EXKURS

                                                Zur Genealogie der Supponiden

Untersuchungen zur Verwandtschaft der verschiedenen Grafen mit Namen Suppo, Adelgis, Wifred usw. wurden schon verschiedentlich vorgelegt, - so von L. A. MURATORI, I. MALAGUZZI VALERI, B. BAUDEI DI VESME, P. HIRSCH, F. GABOTTO und S. PIVANO [1
MURATORI, Antiqu. Ital. I Seite 282; DERS., Annali d'Italia ad 872, V/1 Seite 133f.; I. MALAGUZZI VALERI, I Supponidi; (Die Arbeiten B. BAUDI DI VESMES zu dieser Frage sind nicht publiziert. Sie liegen im Manuskript bei der Leitung der BSSS in Turin, wurden aber von S. PIVANO laufend benutzt. Die Ergebnisse teilt PIVANO mit.); P. HIRSCH, Erhebung Berengars Seite 108ff.; F. GABOTTO, Dai Supponidi agli Obertenghi; S. PIVANO, Il testamento e la famiglia dell' imperatrice Angelberga Seite 263ff.]. Auf eine Auseinandersetzung mit den Ergebnissen dieser Historiker wird hier verzichtet. Es sollen allein die Quellen Beachtung finden.
Auszugehen bei der Untersuchung ist von der bei DREI [2
DREI, Le carte Parmensi I Seite 104, nr. 32. - Fehlerhaft gedruckt auch bei AFFO, Parma I Seite 333, nr. 52.] edierten Urkunde vom Januar 925, in der ein Graf Suppo per vuasonem de terra et per fistuco nodato eciam per cultellum justa legem meam Salicha einem gewissen Gisempcrt-Azzo als dessen senior et donator einige Güter tradierte. Gisempcrt-Azzo war, wie die Urkunde weiter zeigt, zugleich mit seinen Eltern ingenuus vel liberus factus, und zwar per cartula a domna Berta et Adelgisus, Vuifredus, Boso, Ardingus clericus, und hatte diese Güter zusammen mit seinen Eltern schon einmal mit der Freilassungsurkunde erhalten. Die Urkunde des Grafen Suppo ist in Parola (curtis Pariola) im Gebiet von Parma ausgestellt.
Hier findet man also einen Grafen Suppo, auf den später zurückzukommen ist, als Rechtsnachfolger einer gewissen Berta, eines Adelgis, Wifred, Boso und Arding. Ein bezeichnendes Schlaglicht darauf, wen man in jenen Personen vor sich hat, liefern die Gesta Berengarii [3
Gesta Berengarii lib. II, v. 77-78, Seite 101.]. Diese erwähnen nämlich unter den Streitern für König BERENGAR gegen den Rivalen, König WIDO, die tria fulmina belli Supponide, zu denen die zeitgenössische Glosse erläuternd anzufügen weiß: Tres autem fuerunt filii Subponis in proelio: Adalgisus, Wifredus et Boso. Die Gesta Berengarii erweisen uns somit die in der Urkunde von 925 genannten Begünstiger des Hörigen Gisempert-Azzo als die Gemahlin (Witwe) des Grafen Suppo mit ihren vier Söhnen. Eine Urkunde aus Fogliano vom 10. Juni 888 liefert dazu eine gewisse Bestätigung. Mit ihr gab die domna Berta, qui fue relicta quondam Suponi qui fuet comes, qui modo veste velamen sancte Dei genitricis Marie induta esse videtur, ein Landstück, quod reiacet prope curte mea de Foliano, an die Brüder Dominicus, Arivert und Restano zu Libell [4 BENASSI, Parma I Seite 60, nr. 19.]. Und die gleiche genealogische Beziehung erhalt man aus einer Piacentiner Urkunde (ausgestellt in prado piano) vom Juli 902, aus der außerdem etwas über das Herkommen der Berta zu erfahren ist [5 BOSELLI, Delle storie Piacentine I Seite 288.]: Berta devotissima ancilla X pi sancte religionis induta, filia bo. mem. Vuif redi comiti ex genere francorum et relicta qdm. Suponi, schenkt hier unter Beachtung der Formen des salischen Rechtes zwei Landstücke intra civitate Placencia, welche ihr de parte genitoris meo zustehen, und curticella una juris mei, quas abere fluvio Arda finibus Castellana, an die St. Antoninuskirche zu Piacenza. Die Urkunde wird dazu von Bischof Arding (von Brescia), den wir oben noch als Kleriker erwähnt fanden, und einem Boso (vielleicht dem oben gleichfalls erwähnten Sohn Bertas und Suppos) unterzeichnet. Aus den beiden Besitzbestätigungsurkunden Kaiser BERENGARS I. [6 SCHIAPARELLI, I dipl. di Berengario I. Seite 344, nr. 134-von 921/Februar/19.] und König Rudolfs II. von Hoch-Burgund [7 SCHIAPARELLI, I dipl. di Rodolfo II. Seite 100, nr. 3 - von 922/Dezember/8. ] für das Kapitel von Parma ergibt sich noch eine weitere Erhärtung des Dargelegten, denn diese Diplome bestätigen unter anderem auch illas res, quas Berta dignae memoriae comitissa et Vvifredus flius ejus inclitus comes ... in predicta canonica conhadiderunt.
Aus den Gesta Berengarii ist noch ein weiteres Glied dieser Familie zu erkennen. Der tapfere Einsatz der drei genannten supponidischen Brüder für BERENGAR wird nämlich damit begründet, daß sie Cognaten des Königs waren. Der zeitgenössische Glossator bemerkt klar: quia soror eorum coniux regis erat [8
Gesta Berengarii Seite 101, Glosse zu Vers 79.]. Als Gemahlin BERENGARS kennt man aber aus dessen Diplomen Bertilla [9 SCHIAPARELLI, I dipl. di Berengario I. Seite 38,48,61,96,102,112 usw.; vgl. Register.]. Es ergibt sich demnach einwandfrei folgender Stammbaum:

