Ulrich VI. der Jüngere                   Graf von Helfenstein-Blaubeuren (1326-1361)
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um 1320/25
13.4.1361  

Einziger Sohn des Grafen Ulrich IV. von Helfenstein-Blaubeuren ( Ende 1326) und der Agnes von Württemberg, Tochter von Graf Ulrich ( 1315) und der Irmgard von Hohenzollern-Hohenberg;
Bruder von
Adelheid von Helfenstein (um 1383)
Neffe von
Graf Johann I. von Helfenstein ( 1.6.1340)
Cousin von Graf Ulrich V. dem Älteren von Helfenstein-Wiesensteig (
7.4.1372 ermordet)
Groß-Neffe von Graf  Berthold III. von Graisbach (8.10.1324), Bischof Gebhard von Eichstätt (14.9. 1327), Domherrn Heinrich zu Salzburg (17.4.1324), Gräfin Elisabeth von Marstetten-Neuffen ( 1306)
Enkel von
Graf Ulrich III. von Helfenstein ( nach 1315) aus seiner 1. Ehe mit der Adelheid von Graisbach
Ur-Enkel von Graf Eberhard I. dem Erlauchten von Württemberg ( 5.6.1325)

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2118
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Helfenstein, Grafen von
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Die von den Vettern Ulrich dem Älteren (1372) und Ulrich dem Jüngeren (1361; durch Heirat mit Maria von Bosnien verschwägert mit dem ungarischen Herrscher-Haus der ANJOU), beide Landvögte in Ober-Schwaben, 1356 vorgenommene Teilung der Familiengüter in eine Blaubeurer und eine Wiesensteiger Linie sorgte für einen raschen Niedergang.
Die Blaubeurer Linie verkaufte die ihr als österrische Erblehen verbliebene Herrschaft Blaubeuren mit der Klostervogtei 1447 an Württemberg und ebenso 1448 die Herrschaft Heidenheim mit den Klostervogteien Anhausen, Herbrechtingen und Königsbronn. Sie erlosch 1517.
Die Wiesensteiger Linie mußte 1396 wegen ihrer Schulden die Stammburg mit dem gesamten Besitz auf der Ulmer Alb und der Vogtei über das Kloster Elchingen an die Stadt Ulm verkaufen. Sie erlosch 1627.
I. Eberl


Schwennicke Detlev: Tafel 60
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"Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band XII"

ULRICH VI.
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   13.V.1361

1353 PFANDHERR zu SULMETINGEN
1356 in BLAUBEUREN GERHAUSEN HUCK und BLAUENSTEIN
1351/78 in GIENGEN
1351 in HELLENSTEIN mit HEIDENHEIM, KALTENBERG (/1357), HÜRBEN
1349/1381 in FAIMINGEN und SCHARFENBERG
VOGT zu ANHAUSEN HERBRECHTINGEN und KÖNIGSBRONN
1353 LANDVOGT VON OBER-SCHWABEN
1352 DER JÜNGERE
1340
 
  oo BEATRIX VON SCHLÜSSELBERG
          
24.I.1355

Tochter von Konrad


Schwennicke Detlev: Tafel 121
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"Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band XVI"

BEATRIX
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   24.I.1335

Begraben: Königsbronn

 vor 14.VIII.1348
  oo ULRICH VI. GRAF von HALFENSTEIN in BLAUBEUREN, 1340
          
13.V.1361


Bühler Heinz: Seite 276,285,324,405-408
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"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben"

