Wigbert                                            sächsischer Graf
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um 780/85-   827
 

Einziger Sohn des Herzogs Widukind von Sachsen und der Geva, Tochter vom Dänen-König Siegfried
 

Krüger, Sabine: Seite 90-95
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"Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert"

Quellen zur Genealogie der WIDUKINDE

b) Sein Sohn Wicbert (Translat. S. Alex., ed. Krusch, GGN. 1931, c. 4, p. 427); tradiert 834, Gut in
    Osterbeke und Praast an St. Martin in Trier (Ann. Xant., MG. SS. II, p. 217); vermählt mit Odrada
    (Stiftungsurkunde Wildeshausen, Wilm. I. p. 532).

Über den Besitz der widukindisch-immedingischen Sippe im 9. Jahrhundert sind wir leider nur mangelhaft unterrichtet. Von widukindischer  Seite stammt jedenfalls der ganze Komplex um das von Wicbert und Waltbert gegründete Kloster Wildeshausen. Nach der Stiftungsurkunde wurde es dotiert mit Gütern und Hörigen in Holzhausen, Hanstede, Dungstrup, Bergley, Varnshorn, Astrup, Rechterfeld, Holwede, Sage, Lutten, Bünne und Holtrup. Auch in der Nähe des nach Wilmans ansprechender Vermutung [1 Wilmans I, p. 418ff.], von Waltbert gestifteten Klosters Vreden müssen die WIDUKINDE begütert gewesen sein. Unklar bleibt die Herkunft des 834 an St. Martin in Trier vergabten Gutes. Vielleicht hat Wicberts Gemahlin Odrada, deren Sippe uns nicht bekannt ist, diesen Besitz in Osterbeke und Praast mit in die Ehe gebracht. Zu diesen widukindischen Besitzungen kommen immedingische in Wetzleben im Harzgau, in Liedingen im Ostfalengau und wohl auch im Derlingau, wo Immed zweimal testiert. Soweit die sicheren Nachrichten.
Als sein Sohn ist in der Translatio S. Alexandri Wicbert bezeugt, von dem wir nur wissen,, daß der Besitz in Osterbeke und Praast an St. Martin in Trier tradiert; seine Beziehungen zu dieser Kirche sind unklar. Mit seinem Sohn zusammen gründet er Wildeshausen. Er war vermählt mit Ordrada, wie aus der Stiftungsurkunde hervorgeht. Als sein Sohn ist uns durch die Translatio, die Stiftungsurkunde und durch die Traditionsurkunde für Trier Walbert bezeugt.

Schmid Karl: Seite 61,63,90
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"Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge."

Waltbert, der Sohn Wikberts und Enkel Widukinds, wuchs - so berichtet Meginhart - am Königshof auf, da ihn sein Vater in adoles-centis sua domno piissimo regi Hluthario, tunc occidentalium partium dominatori, commendavit, ut palatinorum consotius ministerium regis impleret [10 Transl. s. Alex. c. 4, ed. Krusch (wie Anm. 7) Seite 427.]. Diese Aussage muß sich wohl am Hofe LOTHARS I. in dessen Teilreich nach 843 beziehen [10a Abweichend von dieser allgemein vertretenen Meinung nimmt Tenhagen, Über Waltbert (wie Anm. 107a) 253ff. an, "die Aufnnahme Waltberts am Hofe LOTHRS" könne "ungehindert in die Jahre 823-825 gesetzt werden" (ebd. 255).Transl. s. Alex. c. 4, ed. Krusch (wie Anm. 7) Seite 427.]. Aus ihr geht hervor, dass Wikbert, der 834 eine Besitzschenkung an die Martinskirche in Utrecht gemacht hatte [11 Die Urkunde, die in der Londoner Handschrift der Xantener Annalen überliefert ist, wurde mit diesen in MG. SS. 2, 217 im Apparat ediert. - Auf Grund dieses Besitzes im Bistum Utrecht vermutet Hömberg eine Verschwägerung der Familie Widukinds mit dem fränkischen Hochadel.], ein Anhänger Kaiser LOTHARS gewesen ist.
 
 
 

  oo Odrada
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Kinder:

  Waltbert Graf
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Literatur:
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Krüger, Sabine: Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hannover Seite 90-95 -
Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983 Seite 61,63,90 -