    Wifred
        I
    Berta oo Suppo
              I
       -------------------------------------------
      
I             I            I          I                I
Adelgis    Wifred    Boso    Arding    Bertilla oo Berengar I.

Der hier verzeichnete Graf Suppo war also Schwiegervater BERENGARS I. Ein Königsdiplom BERENGARS I. zeigt jedoch andere verwandtschaftliche Bindungen zwischen BERENGAR und einem Grafen Suppo. BERENGAR bestätigte nämlich mit diesem Diplom einem Hunroch consanguineus noster, filius quondam Supponis incliti marchionis ..., cortes duas in comitatu Parmense in gastaldiato Bismantino und zwar Malliaco und Felina, quod iam fatus Hludovicus Imperator concesserat prenominato Supponi marchioni [10
SCHIAPARELLI, I dipl. di Berengario I. Seite 33, nr. 8. Als Sohn des Grafen Unroch findet sich ein gewisser Rodulfus, vgl. Skizze Unroch (II.).]. Wird hier Hunroch, Sohn Suppos, als Blutsverwandter König BERENGARS bezeichnet, so kann mit diesem Suppo niemals BERENGARS Schwiegervater Suppo identisch sein. Wir haben also einen zweiten Suppo vor uns. Glücklicherweise ist uns auch die Urkunde über die eben erwähnte Schenkung Kaiser LUDWIGS II. erhalten, von der aus weiteres Licht auf die Verhältnisse fallt. Der Kaiser überläßt hier Supponi, strenuo vasso dilectoque consiliario nostro, quasdam cortes juris regni nostri sitas in comitatu Parmense, in gastaldutu Bismantino, nämlich Felina und Malliaco [11 TORELLI, Le carte Reggiani Seite 37, nr. 13.]. Der zweite Suppo ist damit also der bekannte Berater LUDWIGS II., der auch als kaiserlicher Bevollmächtigter an der 8. Allgemeinen Synode in Konstantinopel zugegen war. ANASTASIUS BIBLOTHECARIUS tunc temporrs pro causa Hludovici ... augusti cum Suppone archiministro post eos (sc. legatos) Constantinopolim . . . pervenerat, sagt die Vita Hadriani [12 Vita Hadriani, in Liber pontific. II Seite 181.]; und auch unter den Teilnehmern der 10. Sitzung der Synode (28. Februar 870) finden wir gloriosissimi principes et apocrisiarii perspicui Ludovici imperatoris Italorum atque Francorum, videlicet Anastasius Deo amabilis bibliothecarius Romae, Suppo primus concofanariorum et consobrinus uxoris ejus, et Eurardus praepositus mensae ipsius [13 MANSI, Conciliorum collectio, Band XVI Seite 158. ]. Der zweite Suppo ist damit auch als Vetter der Kaiserin Angilberga erwiesen. Die oben erwähnte Schenkung vom 3. April 870 dürfte er vielleicht zur Belohnung für die Dienste in Konstantinopel erhalten haben.
Das gleichzeitige Vorhandensein von zwei Grafen mit Namen Suppo wird einwandfrei bestätigt durch das Testament der Kaiserin Angilberga vom März 877, das bald zu behandeln sein wird [14
Vgl. unten Seite 304ff.] und in welchem zwei Grafen namens Suppo unterzeichnen.
Was ermöglicht es uns aber nach dieser Feststellung, daß man es in einer Epoche mit zwei Leuten gleichen Namens zu tun hat, andere wichtige Angaben zur Person dem einen oder anderen Grafen Suppo zuzuordnen? - Es sind die Todesdaten der beiden Grafen, die uns weiterhelfen.
Ein Antwortschreiben des Papstes Johann VIII. auf die Bitten der Kaiserin Angelberga, die Exkommunikation Erzbischof Ansperts von Mailand aufzuheben, enthält am Schluß die Zusicherung, in eodem die, quo ipse (sc. Ludwig II.) de seculo migravit, pro anime illius requie sempiterna sacrificium erimus Domino oblaturi; und - was für uns interessant ist, - der Papst fährt mit folgender Wendung fort: etiam et pro anima Supponis fraterna moti compassione omnipotentem Dominum deprecamur, ut suorum absolutionem valeat percipere delictorum [15
MG Epist. VII Seite 190, nr. 212. ]. - So ist das Todesdatum des einen Suppo in die Zeit zwischen Ende März 877 (Unterschrift im Testament Angilbergas) und Anfang August 879 (Abfassungszeit dieses Papstbriefes) zu setzen. Eine Parmenser Urkunde vom 9. Mai 882, die von einem Gütertausch in loco et fundo ubi dicitur Quercedo in Flazano prope aqua alta handelt, nennt nun andererseits als südliche Begrenzung des Tauschobjektes eine terra Supponis comitis et de consortis [16 BENASSI, Parma I Seite 45, nr. 15.], woraus zu ersehen ist, daß in dieser Zeit der andere Graf Suppo noch lebte [17 Wäre dieser Suppo schon verstorben gewesen, so müßte ein quondam oder bonae memoriae vor dem Namen stehen. Die Urkundenschreiber haben diese Angaben genau zu beachten verstanden, wie ein Blick auf folgende Stellen zeigt: Caturegli, Regestum Pisanum Seite 22, nr. 40 (935/Mai/21); SANTOLI, Libro Croce Seite 326, nr. 180 (956/März), Seite 299, nr. 161 (953/März) und Seite 148, nr. 74 (943/Februar/7); MURATORI, Antiqu. It. III Seite 1033 (858/März/23); Mem. e doc. di Lucca V c Seite 7, nr. 1051; dazu A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 340, Anm. 5.].