Bei der Teilung der helfensteinischen Güter 1356 fiel Faimingen samt Falkenstein an Graf Ulrich den Jüngeren von Helfenstein. Er gab Falkenstein seiner Tochter Anna in die Ehe mit Herzog Friedrich von Teck.
Den beiden Grafen Ulrich dem Älteren und Ulrich dem Jüngeren von Helfenstein schuldete KARL IV. für ihre Dienste 24.000 Gulden. Dafür hatte er ihnen die Burgen und Städte Giengen, Hellenstein und Heidenheim verpfändet. Nun war er der Meinung, daß die Schuldsumme höher sei als der Wert der verpfändeten Güter und daß er oder sein Nachfolger kaum in die Lage kämen, die Pfänder wieder einzulösen. Deshalb übertrug er die Burgen und Städte Giengen, Hellenstein und Heidenheim mit allen Nutzungen den Grafen von Helfenstein als Erblehen.
Die beiden Grafen Ulrich der Ältere und Ulrich der Jüngere von Helfenstein, zwei Vettern, hatten am 9. Mai 1356 ihre Besitzungen geteilt. Die Stammburg bei Geislingen mit den zahlreichen Gütern war an Ulrich den Älteren gefallen; Ulrich der Jüngere hatte die Herrschaft Blaubeuren und die Güter im Brenztal bekommen. Verständlich, daß er Heidenheim, das bald Herrschaftsmitttelpunkt im Brenztal werden sollte, fördern und dessen Handel und Wandel beleben wollte.
Graf Johann starb im Jahre 1332. Nun übernahmen die beiden Vettern Ulrich der Ältere, Sohn Johanns, unnd Ulrich der Jüngere, Sohn Ulrichs IV. ( 1326) die Verwaltung der Hausbesitzungen. Durch geschicktes Taktieren suchten sie ihre Position im Brenztal auszubauen. Es ging ihnen vorrangig um Giengen und Heidenheim, die zentralen Plätze im Brenztal, die formal dem Reich gehörten, aber wiederholt verpfändet waren.
Im Dezember 1343 gelobten die beiden Grafen von Helfenstein, dem Kaiser LUDWIG mit aller Macht zu dienen, und ließen sich dafür 3.000 Pfund Heller auf Burg und Stadt Giengen anweisen. Als für weitere Dienste der HELFENSTEINER die Schuld des Kaisers wuchs, verpfändete er ihnen um 1346 auch Hellenstein und Heidenheim. Dann aber begann LUDWIGS Stern zu sinken. Die Helfensteiner Grafen fürchteten um die Pfandobjekte, für die sie LUDWIG gedient hatten. Kurz entschlossen wechselten sie die Partei. Einer der Grafen nahm im September 1347 in Prag an der Krönung KARLS zum König von Böhmen teil. Beide waren bei KARL, als er im Oktober 1347 in Taus ein Heer gegen LUDWIG sammelte. Sie ließen sich die Vogtei des Klosters Elchingen, die ihnen LUDWIG entzogen hatte, erneut übertzragen; überdies wurden sie von KARL Ende 1347 mit der oberschwäbischen Reichslandvogtei betraut.
Es galt nun das neue Reichsoberhaupt dazu zu bewegen, daß es die Verpfändungen seines Vorgängers anerkannte. Die Forderungen der Grafen an das Reich beliefen sich auf insgesamt 24.000 Florentiner Gulden. Diese Summe wurde von KARL im Mai 1351 in Prag anerkannt. Da er der Meinung war, daß die Pfandsumme beträchtlich höher sei als der Wert der Pfänder und daß wohl keiner seiner Nachfolger in der Lage sei, diese um eine so hohe Summe auszulösen, überließ er den Grafen die Burgen und Städte Giengen, Hellenstein und Heidenheim samt alle Nutzungen, Kirchensätzen, Gerichten und Zugehör als ein erbliches Lehen.
Wenn nicht alles trügt, haben die Helfensteiner Grafen die Forderungen, die sie an LUDWIG DEN BAYERN hatten, auch bei dessen Sohn, dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg, geltend gemacht. Bald nach 1349 sind sie nämlich im Besitz der Herrschaft Faimingen an der Donau, zu der auch die Burg Falkenstein im Eselsburger Tal samt Gütern in Dettingen, Heuchlingen und Hausen ob Lontal gehörte.
König KARL verpfändete 1353 den beiden HELFENSTEINERN alles, was in Sulmentingen (bei Biberach) dem Reich gehörte, und für 600 Mark Silber auch die Vogtei des Klosters Königsbronn.
Hatten die beiden Vettern Ulrich der Ältere und Ulrich der Jüngere den Hausbesitz bisher gemeinsam verwaltet, so scheint es nun zu allerlei Reibungen gekommen zu sein. Nicht unschuldig war daran die Gemahlin Ulrichs des Älteren, Maria, eine geborene Herzogin von Bosnien. Kaiser KARL IV. hatte diese Verbindung gestiftet. Marias reiche Mitgift hatte die Finanzlage ihres Gemahls wesentlich verbessert. Ulrich der Jüngere konnte da nicht mithalten. Gräfin Maria aber war der Meinung, es sei besser, die Herrin eines kleinen Territoriums, als nur Mit-Regentin der ganzen Grafschaft zu sein, und so erwirkte sie deren Teilung. Der Vertrag datiert vom 9. Mai 1356. Durch das Los fielen die Burgen Helfenstin mit der Stadt Geislingen, Hiltenburg mit Wiesensteig, Spitzenberg mit Zugehör sowie Rommental an Graf Ludwig den Älteren.

 



 1348
  oo Beatrix von Schlüsselberg, Tochter von Konrad
       um 1325/28
24.1.1355

 
 
   
Kinder:

  Ulrich VII. Graf von Helfenstein-Blaubeuren
  um 1350
1375 vor 3.7.
 
  Anna Erbin von Falkenstein und Faimingen
  um 1350
18.11.1392
 
  oo Friedrich Herzog von Teck
          
28.9.1390
 
  Wulfhild Priorin zu Medingen
       

 
  


Literatur:
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Bühler Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 276,279,285, 295, 308, 311,324,326,405-410,432/433,503,544,564,642,652,666,931-934,936,953,1185,1188,1197,1199 - DAS HAUS WÜRTTEMBERG. EIN BIOGRAPHISCHES LEXIKON: Seite 33 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben Tafel 60 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken Tafel 121 -