Friedrich I.                                    Graf von Zollern
--------------                                   Burggraf von Nürnberg (1191-1200)
vor 1139- nach 1.10.1210

Begraben: St. Ägidien-Kloster zu Nürnberg
 

Sohn des Grafen Friedrich II. von Zollern
 

Möglicherweise kommt zwischen ihn und den Vater (? Großvater) noch ein weiterer Graf Friedrich, der kaum nachweisbar und genealogisch auch nicht unbedingt nötig wäre. Er war Mitglied des kaiserlichen Rates, wurde 1192 als treuer Parteigänger der STAUFER Burggraf von Nürnberg und zog 1180/81 mit gegen Heinrich den Löwen. Er verkaufte Raabs und wurde von den ZÄHRINGERN weitgehend aus der Baar verdrängt.

Boslís Bayerische Biographie: Seite 223
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Friedrich I., Burggraf von Nürnberg
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* vor 1139, + um 1200

Vater: Friedrich II. von Zollern

Mutter: Udilhild von Urach

  oo Sophia von Raabs (+ ca. 1218)

Um 1190/92 Verleihung der Burggrafschaft Nürnberg durch Kaiser HEINRICH VI.
In seiner Hand Vereinigung des zollerischen Besitzes in Schwaben und Franken.

Literatur:
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ADB 7; G. Schuhmann, Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, 1980.



Mast, Peter: Seite 11,12
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"Die Hohenzollern. Von Friedrich III. bis Wilhelm II."

Friedrich II. hatte einen Sohn gleichen Namens, der, etwa seit Mitte des 12. Jahrhunderts als Friedrich III. an der Regierung, Sophie, Erbtochter Konrads II. von Raabs (Österreich), Burggrafen von Nürnberg, heiratete. Von diesem, der als letzter seines Stammes im Jahre 1191 starb, erbte er die im Dienste des deutschen Königs stehende Burggrafschaft Nürnberg. Mit ihr wurde der offensichtlich in der Gunst der STAUFER stehendeFriedrich im Jahre 1192 belehnt, wodurch die Familie von Schwaben nach Franken gelangte. Dabei behielt Friedrich I., wie er nun genannt wurde, den schwäbischen Besitz noch in eigener Hand. Um 1200 starb der erste Nürnberger Burggraf aus dem Hause der HOHENZOLLERN; er ist im St. Ägidien-Kloster zu Nürnberg begraben.
Sein ältester Sohn war Burggraf Konrad I., der wahrscheinlich mit der Erbtochter des letzten Grafen von Abenberg vermählt war, woraus früher gelegentlich eine fränkische Abkunft der HOHENZOLLERN konstruiert worden ist; der zweite Sohn, Friedrich IV., erbte die schwäbischen Besitzungen samt der bei Hechingen gelegenen Stammburg. Er wurde der Stammvater des heutigen Hauses HOHENZOLLERN-SIGMARINGEN.

Neugebauer, Wolfgang: Band I Seite 19
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"Die Hohenzollern. Anfänge, Landesstaaat und monarchische Autokratie"

Rund 130 nach der ersten Erwähnung von ZOLLERN-Grafen in den Quellen gelang es einem Angehörigen dieses Hauses, über das schwäbische Stammgebiet hinauszugreifen, als er das Amt des Nürnberger Burggrafen an sich brachte. Auch dafür ist die enge Anlehnung an die STAUFER gewiß eine richtige Erklärung. Eine geschickte Heiratspolitik kam hinzu, sicher auch Indiz für das Prestige, das die ZOLLERN schon in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts gewonnen hatten. Denn Friedrich III., als Burggraf von Nürnberg Friedrich I., hatte Jahre vor seiner Sukzession in dieses Amt Sophia, die Erbtochter des letzten Burggrafen, des Grafen Konrad II. von Raabs, heiraten können. Vielleicht ist diese Verbindung selbst durch die STAUFER vermittelt worden, um das Burggrafenamt in die Hand eines zuverlässigen Gefolgsmannes zu bringen.
Freilich reichte die Heirats- und Erbbeziehung der HOHENZOLLERN zu der bisherigen Nürnberger Burggrafen-Familie nicht aus, um in diese Position nachzufolgen. Das Burggrafenamt war ein Mannlehen des Reiches, und so bedurfte es auch (um) 1192 eines Lehnsaktes des Kaisers, damals also des STAUFERS HEINRICH VI. Schon zu BARBAROSSA hatte Friedrich III. (I.) erstmals in den Quellen 1171 erwähnt, offenbar in engeren Beziehungen gestanden und sich zeitweise  an dessen Hof aufgehalten. Zu HEINRICH VI. und zum STAUFER-König PHILIPP hat er weiterhin enge Kontakte gepflegt, die sich aus der neuen Nürnberger Stellung auch wohl zwangsläufig ergaben; allerdings sind keine Nachrichten über sein dortige Tätigkeit überliefert.
Der erste hohenzollernsche Burggraf, Stammvater der späteren brandenburgischen Kurfürsten, preußischen Könige und deutschen Kaiser, ist wohl bald nach 1200 gestorben - nicht einmal das ist sicher und etwa unumstritten.
 
 
 
 

um 1184
  oo Sophia von Raabs, Tochter des Burggrafen Konrad II. von Nürnberg
              -   1218

     Erbin von Nürnberg, Cadolzburg, Raabs und Abenberg
 
 
 
 

Kinder:

  Friedrich II. Stifter der Schwäbischen Linie
  1188-30.12.1255

  Konrad I.
  1186-24.8.1260/10.3.1261

  Elisabeth
       -   1255

  oo Gebhard III. Landgraf von Leuchtenberg
              -   1244
 
 
 
 

Literatur:
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Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 223 - Mast, Peter: Die Hohenzollern. Von Friedrich III. bis Wilhelm II. Styria Verlag Graz/Wien/Köln 1988 Seite 11,12 - Neugebauer, Wolfgang: Die Hohenzollern. Anfänge, Landesstaaat und monarchische Autokratie, Verlag W. Kohlhammer Stuttgart/Berlin/Köln 1996 Band I Seite 19 -