Es ist zunächst schon ohne weiteres anzunehmen, daß der Papst in seinem Schreiben den archimister LUDWIGS II. meinte, der öfters etwas mit dem Papste zu tun hatte, an der Synode in Konstantinopel teilnahm und auch im Liber pontifica1is erwähnt wird. Wir wissen nun aber außerdem aus den genannten Urkunden der Berta, daß ihre Familie in der nähere Umgebung Parmas und Piacenzas begütert war [18
Für uns feststellbar sind Besitzungen in Runcione prope fluvio Arda finibus Cartellana (BOSELLI, Delle storie Piacentine I Seite 288), Piacenza (BENASSI, Parma I Seite 134, nr. 17), Fogliano (BENASSI, Parma I Seite 60, nr. 19), Parola (DREI, Le carte Parmensi I Seite 104, nr. 32), Casaliclo (ebd.). Auch die Beziehungen, die Bischof Arding von Brescia zu Parma und Umgebung unterhielt (vgl. DREI, a.a.O. Seite 72, nr. 18), scheinen durch sein Elternhaus geknüpft. Desgleichen sind Besitzungen in Niviano bei Piacenza nachzuweisen; vgl. oben Seiten 271, Anm. 20.] und daß Berta Schenkungen an die Parmenser Kirche vornahm. Kann man nun den Ort Quercello auch noch in dieser näheren Umgebung Farmas feststellen (= Carzeto, 20 km nordwestlich von Parma), dann wird es evident, daß der Gatte Bertas und Vater der drei tüchtigen „Kriegsblitze" derjenige Suppo war, welcher um 882 noch lebte. Die mit Hilfe der besitzgeschichtlichen Methode vorgenommene Zuschreibung dieses einen Suppo zur Grafschaft Parma erlaubt es uns auch, den anderen Suppo, den Vater des Unroch, Archiminister Kaiser LUDWIGS und Vetter Angilbergas, der in comitatu Parmense in gastaldiato Bismantino (das heißt in den Reggianer Bergen 15 km südlich Canossa) seine Schenkung erhielt, als den ansonsten in Spoleto eingesetzten Suppo, der dort die Nachfolge des vor LUDWIG II. 871 nach Benevent entflohenen Grafen Lambert [19 Vgl. A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 360.] übernahm, zu identifizieren. Bestärkt wird die Feststellung dadurch, daß der Vater des Grafen Unroch in der Urkunde König BERENGARS vom 12. Mai 890 als marchio bezeichnet wurde, also den Titel des Verwalters der Grenzmark
Spoleto erhielt [20
Zu den Nennungen Suppos in Spoleto vgl. Skizze Suppo (III.).].
Greift man nun aber die in der Urkunde vom 6. Juni 872 aus Penne/Spoleto gegebene Nennung: Suppo dux, filius quondam Maurini, auf und versucht, die genealogische Kette für diesen zweiten Suppo, den Archiminister und Verwalter Spoletos, zurückzuverfolgen, so stößt das auf Schwierigkeiten. Unternimmt man es, diesen Maurinus mit dem Grafen Moring von Brescia zu identifizieren, der - nach dem Abgang eines älteren Grafen Suppo von Brescia in den Dukat von Spoleto (822) - in Brescia nachgefolgt war [21
Ann. regni Franc. ad 822-824 Seite 158,161, 166.] und der 824 auch zum Nachfolger in Spoleto ausersehen wurde, jedoch gleich nach seiner Erhebung plötzlich starb, dann begibt man sich in das Feld der reinen Kombination. Da nämlich ein Maurinus 835, 840 und 844 vorkommt, und zwar als Pfalzgraf, besteht die Möglichkeit der Identifikation des Vaters Suppos von Spoleto auch mit diesem. Wenn auch der 822 in der Grafschaft Brescia nachgefolgte Moring der dortigenSohn des Amtsvorgängers Suppo gewesen sein dürfte [22 Vgl. etwa die Nachfolge bei den UNRUOCHINGERN, den WIDONEN und ADALBERTEN VON TUSZIEN, dazu auch die Nachricht der Fuldaer Annalen zum Jahre 883, die von der Mißstimmung der italienischen Großen gegen KARL III. Kenntnis gibt, weil dieser nämlich Witonem aliorgue nonnu!!or exauctoravit ei beneficia, quae illi et patrer ei avi ei atavi illorum tenueraut, malte vilioribus dedit personis.] und eine Identität mit dem Maurinus auf der Urkunde von 872 wegen der damit zustandekonuncnden Namenweihe Suppo - Moring - Suppo und der gleichen Nachfolge aller drei im Dukat Spoleto sehr wahrscheinlich ist, so muß doch nochmals betont werden, daß für diese Kombination noch kein schlüssiger Beweis vorliegt; dieser soll erst aus den folgenden Darlegungen erwachsen. Hier ergibt sich einstweilen folgende genealogische Kette:

  Suppo, Graf v. Brescia,
      822   dux v. Spoleto
       I
       I
  Moring, Graf v. Brescia,
       824 dux v. Spoleto                                                     Unroch
        I                                                                                        I
        I                                                               -----------------------------------

   Suppo, archiminister,                            oo NN                                     Eberhard v. Friaul
               consobrinus Angilbergas            I                                                          I
                                                                  I                                                          I
 
                                                       Unroch comes                                       Berengar I.
                                                                   I
                                                              Rudolf

Für die weiteren genealogischen Untersuchungen stehen nur höchst unsichere Angaben zur Verfügung. Eine Urkunde vom 26. Dezember 942 beinhaltet eine von Suppo comes quondam . radi . . i idemque comiti filius vorgenommene Schenkung einer curticella cum castrum inibi constructum ... in loco et fundo Palaxoni (= Palasone) judiciaria Parmensis [23
DREI, Le carte Parmensi I Seite 152, nr. 50 (Fehlerhaft bei AFFO, Parma I Seite 347, nr. 61).]. Diese Schenkung des Grafen Suppo (IV.) erfolgte pro salute anime mee vel quondam Ardingi episcopus avunculus meus, eciam Vuilelmi germano meo. - Ein zweiter Hinweis ist das Testament der Kaiserin Angilberga vom März 877, das una cum consensu propinquorum et parentum meorum abgefaßt ist und das vornehmlich folgende wichtige Unterschriften enthält [24 BENASSI, Parma I Seite 146, nr. 22 (= CdL Seite 452, nr. 270).]:
Sign. + manus Egifredi comitis, qui ad omnia suprascripta consensit,
                                                     et ad confirmandum manum posuit.
Sign. + manus Ardengi comitis, qui ad omnia suprascripta consensit,
                                                    et ad confirmandum manum posuit.
Sign. + manus Supponi comitis, qui ad omnia suprascripta consensit,
                                                   et ad confirmandum manum posuit.
+ Suppo comes subscripsi.
Ein dritter Hinweis mag die Feststellung sein, daß vor dem Grafen Suppo (Vater der Kriegsblitze") in Parma ein Graf Adelgisus tätig war und daß dieser Name Adelgis von einem Sohne jenes Suppo (von Parma) getragen wurde. Man darf daraus wohl Schlüsse ziehen, da es auch sonst bei den nach Italien gekommenen Grafen-Geschlechtern üblich war, daß Enkel den Namen ihres Großvaters trugen und daß ein Aufgabenbereich in der Familie verblieb [25
Vgl. Anm. 22.].
Der in der Urkunde von 942/Dezember/26 nur bruchstückhaft überlieferte Name . radi.. i kann nur - zieht man auch sämtliche uns bekannten Grafennamen der Zeit von KARL DEM GROSSEN bis zu OTTO DEM GROSSEN zum Vergleich heran - zu Aradingi - Nominativ Aradingus - ergänzt werden. Dieser Name kommt, wie wir bereits gesehen haben, in der SUUPONIDEN-Familie vor; und zwar bei dem Bischof von Brescia und bei dem Grafen, der das Testament Angilbergas neben Suppo und Egifred als Verwandter zustimmend unterschrieb. Er kehrt auch wieder bei einem zweiten, bislang noch nicht genannten Bischof namens Arding, der ca. 934-942 das Bistum Modena verwaltete und über dessen Familienzugehörigkeit bislang noch nichts ermittelt worden ist [26
Bezeugt ist dieser Bischof in einem Diplom König Hugos vom 11. Mai 945 (SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo Seite 228, nr. 78). Hugo läßt dort von der in der Grafschaft Piacenza gelegenen curtis Landasi bemerken: nobis obvenit per cartulam donationis ab Ardingo venerabili Mutinensis aecdesiae presule. Dazu findet sich auf der Rückseite einer den Ort Granariolo betreffenden Modeneser Urkunde vom 3. Juni 861 unter anderem von einer Hand des 10. Jahrhunderts: tempore Ardingi epi. reiacet ipsa res in Granariolo (VICINI, Modena I Seite 29, nr. 20). Da in Modena von 902 bis 933 Gotefredus episcopus bezeugt ist und ab 943 wiederum Bischof Wido in Modena nachgewiesen werden kann (vgl. die Urkunden bei VICINI, Modena I), bleiben für die Amtsjahre Ardings in Modena etwa die Jahre 934-942.]. Wie aber ist dieser Teil einzufügen?
