bayerisch-österreichischer Geschlechter im Hochmittelalter, s-Gravenhage Druckerei H.L. Smits N.V. 1957 Seite 68 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 89 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 45 A - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 23,113 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 133,258 -