KATLENBURG, Grafen von
 

Nebenlinie der Grafen von Stade
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1078
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Katlenburg, Grafen von
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Seit 997 sind die Brüder Heinrich und Udo als Grafen von Katlenburg nachweisbar, die, da Luder-Udo von Stade (+ 994) als ihr Vater gilt, wohl einer Seitenlinie der Stader Grafen entstammten. Sie nannten sich nach der im südlichen Niedersachsen gelegenen Katlenburg (Kreis Northeim), wo sie seit Anfang des 11. Jh. Sitz genommen und im Leine- und Vorharzgebiet einen größeren Herrschaftsbereich ais Komitats- und Vogteirechten sowie Allodialbesitz geschaffen hatten. Die Eigengüter lagen vor allem im Gau Hammerfelden, im Lis- und Rittigau und damit in dem Gebiet an der oberen Leine, in dem die KATLENBURGER auch die Grafschaftsrechte ausübten. Besondere Bedeutung für die Herrschaftsbildung gewann das Eigengut in Einbeck (damit verbunden Forstrechte im Harz); zeitweise nannten sich die KATLENBURGER auch 'comes de Embeke'. Während Dietrich II. auf dem Einbecker Grundbesitz um 1080 das Chorherrenstift St. Alexandri gegründet hatte, stiftete sein Sohn Dietrich III., mit dessen Tod 1106 das Geschlecht in der 4. Generation ausstarb, 1105 auf dem Stammsitz Katlenburg ein Augustinerkloster. Der katlenburgische Besitz kam im Erbgang an die WELFEN.

Literatur:
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R. Schölkopf, Die Sächsischen Grafen 919-1024 (Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22, 1957), 126ff. - H. W. Vogt, Das Herzogtumm Lothars v. Süpplingenburg 1106-1125 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 57, 1959), 389ff., 69ff., - H.-J. Winzer, Die Grafen von Katlenburg 999-1106 [Diss. Göttingen 1984].


Als Herrschaftsbereich der KATLENBURGER ergaben sich die Grafschaften im Lies-, Ritti- und im sächsischen Hessengau. Ihr Stammsitz war Katlenburg. Aus einer Urkunde geht hervor, dass Udo von Katlenburg, seine Gattin Bertrada und ihre rechtmäßigen Erben beiderlei Geschlechts gegen Abgabe des Erbgutes der Bertrada in Nürtingen (bei Stuttgart) und des Allods von Udo in Holzhausen im sächsischen Hessengau fortan die schon in ihrem Besitz befindliche Grafschaft im Liesgau und einem Forst im Harz zu erblichem Lehn tragen sollten, und zwar sollte der gesamte Lehnbesitz demjenigen Erben beiderlei Geschlechts zufallen, an den ihr Allod in Einbeck fallen würde.
Das Erbe der KATLENBURGER trat später Heinrich der Löwe an.