Hier muß zunächst das Testament der Kaiserin Angilberga betrachtet werden. Wesentlich ist dabei, den Verwandtschaftsgrad der Zustimmer zum Testament zu ermitteln.
Nach germanischer Rechtsauffassung ist eine Frau nicht voll rechtsfähig; sie untersteht der Munt, der Schutzgewalt ihres Gatten und im Falle der Nichtverheiratung wie ein Kind der des Vaters. Dies gilt sowohl bei den Franken, wie besonders bei den Langobarden. - Bei der Verheiratung geht die Frau aus der Munt des Vaters in die des Gatten über; sie wird damit auch in die Sippe des Mannes eingegliedert und übernimmt das Recht des Gatten [27
Vgl. oben Skizze Rotbert von Asti, wo (in Anm. 2) 14 Belege zu diesem Problemkreis gegeben werden.]. Mit dem Tode des Ehemannes geht die Munt auf den Sohn über; fehlt dieser aber, so ist es das übliche, daß die Frau in ihre Herkunftssippe zurückkehrt und - falls der Vater noch lebt - erneut in dessen Schutzgewalt gerät. Nach dessen Tode jedoch sind die männlichen Geschwister der Frau die nächsten an der Munt. Waren auch diese nicht vorhanden, so mußte auf die weiteren Verwandtschaftsgrade, Onkeln, Vettern usw. zurückgegriffen werden.
Die Frage lautet nun: Sind die Consentientes des Testamentes der verwitweten Angilberga Angehörige, welche die Munt ausüben und dem Testament somit die volle Rechtsgeltung verleihen? Oder äußert sich in der Zustimmung etwa eine andere Erscheinung des germanischen Rechtslebens, das sogenannte Beispruchsrecht?
„Die Hausgenossen bzw. die Sippegenossen hatten schon bei Lebzeiten des Erblassers Anwartschaftsrechte an dem (zu hinterlassenden) Gute" [28
H. CONRAD, Deutsche Rechtsgeschichte Band 1, Seite 556.]. Aus der Zeit, in der die Sippe einmal insgesamt die Eigentümerin des Bodens gewesen sei, habe sich diese Auffassung erhalten. Wo kein Sohn und Erbe da war, mußten somit beim Tode eines solchen Erblassers die Grundstücke an die Sippe zurückfallen. „Die Sippengenossen mußten daher der Veräußerung von Liegenschaften durch den Erblasser (in einem solchen Falle) zustimmen (ERBENLAUB)" [28 H. CONRAD, Deutsche Rechtsgeschichte Band 1, Seite 556.]. Über die Erbfolge bei den Salfranken in Italien gibt uns nun eine additio zu den Leges Langobardorum erwünschten Aufschluß. Es heißt dort im § 4:
     Successio lege Salica. Si homo decesserit et reliquerit filium et filiam,
     equaliter succedant; et si reliquerit filium et fliam et nepotem, filium de
     suo filio, equaliter succedant. Si vero isti non fuerint et reliquerit patrem
     vel matrem, ipsi succedant. Si autem non habuerit, et ille quidem moriens
     reliquerit fratrem vel sororem, sive sunt germani sive non, ipsi succedant [29
MG LL IV Seite 590. Die weiteren Bestimmungen in der Erbfolge lauten: Si vero fiste predictos non habuerit et habuerit amitam, sororem de suo patre, ipsa succedat, et si iste non habuerit et habuerit materteram, sororem de suo matre, ipsa succedat. Quod si nullus de istir personis fuerit, tunc quicumque propinquus fuerit masculus de paterna generacione, ipse succedat. Sed alias feminas non vocant ad successionem hominis Salici nisi illas quas supra dixi. Daß das Chartularium Langobardicum, zu dem dieses Stück gehört, schon einige Jahre vor 885 - nicht wie früher angenommen (vgl. K. BRANDI, Urkunden und Akten (1921)² Seite 41, nr. 28) nicht näher bestimmbar vor 1070 - in der Paveser Rechtsschule aufgezeichnet wurde, dazu vgl. C. MANARESIS Ausführungen in Riv. di stor. del diritto ital. vol. XXIII (1950) Seite 195.].
