Dietrich II.                                    Graf von Katlenburg
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    -21.1.1085
     Berka an der Werra
 

Einziger Sohn des Grafen Dietrich I. von Katlenburg und der Bertrada von Holland, Tochter von Graf Dietrich III.
 

Brandenburg Erich: Tafel 10 Seite 20
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 54. GERTRUD
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* ca. 1060 + 1117 9. XII..

Gemahl:
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a)
DIETRICH II., Graf von Katlenburg
      + 1085 21. I.

b) ca. 1086
HEINRICH VON NORTHEIM, Graf von Friesland
       + 1101 vor 10. IV.

c) ca. 1102
HEINRICH VON WETTIN, Markgraf von Meißen 1089 (siehe XI. 147.)
       + 1103

Anmerkungen: Seite 141
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XII. 54. Gertrud

Posse, Wettiner Tf. 1 und Seite 42. Curschmann 67.



Thiele, Andreas: Tafel 216
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

DIETRICH II.
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    + 1085 ermordet

Dietrich II. stand fest im antikaiserlichen Lager, machte 1075 die Schlacht bei Homburg mit und wurde in einer Zeit übelster Fehden bei Verhandlungen erschlagen.

  oo GERTRUD VON BRAUNSCHWEIG
                 + 1117

Tochter des Markgrafen Ekbert I. von Meißen



Fenske Lutz: Seite 79,109
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. "

Nur bruchstückhafte Kenntnisse vermitteln die Quellen über Graf Dietrich II. von Katlenburg. Dieser wurde bereits 1073 unter den Gegnern des Königs genannt. Gemeinsam mit den meisten Aufständischen unterwarf er sich 1075. Ihm und dem BILLUNGERHermann gelang 1076 als ersten aus der Gruppe der inhaftierten Fürsten die Rückkehr nach Sachsen, wo sie den Kampf gegen HEINRICH IV. neu belebten. Dass es sich bei diesem Grafen um ein angesehenes und einflußreiches Mitglied des sächsischen Hochadels handelt, läßt die Charakteristik Dietrichs durch den Annalista Saxo um die Mitte des 12. Jahrhunderts deutlich werden, der ihn als egregie dignitatis comes bezeichnet und ihn in seiner Bedeutung für die sächsische Partei auf eine Stufe mit Otto von Northeim und Udo II. von Stade stellt. Dietrich, der mit Gertrudeiner Schwester Ekberts II., verheiratet war, fand 1085 bei inneren Auseinandersetzungen der sächsischen Königsgegner den Tod, als er in Zusammenhang mit den Ausgleichsbemühungen von Gerstungen und Berka beschuldigt wurde, geheime Verhandlungen mit HEINRICH IV. angeknüpft zu haben.
Hatten in Gerstungen gelehrte Argumente das Feld beherrscht, so brachen am folgenden Tage im Lager der Gegner HEINRICHS IV. heftige Streitigkeiten aus, als nach der Diskussion der Bischöfe Thüringer und Sachsen zu einer Besprechung in Berka an der Werra zusammentrafen. Anscheinend von der Furcht befallen, die sächsische antikaiserliche Partei könnte durch das Ausscheiden einzelner eine Versöhnung mit HEINRICH IV. anstrebender Mitglieder so geschwächt werden, dass die übrigen in Gefahr gerieten, dem Kaiser zu erliegen, begegneten sich die Teilnehmer dieser Zusammenkunft mit gegenseitigem Argwohn und Verdächtigungen. Sowohl das wechselseitige Mißtrauen wie auch der weitere Verlauf dieses Treffens lassen bedenkliche Symptome für die innere Verfassung der Oppositionsbewegung in Sachsen erkennen, als HEINRICH IV. nach mehrjähriger Abwesenheit mit der Kaiserkrone nach Deutschland zurückgekehrt war, die seiner Herrschaft ohne Zweifel neue Impulse zufließen lassen mußte. Bischof Udo von Hildesheim, dessen Bruder Graf Konrad von Reinhausen und Graf Dietrich II. von Katlenburg wurden bezichtigt, geheime Verhandlungen mit HEINRICH IV. aufgenommen zu haben. Die Beschuldigten bestätigten zwar ihre Kontakte zum Kaiser, bestritten aber, einen Parteiwechsel zu beabsichtigen und lehnten es ab, ihren erregten Landleuten durch die Stellung von Geiseln Sicherheit für ihr künftiges Verhalten zu gewährleisten. Darüber entstand ein Tumult, bei dem Dietrich von Katlenburg und ein gleichnamiger Verwandter den Tod fanden. Diese Gewalttat an einem angesehenen und bedeutenden sächsischen Fürsten, der von 1073 an zu den Aufständischen gezählt hatte, zeigt, dass die oppositionellen Fürstengruppe in Sachsen nach der Rückkehr HEINRICHS IV. aus Italien durch innere Spannungen an politischer Einheitlichkeit und Handlungsfähigkeit zu verlieren begann. Während Graf Dietrich von Anhängern der eigenen Partei getötet wurde, flüchtete Udo von Hildesheim, der 1079 als Kandidat der Gegner HEINRICHS IV. auf den Bischofsstuhl gelangt war und bisher auf deren Seite gestanden hatte, gemeinsam mit seinem Bruder Konrad an den Hof des Kaisers, dem sie sich in Fritzlar freiwillig unterwarfen.

Brüsch, Tania: Seite 37,77
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"Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert."

Die erste Ehe schloß Gertrud mit dem sächsischen Grafen Dietrich II. von Katlenburg [83 Vgl. Annalista Saxo a. 1056, Seite 691.]. Dietrich war maßgeblich an der Erhebung der Sachsen gegen HEINRICH IV. beteiligt und wurde 1085 in Berka nach einem Streit von seinen Stammesgenossen erschlagen, weil diese der Meinung waren, er sei auf die Seite des Königs gewechselt [84 Zu den Vorgängen vgl. auch Gerold Meyer von Knonau, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. Bände 1-7, Leipzig 1890-1909, Band 4, Seite 2f.]. Dietrich III., der Sohn aus dieser Ehe, war beim Tod des Vaterrs noch nicht mündig.
So kam es im Januar 1085 in Gerstungen zwischen HEINRICH und den Sachsen zu Verhandlungen, bei denen die Gregorianer versuchten, die Sachsen wieder in einer Front gegen HEINRICH zusammenzuschließen. Ob Ekbert bei diesen Beratungen zugegen war, läßt sich nicht entscheiden. Bei der anschließenden Unterredung der Sachsen im nahegelegenen Berka brach ein Streit unter ihnen aus. Sie warfen Dietrich von Katlenburg und Bischof Udo von Hildesheim vor, Parteigänger des Kaisers zu sein. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem Dietrich, der Ehemann von Ekberts Schwester Gertrud, getötet wurde.
 
 
 
 

  oo 1. Gertrud von Braunschweig, Tochter des Grafen Ekbert I.
           um 1060-9.12.1117
 
 
 
 

Kinder:

  Dietrich III.
  1085-12.8.1106
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Magdeburg ad a. 1085 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 70,93,95 - Bruno: Das Buch vom Sächsischen Krieg. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1986 Seite 84 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 37,64,77 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 290/Band III Seite 305 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 79,109,143 A. 251,150,329,330,343 - Hlawitschka Eduard: Die familiären Vwerbindungen der Brunonen. in: Auxilia historica: Festschrift für Peter Acht zum 90. Geburtstag. Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 132 München 2001 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 180,322,352 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 216 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 99,125 - Winzer, Hans-Joachim: Die Grafen von Katlenburg (999-1106). Dissertation Göttingen 1974 -