Emma von Sizilien                          Gräfin von Montescaglioso
-----------------------
um 1070- um 1120
 

Tochter des Großgrafen Roger I. von Sizilien aus dem Hause HAUTEVILLE aus seiner 1. Ehe mit der Judith von Evreux, Tochter von Graf Wilhelm
 

Thiele, Andreas: Tafel 417
**************
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 -

EMMA
----------
    +

  oo 1087
       RUDOLF MACCABEO D'EU-MONTESCALGLIOSO
                 +

3 Kinder



Houben, Hubert: Seite 24,41,45
**************
"Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident."

Durch die Eroberung von Sizilien war Roger I. von einem mittellose Abenteurer zu einem der angesehensten Fürsten Europas geworden. Könige hielten um die Hand seiner Töchter an. Dabei spekulierten sie vor allem auf die Mitgift, die vom sprichwörtlich reichen Grafen zu erwarten war. So etwa König Philipp I. von Frankreich (1060-1108), der nach der unrechtmäßigen Verstoßung seiner Gemahlin Berta (1092) um die Hand von Rogers Tochter Emma angehalten haben soll. Nach dem Bericht Malaterras hätte der Graf sie ihm gewährt, da er nicht wußte, daß der König noch verheiratet war. Brautführer sei der Graf von Toulouse, Raimund IV. von St-Gilles (1093-1105), gewesen, der eine Schwester Emmas, Mathilde, geheiratet hatte. Nachdem dieser erkannt habe, daß Philipp keine wahren Heiratsabsichten hatte, sondern nur die Mitgift in die Hand bekommen wollte, habe er versucht, den Brautschatz an sich zu reißen. Die von Roger seiner Tochter mitgeschickten Begleiter hätten diesen Plan aber durchschaut und seien mit der Mitgift, aber ohne die Braut, nach Sizilien zurückgekehrt. Raimund sei schließlich nichts anders übriggeblieben, als seine Schwägerin mit einem Grafen von Clermont zu verheiraten.
Im Jahr darauf drang Roger II.bis in die Basiliata vor. Unweit der Grenze zu Apulien, in Montescaglioso bei Matera, bemächtigte er sich des Erbes seiner Schwester, der Gräfin Emma, Witwe des Rudolf (Raoul), Herrn von Montescaglioso, die um 1120 gestorben war. Auf dieser Expedition ignorierte Roger bei seinem Vorgehen vollkommen die Rechte der "Königin" Konstanze, die für den minderjährigen Bohemund II. die Regentschaft ausübte. Diese hatte im April 1121 mit Hilfe Herzogs Wilhelm von Apulien und Tankreds von Conversano eine Burg am Basento, also im Gebiet der Herrschaft Montescaglioso, erobert [16 Romuald von Salerno 211f. D Ro II 6, 16f. (1124 Sept.-Dez.); es handelt sich um die einzige Urkunde mit einer lateinischen Unterschrift Rogers II. Emma nennt sich Gräfin, weil sie die Tochter eines Grafen (Rogers I.) ist. während ihr Mann den Grafentitel nur in Urkunden trägt, deren Echtheit zweifelhaft ist.].
Der Graf von Sizilien war der Auffassung, als Verwandter des verstorbenen Vasallen habe er ein Anrecht auf dessen Lehen. Diese Vorstellung hatte er bereits 1124 mit seinem Eingreifen in Montescaglioso demonstriert, wo er das Erbe seiner Schwester beanspruchte.
 
 
 
 

  1. oo N.N. Graf von Clermont
                  -

    1087
  2. oo Rudolf Graf von Montescaglioso
                  - um 1108
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997 Seite 24,41,45 Tafel 2 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 417 -