Vergleicht man die Nachfolge in der Munt und die salfränkische Erbfolge, so ergibt sich klar eine vollständige Übereinstimmung - nur mit der Besonderheit, daß eben die Frauen in der Muntnachfolge naturgemäß fehlen. Der Gang der Muntfolge stellt die auf die männlichen Sippenglieder radizierte Erbfolgeordnung dar.
In unserem Zusammenhang ist es nun, nachdem festgestellt ist, daß für die Männer für Munt- und Erbfolge dieselbe Gliedfolge in der Verwandtschaft galt, unerheblich, aus welchem der beiden Gründe zugestimmt wurde [30
Die Zustimmung der Verwandten ist besonders üblich bei den Langobarden, vgl. dazu H. ROSIN, Die Formvorschriften für dieVeräußerungsgeschäfte der Frauen nach langobardischem Recht. - Aber auch bei den Franken, Bayern usw. waren sie geläufig. Beachte etwa: TIRABOSCHI, Modena I Seite 61, nr. 47 (887/Mai/5): Eliburga de genere Francorum una per consenso Rodardi viro meo; PIATTOLI, Firenze Seite 6, nr. 2 (852/Oktober/19): Berta, abbatissa, una per licentiam datam predicto Hucpoldi (Franke, Pfalzgraf) domno ei genitori meo promitto ...; Mem. e doc. di Lucca IV, 2 App. Seite 35, nr. 25 (823/Oktober/5): Urkunde der Tochter des Grafen Bonifaz, Richilda, natio Baivarorum. Signum + manus Bonifacii comitis germanus supradicte abbatisse, per cuius licentiam hoc factum est; BSSS 78 (Novara) Seite 69, nr. 49 (946/Mai): Ildecharda und Bernard, Franken, vir iugale meo consenciente; BSSS 28 (Asti) Seite 54, nr. 34 (902/März): Emelda ex genere Francorum coniux Rotberti vicecomitis ... ipsa suprascripto iugale meo mihi consenciente ... usw. Zu diesem Problemkreis vgl. O. OPEL, Zur Frage der fränkischen Geschlechtsvormundschaft Seite 219ff.].
Welches ist aber der Verwandtschaftsgrad der Consenticntes im Testament der Kaiserin Angilberga? - Aus der Ehe Angilbergas mit Kaiser LUDWIG II. sind nachweislich keine Sühne hervorgegangen, weswegen ja auch die Nachfolgefrage in der Hcrrschafl über Ober-Italien sowohl für KARL DEN KAHLEN wie für Ludwig den Deutschen so interessant war. Eine Tochter ist bereits vor 861 als Kind dem S. Giuliakloster in Brescia übergeben worden. Die im Testament Angilbergas noch genannte unica filia Ermengarda war 877 gerade zum Eintritt ins Kloster bestimmt, wenn auch wohl noch nicht tatsächlich eingetreten [31
Testament Angilbergas: - si Hermingarda unica mea filia religioram veslem
induerit ... Wegen dieses Tatbestandes ist auch eine klare Entscheidung darüber, ob aus Gründen der Muntrechts oder der Erbfolge zugestimmt wird, nicht zu liefern. Nonnen werden in der Erbverteilung nicht berücksichtigt, wie schon das Testament Eberhards von Friaul (siehe oben Seite 62, Anm. 34) zeigt, in dem die an das S. Giuliakloster tradierte Tochter gar nicht erst erwähnt wird. Zur Tochter Eberhards, Gisla, und zu der gleichnamigen Tochter LUDWIGS II. und Angilbergas vgl. Codice necrol-liturg. di Brescia, ed. VALENTINI, Seite 78ff. und E. BRANDENBURG, Die Nachkommen Karls des Großen
]. Enkel sind noch nicht vorhanden. Auch die Eltern Angilbergas sind bei dem fortgeschrittenen Alter der Kaiserin sicher als verstorben anzunehmen. Über die Brüder der Angilberga ist uns sowenig wie über die Eltern, das heißt nichts bekannt. Nehmen wir aber dennoch Egifred, Arding und Suppo als drei erbberechtigte Brüder Angilbergas an, so können wir den Zustimmer Graf Suppo nicht mit dem archiminister und dux von Spoleto identifizieren, denn dieser ist ja durch die Konstantinopeler Konzilakte einwandfrei als consobrinus (Vetter) Angilbergas gekennzeichnet. Identifizieren wir aber den im Testament zustimmenden Suppo mit dem Gemahl Bertas und Vater der fulmina belli, erhalten wir somit als neue Geschwister Suppo, Arding, Egifred und Angilberga und setzen wir weiter den schon oben erwähnten und als Vater unseres Suppo von Parma vermuteten Grafen Adelgis von Parma in die Stellung eines Sohnes des alten, 824 verstorbenen Suppo, Grafen von Brescia und Herzogs von Spoleto, dann schließen wir damit zunächst beide bislang auseinander gehaltenen Gruppen zusammen.

                                 Suppo I. v. Brescia und Spoleto                                                

                   -----------------------+-----------------------------------------------------
           Adelgis I. v. Parma                                                    Moring v. Brescia und Spoleto                                   
                    -----+------------------------------------                                --+--
Berta oo Suppo II.           Arding  Egifred    Angilberga           Suppo III. v. Spoleto
               v.Parma

Dabei erfährt die Forderung ihre Erfüllung, daß der Archiminister Suppo (III.) als Vetter Angilbergas erscheint [32 Über Hingena, eine Nichte der Kaiserin Angilberga, die um 860 den Kleriker Magenolf heiratete, ist außer der einen Nennung im Chron. Casinense, cap. 22, MGSS III Seite 228, nichts bekannt, so daß sich auch über diese Linie der Herkunft Angilbergas nicht näherkommen läßt.], und es wird auf einmal verständlich, warum Adelgis von Parma bei einem Placitum in Cremona 841 neben einem aus Parma stammenden Vassus 19 aus Brescia kommende Vasallen um sich hat [33 MANARESI, I placiti Seite 576, nr. 7 (= CdL Seite 250, nr. 143).]. Ja es wird bei diesem Zusammenschluß der beiden Gruppen über den alten Suppo von Brescia weiterhin auch klar, warum Angilberga eine Vorliebe für Brescia hatte, dort ihr Kloster verwaltete und Testament abfaßte und warum Arding clericus, der Sohn Suppos von Parma, gerade in Brescia Bischof wurde.
Wenden wir uns nun zu der Urkunde vom 26. Dezember 942 zurück. Eine Gleichsetzung des dort genannten . radi . . us (Aradingus) mit Arding, dem nun erschlossenen Bruder Angilbergas, muß aus verschiedenen Gründen unterbleiben. Suppo filius [A]radi[ng]i müßte dann in etwa ein Zeitgenosse Bertillas, der fulmina belli Supponide und des Bischofs Arding von Brescia gewesen sein. Bertilla und die fulmina belli waren aber bereits 915 verstorben. Bischof Arding von Brescia schied 922 aus dem Leben. Weiterhin ergäbe sich keine avunculus-Verwandtschaft dieses Suppo zu einem der beiden Bischöfe namens Arding. Bischof Arding von Brescia - bezieht man den quondam Ardingus episcopus auf diesen - wäre dann doch ein Vetter (consobrinus), nicht avunculus Suppos (IV.) gewesen; Bischof Arding von Modena hingegen - zieht man jenen für die Identifizierung in Betracht - hätte dann entweder ein Bruder oder Schwager des in einer wesentlich früheren Zeit bezeugten Grafen Arding sein müssen. Von jenen beiden Möglichkeiten ist aber die erste kaum anzunehmen, da zwei Brüder dann doch den gleichen Namen (Arding) getragen haben müßten; und die zweite Möglichkeit erscheint zudem unwahrscheinlich deshalb, weil dann der (auf alle Fälle wegen seines auffälligen und in Italien wenig geläufigen Namens) doch wohl aus der gleichen Sippe stammende Bischof Arding von Modena bei einer Ehe einer Schwester mit dem Grafen Arding eine Verwandtenehe hätte dulden müssen. Diese waren aber im Mittelalter ganz und gar unstatthaft. Sieht man in [A]radi[ng]us aber einen Sohn des Grafen Arding oder des Grafen Egifred, so schwinden nicht nur die chronologischen Schwierigkeiten bei der Einordnung; auch Bischof Arding von Modena läßt sich dabei gut als Onkel Suppos (IV.) in den Stammbaum der SUPPONIDEN einfügen [34
Bischof Arding von Brescia erscheint bei dieser Zusammenfügung der genealogischen Angaben als Großonkel Suppos IV. - Eine Identifizierung des quondam Ardingus episcopus, avunculus Suppos IV. mit Bischof Arding von Modena erscheint auch deshalb wahrscheinlicher, weil Suppo IV., (Graf von Modena, wie weiter unten noch angedeutet wird,) im Dezember 942 doch wohl eher des ca. 942 verstorbenen Bischofs von Modena als des bereits seit 20 Jahren verschiedenen Verwandten von Brescia gedacht haben dürfte.]. Dieser fügt sich nun mit einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit folgendermaßen zusammen:

                                                                                       Suppo I. v. Brescia und Spoleto
                                                                                                                    
I
                                                                                           -----------------------------------
                  Wifred I.                                                   Adelgis 1.                            Mauring            Unroch
                       I                                                                 I                                        I                     I
         --------------       ----------------------------------------------------------------                    ---               -----------------
 
Richard[35] Berta oo Suppo II. Egifred Arding I. Angilberga[35a] Cunicunda [36]       Suppo III. oo NN        Eberhard
                                                    I           I                        I
                                                         ?-----------------------------               ----
                        I                                             
I                                        I                               I                        I 
       --------------------------------------              -----------------------             --------------                   ----                     ----
Bertilla Adelgis II. Wifred II. Boso Arding    Arding[37] [A]radi[ng]us II.     Gisla Ermengarda       Unroch            Berengar I.
                                                  episc.        episc.

                                                v. Brescia   v. Modena
                
I
                                                              I                                                             I
                   ----                                                           ------------------                                      ------
Berard oo Berta [36]                                                 Wilhelm  Suppo IV.                                Rudolf
v. Siena



35 Vgl. Skizze Richard.
35a G. POCHETTINO, L'imperatrice Angelberga Seite 39ff., hält Angelberga für eine Langobardin. Diese Meinung wurde schon von S. PIVANO, Il testamento Seite 263ff., zurückgewiesen.
36 Vgl. Skizze Adelgis I., Anm. 13.
37 Über den willkürlichen Gebrauch von avunculus für patruus vgl. ERCHEMPERT, Hist. Lang. Ben. c. 27, MGSS rer. Langob. Seite 244, Zeile 35; Ann, regni Franc. ad 773, Seite 36; Ann. Bertin. ad 858, Seite 50; ad 860, Seite 54; REGINO, Chron. ad 853, Seite 76; ad 858, Seite 77; ad 870, Seite 102; ad 876, Seite 111; FLODOARD, Hist. Rem. eccl. IV c. 5, MGSS XIII Seite 566, Zeile 12.
Kehren wir aber nun zu unserem Ausgangspunkt, der Urkunde vom Januar 925, zurück. Der dort genannte, im Gebiet von Parma begüterte Suppo comes, Rechtsnachfolger der Gräfin Berta und der fulmina belli Supponide, kann wohl kaum jemand anders als der Suppo comes quondam [A]radi[ng]i idemque comiti filius gewesen sein, der seine Schenkung des Kastells Palaxoni iudiciaria Parmensis (= Palasone) an die Kirche von Parma vornahm und dabei des Bischofs Arding von Modena (?) gedachte. Die Grafschaft Parma selbst scheint dieser Suppo aber nicht verwaltet zu haben; - dort gab es den Maginfredus comes. Er war vielmehr Graf von Modena [38
MANARESI, I placiti Seite 500, nr. 134.].
er auch mit dem Suppo inluster comes Bergomensis identifiziert werden darf, der 919 in Bonate Superlore einen Gerichtstag abhielt, ist nicht beweisbar, doch wahrscheinlich [39
MANARESI, a.a.O. Seite 488, nr. 130. - Die Anwesenheit von Schöffen und Notaren aus Brescia, wo ehemals Suppo I. Graf war, und von sechs Vasallen des Bischofs Arding von Brescia ist für die Identifizierung kein hinreichendes Argument, jedoch immerhin zu beachten.]
In der Geschichte Italiens traten noch einige andere Personen namens Suppo hervor [40 Zu nennen wäre hier zunächst Graf Suppo der Schwarze (von Arezzo), der temporibus Ugonis et Lotharii regem dem S. Florakloster in Arezzo Land schenkte (MURATORI, Antiqu. It. I Seite 767) und von dem ein Grenzübereinkommen mit dem Bischof Teodicius von Arezzo bekannt ist (PASQUI, Arezzo I Seite 81, nr. 59 und Seite 239, nr. 167). Zu erwähnen wäre weiter ein Suppo, advocatus der Kirche von Arezzo, der im März 881 vor KARL III. in Siena die Rechte der Kirche von Arezzo vertrat (MANARESI, a.a.O. Seite 332, nr. 92). Auch der Pfalzgraf Maurinus (835-844; siehe oben) dürfte dieser Familie angehört haben.]. Das Unterfangen, diese beim Fehlen aller Quellenhinweise und sonstiger Anhaltspunkte in bestimmter Form an den oben entwickelten Stammbaum anschließen zu wollen, könnte sich über reine Hypothesen nicht erheben. Einer kritischen Untersuchung sind hier die Grenzen gesetzt.